Master and Commander


Master and Commander Bis ans Ende der Welt (USA, 2003)
- Master and Commander: The Far Side of the World -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 138 Minuten

Extras:
- Nicht verwendete Szenen (24:20 Min.)
- Informationen zur Geschichte und Geografie (Text)
- Inhaltssuche

Regie:
Peter Weir

Hauptdarsteller:
Russell Crowe (Captain Jack Aubrey)
Paul Bettany (Dr. Stephen Maturin)




Story

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrscht Krieg zwischen England und Frankreich. Auch der Ozean ist zum Schlachtfeld geworden. Jack Aubrey, Kapitän des britischen Kriegsschiffes HMS Surprise, erhält im Jahre 1805 den Befehl, das französische Kaperschiff Acheron aufzubringen oder zu vernichten. Schon beim ersten Zusammentreffen der beiden Schiffe vor der brasilianischen Küste zeigt sich, dass die Surprise der Acheron nicht gewachsen ist. Mit ihren schweren Geschützen fügt die Acheron dem britischen Schiff schwere Schäden zu, während dessen Kugeln am besonders gepanzerten Rumpf des Franzosen abprallen. Als auch noch Ruder und Steuerrad der Surprise zerschossen werden, muss Aubrey den Kampf aufgeben. Mit knapper Not gelingt die Flucht in ein Nebelfeld. Die Acheron ist zwar das schnellere Schiff, kann aber durch Täuschungsmanöver abgehängt werden. Trotz der gegnerischen Überlegenheit denkt Aubrey nicht daran, die Acheron davonkommen zu lassen. Er begründet dies damit, dass sich die Acheron aufgrund ihres innovativen Aufbaus zu einer schwerwiegenden Bedrohung im südlichen Atlantik entwickeln könnte. Aubreys alter Freund Dr. Stephen Maturin - ein Naturforscher, der sich als Schiffsarzt betätigt - vermutet jedoch, dass die Verfolgung des Gegners mehr mit persönlichen Interessen als mit militärischen Erfordernissen zu tun hat. Ihm bleibt nicht verborgen, dass sich die Stimmung der Mannschaft wegen der mit Verlusten verbundenen Umrundung Kap Hoorns verschlechtert.

Aubrey nimmt zu Recht an, dass die Galapagosinseln oder vielmehr die dortigen britischen Walfänger das Ziel der Acheron sind. Maturin möchte die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt der Inseln erforschen. Aubrey verspricht, ihm dies zu ermöglichen. Maturin muss seine Interessen zurückstellen, als Überlebende eines kürzlich von der Acheron zerstörten Walfangschiffes aufgelesen werden. Der Feind muss ganz in der Nähe sein. Es kommt zu Spannungen zwischen den beiden Freunden, weil Maturin dem Kapitän vorwirft, die Mannschaft wegen seines Ehrgeizes in Gefahr zu bringen. Als das Schiff wegen einer Flaute längere Zeit festliegt, sucht sich die abergläubische Mannschaft einen Offizier als Sündenbock aus. Der junge Mann wird in den Selbstmord getrieben. Wie zum Hohn kommt am nächsten Tag Wind auf. Ein Marineoffizier schießt versehentlich auf Maturin. Um nicht das Leben seines schwer verwundeten Freundes aufs Spiel zu setzen, bricht Aubrey die Verfolgung der Acheron ab. Man geht auf einer Galapagosinsel an Land. Maturin operiert sich selbst und hat während der Erholungszeit endlich die Gelegenheit, seiner Passion nachzugehen. Zusammen mit zwei Helfern erkundet er die Insel, immer auf der Suche nach einer bislang unbekannten flugunfähigen Kormoranart. Dabei entdeckt er die in einer Bucht derselben Insel ankernde Acheron. Maturin eilt zurück zur Surprise, um Aubrey zu informieren.

Aubrey nutzt Maturins Erkenntnisse über Mimikry im Tierreich, um die Acheron in eine Falle zu locken. Die Surprise wird als Walfänger getarnt und stellt danach eine vermeintlich leichte Beute für den Kaperfahrer dar. Wie erwartet geht die Acheron längsseits. Somit hat Aubrey nicht nur das Überraschungsmoment auf seiner Seite; die Surprise ist außerdem so nahe am gegnerischen Schiff, dass die Geschütze endlich mit Erfolg eingesetzt werden können. Aubrey führt seine Männer persönlich in den Nahkampf und erringt den Sieg, verliert dabei aber viele gute Leute. Im Bordlazarett wird ihm der seinen Wunden erlegene französische Kapitän präsentiert. Der Schiffsarzt überreicht ihm dessen Säbel. Sobald die nötigsten Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, erhält einer von Aubreys Leutants den Auftrag, die Acheron nach Valparaiso zu bringen. Die Surprise soll bei den Galapagosinseln bleiben. Doch aus den von Maturin erhofften weiteren Forschungsreisen wird wieder nichts. Als Aubrey den französischen Schiffsarzt erwähnt, erklärt Maturin, der Mann sei schon vor Monaten gestorben. Aubrey wurde getäuscht - der angebliche Arzt war der feindliche Kapitän! Umgehend nimmt die Surprise wieder die Verfolgung auf...


Kringels Meinung

Das Genre der Seefahrerfilme hat lange Zeit brach gelegen. Es wurde nach meinen Beobachtungen erst durch Fluch der Karibik wiederbelebt. Ungefähr ein halbes Jahr nach "Fluch der Karibik" kam "Master and Commander" in die Kinos, hatte aber nicht annähernd denselben Erfolg. Ich frage mich, was wohl gewesen wäre, wenn "Master and Commander" zuerst veröffentlicht worden wäre, denn ich hege die Vermutung, dass das Publikum erwartet hat, ein ähnlich turbulentes und fröhliches Piratenabenteuer geboten zu bekommen wie bei Captain Jack Sparrows Kinodebüt. Das ist nicht der Fall und vielleicht war das der Grund für das vergleichsweise schlechte Abschneiden von "Master and Commander" an den Kinokassen. Ich will nicht so weit gehen zu behaupten, "Master and Commander" sei der bessere Film. Das wäre Unsinn, denn es hieße, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die beiden Filme verfolgen völlig verschiedene Ansätze. "Fluch der Karibik" ist im Grunde kunterbunte Fantasy. "Master and Commander" dagegen ist ein Historienfilm, bei dem die Action nicht im Mittelpunkt steht. Das soll nicht heißen, dass hier keine spektakulären Seeschlachten geboten werden würden. Ganz im Gegenteil! Es kommt zwar nur zweimal zum großen Schlagabtausch zwischen Surprise und Acheron, aber diese Szenen haben es wirklich in sich.

Peter Weirs Epos ist zweifellos der realistischere Film. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, jemals eine überzeugendere Darstellung des Bordlebens in der britischen Kriegsmarine Beginn des 19. Jahrhunderts gesehen zu haben. Alles wirkt bis ins kleinste Detail hinein authentisch, und so sehen wir, unter welch erbärmlichen Bedingungen die Besatzung (die einfachen Seeleute mehr als die Offiziere) ihr entbehrungsreiches und selbst ohne Feindbeschuss oft lebensgefährliches Dasein fristen musste. Auch der furchtbare Aberglaube der Seeleute wird nicht ausgeklammert. Das bedeutet allerdings auch, dass über weite Strecken hinweg relativ wenig passiert - dass der Film in diesen Abschnitten nicht langweilig wird, ist zu einem nicht unerheblichen Teil dem interessanten Gegensatz in den Persönlichkeiten Aubreys und Maturins zu verdanken. Das hässliche Gesicht des Krieges wird ebenfalls gezeigt. Während in "Fluch der Karibik" gefühlt pausenlos gefochten und geschossen, aber selten wirklich gestorben wird (Kunststück: Barbossas Leute sind ja untot), liegen in "Master and Commander" nach dem kurzen Austausch von Breitseiten Leichen und Verstümmelte in ihrem Blut, der Schiffsarzt hat alle Hände voll zu tun, wobei er auf aus heutiger Sicht barbarische Methoden zurückgreifen muss...

"Master and Commander" ist ein Film aus einem Guss mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen, wunderbarer Ausstattung und wohldosierter Action. Als Historiendrama ein echter Geniestreich, als leichte Unterhaltung aber nicht unbedingt geeignet.


Blu-ray-Features

Die nicht verwendeten Szenen bestehen zu einem großen Teil aus Aufnahmen eines von A nach B fahrenden Schiffes oder von Vorbeiflügen der Kamera. Es wird aber auch mehr vom alltäglichen Leben der Offiziere und Mannschaften gezeigt. Unter anderem bringt Maturin einem Seemann, der von Billy Boyd gespielt wird, das Lesen bei, ein Ziegenrennen wird veranstaltet, Aubrey badet im Meer und begutachtet gleichzeitig den Rumpf des Schiffes. Außerdem gibt es eine Szene, in der Walgesänge zu hören sind. Die Seeleute können sich nicht erklären, was das für Geräusche sind und reagieren mit abergläubischem Gerede. Die Szenen sind für den Film wirklich nicht wichtig, letztere hätte ihm sogar geschadet. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass Walgesänge so unbekannt gewesen sein sollen, wie es hier dargestellt wird.

Während des Films können Textinformationen eingeblendet werden. Sie beziehen sich nicht nur auf den geschichtlichen Hintergrund, sondern auch auf die Entstehung des Films. Ein weiteres gar nicht so uninteressantes Feature ist die Inhaltssuche. Man kann alphabetisch sortierte Stichworte auswählen und bekommt dann angezeigt, an welcher Stelle des Films etwas davon vorkommt. Man kann dann direkt zu dieser Stelle springen.


J. Kreis, 18.06.2015




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