Mad Max


Mad Max (Australien, 1979)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 93 Minuten

Extras:
- USA-Kinotrailer

Regie:
George Miller

Hauptdarsteller:
Mel Gibson (Max Rockatansky)
Joanne Samuel (Jessie Rockatansky)
Steve Bisley (Jim Rains - "Goose")
Hugh Keays-Byrne (Toecutter)
Tim Burns (Johnny)
Vincent Gil (Crawford Montazano - "Nightrider")
Roger Ward (Fred Macaffee)




Story

In naher Zukunft führen die motorisierten Polizisten der Main Force Patrol (MFP) Krieg gegen Motorradbanden, die das Land marodierend durchstreifen. Dabei gehen die Cops nicht minder brutal vor als ihre Widersacher. Max Rockatansky, einer der besten Fahrer der MFP, begreift allmählich, dass ihm das zu gut gefällt. Die rücksichtslosen Verfolgungsjagden und das Töten von Verbrechern beginnen ihm Spaß zu machen. Deshalb spielt er mit dem Gedanken, den Polizeidienst zu quittieren. Eines Tages bricht der Nightrider, Mitglied einer besonders gewalttätigen Gang, aus dem Gefängnis aus, tötet einen MFP-Neuling und flieht mit seiner Freundin in einem gestohlenen Polizeifahrzeug. Nachdem zwei Teams bei der Verfolgungsjagd ihre Autos zu Schrott gefahren haben, greift Max ein. Beim Duell der Boliden zeigt Max bessere Nervenstärke. Der Nightrider rast in ein anderes Fahrzeug und stirbt. Damit hat sich Max die Gang des Nightriders zum Feind gemacht. Unter der Führung eines Mannes namens Toecutter machen sich die durchgedrehten Motorradfahrer auf die Suche nach dem "Mörder" ihres Freundes, um den Tod des Nightriders zu rächen.

Die Gang nistet sich in der Stadt ein. Nachdem sie den eingesargten Nightrider abgeholt haben, verbreiten Toecutters Leute im Umland Angst und Schrecken. Max und sein Kollege Jim Rains, genannt "Goose", verhaften einen jungen Mann aus Toecutters Gang, der nach einer Vergewaltigung allein am Tatort zurückgeblieben ist. Da niemand gegen Johnny auszusagen wagt, muss er schon bald wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Goose ist außer sich vor Zorn und gerät nun ebenfalls in den Fokus der Gang. Sein Motorrad wird sabotiert. Nachdem er bei einer Patrouillenfahrt gestürzt ist, gerät er in einen Hinterhalt und wird in einem Auto eingeklemmt. Toecutter zwingt den sich sträubenden Johnny, das auslaufende Benzin in Brand zu setzen. Goose überlebt, wird aber bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Angesichts der entstellten Überreste seines Freundes beschließt Max, die MFP-Uniform an den Nagel zu hängen. Damit ist Polizeichef Macaffee nicht einverstanden. Er meint, die desillusionierten Menschen bräuchten Helden wie Max. Deshalb schickt er ihn in einen längeren Urlaub.

Max macht eine Reise mit seiner Frau Jessie und seinem Sohn Sprog. Nach einigen glücklichen Tagen läuft Jessie zufällig der Gang über den Weg und wird bedroht. Durch einen Tritt in Toecutters empfindlichstes Körperteil verschafft sich Jessie Zeit zur Flucht. Doch durch diese Begegnung kommt Toecutter endlich auf die Spur des Mannes, der den Nightrider getötet hat. Max und Jessie fahren zur Farm einer alten Freundin namens May. Dort wähnen sie sich in Sicherheit. Doch Toecutter und seine Schergen konnten ihren folgen. Max und Jessie werden getrennt. Zwar gelingt es May, Toecutters Männer vorübergehend mit vorgehaltener Schrotflinte in Schach zu halten, doch als sie und Jessie sowie der kleine Sprog fliehen, bleibt ihr Auto mit Kühlerschaden liegen. May kann die Motorradgang nun nicht mehr aufhalten. Jessie und Sprog werden überfahren. Das Baby stirbt später im Krankenhaus, Jessie überlebt nicht viel länger.

Max ist nun nicht mehr ganz bei Sinnen und kennt nur noch ein Ziel: Rache. Am Steuer seines 600 PS starken umgebauten Ford Falcon XB GT Coupe mit V8-Supercharger-Motor hetzt er alle Gangmitglieder in den Tod. Dabei wird er selbst schwer verwundet; aber selbst ein Knieschuss und ein gebrochener Arm können ihn nicht aufhalten. Toecutter findet sein Ende unter den Rädern eines LKW. Max fesselt Johnny, das letzte überlebende Gangmitglied, mit Handschellen an ein verunfalltes Auto, dessen Benzin ausläuft und bald in Brand geraten wird. Max drückt dem Jungen eine Säge in die Hand. Die Stahlkette wird Johnny damit nicht schnell genug durchtrennen können, wohl aber den Knöchel, an dem die Handschellen sitzen. Kurz nachdem Max davongefahren ist, explodiert das Auto. Ziellos fährt Max ins Ungewisse.


Kringels Meinung

"Mad Max" bildet den Auftakt einer inzwischen vier Filme umfassenden Reihe. Ich muss gestehen, dass mir dieser erste Teil nie sonderlich gut gefallen hat, was zumindest teilweise daran liegen dürfte, dass ich den Film im Gegensatz zum zweiten Teil nicht als Teenager gesehen habe, so dass mir die Schwächen deutlicher aufgefallen sind. Zudem fehlt die Endzeitstimmung, die mich an der Fortsetzung auch heute noch fasziniert, im ersten Teil fast völlig. Somit fällt der für mich interessanteste Aspekt der Geschichte komplett weg. Gut, es sind marodierende Motorradbanden unterwegs, aber ansonsten wirkt im Grunde alles ganz normal. Natur und Gesellschaft scheinen noch weitestgehend intakt zu sein. Zumindest sieht man so gut wie nichts davon, dass die öffentliche Ordnung zusammengebrochen ist. Das Zuhause der Familie Rockatansky und Mays Farm wirken sogar richtig idyllisch. Die Handlung spielt sich ja zum größten Teil auf den Highways ab, und selbst entlang der Straßen gibt's viel Grün. Eine Ausnahme sind die Halls of Justice, also die Basis der MFP. Die Gebäude sind ziemlich heruntergekommen und verfallen. Damit soll vermutlich der Niedergang der Zivilisation angedeutet werden. Verfolgungsjagden mit PS-Monstern und Motorrädern sind vorhanden, aber auch hier wirkt alles noch vergleichsweise "normal". Abgesehen von einzelnen Details bei den Kostümen der Motorradgang ist noch nichts vom Mad-Max-typischen Barbarenlook zu sehen. Im Grunde ist "Mad Max" nichts anderes als ein Rachewestern - nur mit Autos anstelle von Pferden.

Leider ist der Film nicht besonders spannend. Besagte Verfolgungsjagden sind entweder zu sehr in die Länge gezogen oder zu kurz. Jedenfalls wird Max' Rachefeldzug sehr schnell im letzten Viertel abgehandelt, er dauert kaum länger als die Verfolgung des Nightriders! Besonders originell sind die Straßenkämpfe ohnehin nicht geraten. Der lange Mittelteil mit der Ankunft von Toecutters Gang bis hin zum Urlaub der Familie Rockatansky wirkt irgendwie ziellos, zerfahren ... da musste ich mich fast zwingen, nicht die Vorspul-Taste zu betätigen! Hinzu kommt, dass sich manche Figuren aus keinem erkennbaren Grund ziemlich merkwürdig verhalten. Seien es Toecutter und seine Spießgesellen, deren schiere Verrücktheit nie erklärt wird und nur die Funktion zu haben scheint, diese Typen als verachtenswerte Widerlinge darzustellen, oder "Goose", dessen gewalttätiger Ausbruch bei Johnnys Freilassung mir vollkommen unmotiviert vorkommt, oder auch Max, dessen innere Zerrissenheit nur angedeutet, aber nie ausgearbeitet wird. Wenigstens ist seine Wandlung vom Cop zum einsamen Rächer glaubwürdig. Obendrauf dann noch die größtenteils missratene deutsche Synchronisation, die das an sich schon nervtötende Gekreisch des Nightriders und verschiedener Gangmitglieder restlos unerträglich werden lässt ...

Nö, in "Mad Max" ist praktisch nichts von den Qualitäten zu finden, die den zweiten Teil für mich zu einem unvergesslichen Klassiker machen. Der Film war übrigens bis März 2015 indiziert, nach Neuprüfung wurde er ab 16 Jahren freigegeben. Das ist völlig in Ordnung, denn die Gewaltdarstellung ist zumindest aus heutiger Sicht geradezu harmlos.


Blu-ray-Features

Bonusmaterial ist leider nicht vorhanden. Erwähnenswert ist allenfalls, dass es sich bei der englischsprachigen Version um das Original handelt, also nicht um die zur Auswertung in den USA neu erstellte Fassung. Somit darf man sich über Dialoge in australischem Englisch freuen!


J. Kreis, 23.12.2015




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