Machete


Machete (USA, 2010)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 105 Minuten

Extras
- Entfallene Szenen (11:39 Min.)
- Zuschauer-Reaktionen

Regie:
Ethan Maniquis, Robert Rodriguez

Hauptdarsteller:
Danny Trejo (Machete Cortez)
Jessica Alba (Sartana Rivera)
Michelle Rodriguez (Luz / Shé)
Jeff Fahey (Michael Booth)
Robert De Niro (John McLaughlin)
Steven Seagal (Rogelio Torrez)
Cheech Marin (Padre Cortez)
Don Johnson (Von Jackson)




Inhalt:

Der mexikanische Bundesbeamte Machete Cortez tappt bei einem Einsatz gegen seinen ehemaligen Kollegen, den Drogenbaron Rogelio Torrez, in eine Falle. Torrez köpft Machetes Frau vor dessen Augen und ermordet später seine Tochter. Auch Machete soll getötet werden, kann aber entkommen. Drei Jahre später sucht Machete als illegaler Einwanderer in Texas Arbeit. Dabei wird er von Sartana Rivera beobachtet, einer jungen Beamtin der Zoll- und Einwanderungsbehörde. Sie ist auf der Spur eines Netzwerks, das es Mexikanern ermöglicht, die Grenze zu überqueren und in den USA Fuß zu fassen. Sartana verdächtigt Luz, Inhaberin einer Taco-Bude, mit dem Netzwerk-Oberhaupt "Shé" identisch zu sein. Auch der zwielichtige Geschäftsmann Michael Booth wird auf Machete aufmerksam. Er bietet ihm 150.000 Dollar für die Ermordung des Senators John McLaughlin, der die Abschiebung aller illegal eingewanderten Mexikaner und die Errichtung eines neuen Grenzzauns bewirken will. Booth braucht die Einwanderer jedoch angeblich als billige Arbeitskräfte. Machete kann sich nicht weigern, da Booth ihn bedroht. Doch er wird erneut betrogen. Einer von Booths Killern schießt McLaughlin an und feuert auf Machete - das Attentat ist nur inszeniert und soll dem Senator die verloren gegangene Wählersympathie zurückbringen. Booth ist in Wahrheit McLaughlins Berater. Machete wäre als illegaler Einwanderer der perfekte Sündenbock gewesen. Er kann jedoch fliehen. Luz und andere Angehörige des Mexikaner-Netzwerks unterstützen ihn.

Nachdem er einige von Booths Killern ausgeschaltet hat, die ihm auf den Fersen waren, verbündet sich Machete mit Sartana. Er findet Zuflucht bei seinem Bruder, der inzwischen zum Kirchenmann geworden ist. Der Padre weiß so einiges über Booth, der regelmäßig bei ihm zur Beichte geht. Machete dringt in Booths Anwesen ein, verführt und kidnappt dessen Frau und Tochter, und nimmt Unterlagen über Booths schmutzige Machenschaften mit. Diese sichtet er zusammen mit Sartana. Die beiden erfahren, dass McLaughlin, Booth und Torrez unter einer Decke stecken. Mit dem neuen Grenzzaun wollen sie in Wahrheit die Einfuhr von Drogen aus Mexiko erschweren und dadurch die Preise in die Höhe treiben. Nur Torrez kennt die Schwachstellen im Zaun und soll seine Komplizen exclusiv beliefern. Ein gewisser Von Jackson, Chef einer Bürgerwehr, die brutal Jagd auf illegale Einwanderer macht, spielt ebenfalls eine Rolle in dieser Intrige, ist aber über die wahren Zusammenhänge nicht im Bilde. Machetes Bruder wird von Booth in seiner eigenen Kirche gekreuzigt. Booth ahnt nicht, dass diese Tat von Überwachungskameras aufgezeichnet wird. Von Jackson stattet Luz einen Besuch ab und streckt sie mit einem Schuss ins Auge nieder.

Da es den von Booth angeheuerten Killern nicht gelungen ist, Machete zu beseitigen, greift Torrez persönlich ein. Sartana übergibt das brisante Material der Presse, da ihr Vorgesetzter die Sache vertuschen will. Als die Wahrheit ans Licht kommt, erschießt der Senator Booth und flieht zum Basislager der Bürgerwehr. Von Johnson fühlt sich jedoch betrogen und will McLaughlin hinrichten. Machete trommelt den harten Kern des Netzwerks zusammen, um die Bürgerwehr anzugreifen. Die bisher so gesetzestreue Sartana schließt sich den Mexikanern an. April Booth, die den Tod ihres Vaters rächen will, trifft im Lager ein, als die Schlacht schon im vollen Gange ist. Luz taucht auf, als Machete in Bedrängnis gerät, und rettet ihn. Sie hat überlebt, ist jetzt jedoch einäugig. Sie erschießt den fliehenden Jackson. Machete tötet Torrez im Zweikampf. Um seinen Hals zu retten, verkleidet sich McLaughlin als Mexikaner. Er kann sich absetzen, stirbt aber wenig später im Stacheldraht des elektrischen Grenzzauns, durchlöchert von den Kugeln der Bürgerwehr. Sartana besorgt legale Papiere für Machete, doch er braucht sie nicht mehr. Er fährt mit seinem Chopper ins Ungewisse - begleitet von Sartana, die sich in ihn verliebt hat.

Der Film:

Die Entstehungsgeschichte dieses Films ist schon kurios. Es ist zwar normal, dass schon lange vor dem Kinostart Werbung für einen Film gemacht wird - aber in diesem Fall gab es den "Machete"-Trailer zu einem Zeitpunkt, als die Produktion des Films noch gar nicht vorgesehen war. Der "Machete"-Trailer ist Bestandteil des Films Planet Terror; er läuft direkt vor dem Hauptfilm. Angeblich erfreute sich dieser Fake-Trailer derart großer Beliebtheit, dass sich Regisseur Robert Rordriguez schließlich entschloss, "Machete" doch noch zu drehen. Genau wie "Planet Terror" beginnt auch "Machete" mit einer Eröffnungssequenz, bei der das Filmmaterial mit voller Absicht so aussieht, als enthalte es massenweise Verschmutzungen, Beschädigungen usw. - man soll den Eindruck erhalten, man befinde sich im Kino und bekäme einen alten Film vorgeführt. Also keine Panik: Euer Player ist nicht kaputt. Das Bild soll so aussehen!

Leider ist "Machete" nicht ganz so unterhaltsam und ideenreich wie "Planet Terror" - vielleicht ist der Film trotz aller Überzeichnung und Übertreibung noch nicht verrückt genug. Ein paar Längen lassen sich außerdem nicht leugnen. An den Schauspielern kann's aber nicht liegen. Danny Trejo muss sich natürlich nicht besonders anstrengen, um den ultracoolen, unverwüstlichen Einzelgänger zu verkörpern, der immer einen trockenen Oneliner auf den Lippen, eine Machete in der Hand und ein barbusiges Mädel (oder zwei) im Arm hat. Er muss nur mit stoisch-grimmigem Gesichtsausdruck durch die Gegend stapfen und verströmt schon allein aufgrund seines Aussehens mehr Charisma und Testosteron als Schwarzenegger und Stallone zusammen! Alte Actionfilm-Ikonen wie Steven Seagal glänzen mit selbstironischen Auftritten, aber auch Schauspieler jüngeren Semesters wie Michelle Rodriguez wissen zu gefallen. Don Johnson überzeugt als fieser mörderischer Rassist und Robert De Niro ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Lindsay Lohan und Tom Savini, die in Nebenrollen mitspielen, habe ich in obiger Auflistung gar nicht erwähnt.

Die Gewaltdarstellung hat es wirklich in sich. Da werden reihenweise Köpfe abgeschlagen und Leiber aufgeschlitzt, ein Darm wird als Hilfsmittel für den Sprung aus dem Fenster zweckentfremdet... ist das jetzt Gewaltverherrlichung oder Persiflage? Ich kann es nicht beurteilen. Rodriguez pfeift auf jegliche political correctness, was ich sehr sympathisch finde. Und so wird in diesem Film hemmungslos gesoffen und gequalmt, es werden alle nur denkbaren Klischees verwurstet und böse Sprüche am laufenden Band geklopft. Erstaunlich, wie Rodriguez bei alldem doch irgendwie immer wieder die Kurve kriegt und gesellschaftskritisch wird, ohne die Moralkeule zu schwingen. "Machete" ist ein mit Zitaten und Anspielungen vollgestopfter, bewusst und gewollt trashiger, schwarzhumoriger Riesenspaß - aber nur, wenn man mit den Exploitationfilmen der Siebziger- und Achtzigerjahre aufgewachsen ist. Sonst wird man "Machete" nicht richtig würdigen können und man wird nicht erkennen, dass man es mit einer ironischen Hommage an dieses Subgenre zu tun hat. Wenn auch nicht mit einer Parodie.

Blu-ray-Features:

Einige der elf nicht verwendeten Szenen sind gar nicht mal so uninteressant, denn sie enthalten einen kompletten Handlungsstrang: Sartana hätte eine nymphomanisch veranlagte Zwillingsschwester gehabt, die einer von Booth beauftragten Killerin namens Boots McCoy zum Opfer gefallen wäre. Eine tragische Verwechslung, die vermutlich bei Sartanas Stimmungsumschwung eine Rolle hätte spielen sollen. Die Killerin, dargestellt von Rose McGowan, kommt im endgültigen Film ebenfalls nicht vor. Außerdem gibt es eine nicht verwendete Szene mit dem Tod des von Tom Savini gespielten Killers Osiris Ampanpour in Machetes Chop Shop.

Als weiteres Bonusmaterial ist eine Tonspur vorhanden, auf der Publikumsreaktionen zu hören sind. Erwartungsgemäß wird gegrölt und geklatscht, wenn Machete seine Gegner schnetzelt. Ein eher sinnloses Feature, den Kinobesuch mit Freunden ersetzt es sowieso nicht.


J. Kreis, 19.07.2011




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