Louis de Funes Collection 2

Louis das Schlitzohr


Louis, das Schlitzohr (F/I, 1965)
- Le Corniaud -

DVD Regionalcode 2, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 106 Minuten

Extras
- Fotogalerie
- Kinoaushangsatz
- Trailer
- Werberatschlag

Regie:
Gerard Oury

Hauptdarsteller:
Louis de Funes (Leopold Saroyan)
Bourvil (Antoine Marechal)
Beba Loncar (Ursula Langberg-Schaussenberger - "Blondie")
Venantino Venantini (Souris - "Der Stotterer")




Inhalt:

Antoine Marechal möchte mit seiner alten Ente Urlaub in Italien machen, doch die Fahrt endet schon in Paris, als das Auto bei einer Karambolage buchstäblich in seine Einzelteile zerlegt wird. Unfallgegner ist der Industrielle Leopold Saroyan, der sich zunächst nicht weiter um die Sache kümmert, am nächsten Tag aber scheinbar Reue zeigt und Marechal zu sich einlädt. Saroyan hat Marechal ein interessantes Angebot zu machen. Angeblich wird in Neapel demnächst ein Cadillac angeliefert, mit dem ein amerikanischer Freund Saroyans eine Europa-Rundreise hätte machen wollen. Aus familiären Gründen habe besagter Freund die Reise absagen müssen, aber der Straßenkreuzer sei bereits unterwegs nach Italien. Marechal soll das gute Stück nun nach Frankreich überführen - quasi als Entschädigung für den entgangenen Urlaub.

Marechal stimmt begeistert zu und reist auf Kosten Saroyans nach Neapel, wo er den Cadillac entgegennimmt. Schon bei der Abfahrt gibt es Probleme: Marechal demoliert die Stoßstangen. Er lässt sie in einer Autowerkstatt ersetzen - schließlich kann er nicht wissen, dass Saroyan zu einer Gangsterbande gehört und heiße Ware in dem Auto versteckt hat. Der grundehrliche Naivling ist somit der ideale Kurier. In den Kotflügeln ist massenweise Kokain untergebracht, in der Batterie wurden diverse Brillanten versteckt, die Stoßstangen (die jetzt in den Händen des glücklichen Werkstattbesitzers zurückbleiben, wovon Saroyan nichts erfährt) bestehen aus purem verchromtem Gold und die Hupe dient als Versteck für den You-Koun-Koun, den größten Diamanten der Welt. Um sicherzugehen, dass der Schmuggeltransport reibungslos verläuft, folgt Saroyan seinem ahnungslosen Helfershelfer insgeheim mit zwei Komplizen. Saroyan wiederum ahnt nicht, dass er selbst von den Gangstern des "Stotterers" verfolgt wird, die den von Saroyan selbst unterzeichneten Plan des Cadillac gestohlen haben und sich das wertvolle Gut unter den Nagel reißen wollen.

Auf der Reise erlebt Marechal, stets beobachtet von den Gangstergruppen, verschiedene Abenteuer. Es gelingt dem Stotterer, sich des Autos vorübergehend zu bemächtigen, aber Saroyan erobert es zurück. Dabei wird aber die Karosserie durchlöchert, so dass nach den Stoßstangen auch noch der Koks verloren geht. Bei einem Zwischenstopp verliebt sich Marechal in die Hotelangestellte Gina, die er mitnimmt und deren eifersüchtiger sizilianischer Verlobter den Cadillac daraufhin ebenfalls verfolgt. Nachdem Gina zu ihrem Sizilianer zurückgekehrt ist, nimmt die Anhalterin Ursula Langberg-Schaussenberger (genannt "Blondie") ihren Platz im Cadillac ein. Bei einem weiteren Zwischenstopp auf einem Campingplatz schmeichelt sich der Stotterer bei Blondie ein und macht die Reise im Cadillac mit. Er will Marechal beseitigen, aber Saroyan warnt Blondie telefonisch. So wird Marechal gerettet. Dabei geht allerdings die Batterie mit den Edelsteinen im Meer verloren. Inzwischen hat auch die Polizei Wind von der Sache bekommen, so dass ein Empfangskomittee schon an der Grenze bereitsteht.

Nach dem problemlosen Grenzübertritt (bis auf den You-Koun-Koun ist schließlich nichts mehr im Cadillac versteckt) begreift Marechal endlich, was die Stunde geschlagen hat. Er lockt Saroyan nach Carcassonne. Dort hat er gute Freunde bei der Polizei. So können alle Gangster dingfest gemacht werden, aber auch Marechal wird festgenommen, obwohl Saroyan ihn entlastet. Immerhin darf er womöglich auf Finderlohn hoffen, denn er entdeckt zu guter Letzt doch noch das Versteck des Riesendiamanten.

Der Film:

Von diesem Film gibt es zwei deutsche Synchronfassungen mit verschiedenen Stimmen für Louis de Funes. Beide liegen auf dieser DVD vor. Die Version von 1965 wird von Anton Reimer gesprochen - und das ist einfach nicht die "richtige" Stimme. Louis de Funes wirkt viel zu bieder, fast langweilig. Der einzig wahre deutsche Sprecher ist Gerd Martienzen, von dem die Synchronfassung aus dem Jahre 1976 stammt. Diese Neusynchronisation ist viel schnodderiger und enthält unzählige witzige Sprüche, die in der älteren deutschen Fassung fehlen. Witzig übrigens: In der französischen Originalversion ist "Blondie" eine Deutsche, allerdings spricht die Schauspielerin mit sehr starkem Akzent (laut Wikipedia stammt die Dame aus Belgrad). In einer Szene versucht sich Saroyan in einem französisch-deutsch-englischen Kauderwelsch via Autotelefon mit ihr zu verständigen. Dieser Gag geht in der deutschen Synchronisation natürlich völlig unter.

Normalerweise ist Louis de Funes zentraler Bestandteil seiner Filme, alle anderen Schauspieler haben mehr oder weniger nur Nebenrollen. Auch in "Louis, das Schlitzohr" zieht er natürlich seine gewohnte Ein-Mann-Show ab. Aber diesmal steht Bourvil (ein Pseudonym Andre Zacharie Raimbourgs, eines seinerzeit in Frankreich sehr populären Schauspielers und Komikers) fast mehr im Mittelpunkt als er. Bourvils Naivität ist für meinen Geschmack ein wenig zu dick aufgetragen. Abgesehen von den unvermeidlichen Szenen mit Louis de Funes als Choleriker gibt es auch in diesem Film diverse herrlich absurde Momente, die zwar ziemlich sinnlos, aber urkomisch sind. Zum Beispiel die Sache mit der Dusche auf dem Campingplatz. Da steht Saroyan neben einem Bodybuilder, der seine Muskeln spielen lässt. Saroyan versucht ihn nachzuahmen - mit zweifelhaftem Ergebnis... Ansonsten ist "Louis das Schlitzohr" ein typischer Road-Movie, etwas episodenhaft, aber durchaus unterhaltsam - nicht zuletzt auch wegen der schönen Landschaftsaufnahmen.

DVD-Features:

Der Film wurde zusammen mit Die Abenteuer des Rabbi Jacob und Louis, der Geizkragen in der Louis de Funes-Collection 2 veröffentlicht. Die drei Digipacks stecken in einem Pappschuber.

Abgesehen von den erwähnten Synchronfassungen (und natürlich der französischen Originalversion) hat die DVD leider nur wenig zu bieten: Bildergalerien mit Szenenfotos und Kinoaushangsätzen, den deutschen und französischen Trailer sowie ein fünfseitiges PDF-Dokument mit Tipps für die Werbekampagne der damaligen Zeit in Deutschland. Immerhin darf man sich über eine für einen Film diesen Alters recht gute Bild- und Tonqualität freuen.


Screenshots


Louis das Schlitzohr

Totalschaden? Ach was! Wer geschickt ist, setzt das wieder zusammen!


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Ein genialer Plan - der muss einfach schiefgehen!


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Da schwebt es ein, das gute Stück: Ein Cadillac mit brisantem Inhalt.


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Mit dem Rasiermesser des Verlobten an der Kehle ist ein Flirt eine riskante Sache...


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Marechal und "Blondie".


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Louis das Schlitzohr

Saroyan zieht andere Saiten auf!


J. Kreis, 17.11.2010




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