Louis de Funes Collection 1

Die große Sause


Die große Sause (F, 1966)
- La grande Vadrouille -

DVD Regionalcode 2, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 120 Minuten

Extras
- Fotogalerie
- Kinoaushangsatz
- Werberatschlag
- Trailer

Regie:
Gerard Oury

Hauptdarsteller:
Louis de Funes (Stanislas LeFort)
Bourvil (Augustin Bouvet)
Terry-Thomas (Sir Reginald Brook)
Claudio Brook (Peter Cunningham)
Mike Marshall (Alan MacIntosh)
Marie Dubois (Juliette)
Andrea Parisy (Schwester Marie-Odile)
Benno Sterzenbach (Major Achbach)




Inhalt:

Der Zweite Weltkrieg tobt, Frankreich wurde von den Deutschen besetzt. Im Jahre 1942 gerät ein britischer Bomber beim Rückflug von Frankreich nach England auf falschen Kurs und wird über Paris abgeschossen. Die Besatzung springt mit Fallschirmen ab und wird dabei getrennt. Zuvor wurde das Türkische Bad als Treffpunkt vereinbart. Zunächst einmal müssen die Briten der deutschen Besatzungsmacht entgehen. Sir Reginald Brook, Kommandant des Bombers, landet im Zoo und macht sich allein auf den Weg ins Bad. Peter Cunningham erhält Hilfe von dem Malermeister Bouvet, wird aber auf der Flucht verwundet. Die beiden verstecken sich bei der schönen Juliette, deren Vater ebenfalls eingeweiht wird. Alan MacIntosh landet auf dem Dach der Oper und findet beim Stardirigenten Stanislas LeFort Unterschlupf. Nachdem sich Bouvet, LeFort und Brook im Bad gefunden haben, muss nur noch MacIntosh aus der Oper geschmuggelt werden. Die Sache gestaltet sich schwierig, denn Wehrmachts-Major Achbach hat Verdacht geschöpft, außerdem planen Widerstandskämpfer ein Attentat bei einem von LeFort geleiteten Konzert. In gestohlenen Wehrmachtsuniformen nehmen Bouvet und Brook am Konzert teil. In dem nach dem Anschlag ausbrechenden Chaos gelingt es ihnen, LeFort und MacIntosh zu befreien.

Die Briten sollen nun per Zug in die freie, unbesetzte Zone Frankreichs fahren, um von dort aus nach Hause zurückzukehren. Allerdings schaffen es nur der verwundete Cunningham und Juliette rechtzeitig zum Zug. Während der Bahnfahrt wird Cunningham erkannt und verhaftet. Man bringt ihn nach Meursault in der Nähe der Demarkationslinie. Dort soll er von Achbach verhört werden, der umgehend anreist. Die anderen beiden Bruchpiloten werden von Bouvet und LeFort aus Paris herausgeschleust. Sie kidnappen den Laster der Ordensschwester Marie-Odile. Als sie erfährt, mit wem sie es zu tun hat, gewährt sie den beiden Briten Zuflucht im Klosterhospiz. Bouvet und LeFort fahren per Rad nach Meursault und quartieren sich ausgerechnet im selben Hotel wie Achbach ein. Auch Juliette ist dort bereits eingetroffen. In der Nacht kommt es wegen Irrtümern in der Zimmernummerierung beinahe zum Eklat, doch Achbachs Schlaf ist zum Glück ebenso tief wie sein Geschnarche laut ist.

Am nächsten Tag wollen Bouvet und LeFort, verkleidet als deutsche Patrouillengänger, nach Paris zurückkehren. Sie laufen jedoch einer echten Patrouille in die Arme und werden Achbach in der deutschen Ortskommandantur vorgeführt. Rettung naht in Gestalt von Brook und MacIntosh, die für Verwirrung sorgen, indem sie einen Brand legen und die Reifen aller Fahrzeuge zerstechen. Mit Schwester Marie-Odiles Fuhrwerk gelingt die Flucht. Achbach setzt mit zwei Halbkettenfahrzeugen und einem Fieseler Storch nach. Die sechs ungleichen Gefährten finden einen alten Hangar, in dem zwei flugtaugliche Segelflieger stehen. Sie bringen die beiden Flugzeuge in die Luft und entkommen in die freie Zone, begünstigt durch die mangelnde Treffsicherheit des deutschen MG-Schützen.

Der Film:

Dieser Film war jahrzehntelang die erfolgreichste französische Komödie, bis ihm dieser Rang durch Willkommen bei den Sch'tis abgelaufen wurde. Und es ist einer der ganz wenigen "großen" Louis-de-Funes-Filme, die ich bisher noch nicht kannte! Genau das, d.h. die Tatsache, dass ich den Film nicht schon als Kind gesehen habe, ist wahrscheinlich der Hauptgrund dafür, dass ich seinen Erfolg nicht nachvollziehen kann. Er ist zwar sehr aufwändig produziert, wurde an beeindruckenden Originalschauplätzen gedreht und hat durchaus seine witzigen Momente, aber irgendwie zündet der Funke diesmal bei mir nicht. Der Humor ist mir größtenteils zu platt, manche Gags werden (genauso wie die ganze Story) zu sehr in die Länge gezogen und Bourvil nervt mit seiner überbetonten naiv-tolpatschigen Art extrem. Dem gegenüber hat Louis de Funes viel zu wenig Gelegenheit, seine Paraderolle als egoistischer Choleriker auszuleben. Der historische Kontext wird verharmlost; die Deutschen werden als bekloppte Witzfiguren dargestellt, die nicht mehr zustande bringen, als permanent die Hacken zusammenzuschlagen und in der Gegend herumzubrüllen. Amüsant immerhin: Benno Sterzenbach, SF-Fans besser bekannt als General Wamsler aus Raumpatrouille Orion, darf hier sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen.

Was nur in der französischen Originalversion richtig zur Geltung kommt, ist das Spiel mit der Sprache. Die Franzosen, die britischen Bruchpiloten und die deutschen Besatzer sprechen meist in ihrer eigenen Sprache, was nicht nur für einige lustige Szenen, sondern auch für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt. Das geht in den deutschen Synchronversionen weitgehend verloren. "Versionen"? Genau - davon gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei (auf DVD sogar vier, mehr dazu weiter unten), und zwar mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die erste Version stammt aus dem Jahre 1967 und ist um mehr als 20 Minuten gekürzt worden. Die zweite aus dem Jahre 1974 ist immer noch sieben Minuten kürzer, allerdings sind diesmal z.T. andere Szenen der Schere zum Opfer gefallen. Sprecher für Louis de Funes ist in beiden Versionen seine bekannteste deutsche Stimme: Gerd Martienzen. Im Jahre 2009 wurde der Film in voller Länge neu synchronisiert, diesmal mit Michael Pan als Sprecher für Louis de Funes.

Übrigens: Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind fünf Briten aus dem Bomber abgesprungen. Weiß jemand, was aus den anderen beiden geworden ist?

DVD-Features:

Der Film wurde zusammen mit Fünf Glückspilze und Quietsch... Quietsch... Wer bohrt denn da nach Öl? in der Louis de Funes-Collection 1 veröffentlicht. Die drei Digipacks stecken in einem Pappschuber.

Die DVD hat leider nur wenig Bonusmaterial zu bieten: Bildergalerien mit Szenenfotos und Kinoaushangsätzen, den deutschen und französischen Trailer und ein PDF-Dokument mit Bildern und Texten, die seinerzeit für Werbezwecke benutzt werden konnten - das wär's eigentlich gewesen. Der Clou der DVD besteht aber darin, dass alle denkbaren Sprachversionen enthalten sind. Einmal natürlich das französische Original, außerdem die drei oben genannten Synchronversionen - und eine so genannte "Integrale Fassung". Die ist für all jene Fans gedacht, für die Gerd Martienzen der einzig wahre Louis-de-Funes-Synchronsprecher ist. Man hat einfach beide alten Synchronfassungen so zusammengeschnitten, dass der Film wieder seine volle Lauflänge hat. Nur eine einzige kurze Szene (Flucht durch die Abwasserkanäle) ist nicht synchronisiert, hier gibt's deutsche Untertitel. Der Zusammenschnitt ist zwar gelungen, führt aber zu dem seltsamen Phänomen, dass die Briten mal gut deutsch sprechen, dann aber wieder radebrechen oder nur ihre Muttersprache verwenden...


Screenshots


Die große Sause

Also, wir sind ungefähr... hm... genau hier.


Die große Sause

LeFort sucht einen Mann mit Bart. Stalin war aber nicht gemeint!


Die große Sause

Wenn Juliette so lieb guckt, wird Bouvet zum Helden wider Willen.


Die große Sause

LeFort und Bouvet als Feldgendarmen - perfekt getarnt!


Die große Sause

Schwester Marie-Odile kutschiert MacIntosh und Brook zur Ortskommandantur.


Die große Sause

Major Achbach freut sich zu früh - er hat seinem Schützen noch nicht in die Augen gesehen!


J. Kreis, 28.03.2011




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