Louis de Funes Collection 1

Fünf Glückspilze


Fünf Glückspilze (F, 1963)
- Les Veinards -

DVD Regionalcode 2 (s/w), Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 96 Minuten

Extras
- Fotogalerie
- Trailer

Regie:
Jean Girault, Phillipe de Broca, Jack Pinoteau

Hauptdarsteller:
Francois Perier (Jerome Boisselier in "Der Nerz")
Jacqueline Monsigny (Laura Boisselier in "Der Nerz")
Mireille Darc (Jacqueline in "Der Nerz")
Francis Blanche (Monsieur Bricheton in "Das Feinschmeckermenü")
Darry Cowl (Simon Taquet in "Der Filmstar")
Genevieve Cluny (Patricia Padigton in "Der Filmstar")
Pierre Doris (Sam Chips in "Der Filmstar")
Pierre Mondy (Henri Duchemin in "Die Jacht")
Jacqueline Maillan (Elisabeth Duchemin in "Die Jacht")
France Anglade (Corinne in "Die Jacht")
Philippe Nicaud (Philippe in "Die Jacht")
Louis de Funes (Antoine Beaurepaire in "Der Hauptgewinn")
Blanchette Bruno (Madame Beaurepaire in "Der Hauptgewinn")
France Rumilly (Danielle Beaurepaire in "Der Hauptgewinn")




Inhalt:

Der Film besteht aus fünf Episoden über Gewinner von Preisausschreiben, die glauben, das große Los gezogen zu haben. Doch das Glück erweist sich oft als trügerisch.

Der Nerz (Le Vison)
Der Architekt Jerome Boisselier und seine Frau Laura wundern sich über die seltsamen Fragen, die ihr Hausmädchen Jacqueline neuerdings stellt. Interessiert sie sich plötzlich für klassische Literatur und Kunst? Keineswegs - sie braucht die Antworten für ein Zeitungsquiz. Sie gewinnt einen Nerzmantel, den sie künftig nicht mehr ablegt. Sie trägt das gute Stück sogar bei der Arbeit, bis Laura der Kragen platzt. Wenig später werden die Boisseliers von den Flavignys zum Essen eingeladen. Jerome möchte bei diesen wichtigen Kunden Eindruck schinden, kann sich aber keinen teuren Pelzmantel für seine Frau leisten. Also muss sich Laura zähneknirschend bei Jacqueline entschuldigen. Da sie insgeheim für Jerome schwärmt, willigt Jacqueline ein und überlässt Laura den Nerz leihweise. Dummerweise hat Laura gar nichts passendes dazu anzuziehen! Da die Zeit drängt, nimmt Jerome kurzerhand Jacqueline mit ins Restaurant und stellt sie als seine Frau vor. Jacqueline nutzt die Gelegenheit, um ihrem Chef eins auszuwischen. Sie lädt das Ehepaar Flavigny in die Wohnung der Boisseliers ein. Dort muss Laura die Rolle des Dienstmädchens übernehmen. Prompt fängt Flavigny einen Flirt mit ihr an. Als Laura Jeromes Eifersucht bemerkt, sinkt sie versöhnt in seine Arme. Madame Flavigny ist nicht erfreut über die lockeren Sitten im Hause Boisselier und lässt den geplanten Handel platzen. Zu guter Letzt muss Jerome seiner Frau doch noch einen eigenen Pelzmantel kaufen.

Das Feinschmeckermenü (Le Repas Gastronomique)
Monsieur Bricheton gewinnt einen Festschmaus im Feinschmeckerlokal "Poularde doree". Wegen des Presserummels kommt er aber nicht dazu, auch nur ein einziges Salatblättchen zu verspeisen; die Teller werden sofort wieder abgeräumt, nachdem die Fotos geschossen sind. Anschließend lässt die Freundlichkeit der Wirte deutlich nach. Bricheton wird zu einem verliebten Pärchen an den Tisch gesetzt und kann sich auch dort nicht den Magen füllen, wird aber mit 850 Francs zur Kasse gebeten. Da er nur 600 dabei hat, verbringt er den restlichen Abend als Tellerwäscher in der Küche.

Der Filmstar (La Vedette)
Simon Taquet gewinnt eine Nacht mit dem Filmstar Patricia Padigton. Das Preisausschreiben wurde von Patricias Sponsor und Gönner Sam Chips zu wohltätigen Zwecken organisiert. Der Abend verläuft wegen der ständig präsenten Reporter nicht sehr romantisch. Taquet glaubt, er habe Patricia wirklich für sich gewonnen und will sie heiraten. Die Schöne ist zunächst entsetzt und flieht, verliebt sich dann aber doch in den hartnäckigen Charmeur. Dagegen hat Sam Chips zwar etwas einzuwenden, aber die von ihm selbst herbeigerufene Polizei hält ihn und die Reporter für Sittenstrolche. Nachdem alle verhaftet sind, haben Taquet und Patricia endlich ihre Ruhe.

Die Jacht (Le Yacht)
Henri und Elisabeth Duchemin gewinnen eine Jacht. Jeder der beiden glaubt, der andere wisse nichts davon, und dabei soll es auch bleiben. Insgeheim machen sich beide auf den Weg, um das gute Stück abzuholen. Unwissentlich quartieren sie sich im selben Hotel ein. Die Situation wird noch dadurch verschärft, dass Henri von seiner Geliebten Corinne begleitet wird, und dass Elisabeth Henris Sekretär Philippe mitnimmt, um bei ihm landen zu können. Corinne und Philippe, die sich nicht kennen, begegnen sich zufällig - es ist Liebe auf den ersten Blick. Nachdem sich Henri und Elisabeth im Hotel mehrmals nur knapp verfehlt haben, so dass sie immer noch ahnungslos sind, besichtigen beide die Jacht. Henri, der glaubt, Corinne vor sich zu haben, schließt Elisabeth in die Arme. Als sich die beiden erkennen, fallen sie vor Schreck ins Wasser.

Der Hauptgewinn (Gros Lot)
Antoine Beaurepaire gewinnt eine Million Francs in der Lotterie. Mit Frau und Tochter reist er nach Paris, um den Gewinn abzuholen. Die Million wird in Bar ausgezahlt und in einem Köfferchen verpackt, welches Antoine nun nicht mehr loslässt. Der Weg zur Bank, wo er das Geld einzahlen und sich nach Hause überweisen lassen will, wird für Antoine zum Alptraum. Überall sieht er potentielle Räuber und nie ist ein Taxi frei. Einen Teil des Geldes legt Antoine in Schmuck an, mit dem er die quengelnden Damen ruhigstellt. Sein Verfolgungswahn nimmt so groteske Züge an, dass man ihn schließlich für einen Räuber hält. Das Missverständnis wird auf der Polizeiwache geklärt. Der Stress ist zuviel für Antoine; er kann nicht mehr. Die freundlichen Polizisten geleiten ihn zum nächstgelegenen Geldinstitut. Dort zahlt er das Geld jedoch nicht einfach nur ein. Stattdessen lässt er sich zum Kauf dubioser Wertpapiere überreden.

Der Film:

Die fünf Episoden haben zwar ein gemeinsames Grundthema, sind aber ansonsten nicht miteinander verknüpft. Louis de Funes spielt nur in der letzten Episode mit. Die Kurzfilme sind durchaus amüsant und es kommen einige groteske Szenen vor, die fast schon pythonesken Charakter haben. Einiges muss, zumindest für die damalige Zeit, ziemlich frivol gewesen sein. Eindeutig zweideutige Anspielungen und ein paar schlüpfrige Bemerkungen sind sicher nicht nur der deutschen Synchronisation geschuldet. Witzig: France Rumilly, die Beaurepairs Tochter in "Der Hauptgewinn" spielt, hat Grimassen drauf, die selbst Louis de Funes nicht besser hinbekommen hätte.

Der Stil der einzelnen Episoden ist durchaus unterschiedlich. Während "Der Nerz" eine typische Beziehungs- und Verwechslungskomödie ist (herrlich: der geplagte Ehemann, dessen Frau Stunden braucht, um sich ausgehfein zu machen), handelt es sich bei "Das Feinschmeckermenü" um puren Slapstick. Hauptdarsteller Francis Blanche, ein seinerzeit in Frankreich beliebter Komiker, hat denn auch kaum Text. "Der Filmstar" beginnt ebenfalls mit einer recht langen Slapstick-Szene und wird dann immer absurder. In "Die Jacht" geht es wieder um Verwechslungen mit perfektem Timing; die vier Hauptpersonen sind ständig in Gefahr, sich unerwarteterweise über den Weg zu laufen, verpassen sich aber jedes Mal. In "Der Hauptgewinn" steht natürlich Louis de Funes mit dem für ihn so typischen hektisch-cholerischen Gehabe im Mittelpunkt.

DVD-Features:

Der Film wurde zusammen mit Die große Sause und Quietsch... Quietsch... Wer bohrt denn da nach Öl? in der Louis de Funes-Collection 1 veröffentlicht. Die drei Digipacks stecken in einem Pappschuber. Die Ausstattung mit Bonusmaterial fällt bei diesem Film sehr mager aus, dafür gehen Bild- und Tonqualität in Ordnung.

Warum man für die Collection ausgerechnet einen Film ausgewählt hat, an dem Louis de Funes sozusagen nur zu einem Fünftel beteiligt war, ist mir schleierhaft. Schließlich gibt es eine ganze Reihe von Werken mit Louis de Funes in der Hauptrolle, die noch gar nicht oder nur als Einzel-DVD erhältlich sind...


J. Kreis, 24.03.2011




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