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lost_in_translation Lost in Translation (USA, 2003)
DVD - Regionalcode 2, Constantin Film / Highlight
FSK: 6
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
"Making of", Interviews, "Blick hinter die Kulissen", Deleted Scenes, Gespräch mit Bill Murray und Sofia Coppola, Kevin Shields "City Girl" - Musikvideo, Darsteller-Infos (Texttafeln), "Welcome to Tokio" (Werbeclip), "Matthew's Best Hits"

Regie:
Sofia Coppola

Hauptdarsteller:
Bill Murray (Bob Harris)
Scarlett Johansson (Charlotte)




Inhalt:

Bob Harris ist ein einstmals berühmter Schauspieler, der seine besten Tage hinter sich hat und sich wegen einer Werbekampagne für Whisky in Tokyo aufhält. Die junge, frisch verheiratete Charlotte begleitet ihren Mann, einen Fotografen, in die japanische Metropole. Beide sind einsam - Bob wegen Problemen mit seiner Familie und einer ausgewachsenen Midlife-Crisis, Charlotte wegen des Desinteresses ihres vielbeschäftigten Mannes - und wohnen zufällig im gleichen Nobelhotel. Beinahe zwangsläufig begegnen die beiden sich an der Hotelbar. Da beide unter Schlaflosigkeit leiden, sich in der fremden Großstadt ziemlich verloren fühlen und nicht wissen, was sie mit ihrer großzügig bemessenen Freizeit anfangen sollen (außer über ihren Problemen zu grübeln), ziehen sie gemeinsam um die Häuser. Sie gehen auf Parties, erkunden das Nachtleben, amüsieren sich über "typisch japanische" Marotten und kommen sich dabei immer näher, obwohl sie eigentlich kaum miteinander sprechen. Allmählich wird so aus der flüchtigen Zweckgemeinschaft eine tiefe Freundschaft, denn die beiden so unterschiedlichen Menschen entdecken ihre Seelenverwandtschaft. Bevor daraus aber noch mehr werden kann, läßt Bob sich auf eine Nacht mit einer anderen Zufallsbekanntschaft ein, was Charlotte nicht verborgen bleibt, und reist bald wieder ab. Was die beiden sich beim Abschied ins Ohr flüstern, bleibt ihr Geheimnis...

Der Film:

Tja, so kurz kann man den Inhalt des Films durchaus zusammenfassen, denn eigentlich geschieht nicht viel mehr. Die Handlung ist denn auch mehr oder weniger nebensächlich, es geht vielmehr um Dinge, die man nicht so leicht mit Worten wiedergeben kann: Wie sich Beziehungen entwickeln können, wie "anders" man sich manchmal in unbekannten Umgebungen zu fühlen beginnt, so daß man sich plötzlich völlig Fremden öffnet, welche Variationen von Einsamkeit es gibt und so weiter...

Der Film wird in der Werbung stereotyp als "Komödie" angepriesen. Womöglich noch als "romantische Komödie" oder als "Liebesromanze". Keine dieser Bezeichnungen trifft den Kern der Sache, denn "witzig" ist der Film nicht (wenn auch humorvoll) und Liebesszenen gibt es keine - damit wäre die Beziehung zwischen Bob und Charlotte auch nicht zu beschreiben. Romantisch ist er nur für jene, die Romantik in einer nächtlichen Millionenstadt finden können. Der dritte Hauptdarsteller neben Bill Murray und Scarlett Johansson ist nämlich Tokyo: Ein grell-neonbuntes, ziemlich lautes und dennoch unverständliches, chaotisch wimmelndes Ameisennest, in dem man leicht verlorengehen kann. Bob und Charlotte lassen sich durch dieses quirlige Tokyoter Nachtleben treiben und sind die ganze Zeit doch nur auf der Suche nach sich selbst oder nach dem Sinn in ihrem Leben.

Achtung! Dies ist keine Komödie, bei der man sich vor Lachen auf die Schenkel klopft! Wenn ihr sowas sucht, dann wählt lieber einen frühreren Film mit Bill Murray, z.B. Und täglich grüßt das Murmeltier! "Lost in Translation" ist ein ruhiger und melancholischer Film, der durchaus seine amüsanten Momente hat. Die sind insbesondere der wunderbaren Vorstellung zu verdanken, die Bill Murray abliefert. Scarlett Johansson ist auf den ersten Blick erstmal nur niedlich, aber man muß respektvoll zugeben, daß sie keineswegs von Murray an die Wand gespielt wird, sondern ihre Rolle genauso überzeugend ausfüllt wie er seine. Hinzu kommt die stimmungsvolle Atmosphäre eines hervorragend in Szene gesetzten exotischen Schauplatzes voller Gegensätze. Eine klare Empfehlung für einen nachdenklichen Abend, aber absolut nichts für ungeduldige Leute...

Die DVD:

Die Extras bestehen hauptsächlich aus langen Interviews mit der Regisseurin und den Hauptdarstellern. Außerdem erhält man ein paar Einblicke in die Schwierigkeiten, mit denen die Dreharbeiten an Originalschauplätzen in Tokyo verbunden waren - schon allein die Sprachbarriere hat wohl für das eine oder andere Problem gesorgt. Ein weiteres Schmankerl ist Bobs Besuch in einer japanischen Gameshow, von dem im Film nur Ausschnitte zu sehen sind. Bei den Extras ist diese Szene ohne Unterbrechung in voller Länge zu sehen - der Gameshow-Moderator ist so schrill, daß es wehtut! Ein wenig seltsam nimmt sich der Werbespot für eine Fluggesellschaft aus. Erst dachte ich, das sei irgendwie ironisch gemeint - es scheint sich aber tatsächlich nur um ganz normale Werbung zu handeln...

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