Lord of Illusions


Lord of Illusions - Director's Cut (USA, 1995)

DVD Regionalcode 2, MGM
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 116 Minuten

Extras
- Audiokommentar von Clive Barker
- Entfallene Szenen (3:14 Min.)
- Isolierte Filmmusik
- Original Kinotrailer

Regie:
Clive Barker

Hauptdarsteller:
Scott Bakula (Harry D'Amour)
Famke Janssen (Dorothea Swann)
Kevin J. O'Connor (Philip Swann)
Daniel von Bargen (Nix)
Barry Del Sherman (Butterfield)
Joel Swetow (Valentin)




Inhalt:

Im Jahre 1982 entführen Kultisten ein Mädchen namens Dorothea, das als Menschenopfer dargebracht werden soll. Die Sekte wird von Nix geführt, einem mysteriösen Mann, der sich selbst als "der Puritaner" bezeichnet und über echte magische Fähigkeiten verfügt. Seine Macht erlaubt es ihm, über das Feuer zu gebieten, zu levitieren, Objekte telekinetisch zu manipulieren und den Geist der Menschen zu beeinflussen. Philip Swann, einst sein bevorzugter Anhänger, hat sich von ihm losgesagt und kehrt mit drei anderen ehemaligen Sektenmitgliedern zum Versteck der Kultisten in der Mojave-Wüste zurück, um Dorothea zu befreien. Nix dringt in Swanns Geist ein und verleiht ihm einen Teil seiner magischen Kräfte. Gemeinsam gelingt es Swann und seinen Gefährten, Nix zu töten - Dorothea selbst feuert den ersten Schuss auf Nix ab. Der Sektenführer wird mit einer komplizierten magischen Maske geknebelt und verscharrt. Seine Anhänger zerstreuen sich, darunter ein Mann namens Butterfield, der sich in den folgenden Jahren Kenntnisse aneignet, die es ihm ermöglichen sollen, Nix von den Toten zu erwecken.

Dreizehn Jahre später sind Swann und Dorothea ein Ehepaar. Dorothea hat ihren Retter nur aus Dankbarkeit geheiratet, doch er liebt sie wirklich. Swann feiert große Erfolge als Illusionist in Los Angeles. In seinen umjubelten Bühnenshows setzt er die ihm von Nix verliehenen Kräfte ein, verheimlicht dies jedoch und stellt es so dar, als nutze er raffinierte Tricks. Einer der einstigen Gefährten Swanns, die an der Vernichtung des Puritaners beteiligt waren, wird von Butterfield und einem anderen Kultisten ermordet. Der New Yorker Privatdetektiv Harry D'Amour wird zufällig Zeuge der Tat. Das sterbende Opfer warnt ihn vor der Rückkehr des Puritaners. Auch Swann und Dorothea erfahren davon. Dorothea und Swanns Assistent Valentin beauftragen D'Amour mit der Untersuchung der Angelegenheit, außerdem soll der Detektiv Swann schützen. D'Amour wird zu einer Show eingeladen, bei der Swann seine neueste Illusion präsentieren will. Die Vorführung geht schief, Swann wird von mehreren Schwertern durchbohrt und stirbt. Butterfield und sein Komplize sind vor Ort, haben mit der Sache jedoch nichts zu tun.

D'Amour ermittelt weiter und findet allmählich heraus, was vor dreizehn Jahren wirklich geschehen ist - Dorothea und Valentin haben ihm dies bisher verschwiegen. D'Amour verliebt sich in Dorothea, die die Gefühle erwidert. D'Amour begreift, dass Übernatürliches im Spiel ist, als eine Erscheinung aus Feuer erscheint und ihn angreift, vor Swanns Sarg jedoch Halt macht und verschwindet. D'Amour öffnet den Sarg und findet darin nur eine Puppe vor. Swann hat den eigenen Tod vorgetäuscht, um sich und Dorothea vor Nix und dessen Anhängern zu schützen. Der Illusionist erscheint verkleidet zu seiner eigenen Beerdigung. D'Amour folgt ihm und bittet ihn um Hilfe im Kampf gegen Butterfield. Dorothea und Valentin, der weiß, wo Nix begraben ist, werden von Butterfield entführt. Alle ehemaligen Kultisten versammeln sich im alten Sektenversteck. D'Amour und Swann fahren ebenfalls dorthin. Nix wurde aber bereits exhumiert, D'Amour und Swann finden am offenen Grab nur noch den sterbenden Valentin vor.

Butterfield entfernt die Maske, woraufhin Nix zu neuem Leben erwacht. Der Puritaner hält seine Anhänger für unwürdig und vernichtet sie. Butterfield, den er verschont hat, stirbt im Kampf mit D'Amour. Der Puritaner verkündet, sein einziger Existenzzweck sei die Vernichtung der Welt. Swann soll ihm dabei helfen. Swann geht zum Schein auf das Angebot ein, verwendet aber seine magischen Kräfte, um es D'Amour zu ermöglichen, Dorothea zu retten und Nix zu vernichten. Dieser stürzt in ein von ihm selbst erschaffenes Loch voller Lava, in dem er verbrennt. Vor seinem endgültigen Ende entfesselt er im Sektenversteck ein Inferno, in dem Swanns Körper skelettiert wird. D'Amour und Dorothea entkommen ins Freie.

Kommentar

Dieser Film basiert auf einer Kurzgeschichte Clive Barkers aus dem sechsten "Buch des Blutes". Die habe ich zwar gelesen, aber das ist viele Jahre her. Keine Ahnung, inwieweit Barker, der ja beim Film selbst Regie geführt und das Drehbuch geschrieben hat, sich selbst treu geblieben ist. Für die Inszenierung trifft das auf jeden Fall zu: Das Verschwimmen der Grenzen zwischen Realität, Illusion und dem Übernatürlichen auf der einen Seite, auf der anderen explizite Gewaltdarstellungen und eine Atmosphäre des Verfalls - das ist typisch für Barker. Ein Splatter-Fest wie in Hellraiser wird hier aber nicht abgefeiert. Stattdessen wird nach den Eröffnungsszenen, in denen es um die erste Auseinandersetzung zwischen Swann und Nix geht, zunächst einmal eine bodenständige Detektivgeschichte erzählt. Sobald man D'Amour in seinem Büro sieht, fühlt man sich an einen Film noir erinnert; leider kann Scott Bakula als hartgesottener Privatdetektiv nicht auf ganzer Linie überzeugen. Ich finde es schade, dass seine Hintergrundgeschichte nicht weiter ausgearbeitet wird. D'Amour hat bereits einen übernatürlichen Fall hinter sich: Er hat das Leben einer Besessenen gerettet und wird noch von Visionen geplagt, in denen er den Dämon sieht, den er ausgetrieben hat. Diese Visionen sorgen für einige nette Bilder, aber für den Film ist das Ganze irrelevant, es gibt keinen Bezug zur Handlung.

Es wird auch nicht so richtig klar, wer der Puritaner eigentlich ist und was er wirklich will. Gut, am Ende sagt er selbst, dass er geboren wurde, um die Welt zu zerstören. Swann soll ihm dabei Gesellschaft leisten. Oder so ähnlich. Überzeugend ist das nicht. Nix eignet sich nur schlecht als Bösewicht, da er ja nur ganz am Anfang und beim Showdown mitspielen darf. Nicht einmal sein Aussehen wirkt irgendwie furchteinflößend. Butterfield und sein glatzköpfiger, schmerzunempfindlicher Kompagnon machen das zumindest teilweise wieder wett. Die beiden Schauspieler legen sich mit Elan ins Zeug und machen ihre Figuren zu ebenso bizarren wie bedrohlichen Gegenspielern. Die Beziehung zwischen D'Amour und Dorothea entwickelt sich zu schnell, um glaubwürdig zu sein. Famke Janssen hat ohnehin kaum mehr zu tun, als charmant in die Kamera zu lächeln oder als hilfloses Opfer zu dienen. Die maskenbildnerischen und sonstigen Effekte sind in Ordnung. Besonders gut haben mir die Szenen gefallen, in denen Nix den Menschen zeigt, wie sie wirklich aussehen, wenn man die schöne Oberfläche (sprich: Die Haut) wegnimmt.

"Lord of Illusions" ist ein mäßig spannender, handwerklich einwandfrei gemachter, letztlich aber schnell wieder vergessener Okkultismus-Thriller ohne Höhen und Tiefen. Es gibt nette Tricks, solide Action und ein Happy End - trotzdem bleibt irgendwie ein fader Nachgeschmack zurück. Vielleicht liegt es an der mangelnden Originalität der Story, oder an den zu hohen Erwartungen, die sich (zumindest bei mir) immer dann einstellen, wenn der Name "Clive Barker" im Spiel ist.

DVD-Features

Der "Director's Cut" ist die ungeschnittene Version des Films, die in Deutschland schon immer erhältlich war. In den USA wurde seinerzeit eine ca. acht Minuten kürzere Version ins Kino gebracht, bei der einige Gewalt- und Handlungsszenen herausgeschnitten waren. Die ungeschnittene Version hat damals in Deutschland eine FSK-18-Einstufung erhalten, wurde aber jetzt nach einer Neuprüfung auf FSK 16 heruntergestuft.

Die Bildqualität lässt sehr zu wünschen übrig. Ich hatte vor allem in dunklen Szenen den Eindruck, ein altes VHS-Band zu sehen. Der isolierte Soundtrack ist ein nettes Feature beim Bonusmaterial, denn die Filmmusik ist durchaus hörenswert. Ansonsten gibt's neben dem Audiokommentar und dem Trailer nur noch drei nicht verwendete Szenen. Darin ist u.a. mehr von den verrückten Kultisten am Anfang des Films zu sehen und man erfährt, dass D'Amours Frau bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, als sie die Scheidung einreichen wollte.


J. Kreis, 06.04.2012




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