Lockout


Lockout (F/USA, 2012)

Blu-ray, Universum Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Extras:
- Making of (16:41 Min.)
- Interviews (26:26 Min.)
- Interview-Outtakes (4:44 Min.)
- Deleted Scene (1:15 Min.)
- Alternatives Ende (1:27 Min.)
- Trailer
- BD-Live

Regie:
James Mather, Stephen St. Leger

Hauptdarsteller:
Guy Pearce (Marion Snow)
Maggie Grace (Emilie Warnock)
Peter Stormare (Scott Langral)
Lennie James (Harry Shaw)
Vincent Regan (Alex)
Joseph Gilgun (Hydell)
Tim Plester (Mace)




Story

Nach einer schiefgegangenen CIA-Aktion zur Enttarnung eines Verräters, der brisante Daten über das US-Raumfahrtprogramm verkaufen wollte, wird Agent Marion Snow festgenommen und brutal verhört. Sein Chef Langral glaubt mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie Snow einen verdeckten Ermittler erschossen hat (tatsächlich hat es sich um eine optische Täuschung gehandelt). Außerdem ist der Koffer mit den Unterlagen verschwunden. Snow hat den Koffer auf der Flucht seinem Freund Mace übergeben, der ihn später in einem Schließfach verwahrt hat. Da Snow beharrlich schweigt, soll er zu 30 Jahren Haft im Hochsicherheitsgefängnis MS-One verurteilt werden. MS-One gilt als ausbruchssicher, denn das Gefängnis befindet sich im Erdorbit und alle Insassen - aktuell 497 Schwerstverbrecher - werden permanent im künstlichen Kälteschlaf gehalten. Gerüchten zufolge soll die Kryostase allerdings bleibende Schäden körperlicher und geistiger Natur verursachen, außerdem wird gemunkelt, dass die private Raumfahrtbehörde, von der das Gefängnis finanziert wird, illegale Experimente auf MS-One durchführt.

Um diesen Vorwürfen nachzugehen, reist Emilie Warnock, die Tochter des US-Präsidenten, in humanitärer Mission nach MS-One. Während sie den aus dem Kälteschlaf erweckten Psychopathen Hydell interviewt, kommt es zu einem Zwischenfall. Hydell kann sich befreien und sämtliche Kryokammern öffnen. Die Häftlinge überrennen die gesamte Raumstation und morden wahllos, bis Hydells Bruder Alex das Kommando übernimmt. Ihm ist klar, dass er Geiseln braucht, um zu verhindern, dass das US-Militär die Raumstation einfach vernichtet. Außerdem gibt es auf MS-One keine Raumschiffe, nur eine Rettungskapsel, von deren Existenz die Häftlinge keine Ahnung haben. Die Gefangenen brauchen also ein Fluchtfahrzeug. Eine Stürmung von MS-One kommt nicht in Betracht, zumal die Häftlinge auch das Verteidigungssystem der Station kontrollieren. Der hochrangige CIA-Agent Shaw schlägt vor, dass ein einziger Mann - sein Freund Snow - das Gefängnis infiltrieren und Emilie mit der Rettungskapsel befreien soll. Snows Strafe würde zur Belohnung ausgesetzt werden. Er willigt erst ein, als Shaw ihm zu verstehen gibt, dass Mace auf MS-One einsitzt.

Während sich Snow ins Innere der Station schmuggelt, läuft gleichzeitig Plan B an. Ein Unterhändler soll Emilies Freilassung erwirken, denn noch wissen Alex und seine Leute nicht, dass sie die Tochter des US-Präsidenten ist. Snows Ankunft bleibt jedoch nicht unbemerkt, so dass auch Plan B scheitert. Emilie kann fliehen und wird wenig später von Snow eingesammelt, der sie erst einmal reanimieren muss, weil sie sich in einer Schleusenkammer ohne Sauerstoffzufuhr eingeschlossen hatte. Snow findet Mace, aber der brabbelt nur unverständliches Zeug. Sein Gehirn ist infolge des Kryoschlafes geschädigt. Später finden Snow und Emilie einen Operationsraum, in dem tatsächlich Gefängnisinsassen als Versuchskaninchen missbraucht wurden. MS-One wird nicht mehr ordnungsgemäß gesteuert, verlässt den Orbit, kollidiert mit der Internationalen Raumstation und wird in wenigen Stunden auf der Erde einschlagen. Mace kommt ums Leben, gibt zuvor aber noch ein paar kryptische Sätze von sich. Emilie weigert sich, die Rettungskapsel zu benutzen, solange die anderen Geiseln noch in Gefahr sind. Snow ist nicht bereit, sein Leben für diese Leute aufs Spiel zu setzen. Das Problem erledigt sich von selbst, denn Hydell tötet alle Geiseln.

Mittlerweile hat Alex in Erfahrung gebracht, wer Emilie ist. Es gelingt ihm, die junge Frau gefangen zu nehmen. Snow stürzt in einen Schacht. Langral veranlasst, dass der Präsident vorübergehend seines Amtes enthoben wird. Anschließend gibt Langral den Befehl zum Großangriff. Eine Bombe mit Zeitzünder wird auf MS-One abgeworfen. Hydell dreht vollends durch und ersticht seinen Bruder. Als er Emilie vergewaltigen und töten will (nicht unbedingt in dieser Reihenfolge) greift Snow ein, der den Sturz überlebt hat. Snow und Emilie springen in gepanzerten Raumanzügen aus der Station, die kurz danach explodiert. Die beiden landen sicher auf der Erde. Snow wird sofort verhaftet. Es gelingt Emilie, Maces scheinbar wirres Gestammel zu entschlüsseln: Es waren Hinweise auf das Versteck des Koffers. Diesen Koffer kann Snow nun Shaw präsentieren. Shaw öffnet ihn und tappt damit in eine Falle. Der Koffer ist leer und Shaw konnte die Kombination des Schlosses eigentlich nicht kennen. Shaw selbst ist also der Maulwurf in den Reihen der CIA. Snow wird rehabilitiert und auf freien Fuß gesetzt. Emilie holt ihn ab. In einem Feuerzeug, das er von dem verdeckten Ermittler erhalten hat, findet Snow eine kleine Speicherkarte.

Kringels Meinung

Zu diesem spaßigen SF-Actioner, der in verschiedenen Kritiken - meiner Meinung nach zu Recht - als Mischung aus Die Klapperschlange und "Stirb langsam" im Weltraum bezeichnet wurde, fällt mir kein schlauer Kommentar ein. Bei den Filmen, mit denen man ihn vergleichen kann, könnte ich noch 96 Hours nennen, denn in beiden Fällen hat Luc Besson als Produzent fungiert, und in beiden Fällen verkörpert Maggie Grace die zu rettende junge Dame. Ähnlich wie Snake Plissken, John McClane und Bryan Mills ist auch Marion Snow ein sehr leidensfähiger und äußerst hartnäckiger Einzelgänger, allerdings sind bei ihm nicht nur die Fäuste schlagfertig, sondern auch das Mundwerk. Er haut einen witzig-respektlosen Spruch nach dem anderen heraus und albert selbst dann noch herum, wenn er gerade verprügelt wird. Die Selbstironie tut dem Film gut. Guy Pierce scheint Spaß an dieser Rolle gehabt zu haben, er übertreibt es zum Glück aber nicht und lässt gegen Ende auch ruhigere, nachdenkliche Nuancen einfließen. Mindestens ebenso gut gefällt mir der völlig durchgeknallte Hydell. Joseph Gilgun chargiert äußerst überzeugend in dieser Rolle. Ihr solltet mal die englische Tonspur einschalten, um in den Genuss des manchmal fast nicht verständlichen (schottischen? irischen?) Dialekts zu kommen, den er und sein Filmbruder Vincent Regan drauf haben.

Die Handlung findet zwar hauptsächlich im Inneren von MS-One statt, also in irgendwelchen Kontrollzentralen, Wartungsschächten und Maschinenräumen, dennoch ist das Ganze erheblich abwechslungsreicher und netter anzuschauen als der eintönige Mega-Wohnblock, der als Schauplatz von Dredd dient. Leider ist der Look des Films etwas uneinheitlich. Am Anfang gibt es eine Verfolgungsjagd auf der Erde. Teilweise bekommt man dabei sehr schöne Ansichten der zukünftigen Welt zu sehen (der Film spielt im Jahre 2079), teilweise wird aber unfassbar schlechte CGI geboten, wie sie nicht mal in aktuellen Videospielen akzeptabel wäre. MS-One dagegen sieht innen und außen richtig klasse aus, da gibt's nichts zu meckern. Natürlich könnte der Film genauso gut auf der Erde spielen, auf einer ummauerten Insel vielleicht, oder in einem Hochhaus :) Der Schauplatz ist eigentlich egal, und die Sache mit den finsteren Machenschaften der Weltraumbehörde ist völlig nebensächlich. Die Story mag also schamlos geklaut und etwas dünn sein, aber der Film ist spannend, die Schauspieler sind gut aufgelegt, bis auf die erwähnte Verfolgungsjagd ist das Effekt-Feuerwerk gelungen, und es wird ordentlich Action geboten. Was will man mehr.

Blu-ray-Features

Das "Making of" besteht aus drei kurzen Featurettes. Alle bestehen aus hektisch zusammengeschnittenem Hinter-den-Szenen-Material und Filmausschnitten sowie Konzeptkunst und Storyboards, nichts davon ist wirklich interessant. In der ersten Featurette wird die Entstehung einer Szene gezeigt, in der Snow und ein Widersacher in einem Luftschacht schweben. In der zweiten geht's um die Stunts (Pearce und Grace haben viele Stunts selbst gemacht). Die dritte enthält Impressionen vom Design der Welt des Jahres 2079. Die vier Interviews sind vollends irrelevant und nicht untertitelt - das ist bei den Allgemeinplätzen, die die Leute von sich geben, auch gar nicht nötig. Da sind die "Interview-Outtakes" schon witziger. Knapp fünf Minuten lang albert Joseph Gilgun nur herum und veräppelt die Interviewer. Der junge Mann scheint fast so abgedreht zu sein wie die Figur, die er im Film spielt!

In einer nicht verwendeten Szene ist zu sehen, dass ursprünglich ein anderes Ende für Hydell vorgesehen war. Im fertigen Film kommt er wohl bei der Explosion von MS-One ums Leben. In der nicht verwendeten Szene springt er Snow und Emilie in einem gepanzerten Raumanzug hinterher und liefert sich einen Luftkampf mit ihnen. Er zerditscht dann auf einer Straße, was man aber nicht genau sieht. Im alternativen Ende bekommt Snow den Kuss, den ihm Emilie im fertigen Film nicht angedeihen lässt.


J. Kreis, 16.01.2014




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