Lifeforce Collector's Edition

Lifeforce


Lifeforce - Die tödliche Bedrohung (GB 1985)
- Lifeforce -

Blu-ray / DVD - Regionalcode 2, MGM Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit DVD: ca. 97 Minuten (Kinoversion)
Laufzeit Blu-ray: ca. 101 Min. (Kinoversion) / ca. 116 Min. (Director's Cut)

Extras Collector's Edition
- Audiokommentar
- Director's Cut
- Trailer
- Filmografien (Text)
- Bildergalerie

Extras DVD
Keine

Regie:
Tobe Hooper

Hauptdarsteller:
Steve Railsback (Tom Carlsen)
Peter Firth (Colin Caine)
Mathilda May (Vampir)
Frank Finlay (Dr. Hans Fallada)
Michael Gothard (Dr. Leonard Bukovsky)
Patrick Stewart (Dr. Armstrong)




Story

Eine gemeinsame Expedition britischer und amerikanischer Astronauten untersucht mit der Churchill, einer modernisierten Version des Space Shuttles, den in Erdnähe vorbeifliegenden Halleyschen Kometen. Im Kometenschweif wird ein 150 Meilen langes bizarr geformtes außerirdisches Raumschiff entdeckt. Im Inneren des Schiffs schweben hunderte tote Wesen, die menschengroßen Fledermäusen ähneln. Sie sind völlig ausgetrocknet. In einer besonderen Kammer sind drei makellose nackte Menschen - zwei Männer und eine Frau - in Glassärgen aufgebahrt. Sie wirken lebendig, zeigen aber keinerlei Lebenszeichen. Die Raumfahrer von der Churchill sind vor allem von der wunderschönen Frau fasziniert. Aus unbekannten Gründen fühlt sich jeder, der in die Nähe ihres Sarges kommt, innerhalb kürzester Zeit müde und ausgelaugt. Während die Astronauten das fremde Schiff erkunden, klappt an einem Ende eine Art Kollektor auf, bis das ganze Gebilde aussieht wie ein gigantischer Schirm. Die drei Särge sowie eines der Fledermauswesen werden ins Space Shuttle gebracht. Wenig später verliert die Bodenstation den Funkkontakt mit der Churchill. Die Columbia startet zu einer Rettungsmission und dockt an der Churchill an. Man stellt fest, daß das gesamte Innere der Churchill durch Feuer und Explosionen zerstört worden ist. Die gesamte Besatzung ist tot und bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die Kristallsärge mit den drei Humanoiden sind völlig unversehrt. Sie werden zur Erde gebracht und im europäischen Weltraumforschungszentrum in London von Dr. Leonard Bukovski sowie vom Thanathologen Dr. Hans Fallada untersucht.

In der Nacht erwacht die Außerirdische. Ein Wächter erliegt ihrer hypnotischen Ausstrahlung und nähert sich ihr. Die Frau saugt ihm die Lebenskraft aus, so dass von ihm nichts als eine vertrocknete, mumifiziert aussehende Hülle übrigbleibt. Bukovski, der den Vorgang beobachtet, erleidet beinahe dasselbe Schicksal. Die Fremde lässt von ihm ab, als Alarm gegeben wird. Mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten setzt sie mehrere Wachmänner außer Gefecht, zerstört eine Fensterfront des Gebäudes und verschwindet in der Nacht. Colonel Colin Caine vom Special Air Service wird mit der Untersuchung des Falls beauftragt. Er wird von Bukovski ins Bild gesetzt und arbeitet mit Fallada zusammen. Die beiden männlichen Außerirdischen erwachen und gehen zum Angriff über, können aber durch massiven Waffeneinsatz getötet werden. Bei der Autopsie des mumifizierten Wachmannes erwacht dieser plötzlich zum Leben und saugt dem Pathologen die Lebenskraft aus, wodurch sich sein Körper regeneriert. Der Wachmann und der tote Pathologe werden in Zellen gesperrt. Fallada hat einen bestimmten Verdacht, der sich schon bald bewahrheitet. Nach zwei Stunden ist die Energie des wiederbelebten Wachmannes erschöpft. Er verwandelt sich wieder in eine Mumie und zerfällt zu Staub. Der Pathologe erleidet das gleiche Schicksal. Die "Untoten" müssen also alle zwei Stunden neue Opfer finden, um deren Lebensenergie zu stehlen. Man nimmt an, dass die Fremden in der Vergangenheit schon einmal auf der Erde waren und dass auf diese Weise der Vampirmythos entstanden ist. Jetzt ist mitten in London eine Vampirin unterwegs, die bereits ein weiteres Opfer gefunden hat. Eine mumifizierte Frau wird rechtzeitig gefunden, bevor sie zu neuem Leben erwacht und ihrerseits Menschen anfallen kann.

Ein Notsignal wird aufgefangen: Die Rettungskapsel der Churchill landet auf der Erde. Einziger Insasse ist der Kommandant, Colonel Tom Carlsen. Er wird nach London gebracht, wo er Caine und Fallada erzählt, was geschehen ist. Caine hatte versucht, die Außerirdischen mitsamt der Churchill zu vernichten, nachdem seine ganze Mannschaft den Vampiren zum Opfer gefallen war. Carlsen hat Albträume, in denen er immer wieder die Vampirin sieht, die nach ihm ruft. Fallada hypnotisiert ihn. Dadurch wird klar, dass Carlsen in geistigem Kontakt mit der Außerirdischen steht. Er kann sie aufspüren, oder vielmehr ihren Geist, denn dieser hat den Körper verlassen und wandert nun von einem menschlichen Wirt zum anderen, während der Originalkörper in einem unbekannten Versteck ruht. Caine und Carlsen folgen der Spur des Wirtskörpers. Es handelt sich um eine Krankenschwester, die in einer psychiatrischen Klinik in Yorkshire arbeitet. Carlsen erkennt, dass der Geist der Vampirin bereits auf den Anstaltsleiter Dr. Armstrong übergegangen ist. Armstrong wird überrumpelt und sediert, doch es gelingt Caine und Carlsen nicht, den Geist der Vampirin in Armstrongs Körper gefangen zu halten. Sie tötet ihren Wirt und entkommt. Möglicherweise wollte sie die beiden Männer lediglich aus London herauslocken, denn dort ist inzwischen das absolute Chaos ausgebrochen. Wenigstens ein weiteres Opfer der Vampirin muss unentdeckt geblieben sein. So hat sich die Vampirseuche über die ganze Stadt ausgebreitet. Die Körper der männlichen Vampire wurden vernichtet, aber es ist ihnen gelungen, ihren Geist in zwei Soldaten zu versetzen und die Körper ihrer Opfer umzugestalten.

Das Kriegsrecht wird über Londen verhängt. Die gesamte Innenstadt wird abgeriegelt. Für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass die Seuche nicht innerhalb der nächsten Stunden eingedämmt werden kann, hat die NATO die Vernichtung der Stadt mit thermonuklearen Waffen autorisiert. Caine berichtet, dass seine Bindung zu der Vampirin stärker ist, als er zunächst eingestanden hat. Er selbst war derjenige, der die Außerirdische in der Churchill aus dem Sarg befreit hat. Er konnte ihr nicht widerstehen, denn sie hat ihren Körper nach dem Bild der perfekten Frau aus Carlsens Unterbewusstsein erschaffen. Die Vampirin hat ihre Energie mit ihm geteilt, weil sie jemanden brauchte, der ihr hilft. Jetzt will sie diese Energie zurück. Caine und Carlsen werden an einem Militärposten aufgehalten. Carlsen macht sich eigenmächtig auf den Weg in die Innenstadt. Er weiß, dass sich der Originalkörper der Vampirin in St. Paul's Cathedral befindet. Caine verfolgt Carlsen, kennt aber dessen Ziel nicht und fährt zu Fallada. Ein Vampir wollte Fallada töten, doch der Thanathologe hat das einzige bekannte Mittel zur Tötung von Vampiren eingesetzt und das Wesen mit einer uralten Waffe aus bleiüberzogenem Eisen gepfählt. Der zweite männliche Vampir sammelt die freigesetzte Lebensenergie unzähliger Bürger Londons und transferiert sie zum weiblichen Vampir in der Kathedrale. Dieser leitet sie zum Raumschiff weiter. Caine erkennt, dass Fallada infiziert ist. Er tötet ihn, nimmt die Waffe an sich und kämpft sich durch Horden von Untoten zur Kathedrale, an deren Eingang der zweite männliche Vampir steht. Caine pfählt das Wesen.

Im Inneren der Kathedrale stehen Carlsen und die Vampirin eng umschlungen inmitten des Strahls menschlicher Lebensenergie, der immer noch zum Raumschiff fließt. Die Vampirin will sich mit Carlsen vereinen, der, wie sie behauptet, von ihrer Art ist. Noch ist Carlsen Herr seiner Sinne. Er nimmt die ihm von Caine dargebotene Waffe. Damit durchbohrt er die Vampirin und sich selbst. Beide werden in das Raumschiff transferiert. Dessen Schirm schließt sich und es fliegt zurück zum Kometen.


Kringels Meinung

"Lifeforce" ist einer jener Kultfilme aus den Achtzigerjahren, die ich nicht objektiv bewerten kann, wenn ich auch zugeben muss, dass er durch wiederholtes Anschauen nicht gewinnt und nicht besonders gut gealtert ist. Ich habe den Film als spannenden, düsteren, brutalen, erotischen Science-Fiction-Horror-Genremix in Erinnerung. Heute kann ich nicht umhin, ihn als Trash zu bezeichnen, obwohl er mir immer noch gefällt. Den Auftakt mit der Erforschung des außerirdischen Raumschiffes durch die Churchill-Crew finde ich nach wie vor klasse. An den Szenen in der Churchill und dem fremden Schiff gibt's nichts auszusetzen. Der Auftakt mag etwas zu lang sein, es entsteht aber eine schöne Atmosphäre zunehmender Bedrohung. Die Spezialeffekte in dieser Phase können sich durchaus sehen lassen. Auch die anschließenden Szenen im Weltraumforschungszentrum, also das Erwachen der Vampirin und die Entstehung der ersten Untoten, können gefallen. Mathilda May, hier in ihrer ersten Rolle und vorwiegend nackt zu sehen, ist ein ebenso faszinierender Hingucker wie ihre zum Leben erwachenden Opfer. Hier wurden Animatronics eingesetzt, also Puppen mit mechanischem Innenleben. So etwas würde man heutzutage sicherlich weit besser hinkriegen, in Anbetracht des Alters gehen diese handgemachten Effekte aber in Ordnung. Die apokalyptischen Szenen im verseuchten London sind dagegen sehr durchwachsen. Die Panik in den Straßen kommt angemessen überzeugend rüber. Für so manche Zombie-Maske gilt das leider nicht und erst recht nicht für die "Luftaufnahmen". Die brennenden Stadtteile sind allzu deutlich als Miniatur-Kulissen erkennbar.

Der Film ist nichts anderes ist als eine SF-Version von Bram Stokers "Dracula". Und zwar gibt es nicht nur ein paar Parallelen, oh nein: Die Story folgt in praktisch allen Aspekten der klassischen Vorlage. Sie hat aber einige ziemlich große Lücken. Das geht schon mit der Ausgangssituation los. Dr. Fallada meint, die irdischen Vampir-Legenden seien dadurch entstanden, dass die Außerirdischen schon früher auf der Erde gewesen seien. Hm. Der Komet Halley kommt ungefähr alle 76 Jahre an der Erde vorbei. Wenn man annimmt, daß die Handlung des Films im Jahre 1986 spielt, dann hätten die Vampire zuletzt 1910 auf der Erde gewesen sein müssen. Und wenn sie jedesmal ein solches Chaos anrichten wie diesmal in London, dann dürfte es im Jahre 1986 eigentlich schon gar keine Menschen mehr geben. Zudem müssen die Vampire früher aus eigener Kraft zur Erde gelangt sein. Warum brauchen sie jetzt die Hilfe der Churchill-Besatzung? Warum vollführen sie den Trick der Geisteswanderung nicht schon in der Churchill? Dann hätten sie sich völlig unbemerkt unter die Menschen mischen können. Warum erwachen die Befallenen von der Churchill nicht zu neuem Leben? Warum muss die Lebensenergie von den Menschen über den männlichen Vampir zum weiblichen Vampir und von dort zum Schiff transferiert werden? Das kommt mir sehr umständlich vor, zumal nie erklärt wird, auf welche Art und Weise der männliche Vampir die überall in der Stadt frei werdende Energie "ansaugt". Woher hat Fallada die Waffe, mit der er die Vampire pfählen kann? Warum verwandelt sich der erste Gepfählte nicht in die Riesenfledermaus-Ursprungsform zurück, der zweite sofort, die Vampirin wiederum nicht? Warum bleiben die Untoten im Showdown ziemlich lange handlungsfähig, während die ersten drei Umgewandelten schnell zu Staub zerfallen?

Zahlreiche weitere Fragen tauchen an allen Ecken und Enden auf. Insgesamt wirkt die Story nach dem interessanten Auftakt nur noch wirr, willkürlich und umständlich inszeniert, so als ob man sich nicht hätte entscheiden können, welche Geschichte eigentlich erzählt werden sollte. Zumindest geht das Thema "selbstzerstörerische sexuelle Obsession" im Weltuntergangsszenario irgendwann ziemlich unter. Das liegt nicht zuletzt an den Schauspielern. Weder Peter Firth noch Steve Railsback eignen sich als Identifikationsfiguren. Während Firth anfangs eher lustlos ermittelt, darf er schließlich wenigstens heldenhaft durch London stolpern und einen Vampir pfählen. Railsback sollte einen Getriebenen spielen, der einer unwiderstehlichen Verführerin verfällt und sich am Ende opfert, um obsiegen zu können. Dummerweise kann der Schauspieler das nicht zeigen. Die entsprechenden Szenen sind eher unfreiwillig komisch. Patrick Stewart hat in diesem Film eine kleine Rolle. Erst zwei Jahre später hat er als Captain Jean-Luc Picard von der USS Enterprise Weltruhm erlangt. Die Szene, in der er von der Vampirin besessen ist und versucht, Carlsen zu verführen, ist ein gutes Beispiel dafür, was er im Gegensatz zu den Hauptdarstellern leisten kann.


DVD / Blu-ray-Features

Jahrzehntelang war in Deutschland nur die Kinoversion auf DVD erhältlich. Sie hat keinerlei Bonusmaterial, Bild- und Tonqualität sind mäßig. Der im Ausland schon lange vorher veröffentlichte etwa 15 Minuten längere Director's Cut wurde erst im April 2016 herausgebracht, und zwar als Bonusmaterial der Limited Collector's Edition, welche auch die kürzere Kinoversion sowohl auf DVD als auch auf Blu-ray enthält. Abgesehen vom Audiokommentar (Ingo Strecker und Daniel Peree vom Wicked-Vision Magazin) und einem mehrseitigen Booklet sind die übrigen Extras nicht weiter erwähnenswert. Beim direkten Vergleich fällt auf, dass schon die DVD-Neuauflage eine bessere Bildqualität hat als die alte DVD. Das Bild wirkt weniger körnig. Die Blu-ray-Version sieht noch deutlich besser aus; schärfer und mit kräftigeren Farben. Was die Laufzeit der Kinoversion angeht, sollte man sich nicht verwiren lassen. Blu-rays laufen mit knapp 24 Bildern pro Sekunde. Die Filme sind somit ca. 4 Prozent länger als bei PAL-DVDs, die mit 25 Bildern pro Sekunde laufen. Zieht man 4 Prozent von 101 Minuten ab, kommt man auf 97 Minuten.

Der Director's Cut liegt nur in englischer Sprachfassung mit optionalen Untertiteln vor. Er enthält keine vollkommen neuen Handlungselemente, Schauplätze oder Action-Sequenzen, sondern ausschließlich Erweiterungen bekannter Szenen und mehr Dialog. Dadurch wird der Film nicht wesentlich besser, aber doch "runder". Schon der Beginn mit der Erkundung des außerirdischen Schiffes ist deutlich länger. Ein Voice-over-Kommentator erklärt, dass die Churchill ein neuartiges Antriebssystem hat, welches künstliche Schwerkraft möglich macht. Außerdem habe ich den Eindruck, dass nur im DC ausdrücklich von Vampiren die Rede ist. Zu guter Letzt enthält der DC einige Musikstücke von Henry Mancini, die in der Kinoversion nicht verwendet worden sind.


Screenshots (DVD-Version)


Lifeforce

Das außerirdische Raumschiff


Lifeforce

Das Innere des außerirdischen Schiffes wird erkundet


Lifeforce

Colonel Carlsen merkt, dass etwas nicht stimmt


Lifeforce

Die Vampirin im Weltraumforschungszentrum


Lifeforce

Colonel Caine


Lifeforce

Der Pathologe (links) wird vom Wachmann ausgesaugt


Lifeforce

Dr. Fallada


Lifeforce

Mit dieser Waffe können die Vampire gepfählt werden


Lifeforce

Panic in the Streets of London


Lifeforce

Vampir in ursprünglicher Erscheinungsform (gepfählt)


J. Kreis, 17.05.2016




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