Der verrückte Professor


Der verrückte Professor (USA, 1963)
- The Nutty Professor -

DVD Regionalcode 2, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras:
- Audiokommentar von Jerry Lewis und Steve Lawrence
- Der verrückte Professor: Die perfekte Formel (14:44 Min.)
- Jerry Lewis bei der Arbeit (28:57 Min.)
- Entfernte Szenen (6:34 Min.)
- Bloopers (12:39 Min.)
- Jerry im Movieland Wachsmuseum mit Audiokommentar von Jerrys Sohn Chris Lewis (0:43 Min.)
- Test Footage (2:27 Min.)
- Andere Footage (3:01 Min.)
- Original Kinotrailer

Regie:
Jerry Lewis

Hauptdarsteller:
Jerry Lewis (Prof. Julius F. Kelp / Buddy Love)
Stella Stevens (Stella Purdy)
Del Moore (Dr. Mortimer S. Warfield)




Story

Collegeprofessor Julius Kelp ist Chemiker und macht im Unterricht gern Experimente, die aufgrund seiner Tollpatschigkeit stets zu katastrophalen Ergebnissen führen. Da die Eltern von Kelps Studenten verständlicherweise etwas dagegen haben, dass ihre Kinder in die Luft gejagt werden, bekommt Kelp immer wieder Ärger mit Dr. Warfield, dem Universitätsleiter. Außerdem wird der schüchterne Professor von den Studenten nicht respektiert. Zu allem Überfluss ist er nicht nur schrecklich ungeschickt, sondern auch recht hässlich. Dass sich die schöne Studentin Stella Purdy, in die er heimlich verliebt ist, dennoch für ihn interessiert, bemerkt er gar nicht. Irgendwann hat Kelp vom Hohn und Spott seiner Mitmenschen die Nase voll. Ausflüge ins Fitnessstudio und zur Bowlingbahn enden im Fiasko; mit Sport kann sich Kelp also nicht aufhübschen. Deshalb besinnt er sich auf das einzige, wovon er wirklich etwas versteht: Chemie. Er entwickelt ein Mittel, mit dessen Hilfe er sich in den gutaussehenden Salonlöwen Buddy Love verwandelt.

Buddy Love ist extrem cool und begeistert alle Besucher der lokalen Clubszene als Sänger und Klavierspieler, er ist aber auch ein arroganter, brutaler Macho. Er bändelt mit Stella an, die einerseits vom Charme des Fremdlings fasziniert, andererseits aber von seiner großspurigen Überheblichkeit abgestoßen ist. Kelp nimmt das Mittel immer wieder, denn er kann der Versuchung nicht widerstehen und sieht keine andere Möglichkeit, um bei Stella zu landen. Dummerweise verliert das Mittel immer dann seine Wirkung, wenn Buddy Love Stella näher kommt. Kelp verstärkt die Wirkung, um mehr Zeit zu gewinnen. Sicherheitshalber schickt er eine Kopie der Formel per Post an seine Eltern. Das Doppelleben wird immer problematischer, und als es die Umstände erfordern, dass Kelp und Buddy Love gleichzeitig am Universitätsball teilnehmen, kommt es zum Eklat. Das Mittel versagt, als Buddy Love auf der Bühne steht. Vor aller Augen verwandelt er sich in Kelp zurück. Der Professor gibt seinen Fehler zu und bittet um Verzeihung. Hinter der Bühne gesteht Stella ihm ihre Liebe - sie will lieber an der Seite eines etwas schrulligen, aber netten Professors leben, als den Rest ihrer Tage mit einem Gernegroß wie Buddy Love zu verbringen.

Einige Zeit später (durch das Zusammensein mit Stella hat Kelp an Selbstbewusstsein gewonnen) erscheinen Kelps Eltern im Klassenzimmer. Mr. Kelp, der früher stets von seiner Frau tyrannisiert worden ist, ist nicht wiederzuerkennen. Nun hat er das Sagen! Auch der verknöcherte Dr. Warfield hat sich auf erstaunliche Weise verändert. Entsetzt stellt Kelp fest, dass sein Vater das Verwandlungsmittel inzwischen selbst herstellt und verkauft! Alle Studenten reißen sich um das Zeug. Kelp und Stella suchen das Weite. Damit die gemeinsame Zukunft glücklich verläuft, nimmt Stella sicherheitshalber zwei Flaschen des Verwandlungsmittels mit...


Kringels Meinung

Von allen Jerry-Lewis-Filmen, die ich kenne, ist dies derjenige mit dem geringsten Anteil an Slapstick und Lewis-Stereotypen. Natürlich spielt Lewis auch hier wieder die allseits beliebte Rolle als Tollpatsch. Für ausreichend Humor ist auf jeden Fall gesorgt. Aber der trottelige Professor ist nicht als eindimensionale Witzfigur angelegt. Lewis verleiht ihm noch andere Untertöne, so dass man nicht umhin kann, Kelp sofort ins Herz zu schließen. Der Humor ist diesmal eher von der ruhigen Sorte. Aussehen (die Zähne!) und Gestus mögen etwas übertrieben sein, aber sie sind ja nicht Selbstzweck, sondern machen den krassen Unterschied zwischen Kelp und Buddy Love noch augenfälliger. Lewis zeigt, dass er mehr kann als nur komische Grimassen zu schneiden. Er verkörpert die grundverschiedenen Figuren absolut überzeugend, und nicht nur das: Auch die Vermischung beider Persönlichkeiten in den Momenten, wenn das Verwandlungsmittel seine Wirkung allmählich verliert, ist genial gemacht. Die graduelle Rückverwandlung von Buddy Love in Prof. Kelp am Ende des Films finde ich besonders gut gelungen.

Ich habe den Film vor Jahrzehnten als Kind erstmals im Fernsehen gesehen und kann mich noch gut daran erinnern, dass ich die erste Verwandlungsszene ziemlich gruselig fand, denn Kelp durchläuft in seinem dunklen Labor verschiedene bizarre Stadien der Metamorphose. Man soll nun glauben, Kelp habe sich in eine Art Ungeheuer verwandelt. Umso erstaunter ist man, wenn man ihn erstmals in seiner Erscheinungsform als Buddy Love sieht. Kaum zu glauben, dass es sich um ein- und denselben Schauspieler handelt! Lewis hatte bestimmt viel Spaß dabei, aus seinem Rollen-Klischee auszubrechen und mal was völlig anderes zu spielen. Buddy Love ist ein Chauvi, wie er im Buche steht, kann aber gut singen, sofern das Mittel lange genug wirkt. Wenn nicht, kommt nur noch Kelp-Gekrächze heraus. Am Ende lautet die Botschaft dieser köstlichen Variante des bekannten "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" - Themas natürlich, dass man sich nicht verstellen soll, denn wer sich selbst nicht leiden kann, kann nicht erwarten, dass andere das tun.

Übrigens: Achtet mal auf den ersten Bodybuilder, mit dem Kelp im Fitnessstudio zusammenstößt. Kommt er euch bekannt vor? Richtig! Das ist Richard Kiel, der "Beißer", einer von James Bonds früheren Gegenspielern!


DVD-Features

Bild und (englischer) Ton sind für einen so alten Film erstaunlich gut, es gibt nur ein Problem, zumindest bei meiner DVD: Beim Layerwechsel gegen Ende des Films wird zum nächsten Kapitel gesprungen. Man kann natürlich zurückspulen, aber ungefähr zwei Minuten gehen verloren - sie lassen sich nicht abspielen, stattdessen gibt es wieder den Sprung zum nächsten Kapitel. Ärgerlich!

Die Featurettes "Der verrückte Professor: Die perfekte Formel" und "Jerry Lewis bei der Arbeit" gehören eigentlich zusammen. Sie sind vor wahrscheinlich nicht allzu langer Zeit entstanden. Jerry Lewis berichtet rückblickend über seine größten Solo-Erfolge seit der Trennung von Dean Martin. Dabei werden viele Ausschnitte gezeigt, vor allem aus "Aschenblödel" und "Hallo Page", aber auch einiges Hinter-den-Szenen-Material und Aufnahmen von Jerry Lewis auf Promotion-Tour. Auf die Hauptdarsteller von "Der verrückte Professor" wird genauer eingegangen, Stella Stevens kommt sogar selbst zu Wort. Jerry Lewis erzählt, dass es für Prof. Kelp ein reales Vorbild gibt. Es war eine Zufallsbegegnung, Lewis hat sich dann längere Zeit mit dem Mann unterhalten, um seine Sprechweise usw. einzustudieren!

Hinter dem Menüpunkt "Aus den Archiven" verbergen sich Zusammenstellungen von fünf nicht verwendeten Szenen, 14 Bloopers (schiefgegangene Szenen), Probeaufnahmen und einem kurzen Videomitschnitt, bei dem Jerry Lewis zu sehen ist, wie er eine Kelp-Wachsfigur einweiht. In einer der nicht verwendeten Szenen überlegt Kelp, was das Serum wohl aus ihm machen wird. Daraufhin sieht man ihn als Riesen im Klassenzimmer und als Gangsterboss, der einen Überfall auf seine eigene Mutter plant... Noch witziger sind die Bloopers. Immer wieder können sich die Schauspieler nicht beherrschen und brechen in Lachen aus (einmal liegt Jerry Lewis buchstäblich am Boden), es wird ausgiebig herumgeblödelt und manchmal spielen sich die Leute gegenseitig Streiche bei den Dreharbeiten.


Screenshots


Der verrückte Professor

Bei Prof. Kelp hat's mal wieder geknallt


Der verrückte Professor

Dr. Warfield ist nicht erfreut


Der verrückte Professor

Kelp ist zwar ein genialer Chemiker...


Der verrückte Professor

...aber seine Studenten machen sich nur über ihn lustig


Der verrückte Professor

Wie kann man so jemanden auch ernst nehmen?


Der verrückte Professor

Dicker sollten die Arme werden, nicht länger!


Der verrückte Professor

Im "Purple Pit" trifft sich die Partyszene


Der verrückte Professor

So kann sich Kelp dort aber nicht sehen lassen!


Der verrückte Professor

Buddy Love betritt das "Purple Pit"


Der verrückte Professor

Je länger Stella mit Buddy Love zusammen ist, desto mehr WTF-Momente hat sie


J. Kreis, 25.12.2014




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