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Krull Krull - Collector's Edition (GB, 1983)

DVD - Regionalcode 2, Columbia TriStar
FSK: 12
Laufzeit: ca. 116 Minuten

Extras:
Filmdokumentation "Reise zu Krull", 2 Audiokommentare, Trailer, Bildergalerien, Bio- und Filmografien (Texttafeln), Krull-Comic

Regie:
Peter Yates

Hauptdarsteller:
Ken Marshall (Prinz Colwyn)
Lysette Anthony (Prinzessin Lyssa)
Freddie Jones (Ynir)
Alun Armstrong (Torquil)
David Battley (Ergo)
Bernard Bresslaw (Rell der Zyklop)




Inhalt:

Auf dem idyllischen Planeten Krull leben die Menschen in einer mittelalterlichen Gesellschaft. Zwei große Familien kämpfen seit langer Zeit um die Vorherrschaft. Nun soll die Hochzeit von Prinzessin Lyssa und Prinz Colwyn Frieden bringen: Aus zwei verfeindeten Gruppen soll ein vereinigter Clan werden. Eirig und Turold, die Väter der beiden jungen Leute, sind zwar noch etwas skeptisch, aber sie haben keine Wahl. Krull wird nämlich neuerdings noch von einer ganz anderen Gefahr heimgesucht. Das geheimnisvolle Unbeschreibliche Ungeheuer ist mit seiner Schwarzen Festung aus dem All gekommen und auf dem Planeten gelandet. Mit seinen fast unbesiegbaren Soldaten, den "Slayers", terrorisiert das Ungeheuer die ganze Welt und nur gemeinsam hätten die beiden Clans eine Chance, Krull zu befreien.

Die Hochzeitszeremonie ist schon in vollem Gange, als die Slayers Eirigs Schloß angreifen. Eirigs und Turolds Ritter wehren sich tapfer, aber sie können den riesigen, schwer gepanzerten Slayers und ihren überlegenen Waffen nicht lange standhalten. Das erkennt auch Colwyn. Lyssa soll deshalb durch einen Geheimgang fliehen. Ihre Eskorte wird jedoch getötet, Lyssa wird gefangen genommen und in die Schwarze Festung verschleppt. Das ist das letzte, was Colwyn sieht, bevor er niedergeschossen wird. Am nächsten Morgen erscheint Ynir, ein weiser alter Mann aus dem Gebirge, im Schloß. Er findet nur Tote vor, einziger Überlebender ist der verletzte Colwyn. Während er den Prinzen mit einer Heilsalbe versorgt, erklärt Ynir ihm, dass er seine Trauer überwinden muss, wenn er Lyssa jemals wiedersehen will. Als erstes muss Colwyn das legendäre "Fünf-Klingen-Schwert" erringen. Colwyn findet diese mächtige Waffe im Gebirge und holt sie aus einem Lavastrom heraus.

Das nächste Problem besteht darin, dass die Schwarze Festung täglich ihren Standort ändert, sobald sie von den ersten Sonnenstrahlen berührt wird. Ynir will einen alten Freund, einen Seher, nach dem nächsten Standort der Festung fragen. Auf dem Weg zu ihm begegnen die beiden dem Magier Ergo, der zwar ein großes Mundwerk, aber nur bescheidene magische Fähigkeiten besitzt. Genaugenommen kann er sich nur selbst in verschiedene Tiere verwandeln. Ergo macht die Reise mit, doch Colwyn braucht mehr Männer. Die findet er schon bald, denn das Trio geht dem entflohenen Sträfling Torquil und seinen Banditen in die Falle. Die Wegelagerer sind aber im Grunde ehrliche Männer, und als Colwyn den königlichen Schlüssel hervorholt, mit dem er Torquil von den Resten seiner Ketten befreien könnte, schließen die Banditen sich ihm an. Einen weiteren Verbündeten findet Colwyn in Rell, einem Zyklopen. Auch die Welt der Zyklopen wurde einst vom Unbeschreiblichen Ungeheuer heimgesucht. Die Zyklopen hatten sich auf einen Handel mit ihm eingelassen - im Austausch gegen eines ihrer Augen hatte das Ungeheuer ihnen die Gabe der Voraussicht versprochen. Doch die Zyklopen wurden betrogen: Das einzige, was sie in der Zukunft sehen können, ist der Tag ihres eigenen Todes...

Der Seher ist nicht in der Lage, den nächsten Standort der Schwarzen Festung zu erkennen, denn seine Fähigkeiten werden durch die Macht des Ungeheuers gestört. Man müsste sich zu einem Ort begeben, an dem das Ungeheuer keine Macht hat. Leider liegt dieser Ort in einem Sumpf und natürlich warten dort schon die Slayers. Im Durcheinander ihres Überfalls wird der Seher von einem Gestaltwandler getötet, der unbemerkt seine Gestalt und Stelle annimmt. Rell durchschaut jedoch den Schwindel und macht den Gestaltwandler unschädlich, bevor dieser Colwyn töten kann. Einer der Gefährten versinkt im Sumpf. Auch der nächste Anschlag eines "Wechselbalgs", der diesmal die Gestalt eines schönen Mädchens angenommen hat, schlägt fehl, denn das Wesen verliebt sich in Colwyn, der seiner Prinzessin aber natürlich treu bleibt. Während Lyssa sich in der Schwarzen Festung der Versuchungen durch das Ungeheuer erwehren muss, sucht Ynir die Witwe im Netz auf - seine ehemalige Geliebte, die nun inmitten eines gigantischen Spinnennetzes haust. Sie kann Ynir helfen und voraussagen, wo die Schwarze Festung am nächsten Morgen erscheinen wird. Ynir bezahlt dieses Wissen, das er gerade noch an seine Freunde weitergeben kann, mit dem Leben, denn niemand darf das Netz der Spinne lebend verlassen.

Wie soll man jetzt innerhalb eines Tages den weiten Weg zur Schwarzen Festung bewältigen? Es gibt nur eine Möglichkeit - die Gefährten müssen eine Herde von Flammenrossen fangen, denn diese Tiere können, wie ihr Name schon vermuten lässt, so schnell galoppieren, dass ihre Hufe Feuer schlagen. Die Festung wird gerade noch rechtzeitig erreicht, bevor sie ihren Standort wechselt. Allerdings wird sie schwer bewacht und so hat die Gruppe weitere Verluste. Erst als Rell eingreift, einige Slayers tötet und die letzte sich schließende Felstür mit dem eigenen Körper blockiert, können die Gefährten eindringen. Rell wird allerdings von der Tür zerquetscht. Im Inneren der Festung werden die Freunde getrennt. Torquil und seine beiden letzten Kameraden geraten in eine Kammer, aus deren Wänden sich spitze Dornen hervorschieben, Ergo muss sich in einen Tiger verwandeln, um die Slayers aufzuhalten. Letztlich stehen Colwyn und Lyssa dem Ungeheuer allein gegenüber - und das Fünf-Klingen-Schwert ist nicht mächtig genug, das Monstrum zu besiegen! Gerade noch rechtzeitig erinnert Lyssa sich an ein altes Hochzeitsritual und überreicht Colwyn eine magische Flamme. Mit dieser Kraft kann der Prinz das Ungeheuer bezwingen und sich selbst und seinen letzten überlebenden Freunden einen Weg aus der zusammenstürzenden Festung ins Freie bahnen. Krull ist befreit und mit dem Tod des Unbeschreiblichen Ungeheuers verschwinden die Trümmer der Schwarzen Festung wieder im All.

Der Film:

Ein Fantasyfilm, der mit einer Einstellung im Weltall beginnt, wo sich die Schwarze Festung wie ein Star Wars - Sternzerstörer majestätisch durchs Bild schiebt... Ritter, die chromglänzende Rüstungen und Motorradhelme tragen... Slayers, die unwillkürlich an Aliens erinnern und Waffen verwenden, aus denen man einen Schuss wie aus einem Lasergewehr abfeuern kann, die man dann aber umdrehen muss, um sie als Stichwaffen zu verwenden... Ein weiser alter Mann, der auch Obi Wan Kenobi heißen könnte und vermutlich auch den gleichen Schneider besucht... Ein fliegender Riesen-Ninjastern, den Colwyn mit Gedankenkraft steuert wie Luke Skywalker sein Lichtschwert... Zyklopen... Kristallspinnen... Gestaltwandler...

Das klingt so, als ob sich da jemand ungeniert bei einer Vielzahl anderer Filme bedient hätte, um sich auch ein Stückchen vom großen Kuchen abzuschneiden, oder - anders ausgedrückt - um auf der SF-/Fantasy-Welle mitzureiten, die in den frühen Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts durch den massiven Erfolg von Star Wars ausgelöst worden ist. Und vermutlich war es auch so. Dennoch ist Krull, so trashig er auch erscheinen mag, einer von diesen Kultfilmen, die ich mir immer wieder gern ansehe. Warum? Weil er alle Elemente für einen klassischen Fantasyfilm enthält, von einem genialen und bombastischen Soundtrack untermalt wird und einfach spaßige Unterhaltung bietet. Klar, die typischen Schwächen solcher Filme findet man auch in Krull - der Film ist von vorne bis hinten unlogisch. Warum ist das Ungeheuer per se böse und was sind überhaupt seine Motive, d.h. was will es eigentlich von den unterentwickelten Leuten auf Krull? Wodurch wird Ynir getötet, wenn die Spinne ihn doch gar nicht anrührt? Wie funktionieren die Waffen der Slayers und warum haben sie nur einen Schuss? Warum stürzt am Ende die Schwarze Festung erst ein, um dann nach oben ins All zu entschwinden? Aber wer verlangt von einem solchen Film schon Logik, wenn er farbenprächtig, unterhaltsam und gut ausgestattet ist. Nebenbei bemerkt: Die Spezialeffekte wirken selbst im heutigen CGI-Zeitalter noch ganz gut.

Man muss auch den Hut vor der schauspielerischen Leistung der Darsteller ziehen. Sie machen die von ihnen dargestellten Figuren glaubhaft und vor allem so sympathisch, dass man trotz der doch etwas episodenhaft wirkenden Story und des ganzen bizarren Settings mitzittern kann. Hätten die Schauspieler sich nicht so enthusiastisch ins Zeug gelegt, dann wäre der Film ganz sicher vollends "gekippt" und man hätte ihn nicht mehr ernst nehmen können. Die klischeebeladenen, voller Pathos vorgetragenen Dialoge wären dann nur unfreiweillig komisch gewesen. Übrigens: In Nebenrollen treten Leute wie Liam Neeson, Robbie Coltrane und Francesca Annis auf - besonders die ersten beiden kennt nach Star Wars - Episode 1 und den Harry Potter - Filmen wohl jeder. Und Hauptdarsteller Ken Marshall begegnen wir in DS9 als Commander Eddington wieder - allerdings mit erheblich weniger Haupthaar, was ihn mir erst recht sympathisch macht... Man sollte den Film übrigens unbedingt in der englischen Sprachversion ansehen, weil die verschiedenen Akzente der britischen Schauspieler viel zur Atmosphäre beitragen und weil die deutsche Synchro oft sehr unglücklich geraten ist.

Wer in den Achtzigern nicht im richtigen Alter war, um sich von einem solchen Film verzaubern zu lassen, der wird ihm heute, im Zeitalter des Herrn der Ringe, vermutlich erst recht kaum noch etwas abgewinnen können. Für mich ist er aber Nostalgie und Magie pur!

Die DVD:

Ich war angenehm überrascht, dass es zu einem solch alten Film, dem seinerzeit kein großer Erfolg beschieden war, überhaupt noch irgendwelches Bonusmaterial gibt. Die ungefähr halbstündige Filmdokumentation stammt aus der Entstehungszeit des Films, also aus den frühen Achtzigern. Darin wird die übliche Mischung aus Interviews und Blicken hinter die Kulissen geboten. Am interessantesten dabei finde ich es immer, dass man die Schauspieler auch mal ohne Maske sehen kann. Beim ersten Audiokommentar kommen einige Schauspieler und der Regisseur zu Wort, der zweite ist eigentlich kein "echter" Kommentar, d.h. der Text stimmt meistens nicht mit dem überein, was man gerade sieht. Es handelt sich um einen vorgelesenen Artikel aus der Zeitschrift "Cinefantastique".

Das Krull-Comic ist ein "Hidden Feature", es wird auf der DVD-Hülle nicht erwähnt. Im Menü mit den Extras sieht man ein kleines Cover-Bild. Wählt man dieses an, so aktiviert man einen fast 40 Minuten langen Comic, der wie eine mit Ton unterlegte Diashow abläuft.




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