Der Tag, an dem die Erde stillstand


Der Tag, an dem die Erde stillstand (USA/Kanada, 2008)
- The Day the Earth Stood Still -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras:
- In-Movie-Features: Audiokommentar, Klaatus geheime Artefakte, Storyboards
- Erschaffe deinen eigenen GORT
- Entfallene Szenen (1:56 Min.)
- Die Neuauflage eines Klassikers (30:06 Min.)
- Die Entstehung von GORT (13:52 Min.)
- Ein Blick in den Weltraum: Die Suche nach außerirdischem Leben (23:08 Min.)
- Der Tag, an dem die Erde "grün" war (14:04 Min.)
- Bildergalerie
- Kinotrailer

Regie:
Scott Derrickson

Hauptdarsteller:
Jennifer Connelly (Dr. Helen Benson)
Keanu Reeves (Klaatu)
Jaden Smith (Jacob Benson)
Kathy Bates (Regina Jackson)
John Cleese (Prof. Karl Barnhardt)




Story

Es gibt nur wenige Planeten in der Milchstraße, auf denen Leben möglich ist. Eine Gruppe hoch entwickelter Zivilisationen wacht über diese Welten. Auch die Erde wird seit langer Zeit beobachtet. Als feststeht, dass die Menschen ihre Heimat bald endgültig zugrunde gerichtet haben werden, entsenden die Außerirdischen ihren Repräsentanten Klaatu zur Erde, um den Planeten zu retten. Klaatu reist mit einer gigantischen leuchtenden Sphäre an. Ähnliche Sphären in verschiedenen Größen wurden vor langer Zeit an verschiedenen Orten auf der Erde versteckt. Eine davon wurde schon vor Jahrzehnten genutzt, um einem Menschen ein wenig Gewebe zu entnehmen, aus dem nun ein Körper für Klaatu geklont wird.

Die Annäherung des unbekannten Flugobjekts bleibt nicht unbemerkt. Die US-Regierung trommelt ein Team zusammen, das sich mit dieser Krise befassen soll. Die Astrobiologin Dr. Helen Benson ist eine von vielen Wissenschaftlern, die jetzt zum Kreis der Eingeweihten rund um Verteidigungsministerin Regina Jackson gehören. Als die Sphäre mitten im New Yorker Central Park landet, stehen Benson und ihre Kollegen sowie Militär und Polizei bereit. Als ein seltsames Wesen die Sphäre verlässt, hat jemand seinen Finger nicht unter Kontrolle. Ein Schuss löst sich, das Wesen stürzt verwundet zu Boden. Ein riesiger Roboter von grob humanoider Form entsteigt der Sphäre und demonstriert seine Macht, indem er die Energieversorgung aller Panzer, Polizeiautos usw. deaktiviert und die Menschen lähmt. Der angeschossene Außerirdische wird in eine Militärbasis gebracht. Erst hier zeigt sich, dass der merkwürdige Körper nur ein Kokon ist. Im Inneren befindet sich Klaatu, dessen Körper freigelegt wird und sich schnell zu einem echten Menschen entwickelt.

Klaatu möchte vor den Vereinten Nationen sprechen, doch Jackson denkt gar nicht daran, ihn gehen zu lassen. Klaatu soll durch eine Wahrheitsdroge gefügig gemacht werden. Helen tut so, als sei sie bereit, ihm das Serum zu verabreichen, verwendet aber nur Kochsalzlösung. Mit seinen überlegenen Fähigkeiten ist es für Klaatu kein Problem, aus der Basis zu fliehen, doch er braucht Helens Hilfe, als seine Wunde wieder aufbricht. Er trifft sich mit einem Artgenossen, der schon seit siebzig Jahren unter den Menschen lebt und zu dem Schluss gekommen ist, dass sich diese zerstörerische Spezies wohl nie mehr ändern wird. Trotzdem liebt er die Menschen, da sie auch gute Eigenschaften haben. Die Entscheidung steht jedoch fest. Helen begreift, dass Klaatu nicht gekommen ist, um der Menschheit zu helfen, sondern um sie auszulöschen, damit sich der Planet erholen kann. Dieser Prozess wird jetzt in Gang gesetzt. Überall auf der Erde starten die versteckten Sphären und bringen die verschiedensten Tierarten in Sicherheit. Eine weltweite Panik bricht aus.

Durch sein Zusammensein mit Helen, deren Stiefsohn Jacob und dem Nobelpreisträger Prof. Barnhardt wachsen in Klaatu allmählich Zweifel an der Rechtmäßigkeit seines Handelns. Währenddessen zerlegt sich Klaatus Roboter in einen Schwarm von Nanomaschinen. Die winzigen Roboter können jegliche Materie in Windeseile auflösen und sich damit selbst reproduzieren. Unaufhaltsam fegt der immer größer werdende Schwarm über die Erde hinweg, um sie von den Menschen und all ihren Werken zu reinigen. Die Jagd auf Klaatu ist längst eröffnet. Jacob misstraut dem Fremden und verrät ihn an die Behörden. Kampfhubschrauber greifen an. Helen wird gefangen genommen, Klaatu entkommt. Jackson lässt Helen später wieder laufen. Ein Kollege hilft ihr, sich mit Klaatu zu treffen, der inzwischen Jacobs Vertrauen gewonnen hat. Mutter und Sohn versöhnen sich. Klaatu kommt zu der Einsicht, dass die Menschen sich ändern können. Gemeinsam versuchen Klaatu, Helen und Jacob die Sphäre im Central Park zu erreichen. Helen und Jacob sind bereits durch Nanomaschinen "infiziert". Klaatu zieht die Nanomaschinen in seinen eigenen Körper und rettet die beiden somit. Anschließend stellt er sich dem Schwarm und berührt die Sphäre, kurz bevor sein menschlicher Körper aufgelöst wird. Die Sphäre startet, alle Nanomaschinen werden deaktiviert. Doch überall auf der Erde fällt der Strom aus - möglicherweise für immer.


Kringels Meinung

Manche alten Science Fiction - Filme eignen sich gut für Remakes, weil man Raumschiffe, fremdartige Kreaturen, exotische Planeten und so weiter mit der heutigen Tricktechnik viel besser und glaubwürdiger auf die Leinwand bringen kann, als es den Filmemachern früher möglich war. Krieg der Welten ist ein ganz gutes Beispiel dafür. Es gibt aber auch SF-Klassiker, die man einfach mal so stehen lassen sollte. Dazu gehört Der Tag an dem die Erde stillstand aus dem Jahre 1951. Dieser alte Schwarzweißfilm hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren, was möglicherweise daran liegt, dass er ohne spektakuläre Spezialeffekte auskommt. Ganz anders das Remake. Schon die Landung der Sphäre im Central Park stellt nichts anderes dar als Effekthascherei. Warum muss dabei eine Druckwelle entstehen? Nur damit Staub aufgewirbelt wird, in dem sich Klaatus Umrisse geheimnisvoll abzeichnen können. Im weiteren Verlauf wird viel gekämpft, Dinge explodieren, die Nanoroboter vernichten alles, was ihnen in die Quere kommt. Spannung kommt trotz allem höchstens in der Anfangsphase bis zu Klaatus Flucht aus der Militäreinrichtung auf. Sobald klar ist, dass Klaatu nur davon überzeugt werden muss, dass die Menschheit auch gute Seiten hat, steht fest, wie kitschig der Film enden wird.

Keanu Reeves kann Michael Rennie, dem Original-Klaatu, nicht das Wasser reichen. Sollte Reeves Charisma haben, so zeigt er hier nichts davon. Vor allem wirkt sein für den Film so wichtiger Sinneswandel nicht ansatzweise überzeugend. Und wenn die Außerirdischen so superschlau sind, wie ihre weit überlegene Technik vermuten lässt, wieso ist dann ein Professor Barnhardt nötig, um Klaatu mit der Nase darauf zu stoßen, dass die Menschheit an genau demselben Abgrund steht, den die Außerirdischen ebenfalls zu überwinden hatten? Auch Klaatus Heimatwelt hat kurz vor der Vernichtung gestanden. Das mag keine selbstverschuldete Katastrophe gewesen sein, aber erst dadurch haben sich die Außerirdischen geändert und sind zu dem geworden, was sie jetzt sind. Klaatu hätte ganz anders vorgehen können. Ein paar Machtdemonstrationen, ein bisschen Technologietransfer, ein paar als Wächter auf der Erde zurückgelassene Riesenroboter und die Sache wäre geritzt gewesen. Jaden Smith erweist sich ab seinem ersten Auftritt als unerträgliche Nervensäge. Ein paar unschöne religiöse Anspielungen (Klaatu geht auf Wasser, heilt durch Handauflegen usw.) sind die Tropfen, die das Fass bei mir zum Überlaufen gebracht haben.

Das Original aus dem Jahre 1951 hatte kein Remake nötig. Eines wie dieses hier schon gar nicht.


Blu-ray-Features

Mit der Fernbedienung können während des laufenden Films jederzeit der Audiokommentar und zwei Bild-im-Bild-Features eingeblendet werden. Diese zeigen CGI-Prävisualisierungen, Produktionsbilder und Storyboards. "Erschaffe deinen eigenen GORT" passt ganz gut zu der Featurette "Die Entstehung von GORT", denn in letzterer wird gezeigt, welche teils ziemlich bizarren Ideen die Designer für das Aussehen dieses Roboters hatten. Aus Einzelteilen einiger Entwürfe kann man selbst einen GORT zusammensetzen. Die kurzen entfallenen Szenen kann man ignorieren und die Doku "Die Neuauflage eines Klassikers" bietet die übliche Mischung aus kurzen Interviews, Hinter-den-Szenen-Material und Filmszenen. Immerhin bekommt man recht viele Ausschnitte des Originals zu sehen.

Viel sehenswerter ist "Ein Blick in den Weltraum", denn hier referieren Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete darüber, unter welchen Bedingungen außerirdisches Leben entstehen könnte und mit welchen Mitteln wir Menschen versuchen, Kontakt mit unseren kosmischen Nachbarn aufzunehmen. Dabei wird unter anderem auf die verschiedenen SETI-Projekte eingegangen. Ich wusste gar nicht, dass im Jahre 1977 ein Signal empfangen wurde (das "Wow-Signal"), bei dem es sich wirklich um einen interstellaren Kommunikationsversuch gehandelt haben könnte, das sich aber nie mehr wiederholt hat. Die UFO-Forschung wird ebenfalls thematisiert. Erstaunlicherweise werden UFO-Meldungen in den USA und Großbritannien durchaus ernst genommen und erforscht.

Ebenfalls interessant: Ein kurzer Beitrag zeigt, dass bei der Produktion dieses Films (erstmals?) Wert auf Nachhaltigkeit, Müllvermeidung usw. gelegt wurde. Normalerweise, so heißt es hier, entsteht bei jeder Filmproduktion massenweise Abfall. Diesmal wurde mehr auf Recyclingmaterial zurückgegriffen, Kulissen wurden aus Holzbruch gebaut, manches wurde mehrfach verwertet, nach Abschluss der Dreharbeiten wurden Kostüme und andere Gegenstände an gemeinnützige Einrichtungen verteilt.


J. Kreis, 24.03.2015




Gastkommentare


Neueste Kommentare stehen oben.


Gastkommentare werden nicht von J. Kreis verfasst und dürfen nicht auf anderen Homepages oder in Printmedien weiterverwendet werden.


Noch keine Gastkommentare vorhanden!


Deine Meinung?

(Bei Klick auf diesen Button öffnet sich ein Kontaktformular in einem gesonderten Fenster)


Seitenanfang


Startseite

Filme