Kingsglaive


Kingsglaive: Final Fantasy XV (Japan, 2016)

Blu-ray, Sony Pictures Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 115 Minuten

Extras:
- Redegewandt: Unglaublicher und inniger Gesang (4:53 Min.)
- Die Verfilmung von "The Kingsglaive": Der Verlauf (6:08 Min.)
- Kingsglaive würdig: Die Entstehung der Welt (5:35 Min.)
- Musik: Die Vertonung von "The Kingsglaive" (6:05 Min.)

Regie:
Takeshi Nozue




Story

In der Welt Eos herrscht Krieg. Das mächtige Imperium von Niflheim erobert ein Land nach dem anderen. Hierzu setzt es neben mit Hightech-Waffen ausgerüsteten Soldaten verschiedene für den Kampf abgerichtete Kreaturen ein. Das Reich Tenebrae wird angegriffen, als dort gerade König Regis Lucis Caelum CXIII aus dem Lande Lucis auf Staatsbesuch ist. Der Angriff gilt Regis und dessen Sohn Noctis. General Glauca, der mächtigste Krieger Niflheims, tötet Tenebraes Königin Sylva Nox Fleuret vor den Augen ihrer Kinder Lunafreya und Ravus. Regis flieht, um Noctis in Sicherheit zu bringen. Er möchte Lunafreya mitnehmen, denn ihr Schicksal ist untrennbar mit dem seines Sohnes verbunden, doch die Prinzessin zieht es vor, bei ihrem Volk zu bleiben. Tenebrae wird von Niflheim erobert. Ravus tritt in die Dienste des Imperators Iedolas Aldercapt. Er gibt Regis die Schuld für den Tod seiner Mutter. In der folgenden Zeit dehnt Niflheim seinen Machtbereich weiter aus. Fast ganz Lucis wird verheert. Nur die Hauptstadt Insomnia bleibt unangetastet, denn sie wird von einer undurchdringlichen magischen Barriere geschützt, erschaffen vom König, der durch einen Ring mit einem in der Zitadelle von Insomnia aufbewahrten magischen Kristall verbunden ist und somit unermessliche Macht gewinnt. Das jahrelange Aufrechterhalten der Barriere zehrt an den Kräften des Königs. Speerspitze der Streitkräfte von Lucis ist die Königsgleve (Kingsglaive), eine Eliteeinheit, deren Mitglieder aufgrund einer besonderen Beziehung zum König magische Fähigkeiten gewinnen. Obwohl die Gleven Übermenschliches bei der Verteidigung Insomnias leisten, sind sie dort nicht besonders hoch angesehen, denn alle Mitglieder der Einheit sind Flüchtlinge aus den Außenländern.

Zwölf Jahre nach dem Überfall auf Tenebrae zieht sich das Imperium nach einem massiven Vorstoß, der selbst von der Königsgleve nicht aufgehalten werden kann, überraschend wieder aus dem Umland Insomnias zurück. Als der imperiale Kanzler in Insomnia vorspricht und einen Waffenstillstand anbietet, wird klar, dass es sich um eine Machtdemonstration gehandelt hat. Das Imperium stellt zwei Forderungen. Ganz Lucis mit Ausnahme der Hauptstadt soll an Niflheim fallen. Prinz Noctis und Prinzessin Lunafreya sollen heiraten. Da Regis spürt, dass seine Kräfte allmählich schwinden, nimmt er das Angebot an. Er veranlasst jedoch, dass Noctis die Stadt verlässt. Die Hochzeit soll an einem sicheren Ort stattfinden. Die Gleve Crowe wird mit dem Auftrag entsandt, Lunafreya dorthin zu eskortieren. Wenig später wird Crowes Leiche gefunden und Lunafreya kommt nach Insomnia. Der von zahlreichen Gardisten geschützte Imperator trifft ebenfalls ein. Viele Mitglieder der Königsgleve halten den Friedensvertrag für Verrat, denn ihre Heimatstädte werden danach unter der Oberhoheit des Feindes stehen. Crowes Tod ist für ihren Kameraden Libertus Ostium der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Er geht in den Untergrund und schließt sich einer Widerstandsorganisation an. Sein Freund Nyx Ulric, einer der besten Kämpfer der Königsgleve, erhält Crowes persönliche Besitztümer. Darunter befinden sich eine Haarspange, die Crowe der Prinzessin schenken wollte, sowie eine Uhr, die zwei Zeiten anzeigt. Während der Feierlichkeiten am Vorabend der Vertragsunterzeichnung lernen sich Nyx und Lunafreya kennen. Nyx überreicht der Prinzessin die Haarspange. Lunafreya verspricht, das Schmuckstück zum Gedenken an Crowe immer zu tragen.

Am nächsten Tag verschwindet Lunafreya spurlos. Nyx begreift, dass Crowes Uhr nicht die Zeit anzeigt, sondern Koordinaten, die sie von einem in der Haarspange versteckten Peilsender empfängt. So findet Nyx heraus, dass Lunafreya entführt wurde und sich an Bord eines imperialen Kampfschiffes befindet. Dieses gehört zu einer Angriffsflotte, die sich unweit der Stadt versteckt hält. Nyx informiert den König und erhält von ihm die Freigabe für den Einsatz der Königsgleve. Lunafreya kann befreit werden, doch es handelt sich um eine Falle. Viele Gleven stehen auf der Seite des Imperiums und ermorden ihre Kameraden. Die Flotte nimmt Kurs auf Insomnia. Dort verüben die ebenfalls mit dem Imperium verbündeten Widerständler Anschläge, gleichzeitig kämpfen sich die imperialen Gardisten zum Kristall vor und stehlen diesen, so dass die Energiebarriere zusammenbricht. Wenig später ist die Invasion in vollem Gange. In der Stadt bricht Chaos aus. Nachdem Nyx und Lunafreya ein krakenartiges Ungeheuer aus dem Arsenal der imperialen Streitkräfte besiegt haben, eilen sie zur Zitadelle. Dort kämpft Regis mit seinen letzten Getreuen gegen Glauca und Ravus, die ihm den Ring entreißen. Doch nur wer in den Augen der Alten Könige von Lucis würdig ist, darf den Ring tragen. Ravus ist unwürdig und geht in Flammen auf. Regis gibt den Ring an Lunafreya weiter. Er stellt sich Glauca entgegen, um Lunafreya die Flucht zu ermöglichen. Nyx soll sicherstellen, dass sie Noctis erreicht. Glauca tötet Regis, woraufhin Nyx alle magischen Kräfte verliert. Die Situation scheint aussichtslos zu sein, denn Imperator Aldercapt setzt nun die Siecher gegen Insomnia ein. Diese gigantischen Daemonen besitzen ungeheure Zerstörungskraft. Sie legen die Stadt in Schutt und Asche.

Nyx und Lunafreya werden von dem verräterischen Gleven Luche Lazarus in die Enge getrieben. Er gibt freimütig zu, Crowe ermordet zu haben, schießt Nyx nieder und nimmt den Ring an sich, erleidet aber das gleiche Schicksal wie Ravus. Drautos, Hauptmann der Königsgleve, kommt hinzu. Er wird von Libertus (der nichts vom Verrat der Widerständler gewusst hat) attackiert. So stellt sich heraus, dass Drautos mit Glauca identisch ist. Als Glauca sich anschickt, Lunafreya zu töten, streift Nyx den Ring über. In der Geisterwelt steht er den Alten Königen gegenüber, zu denen nun auch Regis gehört. Nyx wird für unwürdig gehalten, zumal er nicht von königlichem Blute ist. Doch Regis spricht für ihn und bewegt die Alten Könige dazu, ihm ihre Kraft wenigstens bis zum Sonnenaufgang zu leihen. Der Preis dafür ist sein Leben. Zurück in der realen Welt hält Nyx Glauca auf, so dass Libertus und Lunafreya, die den Ring an sich nimmt, fliehen können. Für den Kampf gegen die Siecher erweckt Nyx die in der ganzen Stadt verteilten Riesenstatuen der Alten Könige zum Leben. Nach hartem Kampf fügt Nyx Glauca eine tödliche Wunde zu und wird selbst schwer verwundet. Sein Ende kommt, als die Sonne aufgeht. An der Stadtgrenze trennt sich Lunafreya von Libertus. Sie mischt sich unter den Flüchtlingsstrom, um unerkannt nach Noctis suchen zu können.


Kringels Meinung

Meine Güte, ist das alles lange her! Siebzehn Jahre sind vergangen, seit ich zuletzt ein Videospiel aus der legendären Reihe "Final Fantasy" gezockt habe, es war der achte Teil. Final Fantasy VII - Advent Children, den letzten im FF-Universum angesiedelten Film, habe ich vor zehn Jahren gesehen. Vielleicht ist es ja an der Zeit, dass ich mich mal an den aktuellen (fünfzehnten) Teil der Spielereihe heranwage. Wenn ich wissen will, wie Lunafreyas Geschichte weitergeht, muss ich das wohl tun, denn der Film hat ein offenes Ende. In einer Szene nach dem Abspann ist Prinz Noctis zu sehen, wie er mit einigen Freunden nach Altissia fährt. Diese Reise unternimmt er auf Anweisung seines Vaters, wie man im Film "Kingsglaive" erfährt. Er hat eine Autopanne - und damit beginnt das Spiel "Final Fantasy XV". Im Film wird nicht erklärt, warum es so wichtig ist, dass er und Lunafreya zusammenkommen. Vermutlich handelt es sich dabei um das zentrale Thema des Spiels. Man muss also das Spiel kennen, um die Handlung des Films ganz durchschauen zu können. Die Geschichte mag nichts Außergewöhnliches sein und sicherlich hätte man aus der Thematik mehr herausholen können, aber ich habe schon Filme mit dünnerer Handlung gesehen. Man muss weder ein Videospiel aus der Reihe "Final Fantasy" gezockt noch einen der älteren Filme gesehen haben, um der Handlung von "Kingsglaive" folgen zu können. Dennoch finde ich es ärgerlich, dass ein wesentliches Element der Geschichte im Film so nebulös bleibt.

Meiner Meinung nach bleibt die Logik manchmal auf der Strecke. Wenn ich mich nicht verhört habe, dann hat der König den Angriff auf Insomnia vorhergesehen. Es war also zu befürchten, dass er den magischen Ring verlieren würde. Ohne Ring könnte Noctis die Nachfolge des Königs nicht antreten. Wenn der Ring somit unbedingt an den Nachfolger gehen muss, aber zur Ausübung der Magie offensichtlich nicht gebraucht wird (der König kann seine Kräfte auch dann noch einsetzen, als sich der Ring längst in Lunafreyas Besitz befindet), wieso wurde er Noctis dann nicht mitgegeben? Warum musste der Friedensvertrag überhaupt genau dort unterzeichnet werden, wo sich das Herz der Verteidigung Insomnias (der Kristall) befindet? Warum nicht an einem möglichst weit davon entfernten Ort am Stadtrand, wenn es schon unterhalb der Kuppel sein musste? Dann hätten es die Angreifer nicht so leicht gehabt, in den nebenbei bemerkt erstaunlich schlecht bewachten Raum zu gelangen, in dem der Kristall aufbewahrt wird. Im Grunde hätte man sich ebenso gut außerhalb der Kuppel an einem neutralen Ort treffen können. Und zu guter Letzt frage ich mich, wie Drautos eigentlich seine zwei Jobs unter einen Hut gebracht hat. Er ist ja gleichzeitig Hauptman der Königsgleve und General der imperialen Streitkräfte. Es kommt mir sehr merkwürdig vor, dass dieses Doppelleben zwölf Jahre lang niemandem aufgefallen sein soll.

Das sind aber auch schon die einzigen echten Kritikpunkte, ansonsten habe ich an "Kingsglaive" wenig auszusetzen. Es wird ein bildgewaltiges Actionspektakel mit dynamischen Kämpfen und großmaßstäblichen Zerstörungen geboten, das sich nicht hinter Megamonsterfilmen wie zum Beispiel Pacific Rim verstecken muss. Tatsächlich halte ich den epischen Endkampf sogar für ein kleines bisschen zu lang. Viel interessanter finde ich die Vermischung von Fantasy und Science Fiction. Hightech und Magie, Energiewaffen und Schwerter werden gleichzeitig eingesetzt, so wie im Design der Architektur, der Kleidung, den Gebrauchsgegenständen, den Waffen usw. barockes Übermaß und nüchterne Zweckmäßigkeit Seite an Seite zu finden sind. Es wirkt so, als habe Insomnia die etwas heruntergekommenen Überreste einer älteren Stadt, die mir verdächtig nach New York aussieht, mit ihren blitzblanken Wolkenkratzern überwuchert. Unten, in den älteren Bereichen, lebt das einfache Volk. Der König und sein Gefolge residieren in Palästen voller goldener Ornamente und sonstiger Verzierungen. So entsteht ein verblüffendes Nebeneinander von Objekten, die direkt unserer Welt entnommen sein könnten, und fremdartigen Elementen. Unangenehm aufgefallen ist mir dabei nur, dass es die Automarke Audi in dieser Welt offensichtlich (noch) gibt, und nicht nur das: Man benutzt Fahrzeugmodelle, die auch auf unseren Straßen unterwegs sind! Was soll das sein? Product Placement? Auf jeden Fall wirken diese Autos extrem deplatziert und störend.

Ich habe noch gar nicht erwähnt, dass "Kingsglaive" ein reiner CGI-Animationsfilm ist, das heißt, es treten keine echten Schauspieler auf und nichts ist real. Die Qualität der Computergrafiken ist leider nicht ganz einheitlich. Solange keine Menschen zu sehen sind, gibt es rein gar nichts zu kritisieren. Im Gegenteil! Gebäude, Kampfmaschinen, Daemonen usw. wirken absolut realistisch, da bin ich aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Auch bei Nahaufnahmen von Personen ist mir mehrmals die Kinnlade runtergeklappt. Dumm nur, wenn in der nächsten Szene eine nicht ganz lebensechte Animation, eine leicht matschige Gesichtstextur oder ein anderer minimaler Fehler zu sehen ist. Dann rutscht der Fotorealismus ins "Uncanny Valley" ab. Insgesamt bin ich mit "Kingsglaive" durchaus zufrieden. Das vermutlich beabsichtigte Ziel wurde auf jeden Fall erreicht: Ich bin jetzt neugierig auf das Spiel "Final Fantasy XV".


Blu-ray-Features

Die vier kurzen Featurettes sind nicht sehr aussagekräftig. Immerhin bekommt man die Schauspieler beim Synchronisieren der Dialoge zu sehen - interessanterweise wurden nicht sie fürs Motion- bzw. Performance-Capturing herangezogen, sondern andere Darsteller. Neben Konzeptzeichnungen und schönen Artworks sowie 3D-Modellen der Hauptfiguren wird das Orchester bei den Proben gezeigt. Hinzu kommen Filmausschnitte und Interviews mit den Schauspielern, dem Regisseur und so weiter. Die Interviews enthalten kaum mehr als Eigenlob ...


J. Kreis, 27.07.2017




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