Kick-Ass 2


Kick-Ass 2 (USA/GB, 2013)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: ca. 103 Minuten

Extras:
- Audiokommentar mit Aaron Taylor-Johnson, Christopher Mintz-Plasse, Chloe Grace Moretz und Jeff Wadlow
- Alternativer Anfang mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs (3:14 Min.)
- Big Daddy kehrt zurück: Die nicht gedrehte Szene mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs (2:07 Min.)
- Erweiterte Szenen mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs (14:04 Min.)
- Das Makin-of von Kick-Ass 2 (49:24 Min.)
- Hit Girl greift an: Die Wagen-Sequenz entsteht (5:15 Min.)

Regie:
Jeff Wadlow

Hauptdarsteller:
Aaron Taylor-Johnson (Dave Lizewski - "Kick-Ass")
Chloe Grace Moretz (Mindy Macready - "Hit Girl")
Christopher Mintz-Plasse (Chris D'Amico - "Der Motherfucker")
Omari Hardwick (Marcus Williams)
Jim Carrey (Sal Bertolinni - "Colonel Stars and Stripes")
Lindy Booth (Miranda Swedlow - "Night Bitch")
Olga Kurkulina (Katryna Dubrovsky - "Mother Russia")
Garrett M. Brown (Mr. Lizewski)
Claudia Lee (Brooke)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Kick-Ass

Aus den guten Vorsätzen der Möchtegern-Superhelden wird nichts. Dave langweilt sich, zu gern würde er wieder im Kick-Ass-Kostüm für das Gute kämpfen. Mindy hatte nie vor, brav die Schule zu besuchen. Sie wird jeden Tag von ihrem Vormund Detective Williams dort abgesetzt, verschwindet aber sofort, um als Hit Girl auf Verbrecherjagd zu gehen. Dave trainiert mit ihr und legt sich somit allmählich respektable Muskelpakete zu. Doch eines Tages kommt Williams Mindy auf die Schliche. Sie muss ihm hoch und heilig versprechen, endlich ein normales Leben zu führen. Unter "normal" versteht Williams unter anderem, dass Mindy Anschluss an die Mädelsclique ihrer Schule findet, was er selbst arrangiert. Damit fangen Mindys Probleme aber erst richtig an, denn sie wird unabsichtlich zur Rivalin der Highschool-Schönheit Brooke. Da sich Mindy nicht mehr mit Dave (der inzwischen auch noch von seiner Freundin verlassen wurde) treffen darf, nimmt Kick-Ass Kontakt mit seinen Nachahmern auf. Zahlreiche von der Polizei enttäuschte Normalbürger patrouillieren kostümiert durch die Stadt, ohne wirklich etwas ausrichten zu können. Unter der Anleitung des geläuterten Ex-Mafiakillers "Colonel Stars and Stripes" bildet sich jedoch die nach höheren Zielen strebende Superheldengruppe "Justice Forever". Diese Helden leisten zunächst gemeinnützige Arbeit, zum Beispiel in Suppenküchen, und werden deshalb geduldet. Kick-Ass macht mit, als die Gruppe einen Mädchenhändlerring zerschlägt. Kick-Ass und sein Teammitglied "Night Bitch" werden ein Paar. Daves Vater macht sich Sorgen und muss feststellen, dass sich sein Sohn keineswegs mit Drogen oder Schweinkram beschäftigt, wenn er sich in seinem Zimmer einschließt. Er versucht Dave dazu zu bringen, das Kick-Ass-Kostüm endgültig an den Nagel zu hängen. Daraufhin zieht Dave aus und wohnt künftig bei seinem Schulfreund Marty, der zu Justice Forever gehört.

Chris D'Amico sinnt immer noch auf Rache für den von Kick-Ass verschuldeten Tod seines Vaters, steht aber unter der Fuchtel seiner Mutter und kommt kaum vor die Tür. Eines Tages löst Chris mehr oder weniger versehentlich einen Kurzschluss an der Sonnenbank aus, so dass seine Mutter geröstet wird. Somit ist er Alleinerbe des beträchtlichen Familienvermögens. Er will jetzt nicht mehr der Superheld "Red Mist" sein, sondern ein Superschurke namens "Der Motherfucker", und Geld ist seine Superkraft. Damit stellt er ein Team kostümierter Schergen zusammen, die ihm helfen sollen, Kick-Ass zu vernichten. Darüber hinaus gewinnt er durch Prahlerei im Internet eine große Anhängerschaft. Motherfuckers mächtigste Waffe ist die ehemalige KGB-Killerin "Mother Russia". Ihr erstes Opfer ist der Colonel, denn dem Motherfucker ist nicht verborgen geblieben, dass Kick-Ass zu Justice Forever gehört. Dann überfällt er Night Bitch, deren Adresse er im Hauptquartier des Colonels gefunden hat, und lässt sie von seinen Leuten krankenhausreif schlagen. Bei dieser Aktion tötet Mother Russia mindestens zehn Polizisten. Der Polizeichef greift hart durch und lässt alle Kostümierten verhaften, egal ob sie sich für Helden oder Schurken halten. Um seinen Sohn zu schützen, gibt sich Mr. Lizewski als Kick-Ass aus und wird in Untersuchungshaft genommen. Mindys Sozialisierungsversuche scheitern. Brooke zettelt eine böse Intrige gegen sie an und macht ihr auf drastische Weise klar, dass sie niemals zur elitären Schülerclicque gehören wird. Daraufhin trifft sich Mindy verbotswidrig mit Dave, der ihr erklärt, dass sie nicht versuchen sollte, den Erwartungen anderer Menschen zu entsprechen, sondern ihr eigenes Leben zu leben. Mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattet demütigt Mindy Brooke und deren Freundinnen vor aller Augen in der Mensa.

Motherfucker kommt dahinter, wer der hinter Gittern sitzende vermeintliche Kick-Ass wirklich ist, lässt ihn ermorden und schickt Dave ein Foto von der Leiche. Die Polizei ist machtlos, denn niemand weiß, wo der Motherfucker seine Geheimbasis hat. Bei der Beerdigung greifen Motherfuckers Schergen an und entführen Dave. Mindy lässt ihren Freund nicht im Stich, schaltet alle Killer bis auf einen aus und bringt den letzten dazu, das Versteck des Motherfuckers zu verraten. Kick-Ass und Hit Girl rufen alle Superhelden zusammen und stellen sich dem Motherfucker entgegen, der gerade dabei ist, die Schar seiner Gefolgsleute darauf einzuschwören, mit improvisierten Bomben Chaos und Zerstörung in der Stadt anzurichten. Eine Massenschlägerei bricht aus. Während sich Kick-Ass seiner Nemesis Motherfucker annimmt, hat Hit Girl einen schweren Stand gegen Mother Russia. Durch eine Adrenalinspritze aufgeputscht obsiegt Hit Girl schließlich doch. Der Motherfucker stürzt durch ein Glasdach. Kick-Ass hält ihn fest, doch der Motherfucker reißt sich los, um als Märtyrer zu sterben. Er überlebt, da er in ein Haifischbecken stürzt, in welchem eigentlich Kick-Ass hätte entsorgt werden sollen. Der hungrige Hai tut sich an Motherfuckers Gliedmaßen gütlich. Alle Superschurken werden verhaftet. Mindy verlässt New York. Sie wird polizeilich gesucht, weil sie bei Daves Befreiung mehrere Menschen mit der Waffe ihres Vormunds erschossen hat. Die Mitglieder von Justice Forever tun weiterhin Gutes - aber nicht im Kostüm, sondern als ganz normale Bürger. Dave trainiert weiter, denn vielleicht wird Kick-Ass ja noch gebraucht.


Kringels Meinung

Wie schon beim ersten Teil kann man sich fragen: Ist das eine Superhelden-Parodie? Eine Hommage an Superhelden-Comics? Oder ganz einfach nur ein weiterer Superheldenfilm? Auch "Kick-Ass 2" basiert auf einem mir nicht bekannten Comic von Mark Millar, der noch weit derber sein soll als der Film. So wird dem armen Colonel im Comic der Kopf seines Hundes Eisenhower angenäht. "So böse sind wir nun auch wieder nicht", sagt Motherfucker im Film... Trotzdem ist die Gewaltdarstellung wieder sehr heftig, und sie wird derart genüsslich zelebriert, dass ich sagen würde: Nein, mit Satire hat das nichts zu tun. Allenfalls die Totalvernetzung der Superhelden und -schurken via Youtube, Facebook, Twitter usw., mit der sie ihre Erfolge zelebrieren, eine Anhängerschaft gewinnen und ihre Feinde verhöhnen, mag als gesellschaftskritisches Element durchgehen. Nur mehr so nebenbei stellt sich Dave die berechtigte Frage, ob er alles Schreckliche, das ihm und seinen Verwandten/Freunden widerfahren ist, womöglich selbt verschuldet hat. Ob es also ohne Superhelden vielleicht nie Superschurken gegeben hätte. Das ist fein beobachtet, spielt aber für den Film keine Rolle. Das ist nur die übliche temporäre Krise, die jeder Superheld irgendwann durchmacht. Ich bezweifle nicht, dass Kick-Ass auch in einem dritten Teil wieder die Schlagstöcke schwingen wird. Denn er ist ja inzwischen vom harmlosen Nerd zum coolen Waschbrettbauch mutiert. Schade eigentlich...

Besser gelungen finde ich Mindys Versuche, ein normales Leben zu führen. Sie könnte einen Mann mit dessen Finger töten, erkennt aber nicht, dass ihre neuen Freundinnen keineswegs ihr Bestes wollen. Mindys Reaktion, als ihr in Brookes plüschig-pastelligem Mädchenzimmer ein Boygroup-Video gezeigt wird, ist sehenswert. Ist das nun aufkeimende Leidenschaft oder unterdrückter Abscheu? Man weiß es nicht. Jedenfalls wird Mindy übel vorgeführt und ihr wird klar, dass sie nie dazugehören wird. Dass sie sich nach alldem entschließt, ihr eigenes Leben als Hit Girl zu leben, ist da nur folgerichtig, wenn auch völlig unrealistisch. Aber um Realismus geht es in diesem Film ja wahrscheinlich nicht. Das wird spätestens klar, als Chris D'Amico seine Mutter grillt und anschließend ihre SM-Ausstattung zweckentfremdet, um zu Motherfucker zu werden. Diese Figur ist heillos überzeichnet, hat aber einige der besten Szenen. Jim Carrey, der fast nicht wiederzuerkennen ist, verabschiedet sich leider viel zu früh aus der Handlung. "Colonel Stars and Stripes", ehemaliger Auftragsmörder und jetziger wiedergeborener Christ, wäre für die eine oder andere Spitze in Richtung Religionsfanatismus und Selbstjustiz gut gewesen. Diese Chance wurde verschenkt.

Der Humor ist nicht nur schwarz, sondern außerdem oft ziemlich zotig. Etwa wenn der Schäferhund des Colonels auf das Kommando "Schwanz!" hin an entsprechender Stelle zubeißt. Oder wenn Mindy ihre zickigen Widersacherinnen mit einem kleinen Gerät traktiert, das irgendwelche Wellen aussendet, welche zu imperativem Brechdurchfall führen. Und so schießt den armen Mädels oben und unten weißes bzw. braunes Zeug aus diversen Körperöffnungen. Köstlich dagegen finde ich die verschiedenen "Superhelden" und "Superschurken". Manche wie die unverwüstliche und an Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten erinnernde Mother Russia sind ja tatsächlich wahre Kampfmaschinen, die meisten anderen wirken dagegen eher wie die Besucher eines lustigen Kostümballs. Aber ihre detailverliebten Kostüme und Waffen (sowie Motherfuckers ganz nach dem Geschmack eines Möchtegern-Machos eingerichtetes Geheimversteck) zeigen, mit wieviel Phantasie hier gearbeitet wurde.

Was mir an "Kick-Ass 2" trotz aller Schwächen uneingeschränkt gefällt, ist die Tatsache, dass nicht auf ein Massenpublikum geschielt und keine niedrige Altersfreigabe angestrebt wurde. Der Film reicht meiner bescheidenen Meinung nach zwar nicht an den ersten Teil heran und hat im Grunde nichts wirklich Neues zu bieten, macht mit seiner übertriebenen Action und den bizarren Figuren aber immer noch Spaß.


Blu-ray-Features

Das "Making-of" erhält die übliche Mischung aus Interviews, Hinter-den-Szenen-Material und Filmausschnitten. Es war für mich eigentlich nur aus zwei Gründen interessant. So sieht man, was für eine Seele von Mensch Olga Kurkulina in Wahrheit ist und welche Strapazen sie bei den Stunts auf sich genommen hat. Bei den Dreharbeiten macht sie einen wirklich sympathischen Eindruck und es war schwer für sie, nicht zu lächeln, sondern böse aus der Wäsche zu gucken. Außerdem wusste sie nicht, wie man saftige Hiebe verteilt, ohne sich selbst die Hand zu brechen! Der zweite Grund ist Jim Carrey, von dem es keine Interviews gibt und der von den anderen Schauspielern in den höchsten Tönen gelobt wird. Dazu muss man wissen, dass Carrey kurz vor dem Kinostart des Films jegliche Unterstützung für die Werbekampagne verweigert und außerdem eine Art Aufschrei über die Gewaltdarstellung verbreitet hat...

Im alternativen Anfang sieht man, wie Kick-Ass durch die Straßen New Yorks patrouilliert, in einen Hinterhalt gelockt und erschossen wird. War nur ein Alptraum - Dave kommt im Bett neben seiner Freundin zu sich. Geplant aber nicht gedreht wurde eine Szene, in der Hit Girl eine Vision von Big Daddy hat. Die entsprechenden Storyboards gehören zum Bonusmaterial. Von den elf erweiterten Szenen ist im Grunde nur eine interessant, in der einige Kick-Ass-Nachahmer interviewt werden. In einer anderen sieht man, was aus Eisenhower wurde. Man hat ihn tatsächlich nicht getötet, und am Ende rächt er den Tod seines Herrchens durch einen herzhaften Biss in die Kronjuwelen des Motherfuckers!


J. Kreis, 23.10.2014




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