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Kampfstern Galactica Kampfstern Galactica - Der Kinofilm (USA, 1978)
DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 124 Minuten

Extras
Produktionsnotizen (Texttafeln), Universal-Weblink

Regie:
Richard A. Colla

Hauptdarsteller:
Lorne Greene (Commander Adama)
Richard Hatch (Captain Apollo)
Dirk Benedict (Lt. Starbuck)
Herbert Jefferson (Lt. Boomer)
Maren Jensen (Athena Adama)
Terry Carter (Colonel Tigh)
John Colicos (Baltar)




Inhalt:

Vor Tausenden von Jahren haben die Menschen 12 Planeten besiedelt. Jeder dieser Kolonien stehen sogenannte "Kampfsterne" zur Verfügung, gigantische Trägerraumschiffe, die über eine schwere Bewaffnung und über Flottillen aus Dutzenden von Viper-Kampfjägern verfügen. Diese Militärmacht wird benötigt, um die Kolonien gegen die Angriffe des Roboterimperiums der Zylonen zu schützen. Nach einem fast tausendjährigen Krieg gegen die Zylonen scheint der Frieden in greifbare Nähe zu rücken, als Baltar, ein Mitglied des Rats der 12 Kolonien, Verhandlungen mit den Robotern herbeiführen kann. Commander Adama, Befehlshaber des Kampfsterns GALACTICA von Caprica, hat Zweifel an Baltars Aufrichtigkeit und am Friedenswillen der Zylonen. Wie berechtigt diese Zweifel sind, stellt sich heraus, als die Zylonen just am Tag der entscheidenden Friedensgespräche massiv angreifen. Mit einem einzigen Schlag vernichten die Zylonen fast die gesamte Kampfstern-Flotte, die für die Friedensverhandlungen zusammengezogen worden ist und durch den Angriff völlig überrumpelt wird. Die schutzlosen Kolonien werden in Schutt und Asche gelegt, Milliarden Menschen sterben. Das einzige Ziel der Zylonen besteht nämlich in der Ausrottung der Menschheit - Baltar hat sein eigenes Volk verraten und den Überraschungsangriff ermöglicht, um mit den Zylonen einen Separatfrieden für seine eigene Kolonie auszuhandeln. Leider erweisen sich die Roboter als genauso verräterisch wie Baltar; sie vernichten auch seinen Planeten. Baltar selbst verliert seinen Kopf, weil es ihm nicht gelungen ist, den letzten Kampfstern der Menschheit zu stellen...

... denn die GALACTICA ist der Vernichtung entkommen. Adama, dessen Frau auf Caprica ums Leben gekommen ist und dessen jüngerer Sohn Zac von den Zylonen getötet wurde, läßt einen Funkspruch absetzen, mit dem alle Überlebenden des Genozids aufgerufen werden, sich mit allen noch flugfähigen Raumschiffen der GALACTICA anzuschließen. So hängt sich alsbald ein Troß aus ca. 220 uralten Frachtern, Privatyachten und sonstigen zivilen Raumfahrzeugen aus allen Kolonien an den Kampfstern. Gemeinsam verläßt man den Bereich der 12 Kolonien und flieht vor den Zylonen in die Tiefen des Alls. Dort soll sich den Legenden zufolge eine verschollene dreizehnte Kolonie befinden, oder vielleicht die Urheimat der Menschen: Ein Planet, genannt "Erde". Dieser Planet soll zur Zuflucht der Flüchtlinge werden. Zunächst einmal gilt es, der prekären Lage auf den teilweise nur noch durch Rost und Hoffnung zusammengehaltenen Zivilschiffen Herr zu werden. Die Lebensmittel werden knapp und es gibt viele Verletzte und Kranke, die versorgt werden müssen. Die Stimmung ist natürlich mehr als gespannt, Konflikte zwischen den Flüchtlingen sind an der Tagesordnung. Captain Apollo, Adamas älterer Sohn, führt die GALACTICA durch ein Minenfeld zum Planeten Carillion, wo noch Menschen in einer Art Urlaubsparadies mit Spielcasino leben. Dort scheint es Vorräte in Hülle und Fülle zu geben, außerdem können sich die erschöpften Kämpfer der GALACTICA hier etwas Ruhe gönnen. In Wirklichkeit ist der Planet eine Falle: In unterirdischen Kavernen lebt ein Insektenvolk, das mit den Zylonen paktiert, die dort eine Garnison haben. Sie wollen die Krieger den Zylonen ausliefern, den Rest der Flüchtlinge wollen sie als lebende Brutkästen für ihre Larven nutzen.

Mehr und mehr Leute von der GALACTICA und aus den Flüchtlingsschiffen begeben sich nach Carillion. Auf dem Kampfstern entwickelt sich ein Konflikt, als der neue koloniale Rat von Adama fordert, auf Carillion zu bleiben und die Schiffe zu entwaffnen, um doch noch zu einem Frieden mit den Zylonen zu kommen. Der Rat plant, diese Forderung bei einer Zeremonie zu Ehren der Kampfjägerpiloten auf Carillion öffentlich auszusprechen. Das, so argwöhnt Adama, wäre der perfekte Zeitpunkt für einen Angriff der Zylonen, denn wer sollte die Viper-Jäger bemannen, wenn alle Krieger wegen der Zeremonie auf dem Planeten sind? Der Commander greift zu einer List: Es werden einfach alle möglichen Techniker und sonstigen Leute in Krieger-Uniformen gesteckt und zur Zeremonie geschickt. Die echten Piloten verstecken sich derweil mit ihren Jägern an einer anderen Stelle. Als die Zeremonie beginnt, überschlagen sich die Ereignisse, denn Apollo und sein Freund Starbuck haben bereits entdeckt, welches Geheimnis sich in den Kavernen Carillions verbirgt. Sie werden von einigen Zylonen verfolgt, die mitten in die Zeremonie hineinplatzen und für Chaos sorgen. Gleichzeitig nähert sich aus dem All ein Zylonen-Basisschiff, um die vermeintlich wehrlose GALACTICA zu vernichten. Doch da steigen die Viper-Jäger auf und heizen den überraschten Zylonen ordentlich ein. Apollo und Starbuck locken das Basischiff näher an den Planeten heran, indem sie den Zylonen weismachen, weitere Viper-Geschwader würden sich nähern. Das Basisschiff kommt der Oberfläche zu nahe und wird durch die Explosion des Planeten mit in den Untergang gerissen. Die GALACTICA und die Flüchtlingsflotte können sich endgültig auf den Weg zur Erde machen.

Der Film:

"Kampfstern Galactica - Der Kinofilm" ist ein Zusammenschnitt der ersten drei Episoden der gleichnamigen Fernsehserie. Aus anderen Episoden wurden zwei weitere Filme zusammengeschnitten, nämlich "Mission Galactica - Angriff der Zylonen" und "Das Ende einer Odyssee" (letzteren habe ich damals sogar im Kino gesehen). Es gibt einige inhaltliche Unterschiede zwischen den Pilot-Episoden und der hier vorgestellten Filmversion, die sich durch die Schnitte ergeben. In der Filmversion z.B. wird Baltar von den Zylonen geköpft - in den TV-Episoden ist dies nicht der Fall, was auch erklärt, warum er in "Angriff der Zylonen" wieder mit von der Partie ist. Andererseits gibt es wiederum in der Filmversion Szenen, die in den Pilot-Episoden nicht zu sehen waren, z.B. ein kurzes Gespräch zwischen Apollo und Starbuck über die "alten Zeiten", nachdem Apollo seinem Bruder erlaubt hat, mit auf Patrouille zu fliegen. In der Filmversion wird nie ganz klar, woher die Zylonen überhaupt kommen und warum sie die Menschen ausrotten wollen. In der Fernsehserie gehören die Zylonen zu einer Allianz aus mehreren Völkern, die den Menschen feindlich gegenüberstehen - wahrscheinlich wegen konkurrierenden territorialen Ansprüchen.

Wenn man sich die Filme oder die Serie anschaut, merkt man natürlich sehr schnell, daß man es mit einem Plagiat von Star Wars zu tun hat, jedenfalls insofern, als die Modelle der Raumschiffe dem großen Vorbild sehr ähneln. Kein Wunder: In beiden Fällen wurden die Spezialeffekte ja auch von John Dykstra entworfen. Offenbar wollte man sich damals ein Scheibchen vom großen Erfolg des Kriegs der Sterne abschneiden. Das mußte wohl vor allem schnell geschehen, denn vieles wirkt unausgegoren und nicht richtig durchdacht. So werden verschiedene, widersprüchliche Begriffe für ein und dasselbe Objekt verwendet (z.B. "Laser-Torpedos" und "Turbolaser"), anderes Technobabble und auch so manche Requisiten erfüllen sogar überhaupt keinen anderen Zweck als den, gut zu klingen bzw. gut auszusehen. Warum müssen Zylonenjäger z.B. bemannt sein, wenn es ein Computer auch tun würde? Antwort: W.e.g.a. (Weil es gut aussieht)! Allerdings greift der Plagiatsvorwurf doch nicht ganz, denn die (Hintergrund-)Geschichte unterscheidet sich doch sehr von "Star Wars".

Sieht man nach langer Zeit einen alten Kultfilm nochmals, von dem man als Kind begeistert war, stellt sich oft recht schnell Ernüchterung ein. Interessanterweise war das bei "Kampfstern Galactica" nicht so! Das liegt einerseits an der interessanten Grundidee, der zufolge die Erde nur eine von vielen Kolonien ist, die vor langer Zeit von den Menschen gegründet worden sind. Man beachte die "ägyptisch" anmutenden Helme der Kampfflieger, die aus der Mythologie verschiedener Völker entnommenen Namen und andere Parallelen. Andererseits werden sympathische Hauptfiguren eingeführt, die so simpel gestrickt sind, daß man sich leicht mit ihnen identifizieren kann, und die chromglänzenden, etwas tolpatschigen Zylonen mit dem charakteristischen roten Licht anstelle der Augen sind einfach nur kultig. Außerdem sind die Spezialeffekte, vor allem die fein und detailreich ausgearbeiteten Modelle, auch heute noch ein Fest für die Augen. Auch die eigenartigen, "doppelgesichtigen" Sängerinnen auf Carillion sind auch heute noch ein Hingucker. Leider werden manche Effektszenen immer wieder verwendet, was doch ziemlich stark auffällt. Die zahlreichen Schwächen, Logikbugs und lächerlichen Elemente (z.B. der grauenhafte "Roboterhund") fallen dem gegenüber kaum ins Gewicht. Wen stört es schon, daß man im Vakuum des Alls Triebwerksgeräusche und Schüsse hören kann? Oder daß die Viper-Jäger so fliegen, als ob sie sich durch eine Planetenatmosphäre bewegen würden? Oder daß offenbar alle Schiffe im Normalraum mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen können?

Die DVD:

Okay, die DVD war billig, aber ein bißchen mehr Ausstattung außer den üblichen mageren Informationen zu Cast, Crew und Produktionsprozeß in Form von Texttafeln und dem sinnlosen Weblink hätte ich mir gerade bei diesem Film schon gewünscht. Zum Glück gibt es im Internet einige gut gemachte Fan-Seiten, auch in deutscher Sprache, die eine Fülle von Informationen enthalten. Googelt einfach mal nach den Begriffen "Kampfstern Galactica" oder "Battlestar Galactica".

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