Justice League


Justice League (USA/GB/Kanada, 2017)

Blu-ray, Warner Bros Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 120 Minuten

Extras:
- Die Rückkehr von Superman (2:04 Min.)
- Die Entstehung der Justice League (14:10 Min.)
- Das Herz der Justice League (11:52 Min.)
- Die Technologie der Justice League (8:14 Min.)
- Justice League: Die neuen Helden (12:24 Min.)
- Steppenwolf (3:03 Min.)
- Hinter den Kulissen (15:16 Min.)
- Die Kostüme der Justice League (10:21 Min.)

Regie:
Zack Snyder

Hauptdarsteller:
Ben Affleck (Bruce Wayne / Batman)
Gal Gadot (Diana Prince / Wonder Woman)
Ray Fisher (Victor Stone)
Henry Cavill (Clark Kent / Superman)
Ezra Miller (Barry Allen)
Jason Momoa (Arthur Curry / Aquaman)
Amy Adams (Lois Lane)




Inhalt

Zur Vorgeschichte siehe Batman v Superman: Dawn of Justice.

Superman wird auf der ganzen Welt betrauert. Es kommt zu Unruhen, denn ohne den Helden verlieren viele Menschen jegliche Hoffnung. Durch Supermans Tod werden die Mutterboxen aktiviert, drei uralte Artefakte, die vor Jahrtausenden auf der Erde versteckt wurden. Seinerzeit hat eine mächtige außerirdische Kreatur namens Steppenwolf, ein Zerstörer von Welten, die Mutterboxen in seinen Besitz gebracht. Es war sein Ziel, die Ökosphäre der Erde mit Hilfe der Mutterboxen in ein Abbild seiner Heimatwelt umzuwandeln. Er konnte nur mit der vereinten Kraft der Amazonen, Atlanter und Menschen, einiger olympischer Götter sowie des Green Lantern Corps besiegt und ins Exil getrieben werden. Die Mutterboxen wurden verteilt, denn ihre ganze Macht entfalten sie erst, wenn sie zusammengeführt werden. Eine verblieb im Besitz der Menschen, wurde aber an einem unbekannten Ort vergraben. Die anderen werden seitdem in Atlantis und auf Themyscira verwahrt.

Steppenwolf vernimmt das Signal, das von den reaktivierten Mutterboxen ausgeht. Er kehrt zur Erde zurück, um seine alten Pläne zu verwirklichen und den Planeten für seinen Meister Darkseid zu erobern. Seine Schergen, die Paradämonen, werden zu Erkundungszwecken vorausgeschickt. Diese Kreaturen sind Schöpfungen Steppenwolfs. Er besitzt die Fähigkeit, seine Opfer in Bestien zu verwandeln, die ihm hörig sind und von Angst angelockt werden. Die Aktivitäten der Paradämonen bleiben Bruce Wayne (Batman) nicht verborgen. Ihm wird klar, dass ein Angriff auf die Erde bevorsteht. Steppenwolf greift Themyscira an und raubt die erste Mutterbox. Viele Amazonen sterben beim vergeblichen Versuch, das zu verhindern. Als Diana Prince (Wonder Woman) hiervon erfährt, beginnt sie gemeinsam mit Batman mit der Zusammenstellung eines besonderen Teams. Sie wissen, dass auf der Erde mehrere "Metawesen" mit übermenschlichen Kräften leben. Erster Kandidat ist Barry Allen, ein junger Mann, der sich so schnell bewegen kann, dass die Welt für ihn praktisch stillsteht. Er geht sofort auf den Rekrutierungsversuch ein; für ihn ist dies ein tolles Abenteuer. Nicht so leicht hat Batman es mit Arthur Curry (Aquaman), einem Atlanter. Abgesehen von übermenschlicher Körperkraft sowie der Fähigkeit, unter Wasser zu atmen und extrem schnell zu schwimmen, kann Aquaman das Wasser in begrenztem Maße beeinflussen und mit allen Meeresbewohnern kommuizieren. Ebenso wenig, wie er die Rolle als rechtmäßiger Herrscher von Atlantis akzeptieren will, möchte er sich in Batmans Angelegen hineinziehen lassen. Das ändert sich, als Steppenwolf auch Atlantis attackiert und den zweiten Mutterstein erobert, wobei er mehrere Atlanter tötet.

Victor Stone, das womöglich wichtigste Teammitglied, ist zunächst nicht bereit, mit Wonder Woman und Batman zusammenzuarbeiten. Stone müsste eigentlich tot sein; er wurde bei einem Autounfall schwer verstümmelt. Sein Vater Silas hat ihn ins Leben zurückgeholt - und zwar mit Hilfe der dritten Mutterbox. Diese wurde nach dem Ersten Weltkrieg gefunden und wird zurzeit in einem Labor der Organisation S.T.A.R. untersucht. Die Mutterbox hat Stone in ein Mensch-Maschine-Mischwesen verwandelt, einen Cyborg, der sich permanent weiterentwickelt. Er kann direkt auf alle möglichen Computersyteme und Maschinen zugreifen. Sein stählerner Körper ist flugfähig, besitzt übermenschliche Kraft und ist mit diversen Waffen bestückt. Vor allem aber befindet sich die Mutterbox, der Stone seine Existenz verdankt - was er allerdings eher als Fluch betrachtet - in seinem Besitz. Stone schließt sich dem Team an, als Steppenwolf mehrere S.T.A.R.-Mitarbeiter entführt, darunter Silas Stone, um sie zur Preisgabe des Verstecks der Mutterbox zu zwingen. Die fünf Superhelden spüren Steppenwolf auf und befreien die Entführten. Dabei wird ihnen klar, dass sie Steppenwolf selbst mit vereinten Kräften nicht gewachsen sind. Batman kommt auf die Idee, Clark Kent (Superman) mittels der Mutterbox und der Wiederbelebungskammer des kryptonischen Raumschiffes ins Leben zurückzuholen. Das Vorhaben gelingt, allerdings ist der wiederauferstandene Superman zunächst verwirrt und geht zum Angriff über, als Stone (dessen Maschinenkörper manchmal ein Eigenleben entwickelt) auf ihn feuert. Batman fährt das schwerste verfügbare "Geschütz" auf. Er ruft Lois Lane herbei. Als Superman die geliebte Frau sieht, beruhigt er sich. Steppenwolf nutzt das Durcheinander, um die letzte Mutterbox zu stehlen.

Steppenwolf führt die Mutterboxen zusammen. Von einem verlassenen russischen Atomkraftwerk aus beginnt er mit der Umwandlung der Erdoberfläche. Da sich Superman noch erholen muss, treten die anderen fünf Helden ihrem Gegner ohne ihn entgegen. Sie bekämpfen die Armee der Paradämonen und lenken Steppenwolf ab, um Stone die Gelegenheit zu geben, sich mit den Mutterboxen zu verbinden und diese wieder zu trennen. Doch Steppenwolf ist zu stark, außerdem sind Zivilisten in Gefahr. Das Blatt wendet sich, als Superman im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte am Ort des Geschehens eintrifft. Die Zivilisten werden gerettet. Die Mutterboxen werden getrennt, woraufhin sich die von ihnen angerichteten Verwüstungen in üppige Vegetation verwandeln. Superman setzt Steppenwolf so schwer zu, dass dieser Angst empfindet und somit zum gefundenen Fressen für die Paradämonen wird. Steppenwolf und die letzten Paradämonen werden wegteleportiert. Dieses Ereignis ist die Geburtsstunde der Justice League. Für jede Reaktion gibt es eine Gegenreaktion, und so gründet Lex Luthor, der aus dem Gefängnis geflohen ist, seine eigene Liga ...


Kringels Meinung

Marvel hat's vorgemacht: Man bringe einige Filme ins Kino, in denen ein jeweils anderer Superheld vorgestellt wird, füge stets Verknüpfungen zu den anderen Filmen ein und bilde dann ein Team aus allen Superhelden, so dass man ein Ensemble erhält, das für jeden Zuschauer etwas bietet, egal ob er alle vorherigen Filme gemocht hat oder nicht. Das so entstandene Marvel Cinematic Universe (MCU) hat inzwischen Ausmaße erreicht, die es fast mit denen der Comics aufnehmen können. Von wenigen Ausnahmen abgesehen hat jedes Einzelabenteuer einen zum jeweiligen Helden passenden eigenständigen Stil und Charakter. Jede Phase von Einzelfilmen gipfelt in einem besonders aufwändigen, epischen Gemeinschaftsabenteuer, in dem sämtliche bisher aufgetretenen Helden mitwirken. Bis jetzt funktioniert das prächtig! Seit vielen Jahren kann man sich auf immer neue, abwechslungsreiche Superhelden-Blockbuster aus dem Hause Marvel freuen. DC versucht's nachzumachen, schließlich hat man hier mit der Justice League so ziemlich dasselbe zu bieten (tatsächlich gibt es die Justice League in den Comics schon ein paar Jahre länger als die Avengers), leider nur mit mäßigem Erfolg.

Genauer gesagt finde ich "Justice League" enttäuschend. Dabei gefällt mir das Figurenensemble durchaus. Superman, Batman und Wonder Woman profitieren meiner Meinung nach eindeutig davon, dass sie schon eine gewisse Entwicklung hinter sich haben. Durch die früheren Filme hat man diese Figuren kennengelernt und im günstigsten Fall ins Herz geschlossen. Wer Man of Steel, Batman v Superman: Dawn of Justice und Wonder Woman (sowie natürlich die Comics, auf denen all diese Filme basieren) nicht kennt, hat es da schon schwerer, denn die Hintergrundgeschichten der Figuren, ihre Beziehungen zueinander usw. werden nur angedeutet. Auch bei Flash, Aquaman und Cyborg, denen (noch) keine Solo-Filme gewidmet wurden, müssen in Sachen Figurenexposition ein paar kurze Szenen genügen. Bei der relativ kurzen Laufzeit des Films war das wohl nicht anders machbar und es funktioniert erstaunlich gut. Am schwächsten schneidet ausgerechnet Cyborg ab, dessen innere Zerrissenheit nicht überzeugend rüberkommt. Schließlich ist das, was von dem Menschen noch übrig ist, in einem Maschinenkörper gefangen, den er nicht hundertprozentig unter Kontrolle hat. Flash und Aquaman haben dagegen einige starke Szenen. Ich weiß nicht, wen ich sympathischer finde: Den nerdigen Flitzer, der tatsächlich immer unter Strom zu stehen scheint, oder den knurrigen Atlanter, der eigentlich überhaupt keine Lust hat, sich für irgendwas oder irgendwen einspannen zu lassen. An den schauspielerischen Leistungen gibt es nichts auszusetzen, die meist humorvolle Interaktion im Team passt. Nicht jeder Gag zündet, aber insgesamt bin ich zufrieden. Was Gal Gadot angeht ... na, ich höre lieber auf, bevor ich wieder ins Schwärmen gerate!

Den positiven Aspekten stehen eine uninteressante Story und unansehnliche Spezialeffekte gegenüber. Nicht nur haben wir es zum zillionsten Mal mit einem langweiligen 08/15-Superschurken zu tun, der aus nicht genauer genannten Gründen die Erde erobern/vernichten will, sondern darüber hinaus mit einer Justice League, die gegen besagten Schurken gnadenlos abstinken würde, wenn Superman nicht wäre. Seine Kollegen mühen sich nach Kräften, richten aber kaum was aus und drohen letztlich zu unterliegen. Da flattert der Stählerne vorbei und vermöbelt Steppenwolf lächelnd in aller Seelenruhe, bis sich der ach so fiese Bösewicht vor Angst in die Hosen macht, woraufhin er prompt von den eigenen Schergen gefressen wird. Oder so. Ebenso wie man viel mehr aus den einzelnen Helden hätte herausholen können, wäre das auch mit dem Teamwork möglich gewesen. Superman braucht die fünf anderen Helden nicht, umgekehrt wären sie ohne ihn offensichtlich chancenlos gegen so mächtige Typen wie Steppenwolf. Dieser Teil ist in den Filmen des MCU weit besser gelöst.

Über die schwache Handlung hätte ich hinwegsehen können - bei den teils unfassbar schlechten computergenerierten Kreaturen und Hintergründen ist das leider nicht möglich. Wohlgemerkt: Manches sieht wirklich toll aus, das gilt insbesondere für Batsys Fahrzeug- und Waffenarsenal oder auch für den Zeitverlangsamungseffekt, wenn Flashs Superkraft zum Einsatz kommt. Aber Steppenwolf? Also eine der zentralen Figuren des Films? Der sieht aus wie ein Endboss in einem zehn Jahre alten Videospiel. Viel zu oft wurde ich durch die mauen CGI-Elemente aus der Illusion herausgerissen. Da blieb die an sich schon nicht sonderlich hohe Spannung vollends auf der Strecke. "Justice League" ist sicher kein schlechter Film, aber auch kein so großartiger, wie es hätte sein können. Schade!


Extras

Zum Bonusmaterial gehört eine nicht verwendete Szene. Darin besorgt sich Superman kurz nach der Auferstehung einen neuen Anzug und besucht Alfred. Man beachte die Stiefel des Superman-Anzugs. Was ist das bitte für eine Schuhgröße?!?

Schade, dass man sich nicht die Mühe gemacht hat, die einzelnen Featurettes zu einer einheitlichen Filmdokumentation zusammenzustellen. So hätten die zum Glück nicht sehr zahlreichen Redundanzen entfernt werden können. Die meisten Featurettes richten sich offenbar an all jene, die die dem Film zugrunde liegenden Comics nicht kennen. Viele Comicseiten sowie Ausschnitte aus verschiedenen Zeichentrickserien sind zu sehen. Neben dem Filmteam und den Schauspielern kommen auch Comiczeichner/-autoren verschiedener Generationen zu Wort. Es wird ausführlich auf die Hintergrundgeschichten, Charaktereigenschaften und Fähigkeiten der Helden sowie ihrer Gegner eingegangen, wobei auch berücksichtigt wird, wie sie sich im Wandel der Zeiten verändert haben. Immerhin hat die Justice League schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel! Die Featurettes enthalten also alle Informationen, die man im Film schmerzlich vermisst. Hinzu kommt Hinter-den-Szenen-Material aus dem Film und es wird ein Blick auf Fahrzeuge wie den Knightcrawler-Panzer, die Drehorte (z.B. Old Bailey in London!) und Kulissen sowie die Superheldenkostüme geworfen.


J. Kreis, 26.07.2018




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