Jurassic World


Jurassic World (USA, 2015)

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 124 Minuten

Extras:
- Unveröffentlichte Szenen (6:08 Min.)
- Chris & Colin tauchen in Jurassic World ein (8:57 Min.)
- Willkommen zu Jurassic World (29:52 Min.)
- Dinosaurier streifen wieder umher (16:29 Min.)
- Jurassic World: All-Access-Pass (10:11 Min.)
- Führung durchs Innovationszentrum (2:01 Min.)

Regie:
Colin Trevorrow

Hauptdarsteller:
Chris Pratt (Owen Grady)
Bryce Dallas Howard (Claire Dearing)
Ty Simpkins (Gray Mitchell)
Nick Robinson (Zach Mitchell)
Vincent D'Onofrio (Vic Hoskins)
Irrfan Khan (Simon Masrani)




Story

Zur Vorgeschichte siehe Jurassic Park.

Vor 22 Jahren wurde die Erlebniswelt Jurassic Park geschlossen, bevor sie überhaupt eröffnet werden konnte. InGen, die Firma des Multimillionärs John Hammond, hatte Dinosaurier geklont und auf der Isla Nublar in einer Art Safaripark freigesetzt. Es hatte sich herausgestellt, dass diese Tiere zu gefährlich waren und nicht kontrolliert werden konnten. Die Forschungen wurden jedoch nicht eingestellt. Immer noch wird Dinosaurierblut aus den Mägen von blutsaugenden Insekten extrahiert, die die Jahrmillionen in Bernstein eingeschlossen überdauert haben. Lücken in der so gewonnenen Saurier-DNS werden durch das Erbgut moderner Tierarten geschlossen. Simon Masrani, der achtreichste Mann der Welt, hat InGen gekauft und Hammonds Projekt fortgesetzt. Seit zehn Jahren erlebt Jurassic World, eine neue, größere und modernere Anlage auf derselben Insel, einen stetig ansteigenden Besucheransturm. Über 20.000 Besucher können sich gleichzeitig mit Safaris durch Dschungel und Savanne, im Mini-Dino-Streichelzoo, bei Saurierfütterungen und anderen spektakulären Shows vergnügen. Damit das so bleibt, verlangen die Sponsoren immer coolere Attraktikonen. Mit anderen Worten: Es müssen alle paar Jahre größere, gefährlichere Dinosaurier her, damit die Besucher nicht das Interesse verlieren. Der hierfür zur Verfügung stehende Genpool ist jedoch begrenzt. Aus diesem Grund erschaffen Dr. Henry Wu und sein InGen-Forscherteam eines Tages ein völlig neues Exemplar aus der DNS eines Tyrannosaurus Rex und verschiedener moderner Tierarten. Sie nennen das riesige Raubtier, das so in der Natur nie vorgekommen ist, Indominus Rex.

Claire Dearing ist die Managerin von Jurassic World. Eines Tages erhält sie Besuch von ihren jungen Neffen Gray und Zach Mitchell. Claire hat wegen der geplanten Inbetriebnahme des I-Rex-Geheges keine Zeit für die Kinder. So kommt es, dass die beiden Jungs unbeaufsichtigt im Park umherstreifen. Masrani ist auf maximale Sicherheit bedacht und ordnet die Inspektion des Geheges an. Owen Grady, ein ehemaliger Navy-Soldat, mit dem Claire vor einiger Zeit eine kurze Affäre hatte, soll das übernehmen. Im Auftrag von InGen testet Owen Intelligenz und Rudelverhalten von Velociraptoren. Es ist ihm gelungen, die Rolle des Alphatieres eines aus vier Exemplaren bestehenden Rudels einzunehmen. Die Raptoren vertrauen ihm und befolgen seine Befehle. InGens Sicherheitschef Vic Hoskins (der insgeheim mit Dr. Wu zusammenarbeitet) wittert ein Geschäft, denn trainierte Raptoren könnten für das Militär von großem Interesse sein. Owen ist jedoch nicht bereit, sich hierauf einzulassen. Als Owen erfährt, dass Indominus Rex sein ganzes Leben allein in dem engen Gehege verbracht hat und dass niemand so genau weiß, welche Eigenschaften er überhaupt hat, weil Dr. Wu das verwendete Genmaterial streng geheim hält, schwant ihm Übles. Seine Befürchtungen bestätigen sich sofort, denn Indominus Rex bricht aus und tötet zwei Wärter. Dabei stellt das Tier große Intelligenz und zwei besondere Fähigkeiten unter Beweis: Es kann sich tarnen wie ein Chamäleon und seine Hauttemperatur herabsetzen, um Wärmesensoren zu täuschen. Den implantierten Peilsender reißt sich Indominus Rex kurz nach der Flucht heraus, wie sich herausstellt, als ein mehrköpfiges Sicherheitsteam Jagd auf ihn macht. Auch diese Männer werden von dem Hybridwesen getötet. Indominus Rex bewegt sich nun direkt auf die mehrere Kilometer entfernten für Besucher geöffneten Bereiche zu.

Masrani lehnt die von Owen geforderte Evakuierung ab. Nur die Attraktionen im Nordteil der Insel werden geschlossen. Alle Besucher müssen sich in die Hauptanlage im Süden begeben. Gray und Zach ignorieren diese Aufforderung. Stattdessen fahren sie mitten in das Sperrgebiet hinein, wo sie umgehend von Indominus Rex angegriffen werden. Es gelingt ihnen in letzter Minute, der tobenden Bestie zu entkommen. Sie finden das vom Dschungel überwucherte alte Besucherzentrum von Jurassic Park und machen einen dort geparkten Jeep flott. Da Claire keinen Kontakt mit den Jungen herstellen kann, befürchtet sie das Schlimmste. Sie bittet Owen um Hilfe und wird von ihm in den Dschungel geführt. Unterwegs kommen sich die beiden wieder näher. Sie stellen fest, dass Indominus Rex aus reinem Vergnügen alles tötet, was ihm vor die gewaltigen Kiefer kommt. Claire und Owen erreichen das alte Besucherzentrum kurz nachdem Gray und Zach weggefahren sind. Sie werden von Indominus Rex angegriffen und entkommen nur knapp. Inzwischen hat sich Masrani zur Tötung der gefährlichen Kreatur durchgerungen. Ein Hubschrauber wird mit einem Maschinengewehr bestückt. Da kein anderer Pilot verfügbar ist, setzt sich Masrani selbst ans Steuer. Auf der Flucht vor dem Beschuss aus der Luft dringt Indominus Rex in das "Vogelhaus" ein, eine gewaltige Kuppel voller Flugsaurier. Einige Flugsaurier gelangen ins Freie und bringen den Hubschrauber zum Absturz. Alle Insassen sterben. Die Maschine durchschlägt die Kuppel, so dass sämtliche Flugsaurier freikommen. Sie attackieren die Hauptanlage. Panik bricht aus. Tausende Menschen müssen sich in den Innenräumen zusammendrängen und bis zum nächsten Tag auf Schiffe warten, mit denen sie evakuiert werden können. Im Chaos des Flugsaurierangriffes finden Claire und Owen die beiden Jungs endlich wieder.

Nach Masranis Tod übernimmt Hoskins die Kontrolle. Auf seinen Befehl hin räumt Dr. Wu das Labor. Das Genmanterial und alle Embryos werden abtransportiert. Hoskins will, dass die Raptoren für die Jagd auf Indominus Rex eingesetzt werden. Das ist die perfekte Gelegenheit für einen Test der Fähigkeiten des Rudels. Als Owen einsieht, dass Hoskins dieses Vorhaben auch ohne ihn durchziehen würde, übernimmt er die Leitung. An der Spitze des Rudels und eines InGen-Kampftrupps spürt er Indominus Rex auf. Jetzt stellt sich heraus, dass der Gigant auch Raptorengene in sich trägt. Er kommuniziert mit dem Rudel und übernimmt die Rolle des Alphatiers. Die Raptoren dezimieren den Kampftrupp. Owen muss fliehen. Claire und die Kinder geraten ebenfalls in Gefahr. Alle vier versuchen sich im Labor in Sicherheit zu bringen, wo sich auch Hoskins aufhält, doch die Raptoren dringen ein. Hoskins fällt ihnen zum Opfer. Die Raptoren zögern, Owen anzugreifen, denn die Bindung zwischen dem Menschen und den Sauriern ist stark. Als Indominus Rex auftaucht und einen Raptor attackiert, fallen die anderen über das viel größere Tier her. Es ist abzusehen, dass sie unterliegen werden. Deshalb befreit Claire den Tyrannosaurus Rex aus seinem Gehege und lockt ihn zum Kampfplatz. Der T-Rex und Blue, der letzte Raptor, bringen Indominus Rex in schwere Bedrängnis. Er weicht zu einem Bassin zurück, in dem ein Mosasaurus lebt - eine noch gewaltigere Bestie. Der Mosasaurus schnappt sich Indominus Rex und zieht ihn unter Wasser. Der T-Rex und Blue trollen sich. Nachdem die Menschen evakuiert wurden, gehört die Insel den Sauriern.


Kringels Meinung

Der Film "Jurassic World" krankt am selben Problem, welches im gleichnamigen fiktiven Vergnügungspark für das unausweichliche Chaos sorgt. Wie soll man die Zuschauer nach Jurassic Park und den beiden Fortsetzungen noch begeistern? Eine innovative Story ist den Drehbuchautoren nicht eingefallen, stattdessen wird im Grunde lediglich die Geschichte des ersten Films mit leichten Modifikationen wiederholt. Also müssen noch größere Schauwerte her, und so muss Indominus Rex nicht nur den Park retten, sondern auch den Film. Doch leider gelingt ihm das hier wie dort nicht! Vielleicht könnte ich gnädiger über "Jurassic World" urteilen, wenn mir Steven Spielbergs grandioses Werk nicht schon bekannt gewesen wäre. Aber so stellt sich bei mir derselbe Effekt wie bei "Star Wars Episode VII" ein, das heißt, ich komme mir irgendwie veräppelt vor, weil ich die ganze Zeit das Gefühl habe, denselben Film schon einmal gesehen zu haben - nur besser ...

Vielleicht liegt's aber einfach daran, dass es mir genauso geht wie den Besuchern von Jurassic World. Dinosaurier waren nun einmal schon in mehreren Filmen zu sehen, da bringt mich die x-te Auflage auch nicht durch noch bessere Spezialeffekte zum Staunen. Zumal nicht alle Spezialeffekte so perfekt ausgefallen sind, wie man es bei einem Multimillionen-Dollar-Blockbuster automatisch erwartet. Die Künstlichkeit der computergenerierten Saurier ist mir manchmal doch recht deutlich ins Auge gesprungen. Die Flugsaurier haben mich am wenigsten überzeugt, vom CGI-Blut gar nicht zu reden. Lobenswert finde ich, dass nicht ausschließlich auf digitale Effekte gesetzt wurde. So kamen funktionierende Animatronics zum Einsatz und die eine oder andere Attraktion des Parks wurde wirklich hergestellt. Überhaupt finde ich es gut, den Park endlich mal im vollen Einsatz zu sehen. Was mir fehlt, ist die Atmosphäre der Bedrohung. Der I-Rex mag schlau und gefährlich sein, wirklich furchteinflößend wirkt er aber selten. Nervenzerfetzende Szenen wie den ersten Angriff des T-Rex oder den Überfall der Raptoren auf das Besucherzentrum in "Jurassic Park" sucht man in "Jurassic World" vergebens. Ich will nicht behaupten, dass ich mich gelangweilt hätte, aber besonders spannend fand ich den Film nicht. Bei Familienunterhaltung dieser Art steht ja sowieso von vornherein fest, dass "die Guten" überleben werden.

Vor allem aber war ich von den Schauspielern enttäuscht. Wenigstens eine einzige Person vom Format Sam Neills, Jeff Goldblums und Richard Attenboroughs hätte dem Film gut getan, denn kein Darsteller - nicht einmal Chris Pratt, den ich seit Guardians of the Galaxy sehr schätze - kann dem Ensemble von "Jurassic Park" das Wasser reichen. Bryce Dallas Howard hat als vielbeschäftigter Workaholic die eine oder andere gute Szene sowie einen schönen heroischen Moment im Showdown, aber sonst? Ehrlich gesagt habe ich die Gesichter der meisten anderen Schauspieler schon wieder vergessen. Fazit: "Jurassic World" ist ein ganz unterhaltsamer Augenschmaus, dem es nicht gelingt, den Zauber des ersten Teils wieder aufleben zu lassen. Kann man sich anschauen, muss man aber nicht.


Blu-ray-Features

Die sieben nicht verwendete Szenen sind nicht der Erwähnung wert; sie wurden völlig zu Recht entfernt. Ich hätte nicht unbedingt sehen müssen, wie es Claire ein wenig übertreibt, als sie von Owen aufgefordert wird, sich zur Tarnung mit Saurierkot einzuschmieren ...

In "Chris & Colin tauchen in Jurassic World ein" sitzen sich Regisseur und Hauptdarsteller gegenüber und stellen sich Fragen zum Film. Dazu werden Filmausschnitte und Hinter-den-Szenen-Material gezeigt. Witzig: Bryce Dallas Howard wusste wohl nicht, dass sie in einer bestimmten Szene von Chris Pratt geküsst werden sollte. Sie wirkt denn auch ziemlich überrascht. Die übrigen vier Featurettes sind nach dem altbekannten Schema aufgebaut. Interviews, Filmausschnitte und Hinter-den-Szenen-Material (auch aus den ersten drei Filmen der Reihe) wurden relativ hektisch zusammengeschnitten. Besonders aussagekräftig ist das Ergebnis nicht, aber man kann deutlich erkennen, dass Chris Pratt ein echter Scherzkeks ist. Warum schaue ich mir solche Pseudo-Dokumentationen, in denen Schauspieler und Produktionsteam immer dieselben Plattitüden und Lobhudeleien von sich geben, eigentlich noch an?


J. Kreis, 20.07.2016




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