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Jurassic Park Jurassic Park (USA, 1993)

DVD - Regionalcode 2, Universal
FSK: 12
Laufzeit: ca. 121 Minuten

Extras
Making Of "Jurassic Park", Vorproduktionsmeetings, Storyboards, Erkundung der Drehorte, Phil Tippets Animatics: Raptoren in der Küche, Foley Artists, Produktionsfotos, US-Kinotrailer, Dinosaurier-Enzyklopädie, Produktionsnotizen, Künstlerprofile, DVD-ROM Features

Regie:
Steven Spielberg

Hauptdarsteller:
Sam Neill (Dr. Alan Grant)
Laura Dern (Dr. Ellie Sattler)
Jeff Goldblum (Dr. Ian Malcolm)
Richard Attenborough (John Hammond)




Inhalt:

Dem Millionär John Hammond und seiner Firma In-Gen ist ein unglaublicher Durchbruch gelungen: Sie haben Dinosaurier geklont. Dazu haben sie DNA aus dem Blut verwendet, das sich in den Mägen von Moskitos befindet, die vor Jahrmillionen gelebt und Dinosaurier gestochen haben. Diese Moskitos sind in Bernstein eingeschlossen und auf diese Weise perfekt konserviert worden. Hammond hat auf einer entlegenen Insel eine Art Safari-Park eingerichtet - nur dass man dort keine Antilopen, Affen und Löwen betrachten kann, sondern Dinosaurier. Und zwar nicht nur Pflanzenfresser, sondern auch räuberische Spezies wie die Velociraptoren und sogar einen Tyrannosaurus Rex. Als ein Arbeiter von einem dieser Räuber getötet wird, verlangen die Investoren ein wissenschaftliches Gutachten über die Sicherheit dieses "Jurassic Park".

Zu diesem Zweck lädt Hammond Dr. Alan Grant und Dr. Ellie Sattler ein, zwei Archäologen, deren Ausgrabungen er finanziert, sowie Dr. Ian Malcolm, einen Chaostheoretiker. Damit die Wirkung des Parks auf die eigentliche Zielgruppe getestet werden kann, dürfen auch Hammonds Enkelkinder Tim und Lex ein Wochenende auf der Insel verbringen. Doch schon gleich die erste Probetour der Gäste endet in einem Desaster. Schuld daran ist ein skrupelloser Programmierer, der im Kontrollzentrum der Insel arbeitet. Er will Dinosaurier-DNA nach draußen schmuggeln, um sie für eine märchenhafte Summe zu verkaufen. Ein Totalausfall aller Sicherheitssysteme des Parks soll seine Machenschaften verschleiern. Er selbst fällt bei der Flucht zwar einem fleischfressenden Dinosaurier zum Opfer, aber er hat ganze Arbeit geleistet. Die Hochspannungszäune fallen aus und die Fahrzeuge, in denen die Gäste durch den Park gefahren werden, bleiben stehen. Zu allem Überfluss zieht auch noch ein Gewittersturm auf. Der größte Teil des Personals wird evakuiert, aber die Gäste sitzen im Dschungel fest.

Die auf der Insel verbliebenen Personen werden recht drastisch von den jetzt freien Attraktionen des Parks dezimiert. Nur knapp entgehen Alan und die Kinder im Park den Angriffen des Tyrannosaurus Rex. Sie müssen die Nacht im Dschungel verbringen. Alan, der Kinder eigentlich nicht ausstehen kann, muss sich um die Kleinen kümmern. Am nächsten Tag entdeckt er, dass die Saurier sich entgegen aller Behauptungen der In-Gen-Wissenschaftler doch allein vermehren können. Man hat zwar nur weibliche Exemplare geklont, aber die Lücken in der DNA hat man dummerweise mit dem Erbgut von Fröschen geflickt, die ihr Geschlecht wechseln können. Ellie, der verletzte Ian und Hammond versuchen derweil, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen. Alan und die Kinder schaffen es tatsächlich, zum Kontrollzentrum zurückzukehren, wo die Computer bereits wieder hochgefahren werden konnten. Doch hier treiben sich drei Velociraptoren herum.

Letztlich gelingt nur Alan, Ellie, Ian, den Kindern und Hammond die Flucht. Letzterer steht vor den Trümmern seines Lebenstraums. Zum Glück können die Dinosaurier die Insel nicht verlassen und werden ohnehin bald sterben, da man sie so geklont hat, dass ihre Körper kein Lysin produzieren können. Ohne regelmäßige Lysin-Medikation fallen sie ins Koma und sterben. Aber wer weiß - vielleicht wird das Leben auch einen Weg finden, um dieses Problem zu umgehen?

Der Film:

Jurassic Park ist in erster Linie eines: Perfekte Kino-Unterhaltung. Er ist allerdings kein Kinderfilm, wie ich seinerzeit zuerst gedacht hatte. Die Spannung wird permanent bis zu einem fulminanten Showdown gesteigert, bei dem ausgerechnet der größte aller "Bösen" - der T-Rex - für die Rettung der Helden sorgt. Konsequenterweise ist der Film danach dann auch sofort zu Ende. Die erwachsenen Hauptfiguren sind sympathisch, sie werden von Neill, Dern und Goldblum absolut glaubwürdig gespielt. Man kann also hervorragend mitzittern. Nur die Kinder nerven ein wenig, und zwar nicht nur wegen ihres neunmalklugen Verhaltens, sondern vor allem wegen ihrer nervenzerfetzenden Unvernunft im Umgang mit übergroßen Carnivoren. Es gibt eigentlich keinen echten Bösewicht in diesem Film, wenn man mal von dem verfetteten Programmierer absieht, der das ganze Schlamassel zu verantworten hat. Auch ihn trifft nur ein Teil der Schuld und er will sich ja nur bereichern und niemandem bewusst schaden. Die anderen Leute sind ihm einfach nur egal. Also verhält er sich nicht anders als 99,99 Prozent der Weltbevölkerung. Auch Hammond passt nicht in die Rolle des Finsterlings, denn er ist kein verrückter Wissenschaftler, der etwa mit Hilfe der Dinos die Weltherrschaft an sich reißen will. Er hat eine Vision, der er blind folgt, und ist vom positiven Nutzen seiner Forschungen überzeugt. Geldgier steht bei ihm jedenfalls nicht im Vordergrund. Die meiste Zeit verhält er sich eigentlich wie ein Kind, das sich über seine neueste Entdeckung freut, und wird dadurch sympathisch. Am Ende sieht er seinen Fehler ja auch ein.

Der idealistische, aber gedankenlose Hammond, der geldgierige fette Programmierer und der profitsüchtige Anwalt (der ein besonders unrühmliches Ende findet) transportieren die "Botschaft" dieses Films: Sollen Wissenschaft und Forschung alles machen (dürfen), was machbar ist? Wie können Menschen auch nur eine Sekunde lang daran glauben, sie könnten die Ergebnisse genetischer Manipulationen kontrollieren? Welchen Nutzen haben diese Forschungen überhaupt - außer der Bereicherung ihrer Hersteller? Themen dieser Art werden im Film zum Glück ganz unaufdringlich behandelt, man wird nicht mit der Nase darauf gestoßen. Im Zeitalter des komplett entschlüsselten menschlichen Genoms, der Diskussion über Experimente mit menschlichen Stammzellen und der Produktion von "Gen-Food" ist diese Botschaft jedenfalls immer noch aktuell. Ob die Grundidee des Films - das Klonen von Dinosauriern aus jahrmillionenalter DNA - überhaupt realistisch ist, ist in diesem Zusammenhang völlig egal. Originell genug ist diese Idee allemal.

Zum Glück enthält der Film so gut wie nichts von der typischen "Schmalzigkeit" anderer Spielberg-Produktionen. Im Gegenteil: Mit dem Kinderhasser Grant und dem Zyniker Malcolm sind zwei Figuren ganz nach meinem Geschmack im Film. Die Szene, in der Grant einen kleinen Schlauberger das Fürchten lehrt, der sich abfällig über Velociraptoren äußert, finde ich einfach herrlich. Die humoristischen Elemente, die sich hauptsächlich um diese beiden Charaktere ranken, werten den Film noch weiter auf, ohne in platten Klamauk auszuarten.

Auf der Habenseite kann Jurassic Park außerdem die sehr gelungenen Spezialeffekte für sich verbuchen, die auch 15 Jahre nach Erscheinen des Films durchaus noch überzeugend aussehen. Der Film profitiert davon, dass man sich nicht nur auf (allerdings sehr gute) Computergrafiken beschränkt, sondern auch gewaltige ferngesteuerte Dinosaurier-Modelle hergestellt hat, mit denen die Schauspieler wirklich interagieren konnten. Wichtig für die Wirkung des Filmes ist wohl auch die Herangehensweise an die Darstellung der Dinosaurier. Sie haben nicht die Funktion der üblichen Filmmonster, sondern es handelt sich um - wenn auch gefährliche - Tiere, die sich so verhalten, wie es ihrer Art entspricht.

Die DVD:

Für eine Single-Disc-Edition enthält die DVD eine überraschende Vielzahl von Extras. Da wäre zum Einen das ca. 49 Minuten lange "Making of", in dem es hauptsächlich darum geht, wie die Dinosaurier für den Film zum "Leben" erweckt wurden. Es ist interessant zu sehen, welche Szenen tatsächlich am Computer entstanden sind und wann reale Modelle verwendet wurden - ich hätte in mehreren Fällen falsch getippt! Vor allem wusste ich nicht, dass ein lebensgroßes T-Rex-Modell verwendet worden ist. Die Entscheidung gegen Stop-Motion-Dinos und für Computermodelle hat einige Special-Effects-Künstler beinahe arbeitslos gemacht, aber sie konnten doch noch ins Produktionsteam eingegliedert werden.

In den Vorproduktionsmeetings (ca. 6 Minuten) erklärt Steven Spielberg, wie die Dinosaurier sich seiner Vorstellung nach verhalten sollen. Die weiteren Extras sind jeweils nur 2 - 3 Minuten lang. Erkundung der Drehorte: Spielberg fährt mit Handkamera über die Insel, die zur "Isla Nublar" werden soll. Phil Tippets Animatics: Die Szene mit den Raptoren in der Küche wurde mit Puppen und Stop-Motion-Dinos gedreht, quasi als lebendiges Storyboard. An diesem Beispiel sieht man sehr deutlich, wie gut die Entscheidung war, keine derartigen Modelle für den Film zu verwenden - sie sehen einfach nicht "echt" genug aus. Foley Artists (steht nicht auf dem DVD-Cover): Eine Tontechnikerin erklärt, wie sie die Geräusche für den schlüpfenden Raptor kreiert hat. Sie hat eine halbierte Melone, eine Ananas und Eiswaffeln verwendet!

Zu guter Letzt gibt es neben den üblichen Bildergalerien, Trailern und Textinfos zu den Schauspielern sowie zur Entstehungsgeschichte des Films noch eine Dinosaurier-Enzyklopädie. Man kann weitere Bilder und Textinfos zu den "prominentesten" Dinosauriern aus dem Film abrufen.

Sollte jemand wissen, wie man an den angeblich auf dem Silberling vorhandenen DVD-ROM-Teil kommen kann, dann möge er es mich wissen lassen. Ich habe jedenfalls keine zusätzlichen Inhalte finden können.

J. Kreis, 27.09.2006
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