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junk Junk - Resident Zombie (Japan, 2000)
DVD - Regionalcode 2, Best Entertainment
FSK: 18
Laufzeit: ca. 80 Minuten

Extras
Trailer

Regie:
Atsushi Muroga

Hauptdarsteller:
Kaori Shimamura (Saki)
Nobuyuki Asano (Jun)
Osamu Ebara (Akira)
Kishimoto Yuuji (Dr. Nikada)
Miwa Yanagizawa (Kyoko / Zombiequeen)





Inhalt:

Drei japanische Gangster rauben ein Juweliergeschäft aus, zusammen mit ihrer Fahrerin (Saki) flüchten sie danach zu einer stillgelegten Fabrik, wo sie das Diebesgut an einen Hehler der Yakuza verkaufen wollen. Der kommt jedoch nicht allein und anstelle der versprochenen 100 Millionen Yen hat er eine Maschinenpistole im Geldkoffer - so werden die Räuber zu Beraubten. Das eigentliche Pech der geprellten Gangster (und natürlich auch der Yakuza-Bande) besteht aber darin, daß das US-Militär in den verlassenen Hallen geheime Forschungen betreibt, bei denen es um die Wiederbelebung von Toten geht. Kurz vor der Ankunft der Gangster ist eines der Experimente schrecklich schief gegangen und die Wissenschaftler wurden von ihren eigenen Forschungsobjekten - den Zombies - verspeist. Als die Gangster sich gegenseitig durch die Fabrik jagen und wild in der Gegend herumballern, verschütten sie dabei Massen eines Serums, das die zu Versuchszwecken in den Hallen gelagerten Leichen in fleischgierige Untote verwandelt, die jetzt das ganze Gelände unsicher machen. Bald sind nur noch Saki und ihr Partner Akira übrig. Bei dem Versuch, die Juwelen zurückzubekommen, werden sie aber getrennt: Saki wird von den Zombies in die Enge getrieben, Akira braust mit dem Fluchtwagen davon, weil er sie für tot hält.

Glücklicherweise hat das Militär von dem Störfall in der Forschungseinrichtung erfahren und einen Zweimanntrupp dorthin entsandt. Dr. Nikada, der die Zombie-Forschung vor Jahren ins Leben gerufen hat, und ein Soldat werden per Hubschrauber auf dem Gelände abgesetzt. Sie sollen die Selbstzerstörungsanlage vor Ort aktivieren. Seltsamerweise geht das nämlich nicht per Fernsteuerung - irgend jemand hat den Computer im Labor deaktiviert. Dr. Nikada rettet Saki und will die Selbstzerstörung einschalten, doch da stellt sich ihm die Zombie-Queen in den Weg. Das ist ausgerechnet niemand anders als Dr. Nikadas vor zwei Jahren bei einem Autounfall verstorbene Frau Kyoko. Als er sich endlich dazu durchringt, sie doch zu erschießen, muß er feststellen, daß dieser Ober-Zombie wesentlich stärker, schneller und vor allem intelligenter ist als die anderen Untoten. Kyoko war denn auch diejenige, die den Selbstzerstörungscomputer deaktiviert hatte. Dr. Nikada verliert im Kampf mit ihr im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf. Dann macht Kyoko sich über Saki her, doch im letzten Moment erscheint Akira und zerteilt das untote Mädel mit einem gezielten Spatenstich in zwei Hälften. Auch das reicht noch nicht: Erst als Saki den Torso in einen Hochspannungs-Trafo wirft, ist die Zombie-Queen besiegt.

Jetzt können die beiden letzten Überlebenden endlich die ganze Forschungseinrichtung in die Luft jagen und mit den in all dem Durcheinander erstaunlicherweise nicht verloren gegangenen Juwelen in Sakis Traumauto - einer Corvette - dem Sonnenuntergang entgegen fahren...

Der Film:

"Ein japanischer Zombiefilm, das kann doch mal ganz interessant sein." Dachte ich. "Ist ja auch billig" (DVD-Wühltisch). Dachte ich. Leider habe ich den kleinen Coveraufdruck zu spät gesehen: Neue Version. Der war witzigerweise nämlich unter dem Preisschildchen verborgen. Tja, und so verwunderte es nicht (man beachte auch die Laufzeit des Films), dass dieses an und für sich schon nicht gerade berauschende Machwerk ganz böse geschnitten ist - allerdings sind durchaus noch einige Blut- und Eingeweideszenen enthalten. Herausgeschnitten wurden wohl die meisten Headshots und allzu derbe Fress-Szenen. Ich frage mich übrigens, was einige der Zombie-Darsteller in derartigen Szenen wohl im Mund gehabt haben mögen. Es sieht nämlich aus, als würden die Kaugummi kauen und nicht etwa einen Happen Menschenfleisch... Erfreulicherweise wurde in diesem Film gänzlich auf die sonst bei japanischen Produktionen häufig anzutreffenden Slapstick-Szenen verzichtet. Das ist aber auch schon alles, was es an Positivem zu vermelden gibt.

Wie man der obigen Zusammenfassung entnehmen kann, ist die Story genau so dünn, belanglos und an den Haaren herbeigezogen, wie man es von Zombiefilmen ja nun auch nicht anders erwartet. Außerdem besteht der ganze Film fast ausschließlich aus zusammengeklauten Elementen anderer Genrefilme. Das stört mich in der Regel bei Horrorfilmen wie diesem ebenso wenig wie die praktisch nicht vorhandenen schauspielerischen Leistungen der Darsteller, wenn der Film denn ausreichend furchteinflößend oder wenigstens spannend ist. Furchteinflößend ist bei diesem Film aber allenfalls die deutsche Synchronisation (dazu gleich mehr), und Spannung kommt bei dem sinnlosen Herumgerenne und -geballere in langweiligen, aber vermutlich preisgünstigen Drehorten kaum auf. Wenigstens können die Gore-Effekte sich sehen lassen und die hübsche Zombie-Queen läuft die meiste Zeit unbekleidet herum...

Das Schlimmste ist die deutsche "Synchronisation". Es ist die mit Abstand schlechteste Vertonung, die ich mir je angetan habe. Ja: Vertonung, denn in den Dialogszenen hat man sämtliche Geräusche neu eingespielt. Und zwar so "minimalistisch", daß sich einem die Haare sträuben. Die Synchronsprecher sprechen gar nicht synchron, d.h. manchmal bewegen sich die Lippen der Schauspieler, wenn eine Textzeile gesprochen wird, manchmal auch nicht. Manchmal hört man auch nichts, obwohl die Lippen sich noch bewegen. Und die Stimmen... okay, die Dialoge sind sowieso derart schlecht (oder auch einfach nur schlecht aus dem Japanischen übersetzt), daß man auch auf sie verzichten könnte. Aber hätte man nicht etwas professionellere deutsche Sprecher nehmen können? Die Leute klingen entweder gelangweilt oder übertreiben es viel zu sehr, und alle reden so, als hätte man irgendwelche der deutschen Sprache nur bedingt mächtigen Passanten in der Fußgängerzone gebeten, die Dialogzeilen vorzulesen.

Die DVD:

Diese Version des Films ist, wie gesagt, arg verstümmelt. Lustig finde ich, daß in dem Filmtrailer, der ebenfalls auf der DVD enthalten ist, einige der geschnittenen Szenen dann doch noch zu sehen sind. Dieser und ein weiterer Trailer zu einem japanischen Gangsterfilm sind die einzigen Specials auf dieser DVD - mehr hätte ich auch gar nicht gebraucht. Es ist nur die grauenhafte (s.o.) deutsche Sprachversion verfügbar, was aber auch wieder egal ist, denn wer kann schon Japanisch?

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