John dies at the End


John dies at the End (USA, 2012)

Blu-ray, Pandastorm
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 100 Minuten

Extras:
- Trailer

Regie:
Don Coscarelli

Hauptdarsteller:
Chase Williamson (David Wong)
Rob Mayes (John)
Paul Giamatti (Arnie Blondestone)
Doug Jones (Roger North)
Glynn Turman (Lawrence Appleton)
Jonny Weston (Justin White)
Jimmy Wong (Fred Chu)
Clancy Brown as (Albert Marconi)
Fabianne Therese (Amy Sullivan)




Story

Jedes Mal, wenn David Wong und sein Freund John eine unter dem Namen "Sojasoße" bekannte Droge konsumieren, können sie für kurze Zeit Gedanken lesen, nehmen selbst winzigste Details von allem in ihrer Umgebung wahr und wissen Dinge (auch von zukünftigen Ereignissen), die ihnen eigentlich völlig unbekannt sein müssten. Das sind nur die Nebenwirkungen. Die Droge hat außerdem eine dauerhafte Wirkung: David und John können Geister sehen. Sie betätigen sich deshalb als Exorzisten. Eines Tages erzählt David dem Reporter Arnie Blondestone, was damals geschehen ist, als er und John die Droge zum ersten Mal genommen haben. Arnie ist zunächst skeptisch, lässt sich aber überzeugen, als David seine besonderen Fähigkeiten demonstriert.

Einige Jahre früher: Bei einem Konzert von Johns Band lernt David die einhändige Amy Sullivan kennen, die aber keine Zeit für ihn hat, weil ihr Hund Bark Lee gerade einen jamaikanischen Dealer gebissen hat. Der Jamaikaner gibt dem Publikum Kostproben seiner übernatürlichen Fähigkeiten. David verabschiedet sich, wobei er Bark Lee mitnimmt. John und einige andere junge Leute bleiben und erhalten Sojasoße von dem Jamaikaner. In derselben Nacht ruft John panisch bei David an, denn eine bizarre Kreatur, die nur er sehen kann, treibt in seiner Wohnung ihr Unwesen. David findet eine Spritze mit Sojasoße und steckt sie ein. David begreift, dass wirklich etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, als er einen Anruf von John bekommt. Der steht aber gerade vor ihm und telefoniert nicht. Da es John nicht gut geht, will David ihn ins Krankenhaus bringen. Während der Fahrt injiziert sich David versehentlich etwas von der Sojasoße. Da erscheint ein seltsamer Unbekannter namens Roger North im Auto, redet wirres Zeug und verschwindet wieder. Dafür steht plötzlich Detective Appleton neben dem Auto. David und John werden zur Polizeiwache gebracht.

Im Verlauf der Vernehmung am nächsten Tag erfährt David, dass der Jamaikaner tot ist. Er ist buchstäblich explodiert. Einige der jungen Leute, die sich bei ihm Sojasoße besorgt haben, sind ebenfalls tot oder spurlos verschwunden. John gehört zu den wenigen Überlebenden, stirbt jetzt aber ebenfalls. Kurz danach ruft John bei David an und erklärt ihm, wie er aus der Polizeistation entkommen kann. Er dirigiert David zum Wohnwagen des Jamaikaners. Dort verwandeln sich zwei Sojasoßen-Pillen in Insekten und dringen in Davids Körper ein. Appleton kommt hinzu. Er glaubt, der Jamaikaner habe ein Tor zur Hölle geöffnet. Appleton berichtet, dass er in der fraglichen Nacht gesehen hat, wie Amys Ex-Freund Justin White von winzigen Sporen infiziert wurde. Appleton setzt den Wohnwagen in Brand, um alles zu vernichten, was durch das Höllentor gekommen sein mag. David soll in den Flammen umkommen, wird aber von Bark Lee gerettet. In seiner Wohnung wird David schon von Justin erwartet. Er ist kein Mensch mehr, wie David feststellt, als Justin unbeeindruckt wieder aufsteht, nachdem David ein ganzes Pistolenmagazin auf ihn abgefeuert hat. Justin hat bereits Amy, John (dessen Geist mit Bark Lees Hilfe in den Körper zurückkehrt) und Davids Bekannten Fred Chu entführt. Er bringt alle vier in ein verlassenes Einkaufszentrum, wo Amy - die nicht nur Phantomschmerzen, sondern auch eine Phantom-Hand hat - eine Geistertür öffnen soll.

Da taucht Appleton auf, schießt Justin nieder und verbrennt ihn. Die Sporen gehen zuerst auf Appleton und dann auf Fred über. Appletons Kopf explodiert von selbst. David ist gezwungen, Fred zu erschießen. Beide Körper müssen vollständig vernichtet werden, im Feuer verbrennen auch die Sporen. Amy öffnet die Tür. David, John und Bark Lee gehen hindurch und stehen Roger North sowie dem Fernseh-Prediger Dr. Albert Marconi gegenüber. Man erklärt ihnen, dass ein in einer anderen Dimension lebendes Wesen namens Korrok schon seit langer Zeit versucht, die Erde zu erobern. David, John und Bark Lee erhalten eine Bombe mit Zeitzünder, durch die Korrok wahrscheinlich nicht vernichtet, aber doch entscheidend geschwächt werden kann. Die jungen Männer und der Hund durchschreiten ein Dimensionsportal und werden auf der anderen Seite freundlich begrüßt. Wie sich herausstellt, ist Korrok ein gigantischer organischer Computer, der alle Bewohner der Alternativwelt kontrolliert und sich besonders intelligente Menschen einverleibt, um sein eigenes Wissen zu mehren. Dasselbe soll mit David und John geschehen. So will Korrok erfahren, wie er endlich zur Erde gelangen kann. John aktiviert den Zeitzünder. Bark Lee schnappt sich die Bombe und springt direkt in Korroks Auge. David und John entkommen der Vernichtung und werden von Marconi zurück in ihre Welt gebracht. Im Grunde wurden die beiden nur als Eskorte für den Hund und zur Ablenkung Korroks gebraucht. Dadurch, dass Bark Lee den Jamaikaner gebissen hatte, ist etwas von der in dessen Blut zirkulierenden Sojasoße auf den Hund übergegangen. Auf diese Weise konnten North und Marconi Kontakt mit ihm aufnehmen und alles planen. David und Amy werden in der folgenden Zeit ein Paar. Korroks Invasionspläne wurden zwar vereitelt, aber er wird es wieder versuchen.

Arnie ist bereit, Davids Geschichte zu veröffentlichen. Ein Rest Sojasoße ist noch übrig. Das Zeug soll in ein Labor gebracht werden. Es stellt sich jedoch heraus, dass Arnie längst tot ist. Seine enthauptete Leiche liegt im Kofferraum seines Autos. Wahrscheinlich wurde er schon kurz nach der Kontaktaufnahme mit David von einem Anhänger Korroks ermordet. David hat die ganze Zeit mit einem Geist geredet. Arnie weigert sich, diese Tatsache zu akzeptieren und löst sich in Luft auf.

Kringels Meinung

Diese Zusammenfassung kommt euch lang und verworren vor? Ich kann euch sagen, dass ich damit nur an der Oberfläche gekratzt habe. Es würde zu weit führen, wenn ich wirklich alles wiedergeben wollte. Der Film beginnt mit einem interessanten Paradoxon. Jemand köpft einen Untoten mit der Axt. Dabei geht der Griff kaputt und muss ersetzt werden. Einige Zeit später werden irgendwelche Mini-Monster mit derselben Axt zerhackt. Dabei geht die Klinge kaputt und muss ersetzt werden. Wieder etwas später erscheint der Untote (mit angenähtem Kopf) bei unserem Axtschwinger. Der Untote sieht die Axt und sagt: "Das ist die Axt, die mich geköpft hat". Die Frage lautet: Hat er Recht? Die sich anschließende Story mäandriert derart unvorhersehbar um -zig Ecken herum und strotzt derart vor verblüffenden Details, dass ich in der Zusammenfassung doppelt so viel Text hätte schreiben können. Aber ich nehme an, ihr könnt auch so einen ganz guten Eindruck davon erhalten, wie abgedreht die Handlung ist, und dass weniger vielleicht mehr gewesen wäre. Während der Endcredits geht es sogar noch ein bisschen weiter. David und John entdecken auf einem Basketballplatz ein Dimensionsportal. Sie durchschreiten es und finden sich in einer postapokalyptischen Welt wieder. Man hat ihre Ankunft erwartet und bittet sie um Hilfe. Sie geben vor, noch Ausrüstung aus ihrer Welt holen zu müssen, und verschwinden auf Nimmerwiedersehen.

Es fällt mir schwer, den Film zu bewerten, denn Spannung entsteht durch die Handlung eigentlich nie. Ein Horrorfilm ist "John dies at the End" ohnehin nicht, eher eine Art Drogentrip wie Naked Lunch. Die Spezialeffekte hinterlassen einen uneinheitlichen Eindruck. Puppen und liebenswert altmodische Stop-Motion-Tricks können durchaus auf der Habenseite verbucht werden, aber die eine oder andere CGI-Szene wirkt einfach nur billig. Zum Glück wurde weitestgehend auf "lustige" Musik verzichtet. Die wilde Mischung aus interdimensionalen Eroberungsplänen, bizarren Visionen, simplem Slapstick, abstrusen Abweichungen und so weiter wird nur notdürftig durch eine Handlung zusammengehalten, deren schiere Verrücktheit ein bisschen nach Selbstzweck riecht. Auf der anderen Seite sind die unzähligen irren Ideen an sich schon ausreichend, um das Interesse des Zuschauers wach zu halten. Wenn zu Beginn die besagte paradoxe Frage gestellt wird, wenig später ein aus vergammeltem Tiefkühlfleisch zusammengesetzter Dämon per Handy-Telefonat unschädlich gemacht werden muss, sich kurz danach ein Schnurrbart selbstständig macht und wie eine höllische Fledermaus auf David losgeht, ein Hund am Steuer eines Pick-up-Trucks sitzt und sich als Retter in der Not betätigt, dann jagt ein "what-the-Fuck"-Moment den nächsten und man ist gespannt, welche Steigerung der Film wohl noch bereithalten mag...


J. Kreis, 02.06.2014




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