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Jim Knopf Jim Knopf und die wilde 13 (D, 1977)
DVD - Regionalcode 0, hrMedia
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 117 Minuten

Extras:
Die Museumsratten Folge 2, Der Urmel-Rock, Trailer

Regie:
Manfred Jenning




Inhalt:

1. Folge: Von Lummerland zum Magnetberg
Freud und Leid auf Lummerland: Die Lok Emma hat "Nachwuchs" bekommen. Molly, die kleine Lok, wird zu Jim Knopfs fahrbarem Untersatz. In einer verregneten Nacht kracht das Postschiff an die Landesgrenze der Insel, wodurch ein heftiges Erdbeben ausgelöst wird. Damit sich so etwas nicht wiederholt - wenn es etwa mit dem Staatsschiff des Kaisers von China passieren würde, wäre das eine Katastrophe - muß ein Leuchtturm her. Nur: Für einen richtigen Leuchtturm ist auf der Insel einfach kein Platz vorhanden! Jim hat die rettende Idee. Man könnte Herrn Tur Tur, den Scheinriesen, nach Lummerland holen. Aus der Ferne würde der so groß aussehen, daß er mit einer Laterne in der Hand sogar noch besser wäre als jeder Leuchtturm. Also machen Lukas und Jim sich mit Emma und Molly auf den Weg in die Wüste. Als sie gerade übers Meer fahren, werden sie von Sursulapitschi, der Tochter des Meerkönigs, um Hilfe gebeten. Das Meeresleuchten ist nämlich sehr zum Verdruß des Unterwasservolks ausgefallen. Lukas und Jim begeben sich stracks zum Magnetberg, der früher Quelle des Meeresleuchtens war. Sie stellen fest, daß jemand die Verbindung zwischen den beiden Gipfeln des Magnetbergs, die als Pole dienen, entfernt hat, und reparieren sie. Um den Magnetberg mit den Loks wieder verlassen zu können, müssen sie die Verbindung aber trennen - es müßte ein Magnetwächter her, der den Berg bei Bedarf ein- und ausschaltet, damit nicht wie früher alle Schiffe daran zerschellen.

2. Folge: Vom Magnetberg in die Wüste
Lukas erfindet das Perpetumobil: Mit Hilfe von zwei Brocken aus den beiden Gipfeln des Magnetbergs, die Lukas mit einem Galgen an Emma befestigt und mit einem Schürhaken miteinander verbindet, kann die Lokomotive ohne Dampf fahren und sogar fliegen! Jetzt kann die Reise weitergehen, Molly muß aber auf dem Magnetberg zurückgelassen werden. Lukas und Jim überfliegen ein Gebirge, doch da verklemmt sich die Magnetsteuerung. Emma beginnt, unaufhaltsam immer weiter in die Höhe zu steigen! Als Lukas den Schürhaken löst, geht Emma in den Sturzflug über. In letzter Sekunde kann Lukas die Lokomotive abfangen - die Steuerung funktioniert wieder. In der Wüste treffen die Gefährten ihren alten Freund, Herrn Tur Tur. Der Scheinriese hat schreckliche Angst, denn ein Ungeheuer hat ihn aus seiner Oase vertrieben. Lukas und Jim gehen der Sache unerschrocken nach und finden Nepomuk, den Halbdrachen, in Tur Turs Haus vor. Nepomuk hat mindestens so viel Angst vor dem Scheinriesen wie umgekehrt und er hat sich nur deshalb in der Oase versteckt, weil die Drachen der Drachenstadt wegen Frau Mahlzahns Entführung Verrat gewittert haben und Nepomuk umbringen wollten. Lukas und Jim machen Tur Tur und Nepomuk miteinander bekannt und bieten den beiden neue Jobs an. Tur Tur ist hoch erfreut, endlich wieder unter Leute zu kommen und Nepomuk ist nicht abgeneigt, Magnetbergwächter zu werden.

3. Folge: Von der Wüste nach China
Zurück auf dem Magnetberg nimmt Nepomuk den Job des Magnetwärters gern an. Zur Freude des Schildnöcks, Herrn Uschaurischuum, will Nepomuk sogar bei der Erschaffung des Kristalls der Ewigkeit helfen - erst wenn er dieses geheimnisvolle Mineral hergestellt hat, darf Uschaurischuum nämlich das Meerfräulein Sursulapitschi heiraten. Jim und Lukas sind entsetzt: Molly ist verschwunden! Sie argwöhnen, die kleine Lokomotive sei ins Meer gefallen, aber ihre Suche auf dem Meeresgrund bleibt erfolglos. Nachdem sie einen kurzen Blick auf eine versunkene Stadt geworfen haben, finden die beiden Lokomitivführer sich überraschenderweise an der Küste Lummerlands wieder. Dort nimmt Herr Tur Tur umgehend seine Tätigkeit als Leuchtturm auf. Wenig später treffen zwei Nachrichten ein: Die Wilde 13 verlangt ein Faß Rum für die kleine Lok (sie haben Molly vom Magnetberg entführt) und der Kaiser von China bittet die Lokomotivführer um einen Besuch, denn der Goldene Drache der Weisheit ist nun bereit, das Geheimnis um Jims Herkunft zu lüften. Doch der Drache spricht in Rätseln. Jim soll das Land, das nicht sein darf, erreichen, um die Wilde 13 zu besiegen. Mit dem Staatsschiff des Kaisers macht man sich auf den Weg ins Ungewisse. Unbemerkt schleicht sich auch Prinzessin Li Si an Bord. Nach kurzer Zeit taucht am Horizont ein Schiff auf, dessen Segel die Zahl 13 trägt...

4. Folge: Von China nach Jamballa
Eine wilde Schlacht zwischen den Piraten und dem Staatsschiff des Kaisers von China entbrennt. Besonders Jim und Lukas kämpfen tapfer, doch es hat keinen Zweck: Die Wilde 13 gewinnt und nimmt die gesamte Besatzung des Staatsschiffs - auch die blinde Passagierin Li Si - gefangen. Molly versinkt mit dem Staatsschiff im Meer. Nur Jim kann entkommen und sich verstecken. Nun nimmt die Wilde 13 Kurs auf das Land, das nicht sein darf, eine Insel, die mitten in einem Wirbelsturm liegt. Dort, im Schloß Sturmauge, feiert die Wilde 13 ein Fest, das ihrem Namen alle Ehre macht. Jim belauscht die Piraten und erfährt, daß sie ihn vor einigen Jahren in einem Weidenkörbchen im Meer treibend gefunden haben und zur Drachenstadt Kummerland schicken wollten. Außerdem erfährt Jim, daß in dem Weidenkörbchen noch ein Pergament und eine Krone gelegen haben. Jim nimmt den Stern an sich, dessen Träger jeweils Hauptmann der Piraten ist. Als das Fehlen des Sterns bemerkt wird, fallen die Piraten übereinander her und prügeln sich gegenseitig bewußtlos (sie sind alle gleich stark), so daß Jim sie fesseln und seine eingesperrten Freunde befreien kann. In der Schatzkammer werden Krone und Pergament entdeckt. Das Dokument besagt, daß Jim der letzte Prinz des verlorenen Lands Jamballa sei. Da nur die Wilde 13 die erforderlichen Segelkünste besitzt, um den Wirbelsturm verlassen zu können, behält Jim den Befehl über sie. Man liefert Li Si in China ab und befragt erneut den Drachen der Weisheit. Dieser enthüllt, daß die Wilde 13 gar nicht die Wilde 13 ist, denn es gibt nur 12 Piraten. Auf die Zahl 13 sind die nicht ganz hellen Jungs gekommen, weil es immer 12 Piraten mit einem Hauptmann gegeben hat... Außerdem verrät der Drache der Weisheit, daß er in seiner alten Identität als Drache Mahlzahn für den Untergang Jamballas verwantwortlich gewesen ist, denn er hat an dessen Stelle das Land, das nicht sein darf, aus dem Ozean aufsteigen lassen. Um das rückgängig zu machen, muß Schloß Sturmauge versenkt werden, und das geht nur, wenn dort alle 12 unter dem Meeresspiegel liegenden Tore gleichzeitig geöffnet werden. Diesen Job übernimmt die Wilde 13 als Buße für ihre Missetaten. Jim rettet die Piraten, als das Schloß versinkt. Gleichzeitig steigt Jamballa aus dem Ozean empor. Und siehe da: Auf der Spitze eines Berges von Jamballa liegt Lummerland! Am Strand von Jamballs steht Molly - Uschaurischuum und Nepomuk haben sie mit dem Kristall der Ewigkeit in unzerstörbares Glas verwandelt. Jim nimmt sein neues Königreich in Besitz, die Wilde 13 verpflichtet er als seine Leibwache...

Der Film:

Michael Endes phantasievolles Kinderbuch wurde vom Marionettentheater der Augsburger Puppenkiste und dem Hessischen Rundfunk kongenial verfilmt. Die Vorgeschichte erfährt man in Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer - diese DVD ist gesondert erhältlich. Man muß sagen, daß die Buchvorlage teilweise stark verändert bzw. vereinfacht wurde. Vieles wird nur angedeutet oder bleibt gänzlich unklar. Aber das fällt nur auf, wenn man das Buch kennt. Schließlich ist Film ein visuelles Medium und erzählt Geschichten auf eine andere Weise als ein Buch.

Mit der "Jim Knopf" - Serie der Augsburger Puppenkiste verbinde ich ganz frühe Kindheitserinnerungen. Ich war neun oder zehn Jahre alt, als ich sie bei der Erstausstrahlung im Fernsehen gesehen habe und ich nehme an, daß durch sie meine Vorlieben für phantastische Geschichten (mit-)geprägt worden ist. Schon allein diese Stimmen wieder zu hören, besonders die von Lukas, Frau Waas und Herrn Tur Tur - das hat was. Wenn man sich die rührend billig (oder besser: naiv) gemachten Kulissen heute so anschaut (insbesondere diese Plastikfolie, die das Meer darstellen soll), muß man zwar ein bißchen schmunzeln, aber insgesamt hat die Serie auch heute noch einen ganz besonderen Charme. Und natürlich wird des öfteren das berühmte Lied von der "Insel mit zwei Bergen" gesungen, eine Melodie, die euch nicht mehr aus dem Kopf gehen wird, wenn ihr sie erst einmal gehört habt.

Die DVD:

Außer dem Urmel-Rock, dessen Tonqualität leider so schlecht ist, daß man den Text kaum versteht, gibt es noch einen längeren Trailer mit zusammengestoppelten Szenen aus diversen Produktionen der Augsburger Puppenkiste. Wesentlich interessanter ist dagegen eine vollständige Folge von "Die Museumsratten", die sich ebenfalls bei den Extras findet.

"Die Museumsratten" war eine Fernsehserie, die in den Jahren 1965 bis 1967 gelaufen ist. Drei Ratten-Marionetten (gestreßter Vater und zwei ungezogene Söhne) besuchen in dieser Serie mit ihren Siebenmeilenstiefeln verschiedene Museen in Deutschland. Die Episoden sind schwarzweiß und trotz oder gerade wegen ihres Alters besonders sehenswert. Folge 2 ist ca. 27 Minuten lang. Die drei Ratten besuchen das Verkehrsmuseum in Nürnberg und treiben dort allerlei Unsinn. Dabei werden die Exponate des Museums vorgestellt und erklärt.

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