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jimknopf Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (D, 1976)
DVD - Regionalcode 0, hrMedia
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: ca. 115 Minuten

Extras:
Trailer

Regie:
Manfred Jenning




Inhalt:

1. Folge: Von Lummerland nach China
Lummerland ist eine winzige Insel mitten im Meer. Sie wird regiert von König Alfons dem Viertelvorzwölften, der diesen Namen wegen seiner Geburtsstunde gewählt hat, und der genau drei Untertanen hat, mit denen er gern telefoniert: Herrn Ärmel (Inhaber eines Fotostudios), Frau Waas (betreibt einen Kaufladen) und Lukas (Lokomotivführer). Emma, die dicke alte Lokomotive, könnte man als vierten Einwohner der Insel bezeichnen. Damit ist Lummerland schon ziemlich dicht bevölkert, genaugenommen reicht der Platz gerade für diese Anzahl von Bewohnern. Doch eines Tages kommt mit dem Postschiff ein Paket auf Lummerland an. Es ist zwar an eine "Frau Mahlzahn" adressiert, aber da Frau Waas die einzige weibliche Einwohnerin auf Lummerland ist und weil eine Frau Mahlzahn nicht gefunden werden kann, geht man davon aus, daß das Paket für sie bestimmt ist. In dem Paket ist ein schwarzes Baby, das von Frau Waas als Kind angenommen wird. Der Junge wird Jim genannt und wächst zu einem prächtigen Burschen heran. Weil seine Hose einen besonderen Knopf hat, mit der man das Loch, das Jim immer wieder hineinreißt, einfach zuknöpfen kann, erhält der Knabe bald den Namen Jim Knopf. Während Jim älter wird, wachsen auch die Sorgen des Königs. Als Jim 14 ist, eröffnet Alfons dem entsetzten Lukas die traurige Wahrheit: Die Insel ist zu klein für einen weiteren Bewohner. Deshalb soll Emma abgeschafft werden. Das kann Lukas natürlich nicht zulassen und er beschließt, die Insel gemeinsam mit seiner treuen Lok zu verlassen. Jim, dessen bester Freund Lukas ist, bettelt so lange, bis er mitkommen darf. Emma wird seetüchtig gemacht, und eines Nachts brechen Lukas und Jim zu einer Reise ins Ungewisse auf. Sie landen schließlich an der Küste von China.

2. Folge: Von China in die Wüste
Nach einigen Schwierigkeiten mit unkooperativen Torwächtern und Oberbonzen werden Lukas und Jim zum Kaiser von China vorgelassen. Der kann zwar momentan keine Lok mit zwei Lokomotivführern gebrauchen, Hilfe hat er aber sehr wohl nötig. Seine Tochter Li Si wurde nämlich entführt. Eine Flaschenpost mit einem Hilferuf der Prinzessin verrät ihren Aufenthaltsort - das kleine Mädchen wurde in die Drachenstadt verschleppt. Die beiden mutigen Lokomotivführer erklären sich spontan bereit, Li Si zu befreien. Ihr erstes Abenteuer erleben die beiden bei der Durchquerung einer Schlucht, die der einzige Weg zur Überwindung eines großen Gebirges ist. Dort werden nämlich alle Echos so sehr verstärkt, daß die Felsen durch den Schall zusammenstürzen. Emma kommt gerade im letzten Moment aus der Schlucht heraus, doch leider ist der Rückweg jetzt versperrt und im Inneren von Emmas Kessel ist eine Schraube gebrochen. Jim muß in den Kessel tauchen, um die Schraube auszuwechseln - das Wasser kann nicht abgelassen werden, denn auf der anderen Seite des Gebirges ist eine Wüste - und ohne Wasser hat Emma keinen Dampf! Nach gelungener Reparatur macht man sich auf den Weg. Doch in der endlosen Wüste finden die beiden Freunde nur eine einzige Spur: Ihre eigene! Emma ist im Kreis gefahren...

3. Folge: Von der Wüste in die Drachenstadt
Lukas und Jim stecken in der Klemme. Sie finden keinen Weg, der aus der Wüste herausführt, außerdem werden sie immer wieder von einer Fata Morgana an der Nase herumgeführt. Da begegnen sie Herrn Tur Tur, dem Scheinriesen. Ebenso wie weit entfernte Gegenstände normalerweise klein erscheinen, scheint er umso größer zu werden, je weiter er entfernt ist. Deshalb fürchten sich alle Leute vor ihm und so muß Herr Tur Tur einsam in der Wüste leben. Lukas und Jim haben jedoch vor nichts Angst und warten ab, bis Herr Tur Tur näher gekommen ist. Der Scheinriese erweist sich als vollkommen harmloser, gastfreundlicher und vor allem hilfsbereiter Geselle. Er führt sie aus der Wüste heraus und bringt sie bis zu den "Schwarzen Felsen". Diese Region müssen Lukas und Jim durchqueren, wenn sie zur Drachenstadt wollen. In der Region der Schwarzen Felsen muß Emma quasi blind fahren, denn die Felsen sind so schwarz, daß sie alles Licht verschlucken. Außerdem wird es bitter kalt. Als die Lok beinahe in einen Abgrund stürzt, läßt Lukas etwas Dampf ab, der sich dann als Schee auf den Felsen niederschlägt. Als die Felsen somit ihre schwarze Farbe einbüßen, können Jim und Lukas auch wieder etwas erkennen und ihre Fahrt gefahrlos fortsetzen. Nächste Etappe ist das Land der kleinen Vulkane. Dort haust Nepomuk, der Halbdrache (seine Mutter war ein Nilpferd, sein Vater ein waschechter Drache), der untröstlich ist, weil sein Vulkan ausgegangen ist. Lukas kann ihn wieder entzünden und erhält zum Dank neben einer dringend benötigten Kohlenladung für Emma auch eine Wegbeschreibung in die Drachenstadt. Dort haben nur reinrassige Drachen Zutritt. Einen reinrassigen Drachen erkennt man daran, daß er Feuer spuckt und keinem anderen Tier gleicht. Emma muß also verkleidet werden, damit sie wie ein Drache aussieht, Feuer und Rauch spucken kann sie ja schon.

4. Folge: Von der Drachenstadt nach Lummerland
Emmas Verkleidung ist ein bißchen zu gut. Sie kommt zwar problemlos in die Drachenstadt hinein, muß dann aber vor "Verehrern" flüchten. So gelangt sie eher zufällig in die Drachenschule von Frau Mahlzahn. Wir erinnern uns: Das Paket, in dem Jim Knopf nach Lummerland gelangt ist, war an eine Frau Mahlzahn adressiert. Als Ort war "Kummerland" angegeben, und genau so heißt die Drachenstadt! In der Drachenschule werden Kinder verschiedener Nationalitäten von dem alten Drachenweib gequält. Jim tritt furchtlos ein und wird sogleich von Frau Mahlzahn attackiert, doch Emma bricht durch die Wand und besiegt das Drachenweib nach kurzem Kampf. Man flieht über den gleichen Fluß, der auch Li Sis Flaschenpost transportiert hat und gelangt so wohlbehalten in China an - den Drachen führt man im Schlepptau mit! Der überglückliche Kaiser verspricht, Jim und Lukas mit seinem Staatsschiff nach Hause zurückzubringen. Vorher werden die beiden aber noch einmal zu Frau Mahlzahn gerufen. Der Drache beginnt sich zu verwandeln und in einen tiefen Schlaf zu fallen, aus dem er nach einem Jahr als Goldener Drache der Weisheit erwachen wird. Drachen sind nämlich nur deshalb so böse, damit jemand kommt und sie im Kampf besiegt, ohne sie umzubringen (was meistens nicht klappt). Werden sie bezwungen, verwandeln sie sich in Wesen, die alle Fragen beantworten können. Der Drache rät Jim, zu einer bestimmten Zeit auf See Ausschau zu halten. Das wird gemacht, und dabei wird eine winzige schwimmende Insel gefunden, die mit nach Lummerland genommen wird. Dort wird sie mit der größeren Insel verbunden - somit sind die Probleme mit der Überbevölkerung gelöst!

Der Film:

Michael Endes phantasievolles Kinderbuch wurde vom Marionettentheater der Augsburger Puppenkiste und dem Hessischen Rundfunk kongenial verfilmt. Mehr muß man zu dieser DVD eigentlich nicht sagen. Manches ist zwar anders als im Buch (einiges wurde hinzugedichtet, manches andere wurde weggelassen), aber das fällt so nicht weiter auf, schließlich ist Film ein visuelles Medium und erzählt Geschichten auf eine andere Weise als ein Buch. Mit der "Jim Knopf" - Serie der Augsburger Puppenkiste verbinde ich frühe Kindheitserinnerungen. Ich war neun oder zehn Jahre alt, als ich sie bei der Erstausstrahlung im Fernsehen gesehen habe und ich nehme an, daß durch sie meine Vorlieben für phantastische Geschichten (mit-)geprägt worden ist. Schon allein diese Stimmen wieder zu hören, besonders die von Lukas, Frau Waas und Herrn Tur Tur - das hat was. Wenn man sich die rührend billig (oder besser: naiv) gemachten Kulissen heute so anschaut (insbesondere diese Plastikfolie, die das Meer darstellen soll), muß man zwar ein bißchen schmunzeln, aber insgesamt hat die Serie auch heute noch einen ganz besonderen Charme. Und natürlich wird des öfteren das berühmte Lied von der "Insel mit zwei Bergen" gesungen, eine Melodie, die euch nicht mehr aus dem Kopf gehen wird, wenn ihr sie erst einmal gehört habt.

Die DVD:

Die DVD enthält alle vier Teile der alten TV-Serie, mit der Michael Endes gleichnamiges Kinderbuch verfilmt wurde. Die Fortsetzung Jim Knopf und die wilde 13 ist gesondert als DVD erhältlich.

Abgesehen von einer Vorschau auf andere DVDs mit Produktionen der Augsburger Puppenkiste gibt es keine Extras auf der DVD. Die Vorschau fängt mit der Techno-Version des berühmten Lieds "Eine Insel mit zwei Bergen..." an und geht dann mit einem Zusammenschnitt von Szenen aus "Jim Knopf", "Urmel", "Don Blech und der goldene Junker" und "Der Löwe ist los" weiter.

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