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bond Im Geheimdienst ihrer Majestät (USA, 1969)
DVD - Regionalcode 2, MGM Home Entertainment
FSK: 16
Laufzeit: ca. 134 Minuten

Extras
Radio-/TV-/Kinotrailer, Interviews (Nur Audio! Mit Peter Hunt, George Lazenby, Diana Rigg, Telly Savalas), Bildergalerie, Audiokommentar, Originaldokumentation "Inside On Her Majesty's Secret Service" (43 Min.), "Inside Q's Lab" (11 Min.), "Über allem" - Featurette (6 Min.)

Regie:
Peter R. Hunt

Hauptdarsteller:
George Lazenby (James Bond, Agent 007)
Diana Rigg (Contessa Teresa di Vincenzo - Tracy Bond)
Telly Savalas (Ernst Stavro Blofeld)
Bernard Lee (M)
Desmond Llewelyn (Q)
Lois Maxwell (Miss Moneypenny)
Gabriele Ferzetti (Marc-Ange Draco)
Ilse Steppat (Irma Bunt)




Inhalt:

James Bond rettet in Portugal eine junge Frau vor dem Selbstmord. Kaum hat er die Schöne aus den Meeresfluten getragen, da wird er auch schon von zwei Schlägern in einen Kampf verwickelt. Das Mädel verschwindet derweil mit Bonds Auto! Abends trifft er sie erneut, und zwar im Casino seines Hotels. Dort hilft er ihr erneut aus der Klemme, als sie beim Spiel viel Geld verliert, aber nicht bezahlen kann. Zum Dank verbringt die junge Contessa, die auf den Spitznamen Tracy hört, eine Nacht mit Bond - diesmal ist er es, der am nächsten Morgen allein aufwacht! Die zweite Überraschung dieses Tages besteht darin, daß Bond von einigen Unbekannten entführt wird. Man bringt ihn zu Draco, dem Kopf einer großen Gangsterorganisation. Überraschung Nr. 3: Draco ist Tracys Vater, und er schlägt einen ungewöhnlichen Handel vor. Im Austausch für Informationen über den Aufenthaltsort von Ernst Stavro Blofeld, den Bond schon seit Jahren vergeblich jagt, soll 007 die haltlos durchs Leben schlingernde Tracy heiraten und ihr Leben damit wieder in geregelte Bahnen lenken. Leider riecht Tracy den Braten recht bald - doch ausnahmsweise liegt James Bond mehr an ihr als an jeder anderen Frau, der er bisher begegnet ist. Die beiden werden ein Liebespaar und Papa Draco rückt jetzt gern mit Nachrichten über Blofeld heraus. Der Superverbrecher hat sich in den Schweizer Alpen, auf dem Piz Gloria, eine geheime Basis eingerichtet, die nur per Hubschrauber erreicht werden kann.

Ausgerechnet jetzt zieht M. seinen besten Agenten wegen Erfolglosigkeit vom Fall Blofeld ab. Bond will schon kündigen, doch Moneypenny legt M. stattdessen ohne Bonds Wissen einen Urlaubsantrag für 007 vor, der natürlich bewilligt wird. Im "Urlaub" findet Bond heraus, daß Blofeld sich einen Adelstitel zulegen will. Bond gibt sich daraufhin als Sir Hilary Bray aus. Bray ist Stammbaumforscher und Experte für Heraldik. Er wurde von Blofeld beauftragt, Beweise für seinen Anspruch auf einen Adelstitel zu sammeln. In Brays Identität wird Bond auf den Piz Gloria eingeladen. 007 staunt nicht schlecht, als er dort, in einem von Blofeld betriebenen "Sanatorium", fast wie ein Gefangener behandelt wird und außerdem auf eine ganze Horde schöner Mädchen trifft, die alle an irgendwelchen Allergien gelitten haben und von Blofeld geheilt worden sind. Bond weckt in den Mädchen eindeutige Interessen und "opfert" sich gern, zumal er nur so herausfinden kann, was wirklich hinter Blofelds angeblichen Heilkünsten steckt. Der Schurke "heilt" die Mädchen nämlich nicht nur per Hypnose, sondern gibt ihnen noch ganz andere posthypnotische Befehle. Die Mädchen sollen als Todesengel in die Welt hinausgeschickt werden und z.B. Viren freisetzen, um damit Seuchen zu verbreiten und Ernten zu vernichten. Das jeweilige Gegenmittel könnte Blofeld dann zu jedem beliebigen Preis verkaufen - oder er könnte ganze Staaten erpressen, um Amnestie für seine früheren Verbrechen zu erhalten.

Bond wird bei seinen Versuchen, Blofeld aus der Alpenfestung herauszulocken, etwas zu unvorsichtig. Seine Tarnung fliegt auf und er muß nach Mürren fliehen, wo er Tracy trifft. Gemeinsam hängen sie in der alpinen Winterlandschaft Blofelds Häscher ab und verstecken sich in einer Scheune. Und dort geschieht es, daß James Bond seiner Geliebten einen Heiratsantrag macht! Am nächsten Tag werden die beiden allerdings wieder aufgespürt. Sie geraten in eine Lawine, Tracy wird auf den Piz Gloria entführt. Zusammen mit Draco und einigen Männern aus dessen Organisation stürmt Bond den Berg (der Geheimdienst will sich an der Geschichte nämlich nicht die Finger schmutzig machen) und räuchert die Festung aus - Tracy kann sich in dem Durcheinander selbst befreien. Nach einer Verfolgungsjagd per Bob glaubt Bond, er habe Blofeld endgültig besiegt und könne seinen Job an den Nagel hängen. Ein fataler Irrtum, wie sich kurz nach Bonds Heirat mit Tracy herausstellt. Denn auf der Hochzeitsreise rast ein Auto an Bonds Wagen vorbei, Schüsse fallen - aber nur Tracy wird getroffen, und zwar tödlich. Am Steuer des fremden Wagens sitzt Blofeld...

Der Film:

Ich weiß gar nicht, warum a) dieser Film allgemein auf wenig Gegenliebe gestoßen ist und warum man b) immer wieder hört, George Lazenby sei kein "richtiger" James Bond. Okay - vergleicht man ihn mit Sean Connery und Roger Moore, dann kann er wirklich nicht ganz mithalten. Lazenby war seinerzeit ja auch eher ein Fotomodell als ein Schauspieler. Aber einem Timothy Dalton kann er durchaus das Wasser reichen! Auch sonst enthält der Film bis auf eine Ausnahme wieder alles, was für Bond-Filme typisch ist. Die eine Ausnahme sind die beliebten Agenten-Spezialausrüstungen von Q. Bis auf eine Apparatur zum Knacken von Safes kommt praktisch kein außergewöhnliches Gadget in diesem Film vor. Ansonsten gefällt mir der Film schon deshalb sehr gut, weil er sich eng an die Romanvorlage hält und weil diese eine spannende, gar nicht mal so unrealistische Story erzählt. Eigentlich ist dieser 6. Bond-Film sogar ein viel realistischeres Agentenabenteuer als die meisten anderen.

Das Problem könnte zwei Ursachen haben. Zum einen konzentriert der Film sich nicht auf eine Geschichte. Die Lovestory nimmt neben der Bond-typischen Action breiten Raum ein - aber die Lovestory ist ja auch für die Agentengeschichte von Bedeutung. Dadurch entstehen allerdings leichte Längen, d.h. es dauert eine ganze Weile, bis Bond endlich seinem alten Widersacher entgegentreten darf bzw. bis man überhaupt erfährt, worin die Bedrohung diesmal besteht. Zum anderen gefällt die Liebesgeschichte an sich wahrscheinlich vielen Bond-Fans nicht, obwohl sie keine Erfindung der Filmemacher ist, sondern auch im Roman von Ian Fleming vorkommt. Die Vorstellung, daß 007 seinen Abschied vom Secret Service nehmen und mit einer Frau glücklich werden könnte, paßt vermutlich ebensowenig ins Bild, das man sich von dem hartgesottenen Agenten gemacht hat wie seine Beinahe-Tränen am Schluß. Dabei finde ich gerade diese Szene sehr gelungen.

Insgesamt halte ich den Film für einen solide gemachten, spannenden Actioner ohne viel Schnickschnack - bin aber doch froh, daß Lazenby nicht bei der Rolle geblieben ist (welche Gründe es dafür auch immer gegeben haben mag).

Die DVD:

Die DVD hat einen ganz entscheidenden Mangel: Der Film liegt nur in deutscher Synchronisation vor. Das liegt wohl daran, daß die deutsche Version geschnitten wurde. Man hätte also die fehlenden Szenen entweder wieder einfügen und nachvertonen müssen oder man hätte mitten im Film einen plötzlichen Wechsel von deutscher zu englischer Sprache gehabt. Mit beidem hätte ich aber leben können, denn ich schaue mir gerade solche Filme (d.h. Filme aus den Sechzigern und Siebzigern) lieber im englischen Original an. Warum? Nun, weil die deutsche Synchronisation oft zu wünschen übrig läßt. Einmal fehlt meist jeglicher Wortwitz - wer kann schon englische Wortspiele adäquat übersetzen? - und außerdem wurden damals, vielleicht um diesen Mangel auszugleichen, immer wieder dumme Sprüche eingebaut, die so gar nicht zur Situation passen wollen. Solche Szenen gibt es auch in diesem Film.

Die Extras können sich jedoch sehen lassen. Ein fast dreiviertelstündiges "Making of" läßt einige hochinteressante Blicke hinter die Kulissen zu. So erfährt man z.B. von den Querelen, die es wegen des Verhaltens des Hauptdarstellers gegeben hat. Er selbst kommt, deutlich gealtert, in einem aktuellen Interview zu Wort und gibt zu, daß er heute selbst nicht mehr versteht, warum er sich damals so divenhaft benommen hat. Möglicherweise waren diese Mißstimmigkeiten ein Grund dafür, warum man Lazenby als Sündenbock abgeschossen und für den nächsten Bond doch wieder auf Sean Connery zurückgegriffen hatte, als "Im Geheimdienst ihrer Majestät" nicht den erwarteten kommerziellen Erfolg einfahren konnte.

Ein weiteres, kürzeres Special ist eine Art Hommage an Desmond Llewelyn und den von ihm verkörperten Q, der in diesem Film lustigerweise gar nicht in seiner Postition als Ausrüstungs-Experte auftritt, sondern nur als Gast auf Bonds Hochzeit. Man erfährt, daß der Schauspieler, der dieses Technik-As verkörpert, in Wirklichkeit zwei linke Hände hat und keinen Nagel in die Wand schlagen könnte...

Als dritten interessanten Beitrag (abgesehen vom Audiokommentar) hat man noch einen kurzen Film über die waghalsigen Dreharbeiten in den schweizer Alpen auf die DVD gepackt: Der Kameramann hatte sich in einem speziellen Tragegestell, das unten an einem Helikopter befestigt war, hoch in die Lüfte heben lassen.

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