Jack Reacher - Kein Weg zurück


Jack Reacher: Kein Weg zurück (USA, 2016)
- Jack Reacher: Never Go Back -

Blu-ray, Paramount
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 118 Minuten

Extras:
- Reacher kehrt zurück (11:31 Min.)
- Eine unerwartete Familie (14:31 Min.)
- Erbarmungslos: Vor Ort in Louisiana (25:46 Min.)
- Erst die Rache: Kämpfen bis auf den Tod (12:42 Min.)
- Ohne Gnade: Der Dach-Kampf (8:13 Min.)
- Reacher im Visier: Mit Tom Cruise und dem Fotografen David James (8:33 Min.)

Regie:
Edward Zwick

Hauptdarsteller:
Tom Cruise (Jack Reacher)
Cobie Smulders (Susan Turner)
Danika Yarosh (Samantha Dutton)
Aldis Hodge (Anthony Espin)
Robert Knepper (James Harkness)
Patrick Heusinger




Inhalt

Jack Reacher hat keinen festen Wohnsitz, bleibt nie lange an einem Ort und hinterlässt keine Spuren, die zu ihm zurückverfolgt werden könnten. Vor einigen Jahren war der hochdekorierte Elitesoldat Chef der Militärpolizei in Washington, D.C.. Er hat diesen Job an den Nagel gehängt, um auf eigene Faust für Gerechtigkeit zu sorgen. Manchmal arbeitet er mit Major Susan Turner zusammen, der neuen Kommandantin seiner alten Einheit. Obwohl sich die beiden nie persönlich treffen, werden sie gute Freunde. Als Reacher bei seinem jüngsten Vorhaben (der Zerschlagung eines Menschenhändlerringes) in eine schwierige Situation gerät, schickt Turner Verstärkung. Reacher will Turner zum Essen einladen, um sich zu bedanken. In ihrem Büro sitzt jedoch ein gewisser Colonel Morgan, der ihm mitteilt, Turner stehe unter Spionageverdacht und warte im Militärgefängnis auf die Anklage. Von Turners Anwalt Colonel Moorcroft erfährt Reacher, dass zwei von Turners Untergebenen in Afghanistan ermordet worden sind. In Turners Wohnung wurde eine Festplatte mit Geheimdaten gefunden. Reacher glaubt nicht, dass Turner etwas mit den Morden zu tun hat, sondern in eine Falle gelockt wurde. Moorcroft hat noch mehr Informationen für Reacher. Eine gewisse Candice Dutton hat Vaterschaftsklage gegen Reacher erhoben. Sie behauptet, ihre fünfzehnjährige Tochter Samantha sei Reachers Kind. Reacher kann sich nicht daran erinnern, der Frau je begegnet zu sein. Samantha lebt nicht bei ihrer Mutter. Reacher macht das Mädchen ausfindig, erfährt aber nichts neues.

Reacher stellt fest, dass er beobachtet wird. Er knöpft sich die Unbekannten vor und findet heraus, dass sie für Parasource arbeiten, einen privaten Militärdienstleister, der auch in Afghanistan tätig ist. Wenig später wird Reacher verhaftet. Man wirft ihm vor, Moorcroft gefoltert und ermordet zu haben. In Wahrheit steckt ein namenloser Attentäter dahinter, der im Dienste des Parasource-Chefs James Harkness steht und herausfinden wollte, wieviel Reacher über den Fall Turner weiß. Reacher landet ebenfalls im Militärgefängnis. Ihm ist klar, dass er in dieselbe Verschwörung hineingeraten ist wie Turner, und dass sie beide in Lebensgefahr schweben. Tatsächlich sind bereits zwei Killer zu ihnen unterwegs. Es gelingt Reacher, sich zu befreien und die schon in Turners Zelle gelangten Killer unschädlich zu machen. Reacher und Turner entkommen aus dem Gefängnis. Unabhängig voneinander heften sich Captain Espin (ein leitender Militärpolizist aus Turners Team) und der namenlose Attentäter sowie dessen Schergen an Reachers und Turners Fersen. Letzterer überfällt Reacher und Turner in einem Restaurant, doch die beiden können entkommen. Reacher und Turner statten Morgan, der ebenfalls in die Sache verwickelt ist, einen Besuch ab. Den auf seinem Laptop gespeicherten Daten zufolge lässt Parasource mit Hilfe korrupter Offiziere in Afghanistan Waffen des US-Militärs verschwinden, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Die beiden ermordeten Soldaten sollten in dieser Sache ermitteln. Sie hatten zuletzt Kontakt mit einem Parasource-Mitarbeiter namens Daniel Prudhomme, der in New Orleans lebt.

Nun schlägt der Attentäter wieder zu. Er tötet Morgan und hängt Reacher die Tat an. Außerdem versucht er Samantha zu erführen (Reachers Treffen mit seiner vermeintlichen Tochter wurde beobachtet), um ein Druckmittel in der Hand zu haben. Er tötet das Paar, bei dem Samantha lebt, findet das Mädchen aber nicht. Reacher erfährt, dass seine Feinde die Verbindung zwischen ihm und Samantha hergestellt haben. Er eilt zu der Wohnung und findet Samantha unversehrt in einem Versteck. Zu dritt geht die Reise weiter nach New Orleans. Dort erfährt Samantha endlich, warum es die Killer auf sie abgesehen haben. Prudhomme kennt auch nicht die ganze Wahrheit, kann aber wichtige Aussagen zum Mord an Turners Leuten und den Machenschaften von Parasource machen. Reacher informiert Espin und vereinbart ein Treffen, bei dem der Zeuge übergeben werden soll. Harkness hört das Gespräch ab und schickt seine Killer zu dem Treffen. Prudhomme wird getötet, konnte Espin zuvor aber noch ins Bild setzen. Espin wird im Feuergefecht angeschossen. Die Killer können schließlich besiegt werden. Da nun feststeht, dass Reacher und Turner unschuldig sind, arbeitet Espin mit ihnen zusammen. Gemeinsam fahren sie zu einem Militärflughafen. Dort landet in diesen Minuten eine Frachtmaschine, die Waffen an Bord haben sollte, welche zur Rückführung in die USA bestimmt sind. Reacher und Turner gehen davon aus, dass die Transportkisten leer sein werden, weil die Waffen an Aufständische in Afghanistan verkauft wurden. Allerdings ergibt das Puzzle noch kein vollständiges Bild. Espins Informationen zufolge hat Parasource vor einiger Zeit Regierungsaufträge in Milliardenhöhe verloren und begleicht dennoch exorbitant hohe Schulden. Allein aus Waffenverkäufen kann das Geld nicht stammen.

Harkness und der namenlose Attentäter haben den Kampf mittels Überwachungskameras beobachtet. Sie machen das Hotel ausfindig, in dem Samantha untergebracht wurde. Der Attentäter und zwei Handlanger machen sich auf den Weg dorthin. Währenddessen konfrontiert Turner Harkness mit ihren Erkenntnissen. Sie verlangt, dass die Transportkisten geöffnet werden. Harkness hat nichts dagegen. Entsetzt muss Turner feststellen, dass alle Waffen dort sind, wo sie sein sollen. Bei Reacher fällt der Groschen: Die Waffen werden als Versteck für reines Opium benutzt. 500 Kilogramm Rauschgift sollten auf diese Weise in die USA geschmuggelt werden. Harkness wird verhaftet. Da klingelt Reachers Handy. Samantha ruft um Hilfe; sie hat die Ankunft der Killer beobachtet und ist aus dem Hotel geflohen. Reacher und Turner eilen zum Ort des Geschehens und schalten zwei Killer aus. Der namenlose Attentäter schnappt sich Samantha und droht sie zu töten. Reacher bietet ihm sein Leben im Austausch für ihres an und lenkt ihn ab, so dass sich Samantha aus seinem Griff befreien kann. Nach hartem Kampf tötet Reacher den Attentäter. Turner wird vollumfänglich rehabilitiert und tritt ihren Posten wieder an. Samantha bestellt Reacher in ein Restaurant, in dem ihre Mutter als Bedienung arbeitet, was sie ihm allerdings verschweigt. Auch ihrer Mutter sagt sie nichts. Da die beiden einander nicht erkennen, steht für Samantha fest, dass Reacher nicht ihr Vater sein kann. Zu seinem eigenen Erstaunen bedauert Reacher das.


Kringels Meinung

Der zweite auf einer von Lee Child erschaffenen Romanfigur basierende Film gefällt mir längst nicht so gut wie der Jack Reacher. So ganz kann ich nicht erklären, warum das so ist, schließlich bieten beide Filme im wesentlichen dasselbe, nämlich knackige Actionkost mit solidem Thriller-Plot. Vielleicht ist genau das Teil des Problems. Die Geschichte verläuft ganz in vorhersehbaren Bahnen und da der Zuschauer immer eine ganze Menge mehr weiß als Reacher, kann Spannung nur selten aufkommen. Die Intrige ist schon früh durchschaubar, das heißt, es geht im weiteren Handlungsverlauf gar nicht mehr darum, dass der Zuschauer gemeinsam mit Reacher herausfinden möchte, was da überhaupt passiert ist. Stattdessen bleibt nur die Frage offen, wann und wie Reacher es herausfinden wird. Wohlgemerkt: "Jack Reacher: Kein Weg zurück" ist kein schlechter Film, er hat mich nur nicht wirklich gefesselt.

Mir ist aufgefallen, dass Reachers phänomenale Kombinationsgabe bei weitem nicht so stimmig vermittelt wird wie im ersten Film. Am Ende kommt er halt einfach auf die zündende Idee - das war's. Alleinstellungsmerkmale des ersten Films sind für mich sowieso nicht die Story, die Action, die Spezialeffekte oder sonst irgendwas, sondern die Hauptfigur. Egal wie man zu Reachers gnadenlos vollstreckter Selbstjustiz steht: Er ist ein unverwechselbarer Typ oder sollte es sein. Reacher geht in jeder Situation absolut furchtlos, präzise und obendrein mit Köpfchen vor ... und zwar allein. Diese Aspekte kommen meiner Meinung nach im zweiten Film nicht wirklich zum Ausdruck. Es gibt kaum typische "Reacher-Momente", in denen die Überlegenheit dieses Actionhelden alter Schule richtig rüberkommt. Man möge mich nicht falsch verstehen, ich kann auf Gewaltdarstellungen gern verzichten, aber in diesem speziellen Fall hätte ich mir doch deutlich mehr Härte gewünscht.

Die Action ist gut gemacht, aber wiederum auch nicht so spektakulär, dass sie von den Schwächen der Handlung ablenken könnte. Was bleibt also, wenn man einmal von der durchaus schlagkräftigen, irgendwie aber blass bleibenden zweiten Hauptfigur (Turner) und dem austauschbaren Bösewicht absieht? Nur eine (potentielle) Vater-Tochter-Beziehung, die über weite Strecken hinweg vollkommen ignoriert und am Ende lediglich zur Konstruktion einer Bedrohungssituation eingesetzt wird, auf die man genauso gut hätte verzichten können. Weder wird klar, warum der namenlose Attentäter Reacher so sehr hasst, dass er ihn persönlich leiden sehen will, noch hat mich die zwischen Reacher und Samantha entstehende Zuneigung überzeugt. Ich wäre nicht abgeneigt, mir auch noch einen dritten Reacher-Film anzuschauen. Dann hätte ich die Hauptfigur aber gern wieder als Einzelgänger, der zeigen darf, was er draufhat.


Extras

Die sechs Featurettes sind im wesentlichen gleich aufgebaut: Mit Interviews, Hinter-den-Kulissen-Material und Filmausschnitten wird ein ganz guter Eindruck von den Dreharbeiten vermittelt. Die in Afghanistan spielenden Szenen wurden zum Beispiel in einer Kiesgrube in Louisiana gedreht! Wieder einmal wird deutlich, dass Tom Cruise viele (alle?) Stunts selbst gemacht hat. Das gilt auch für die eine oder andere riskante Fahrt per Auto. Cobie Smulders musste mitfahren ... Lee Child, auf dessen Romanen die Reacher-Filme basieren und der wie schon im ersten Film einen Cameo-Auftritt hat (er spielt einen Sicherheitsmann am Flughafen) kommt zu Wort und hat einige interessante Informationen beizusteuern. Der namenlose Killer, von dem Reacher gejagt wird, kommt im Roman gar nicht vor. Reachers Bekanntschaft mit Turner entwickelt sich über mehrere Romane hinweg, das wurde in den Prolog des Films gepackt. Bei den Szenen, die während der Halloweenparade in New Orleans spielen, haben 450 begeisterte Statisten aus der Stadt (teils mit eigenen Kostümen) mitgewirkt - und einige Leute, die gar nicht eingeladen waren ...


J. Kreis, 18.10.2018




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