Iron Sky


Iron Sky (Finnland/D/Australien, 2012)

Blu-ray, Splendid Film
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 93 Min.

Extras
- Audiokommentar
- Teaser und Trailer
- Bildergalerien
- 62nd Berlinale: Premiere of Iron Sky (11:46 Min.)
- Iron Sky: How it all started (8:29 Min.)
- Iron Sky: The Story and the Characters (14:41 Min.)

Regie:
Timo Vuorensola

Hauptdarsteller:
Julia Dietze (Renate Richter)
Christopher Kirby (James Washington)
Götz Otto (Klaus Adler)
Peta Sergeant (Vivian Wagner)
Udo Kier (Wolfgang Kortzfleisch)
Tilo Prückner (Dr. Richter)
Stephanie Paul (Präsidentin)




Inhalt

Im Jahre 2018 schicken die USA erstmals wieder Menschen zum Mond. Die beiden Männer sollen dort nach Helium-3 suchen. Mit diesem Gas wären die USA für lange Zeit unabhängig von ausländischen Energiequellen. Zu PR-Zwecken ist das männliche Model James Washington dabei. Vivian Wagner, Beraterin der US-Präsidentin, hatte die Idee, mit der Parole "Black to the Moon" (Washington ist Afroamerikaner) auf Stimmenfang zu gehen. Auf dem Erdtrabanten gibt es tatsächlich große Mengen von Helium-3. Es befindet sich in 20 Sammeltürmen, die zu einer Siedlung auf der dunklen Seite des Mondes gehören. Dort leben Deutsche, die im Jahre 1945 ins All geflohen sind, sowie deren Nachkommen. Sie haben auf dem Mond das Vierte Reich gegründet und hängen immer noch der Nazi-Ideologie an. Washington wird gefangen genommen, der zweite Astronaut wird erschossen. Die Mondlandefähre wird vernichtet. Nachrichtenübermittlungsoberführer Klaus Adler bringt Washington persönlich in die Mondbasis, um ihn zu verhören. Washington unternimmt einen vergeblichen Fluchtversuch und begegnet der Erdologin Renate Richter. Sie wurde Adler aufgrund perfekter genetischer Übereinstimmung als Paarungspartnerin zugeteilt, entwickelt jedoch Gefühle für Washington und versucht ihm zu helfen. Sie kann aber nicht verhindern, dass er albinisiert wird.

Dr. Richter, Renates Vater, findet heraus, dass Washingtons Handy leistungsfähiger ist als alle Reichs-Großrechner zusammen. Damit könnte endlich das gigantische Kampfraumschiff GÖTTERDÄMMERUNG einsatzbereit gemacht werden, eine ultimative Wunderwaffe, mit der die Erde erobert werden soll. Dummerweise ist der Akku leer. Adler sieht seine Chance gekommen, bald die Nachfolge des Führers Wolfgang Kortzfleisch anzutreten. Er bietet sich an, weitere Handys von der Erde zu besorgen. Den gebleichten Washington nimmt er mit. Renate fliegt als blinder Passagier ebenfalls zur Erde. Sie glaubt, dort das ihrer Meinung nach heilsbringende nationalsozialistische Gedankengut verbreiten zu müssen. Washington bringt Adler und Renate mit Vivian zusammen, die sofort erkennt, dass die beiden Mondnazis für den Wahlkampf nützlich sein könnten. Die Auftritte der Präsidentin werden künftig wie Reichsparteitage inszeniert, ihre Reden strotzen nur so vor rechtspopulistischen Propagandasprüchen. Damit feiert sie gewaltige Erfolge. Washington wird nicht mehr gebraucht und lebt auf der Straße. Drei Monate nach der Rückkehr zur Erde begegnen er und Renate sich zufällig. Nach anfänglichen Differenzen gelingt es Washington, die Überzeugungen der idealistischen jungen Frau ins Wanken zu bringen. Gemeinsam wollen sie versuchen, die Nazi-Invasion aufzuhalten.

Tatsächlich ist der Angriff schon im Gange. Unzählige Reichsflugscheiben und Großkampfschiffe mit Gesteinsbrocken für den Asteroiden-Blitzkrieg im Schlepptau sind im Anflug auf die Erde. Kortzfleisch ist bereits gelandet. Er hat Adlers hochverräterische Ambitionen durchschaut und will ihn eliminieren. Mit Viviens Hilfe dreht Adler den Spieß um. Er tötet den Führer und fliegt mit einem Tablet-PC zurück zum Mond, um den Start der GÖTTERDÄMMERUNG einzuleiten. Vivien wird sitzengelassen und sinnt auf Rache. Die Präsidentin ist begeistert, denn etwas besseres als ein Krieg gegen Nazis hätte ihr gar nicht passieren können. Während sich Reichsflugscheiben und US-Luftwaffe heftige Kämpfe am Himmel über New York liefern, wird das mit Atomwaffen bestückte Mars-Erkundungsschiff GEORGE W. BUSH für den Gegenschlag in Marsch gesetzt. Vivian erhält das Kommando, aber sie braucht Verstärkung. Die erscheint in Form von weiteren bewaffneten irdischen Raumfahrzeugen - nur die Finnen haben darauf verzichtet, ihre Raumfähren heimlich mit Waffen auszustatten. Nach der Zerstörung der Nazi-Raumflotte fliegen die GEORGE W. BUSH und ihre Begleitschiffe zum Mond. Vivian befiehlt den Beschuss der Mondbasis mit Atomwaffen. Doch die GÖTTERDÄMMERUNG wurde schon betriebsbereit gemacht. Gegen ihre gewaltige Feuerkraft ist kein Kraut gewachsen. Washington und Renate dringen in das Großkampfschiff ein. Renate stellt sich Adler zum Kampf und tötet ihn. Derweil entfernt Washington den Tablet-PC aus der Schiffssteuerung, so dass die GÖTTERDÄMMERUNG abstürzt. Renate und Washington, der sich inzwischen selbst mit einem De-Albinisierer behandelt hat, überleben den Absturz der GÖTTERDÄMMERUNG. Sie sinken sich in den noch bewohnbaren Trümmern der Mondbasis in die Arme. Ihnen steht viel Arbeit bevor. Als auf der Erde bekannt wird, dass es auf dem Mond massenweise Helium-3 gibt, entbrennt ein heftiger Streit zwischen den Repräsentanten aller Nationen um den Besitz dieser wertvollen Ressource. Die Raumschiffe der Erde vernichten sich gegenseitig, und bald fliegen Atomraketen von Kontinent zu Kontinent.

Kommentar

"Nazis halten sich seit dem Zweiten Weltkrieg auf dem Mond versteckt und wollen die Erde erobern" - das ist eine nette Grundidee. Daraus hätte ein charmanter kleiner Trash-Film werden können. Oder auch eine spektakuläre Hollywood-Großproduktion. "Iron Sky" ist keines von beidem. Der Film liegt irgendwo dazwischen. Er schwankt in praktisch allen denkbaren Aspekten ständig zwischen "genial" und "geht so".

Leider wird aus der Grundidee zu wenig gemacht. Vor allem aber ist der Film streckenweise langweilig und nur selten witzig. Manche CGI-Effekte (vor allem die Raumschiffe) sind wirklich gut gelungen, dann wieder musste ich mich über matschige Texturen, schlecht in künstliche Hintergründe hineinkopierte Schauspieler und andere allzu offensichtliche Schwächen wundern. So gut wie jeder Schauspieler hat seine guten Momente, chargiert dann aber gleich wieder hart an der Grenze zur Peinlichkeit (manche mehr, manche weniger). Die Musik ist manchmal passend, nicht selten aber störend und oft zu sehr auf "lustig" getrimmt. Es wird viel zu wenig vom Leben der Nazis auf dem Mond gezeigt. Die wenigen Szenen, die dort spielen, lassen nur erahnen, welch schöne Dieselpunk-Atmosphäre hier hätte erzielt werden können.

Einzelne Gags zünden durchaus, die meisten sind aber einfach nur lahm und abgedroschen. Anscheinend konnten sich Regisseur und Autoren außerdem nicht entscheiden, ob sie denn nun eine Komödie machen wollten oder nicht. "Iron Sky" wirkt wie ein ambitionierter Fanfilm mit - so seltsam das klingen mag - zu großem Budget. So geht der sympathische Trash-Faktor derartiger Projekte verloren, gleichzeitig wird nie die offensichtlich angestrebte Qualität eines echten Blockbusters erreicht.

Blu-ray-Features

Die drei vergleichsweise kurzen Featurettes haben nur wenig zu bieten. "62nd Berlinale: Premiere of Iron Sky": Schauspieler und Produktionsteam bei der Berlinale. Sie beantworten Fragen der Journalisten, versammeln sich auf der Bühne vor der Leinwand und besuchen die Aftershow-Party. In "Iron Sky: How it all started" erfährt man einiges über ein mir völlig unbekanntes, früheres Projekt der Filmemacher namens "Star Wreck". "Iron Sky: The Story and the Characters" enthält neben Kommentaren zu Handlung und Figuren ein bisschen Hinter-den-Szenen-Material. Insgesamt sind die Extras genauso wenig erwähnenswert wie der Film selbst.


J. Kreis, 03.12.2012




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