Iron Man 2


Iron Man 2 (USA, 2010)

Blu-ray, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 125 Min.

Extras
- Audiokommentar des Regisseurs
- Making of "Iron Man 2" (85:15 Min.)
- Entfallene Szene mit optionalem Audiokommentar (16:34 Min.)
- Featurettes (30:08 Min.)
- Designgalerie (selbstablaufende Bildergalerie, 15:48 Min.)
- Musikvideo "Shoot to kill" von AC/DC (5:32 Min.)
- S.H.I.E.L.D. - Datenbank
- Kinotrailer

Regie:
Jon Favreau

Hauptdarsteller:
Robert Downey jr. (Tony Stark / Iron Man)
Gwyneth Paltrow (Virginia "Pepper" Potts)
Mickey Rourke (Ivan Vanko)
Don Cheadle (Lt. Col. James Rhodes)
Sam Rockwell (Justin Hammer)
Scarlett Johansson (Natasha Romanoff alias "Black Widow" alias Natalie Rushman)
Samuel L. Jackson (Nick Fury)
Garry Shandling (Senator Stern)
Clark Gregg (Phil Coulson)
Jon Favreau ("Happy" Hogan)




Inhalt

Zur Vorgeschichte: Siehe Iron Man.

Ein halbes Jahr ist vergangen, seit die Welt erfahren hat, dass Tony Stark Iron Man ist. Seine Popularität hat ungeahnte Ausmaße erreicht, seit er den Weltfrieden hergestellt und die Eröffnung der "Stark Expo" verkündet hat, ein gewaltiges, ursprünglich von seinem verstorbenen Vater ins leben gerufenes Projekt, das dem Wohl der gesamten Menschheit dienen soll. Stark gibt sich unbeschwert und exzentrisch wie immer, aber hinter den Kulissen sieht es ganz anders aus. Stark ist dem Tode nah, denn der Arc-Reaktor, der ihn am Leben erhält, bringt ihn gleichzeitig allmählich um. Das Gerät kann nur mit Palladium betrieben werden, und dadurch wird Starks Blut vergiftet. Niemand ahnt etwas davon, nicht einmal Tonys langjährige Assistentin "Pepper" Potts, der Tony kurzerhand die Leitung von Stark Industries überträgt, um mehr Zeit für seine Forschungen zu haben. Die attraktive Natalie Rushman wird ihr zur Seite gestellt. Andere Probleme bleiben nicht geheim, sondern werden in der Presse breitgetreten. Der US-Senat fordert die Herausgabe der Iron Man - Rüstung, denn es handelt sich nach Senator Sterns Meinung um eine gefährliche Waffe, die von der Regierung kontrolliert werden sollte. Stern kann in einer öffentlichen Anhörung sogar einen Bericht des mit Stark befreundeten Colonel Rhodes vorweisen, der diese Meinung unterstützt. Stark behauptet zwar, die Rüstung sei im Grunde nichts anderes als eine Hightech-Prothese, aber Justin Hammer, Waffenlieferant des US-Militärs und Starks schärfster Konkurrent, ist anderer Ansicht. Er behauptet, die Rüstung werde bereits in feindlichen Ländern imitiert. Stark kann beweisen, dass bis jetzt alle Versuche, den Iron Man nachzubauen, fehlgeschlagen sind. Auch Hammer ist mit eigenen Versionen kläglich gescheitert. Mit der Feststellung, dass keine Bedrohung existiert, weil niemand außer ihm selbst in den nächsten zwanzig Jahren eine ähliche Technik wird entwickeln können, verlässt Stark die Anhörung.

Doch Stark irrt sich. Tatsächlich gibt es bereits einen zweiten Arc-Reaktor, hergestellt von Ivan Vanko, dem Sohn des ehemaligen Partners von Tony Starks Vater Howard. Anton Vanko hat in den Sechzigerjahren zusammen mit Howard Stark die Grundlagen für die von Tony Stark weiterentwickelte Technik erarbeitet. Wegen seiner Geldgier wurde Vanko von dem Projekt abgezogen, nach Russland abgeschoben und von der dortigen Regierung nach Sibirien deportiert. Nach dem Tod seines Vaters will sich Ivan Vanko an Stark rächen. Er konstruiert ein Exoskelett, das von einem primitiven Arc-Reaktor angetrieben wird und mit zwei Energiepeitschen ausgestattet ist. So ausgerüstet greift er Stark an, als dieser an einem Autorennen in Monaco teilnimmt. Gerade noch rechtzeitig legt Stark eine von seinem Leibwächter "Happy" Hogan mitgebrachte transportable Iron Man - Rüstung an. Damit setzt er Vanko außer Gefecht. Die Rüstung wird dabei schwer beschädigt. Durch diesen Kampf, der vor laufenden Fernsehkameras stattgefunden hat, wird zweierlei klar: Nicht nur Stark kann Arc-Reaktoren herstellen und Iron Man ist nicht unbesiegbar. Sein Anspruch, die USA im Alleingang gegen alle Feinde verteidigen zu können, gerät ins Wanken. Dies wirkt sich auch auf Stark Industries aus. Die Firma gerät in große Schwierigkeiten. Inzwischen fühlt Stark sein Ende nahen. Sein Lebensstil wird selbstzerstörerisch. Als Rhodes Zeuge eines besonders peinlichen Auftritts seines betrunkenen Freundes wird, der die Iron Man - Rüstung als Spielzeug benutzt, legt er eine unbewaffnete Mark II - Rüstung an, liefert sich einen Kampf mit Stark und liefert die Rüstung seinem Vorgesetzten aus.

Vanko wird von Hammers Schergen aus dem Gefängnis befreit. Man lässt es so aussehen, als sei Vanko ums Leben gekommen, damit er insgeheim für Hammer Industries arbeiten kann. Vanko soll Starks nicht funktionierende Iron Man - Kopien funktionsfähig machen, damit Hammer sie dem Militär verkaufen und gleichzeitig Stark düpieren kann. Vanko tanzt aber keineswegs nach Hammers Pfeife. Er wandelt die Rüstungen in ferngesteuerte Roboter um und baut heimlich eigene Software ein, mit der er die Maschinen kontrollieren kann. Hammer ist abgelenkt, denn er wird damit beauftragt, die Mark II - Rüstung mit massiver Feuerkraft auszustatten. Stark wird derweil von Nick Fury aufgesucht. Der Chef der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. stellt Stark unter Hausarrest, bis dieser ein Heilmittel für die Palladiumvergiftung gefunden hat. Agent Coulson soll ihn bewachen. Bei dieser Gelegenheit erfährt Stark, dass Natalie Rushman in Wahrheit eine S.H.I.E.L.D.-Agentin namens Natasha Romanoff ist, die ihn überwachen und seine Tauglichkeit für die Avenger-Initiative beurteilen soll. Sie injiziert ihm eine Substanz, durch die die Vergiftung zumindest teilweise zurückgedrängt werden kann. Außerdem erhält Stark Unterlagen seines Vaters, der - was Stark bisher nicht wusste - früher für S.H.I.E.L.D. gearbeitet hat. Stark erkennt, dass sein Vater nicht der distanzierte, gefühlskalte Mann war, für den er ihn immer gehalten hat. Im Modell der 1974er-Version der Stark Expo hat Tonys Vater den Bauplan für ein neues Element versteckt. Howard Stark war aufgrund der noch nicht weit genug entwickelten Technik seiner Zeit nicht in der Lage, dieses Element zu erschaffen, doch sein Sohn kann das Werk vollenden. Er synthetisiert das neue Element und integriert es in den Arc-Reaktor, der danach keine Gefahr mehr darstellt und über eine extrem verstärkte Leistungsfähigkeit verfügt.

Vanko will seine Rache an Stark vollenden und meldet sich per Telefon bei ihm. Als Iron Man eilt Stark zur Stark Expo, wo Hammer gerade dabei ist, die neuen Kampfdrohnen zu präsentieren. Rhodes soll die Maschinen mit dem aufgerüsteten Mark II fernsteuern. Die Drohnen entwickeln jedoch ein "Eigenleben", denn in Wahrheit steuert Vanko sowohl sie als auch den Mark II. Die Kampfmaschinen greifen Iron Man an, auf dem Expogelände bricht Chaos aus. Natasha Romanoff und "Happy" Hogan dringen in die Hammer-Zentrale ein. Vanko setzt sich ab. Romanoff rebootet den Mark II, so dass Rhodes die Kontrolle zurückerhält. Gemeinsam vernichten er und Iron Man alle Drohnen. Vanko kommt in einem selbst hergestellten Kampfanzug hinzu. Stark und Rhodes müssen die Energie beider Rüstungen kombinieren, um ihn auszuschalten. Vanko spielt seinen letzten Trumpf aus und bringt die Reaktoren aller Drohnen und seines Kampfanzuges zur Explosion. Das Expogelände wird dabei verwüstet. Der Bereich ist bereits geräumt worden, nur "Pepper" ist dort zurückgeblieben. Stark rettet sie in letzter Sekunde. Er hindert Rhodes nicht daran, den Mark II wieder mitzunehmen.

Nick Fury eröffnet Stark das Ergebnis von Romanoffs Bewertung. Sie hält Iron Man für geeignet, in ein Superheldenteam aufgenommen zu werden. Tony Stark dagegen wird als untauglich bezeichnet. Aus diesem Grund soll Stark nur beratend für S.H.I.E.L.D. tätig werden. Stark willigt ein, aber nur unter der Bedingung, dass Senator Stern ihn und Rhodes mit einem Orden für ihre Verdienste auszeichnet.

Agent Coulson ist in New Mexico unterwegs zu einem Krater, der von Thors Hammer geschlagen wurde...

Kommentar

...diese letzte Szene, die erst nach dem Abspann folgt, soll natürlich zum Film "Thor" überleiten, der wiederum nur einer in einer ganzen Reihe von Marvel-Superheldenfilmen ist, die allesamt in "The Avengers" münden, jenen genialen Film, in dem Iron Man, Thor, Captain America, der Hulk sowie Nick Fury, Black Widow und Hawkeye ein Team bilden.

"Iron Man 2" gewinnt durch nochmaliges Anschauen. Mir geht es jedenfalls so, denn damals, als der Film neu in die Kinos kam, war ich irgendwie nicht mehr so begeistert wie vom ersten Teil, aber jetzt könnte ich nicht mehr sagen, warum das so war. Schließlich hat "Iron Man 2" alle Stärken, die den Vorgänger zu einem echten Knüller gemacht haben, wenn der Ton auch etwas ernsthafter ist. Robert Downey jr. brilliert einmal mehr in der Paraderolle des exzentrischen, egomanischen, verwöhnten, arroganten und doch sympathischen Playboys, der sich so gar nicht in das ansonsten übliche Superhelden-Schema pressen lässt und lieber allerlei Unsinn mit der Iron Man - Rüstung treibt, als einsam auf Verbrecherjagd zu gehen. Sowas wäre ja Selbstjustiz (vor allem aber wäre es natürlich langweilig), also überlässt er das lieber der Polizei. Insoweit ist er sogar eine realistischere Figur als jeder andere Superheld. Seine pointierten, temporeichen Wortgefechte mit der wie immer bezaubernden Gwyneth Paltrow sind echte Höhepunkte; immer wieder treibt er die Ärmste fast in den Wahnsinn. Ich kann mir inzwischen keinen anderen Schauspieler als Robert Downey jr. mehr in der Hauptrolle vorstellen.

Seine Gegenspieler könnten unterschiedlicher nicht sein. Jeder für sich würde gegen Downey vielleicht untergehen, aber zusammen sind Sam Rockwell und Mickey Rourke durchaus geeignet, es mit ihm aufzunehmen. Hammer ist nicht halb so cool, brillant und schlagfertig wie Stark, würde es aber gern sein und versucht sein großes Vorbild zu imitieren. Natürlich erfolglos. Vanko will Stark einfach nur vernichten - ihn oder den Mythos "Iron Man". Seine Motive sind dabei durchaus nachvollziehbar. Sam Rockwell und Mickey Rourke füllen diese beiden Rollen hervorragend aus; Rockwell spielt Hammer bei aller Großspurigkeit so hilflos-tollpatschig, dass er einem fast leid tut, und Rourke muss im Grunde nur sein unglaubliches Gesicht in die Kamera halten, um sofort präsent zu sein. Hinzu kommt natürlich noch Scarlett Johansson als "Black Widow". Die Dame ist einfach nur eine Augenweide, sie absolviert ihre Stunts mit Eleganz und Bravour. Mir ist allerdings vor diesem Film noch gar nicht aufgefallen, dass sie ein ziemlich ausgeprägtes Hohlkreuz hat! Samuel L. Jackson geht in der Rolle des Nick Fury ein bisschen unter, er hat einfach noch nicht genug zu tun.

Einziger echter Kritikpunkt: Die Action tritt ein wenig zu sehr in den Hintergrund. Es gibt im Grunde nur zwei große Actionszenen, nämlich Vankos Angriff auf Tony Stark beim Straßenrennen in Monte Carlo und der Amoklauf der Hammer-Drohnen incl. Kampf gegen Whiplash. Beide sind aber perfekt inszeniert, sehr abwechslungsreich gestaltet und machen richtig Laune. In Monte Carlo kommt sogar ein bisschen James-Bond-Feeling auf. Trotzdem möchte ich bei einem Superheldenfilm einfach mehr Einsatz von Superkräften sehen; da hätte mehr drin sein müssen. Vor allem hätte ich mir einen längeren und spektakuläreren Showdown gegen Vanko gewünscht. Trotzdem gehört "Iron Man 2" immer noch an die Spitze der modernen Superhelden-Filme.

Blu-ray-Features

Eine echt üppige Ausstattung mit Bonusmaterial! Nimmt man das Making of und die sechs Featurettes zusammen, erhält man eine zweistündige Dokumentation, die kaum Fragen offen lässt. Im Making of wird auf alle Phasen des Produktionsprozesses eingegangen, von den Vorbereitungen und ersten Entwürfen über die Dreharbeiten - komplett mit einer lustigen Rede von Robert Downey jr. vor dem ersten Drehtag - bis zur Post-Production. Man sieht Scarlett Johansson ungeschminkt bei den Proben zu den Stunts und erfährt, dass tatsächlich in Monte Carlo gedreht wurde. Außerdem wird klar, dass weniger CGI eingesetzt wurde, als ich gedacht hatte. Die Featurettes konzentrieren sich auf Einzelaspekte wie die Stark-Expo, Nick Fury, Black Widow und War Machine. Hier werden auch Vergleiche mit den Comics angestellt. Interessant ist auch ein Beitrag über Adam Goldstein alias DJ AM, der im Film auftritt (er legt bei Tony Stars Geburtstagsparty auf) und kurz nach den Dreharbeiten gestorben ist. Wusste ich noch gar nicht.

Die acht nicht verwendeten Szenen sind nicht besonders aufregend. Es handelt sich nicht durchweg um ganz neue Szenen; manche wurden nur ein wenig verlängert. Außerdem fehlen CGI-Bestandteile. Erwähnenswert ist vielleicht eine Szene, in der man Tony Stark kurz vor dem Absprung über dem Expo-Gelände sieht. Der Ärmste hängt, bereits mit der Iron Man - Rüstung bekleidet, göbelnd über der Klobrille...

Ein nettes Feature ist die S.H.I.E.L.D. - Datenbank. Sie enthält viele Hintergrundinformationen zu allen möglichen Personen, Organisationen, Orten, Ausrüstungsgegenstände usw. aus beiden Filmen und den Comics. Es handelt sich hauptsächlich um Text und Bilder, es sind aber auch drei kurze Clips zu sehen: Auf alt getrimmte "Schulungsvideos", in denen Howard Stark Hightech-Produkte seiner Firma vorstellt.


J. Kreis, 31.05.2012




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