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I, Robot I, Robot (USA, 2004)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 110 Minuten

Extras
Audiokommentare, Making of "I, Robot", Bildergalerie, Inside Looks

Regie:
Alex Proyas

Hauptdarsteller:
Will Smith (Del Spooner)
Bridget Moynahan (Dr. Susan Calvin)
Alan Tudyk (Sonny)
James Cromwell (Dr. Alfred Lanning)
Bruce Greenwood (Lawrence Robertson)





Inhalt:

Im Jahre 2035 gehören Roboter, die nicht nur äußerlich dem Menschen gleichen, sondern auch über ein gewisses Maß an künstlicher Intelligenz verfügen, zum ganz normalen Stadtbild wie heute Telefonzellen, Geldautomaten oder Baumaschinen. Als Dienstboten, Briefträger, Köche, Müllmänner usw. sind sie zu einem selbstverständlichen und unverzichtbaren Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Für Sicherheit im Umgang mit den Robotern sorgen drei Gesetze, die in den Maschinen "fest verdrahtet" sind:

1.: Ein Roboter darf keinem menschlichen Wesen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, daß einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
2.: Ein Roboter muß jeden von einem menschlichen Wesen gegebenen Befehl ausführen, es sei denn, dies würde dem ersten Gesetz widersprechen.
3.: Ein Roboter muß seine eigene Existenz schützen, es sei denn, dies würde den ersten beiden Gesetzen widersprechen.


Diese drei Gesetze sorgen dafür, daß Roboter absolut vertrauenswürdig sind und unter keinen Umständen irgend etwas tun können, was einem Menschen schadet. Es gibt allerdings jemanden, der dieses Urvertrauen nicht teilt: Del Spooner, Kriminalbeamter in Chicago, hat vor einiger Zeit ein traumatisches Erlebnis mit einem Roboter gehabt. Der Roboter hat ihm natürlich keinen Schaden zugefügt, er hat ihn im Gegenteil aus einer lebensgefährlichen Situation gerettet. Ein kleines Mädchen ist dabei aber ums Leben gekommen - weil der Roboter eine geringere Überlebenschance für sie errechnet hat. Seit diesem Tag weiß Spooner, daß es bei den Robotern einen Haken gibt: Sie handeln zwar streng logisch, aber gefühl- und seelenlos. Sie denken nicht, sondern folgen nur stur den in sie einprogrammierten Gesetzen. Sein Mißtrauen gegenüber den Robotern bringt Spooner immer wieder in peinliche Situationen und artet allmählich in Paranoia aus. Da kommt ihm sein neuester Fall gerade recht.

Spooner hat bei dem damaligen Unfall einen Arm verloren, der durch eine perfekte, robotische Prothese ersetzt worden ist. Der Wissenschaftler Dr. Lanning, der diese Prothese für Spooner konstruiert hat, arbeitet für die mächtige Firma "US Robotics", den größten Roboter-Hersteller der Welt. US Robotics will demnächst das neueste, revolutionäre Robotermodell auf den Markt bringen, den "NS-5". Als Lanning scheinbar Selbstmord begeht, indem er sich aus dem Fenster seines Labors im USR-Gebäude stürzt, wird Spooner auf Lannings postmortale Bitte hin auf den Fall angesetzt. Die Computer-Psychologin Dr. Susan Calvin soll ihn bei seinen Ermittlungen unterstützen. Spooner zweifelt an der Selbstmord-Theorie und stöbert in Lannings Büro den NS-5-Prototypen auf, an dem Lanning persönlich gearbeitet hat. Der Roboter flieht und greift Spooner an. Wie verträgt sich das mit den 3 Robotergesetzen? Sonny - so lautet der Name des Roboters - kann gestellt und untersucht werden. Dr. Calvin findet heraus, daß Lanning den Roboter mit einem zusätzlichen Positronengehirn ausgestattet hat, das es ihm ermöglicht, eigene Entscheidungen abseits der Robotergesetze zu treffen. Ein positronisches Gehirn ähnlicher Qualität ist das Herz des Supercomputers V.I.K.I., der alle Abläufe in der USR-Zentrale steuert, mit der ganzen Stadt vernetzt ist und die Aufgabe hat, sich selbst und die Roboter immer weiter zu perfektionieren. Sonny hat darüber hinaus eine echte, eigene Persönlichkeit - er ist sich seiner selbst bewußt, kann Gefühle empfinden und sogar träumen. Er kann somit eigentlich nicht mehr als Maschine bezeichnet werden. Für Spooner steht fest, daß nur Sonny Dr. Lanning getötet haben kann.

Lawrence Robertson, Chef von USR, sieht das allerdings anders. Er will nicht zulassen, daß auch nur der Hauch des Verdachts entsteht, Roboter könnten irgendwie gefährlich sein. Sonny wird abgeholt, sein Positronengehirn soll durch spezielle Nanoroboter zerstört werden. Sonnys Aussagen und die Eile, mit der Robertson alle Beweise auslöschen will, haben Spooner nachdenklich gemacht. Als er Lannings Haus untersucht, wird Spooner beinahe von einem außer Kontrolle geratenen Abriß-Roboter getötet. Später verwickeln Robot-Transporter ihn in einen Unfall, einige der neuen NS-5-Maschinen versuchen ihn dabei zu töten. Ein Zufall? Oder hat jemand die Robots umprogrammiert? Inzwischen ist die neue Roboter-Generation an die meisten Haushalte ausgeliefert worden. Während Dr. Calvin sich anschickt, die Naniten in Sonnys Positronengehirn zu injizieren, obwohl sie in dem Roboter eine eigenständige Person sieht, folgt Spooner der Spur, die Dr. Lanning offenbar für ihn gelegt hat. Ein Traumbild Sonnys führt ihn zu einer riesigen Lagerstätte, in der die ausrangierten, älteren Robot-Modelle ihrer Verschrottung harren. Spooner wird Zeuge einer seltsamen Szene: Die NS-5-Roboter zerstören systematisch alle ihre "Vorgänger". Sie wollen sich offenbar gegen die Menschen wenden und räumen jetzt zunächst einmal die alten Roboter aus dem Weg, weil diese die Menschen sonst beschützen würden. Spooner verdächtigt zwar noch Robertson, aber in Wirklichkeit steckt V.I.K.I. hinter allem, sie hat längst Robertsons Tötung veranlaßt. Der Supercomputer ist bei der Selbstperfektionierung einen Schritt zu weit gegangen und hat eine eigene Auslegung der Robotgesetze entwickelt: In den Kriegen, der Umweltverschmutzung und der Kriminalität hat V.I.K.I. selbstzerstörerische Tendenzen erkannt, vor denen die Menschheit geschützt werden muß. Sprich: Die Menschen müssen vor sich selbst geschützt werden, auch wenn das mit dem Verlust der persönlichen Freiheit jedes Einzelnen einhergeht...

Als Instrument für die Machtübernahme dienen V.I.K.I. die mit ihr vernetzten unzähligen NS-5-Roboter. Überall wenden diese sich jetzt plötzlich gegen die Menschen, zwingen sie, in ihren Wohnungen zu bleiben und schlagen Aufstände brutal nieder. Polizei und Armee werden entwaffnet, V.I.K.I. legt die Stromversorgung lahm. Spooner befreit Dr. Calvin, die ebenfalls von ihrem eigenen NS-5-Diener zu Hause gefangen gehalten wird. Gemeinsam dringen sie in die USR-Zentrale ein, was ihnen nur mit Sonnys Hilfe gelingt. Dr. Calvin hat es nämlich nicht übers Herz gebracht, Sonny zu "töten" - sie hat die Naniten einfach einem anderen NS-5 injiziert. Naniten sind auch die einzige Waffe, mit der V.I.K.I. ausgeschaltet werden kann, was Spooner, Calvin und Sonny auch im letzten Moment gemeinsam gelingt, bevor eine Horde von NS-5-Robotern sie überrennen kann. Am Ende steht die Versöhnung zwischen Spooner und Sonny, die so etwas wie Freunde geworden sind. Jetzt begreift Spooner auch, daß Dr. Lanning tatsächlich nicht Selbstmord begangen hat. Lanning hat Sonny gebeten, ihn zu töten, damit die Menschheit gerettet werden kann. Er wußte, daß Spooner mit seiner Antipathie gegen Roboter unweigerlich auf Sonny stoßen würde - und Sonnys Träume waren die erste von vielen Spuren, die Spooner auf V.I.K.I.s Machenschaften aufmerksam machen sollten. Eine andere Möglichkeit, die Öffentlichkeit zu warnen, hatte Lanning nicht, denn V.I.K.I. hatte ihn Tag und Nacht kontrolliert. Nach V.I.K.I.s Ende verwandeln sich die Roboter wieder in harmlose Diener, aber jetzt kann niemand mehr ihnen vertrauen. Sie sollen dauerhaft eingelagert werden.

Aber da ist immer noch Sonny, der erste Roboter mit eigener Persönlichkeit. Vielleicht kann er eine solche auch in seinen "Artgenossen" erwecken und sie so in die Freiheit führen?

Der Film:

"I, Robot" basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Issac Asimov, hat aber kaum Übereinstimmungen mit ihr. Eigentlich spielt die Story des Films nur mit den drei Asimov'schen Robotergesetzen. Das schadet ihm aber nicht - "I, Robot" war im Gegenteil für mich sogar eine der angenehmsten Überraschungen des Kinojahrs 2004. Der Film ist zwar vordergründig ein typischer Hollywood-Blockbuster für einen entspannten Sommer-Kinotag, denn er bietet eine mitreißende Kriminalstory, ordentlich Action, rasante Verfolgungsjagden und knackige Kampfszenen mit Menschen gegen Roboter und mit Robotern gegen Roboter. Auch auf dem Gebiet der Special Effects wird ein beeindruckendes Feuerwerk abgebrannt. Schon in den ersten Szenen sieht man Roboter in allen "Lebenslagen", die sich mitten unter den Menschen bewegen und unheimlich echt aussehen, obwohl sie komplett am Computer entstanden sind. Diese alten Blechbüchsen sind aber gar nichts im Vergleich zu den neuen NS-5-Modellen: Halbtransparente Oberflächen, unter denen man sich bewegende Maschinenteile erkennen kann, organisch-weiche Gesichtszüge und leuchtende Positronengehirne machen die Roboter zu einer wahren Augenweide. Sonnys Gesichtszüge sind die eines echten Schauspielers, die in eine Computergrafik integriert worden sind. Diese Mischung aus echt und künstlich verleiht Sonny einen ganz besonderen Charme. Auch das Design der Stadt des Jahres 2035 kann sich mehr als sehen lassen. Der ganze Look des Films wirkt wie aus einem Guß, es wird eine glaubwürdige, nicht allzu weit von uns entfernte Welt erschaffen. Will Smith spielt zwar wieder einmal weitgehend sich selbst und gibt so manchen lockeren Spruch zum Besten, aber die Rolle des eigentlich gar nicht so abgebrühten Cops füllt er doch sehr gut aus.

"I, Robot" ist also eigentlich vor allem allerbestes Unterhaltungskino - aber er ist mehr als das. Zunächst einmal verläßt er sich nicht auf einen Spezialeffekt-Overkill und gleitet nicht in sinnlose Zerstörungswut ab. Es gibt zwar die eine oder andere Szene, die nicht unbedingt hätte sein müssen und keinen anderen Zweck erfüllt, als cool auszusehen (z.B. Spooners in Zeitlupe dargestellter Sprung von einem Motorrad, bei dem er gleichzeitig einige Roboter umnietet), aber man hat nie den Eindruck, daß es nur um die Effekte geht. Nein, man höre und staune: In "I, Robot" steht eine interessante, spannende Geschichte im Vordergrund! Dabei driftet die Handlung nicht in Klischees ab. Eine Trennung in "Gut" und "Böse" gibt es in diesem Film so nicht. V.I.K.I. ist nicht böse, sie folgt nur ihrer Programmierung und dem konsequent zuende gedachten ersten Robotergesetz. Und aus dem selben Grund ist sie auch nicht gut, obwohl ihre Handlungen dem von ihr so "errechneten" Wohl der Menschheit dienen sollen. Diejenigen, die sich die Robotergesetze ausgedacht haben, haben ja auch nur nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, d.h. es gibt hier keinen verrückten Wissenschaftler, der die Welt erobern will. Es geht auch nicht um die "Versklavung" der Roboter, denn die sind, wie immer wieder betont wird, tatsächlich immer noch nur Maschinen. Auch ein NS-5 unterscheidet sich im Prinzip trotz aller Perfektion nicht von einem Fahrkartenautomaten oder einem PC. Sonny ist die einzige Ausnahme, aber er ist kein moderner Pinocchio wie Data aus "Star Trek" oder wie der kleine Junge aus dem unerträglich schmalzigen "A.I.". Man beginnt tatsächlich, in dieser künstlichen Gestalt einen echten Charakter zu sehen. Es kommt auch nicht zu romantischen Szenen zwischen Spooner und Calvin - allerhöchstens könnte man die Szene, in der Calvin Spooners künstlichen Arm untersucht, als Anspielung auf eine etwas eigenartige erotische Ausrichtung der guten Wissenschaftlerin deuten...

Trotz aller Action und trotz des durch Will Smith eingebrachten Humors ist "I, Robot" also ein richtig gut gemachter, spannender und intelligenter Film, der sozialkritische Fragen anreißt, ohne gleich mit dem Moral-Hammer zu kommen. Bitter aufgestoßen ist mir nur das massive "Product Placement". Hier muß Spooner als Alibi dienen. Er hat ein Faible für Produkte aus der Zeit der Jahrhundertwende (also aus unserer Zeit), und die werden denn auch deutlich gezeigt: JVC-Stereoanlagen, Converse-Turnschuhe, ein etwas futuristischer Audi...

Die DVD:

Diese Review bezieht sich auf die "abgespeckte" DVD-Version dieses Films, es gibt ihn auch in einer Special Edition auf 2 DVDs, die sich aber nur im Umfang des Zusatzmaterials von der Kinoversion unterscheidet. An Bonusmaterial findet man hier neben 30 Bildern (Konzeptzeichnungen, Szenenfotos) und sog. "Inside Looks" (die ein paar Blicke hinter die Kulissen von "Elektra" und einen Trailer zu Alien vs. Predator bieten) noch eine ca. 12-minütige Featurette, die die Bezeichnung "Making of" nicht verdient. Die Featurette ist nichts anderes als Werbung für den Film: Schnell zusammengeschnittene Interviewschnipsel, ein paar Filmszenen und ganz kurze Aufnahmen von den Dreharbeiten. Wenigstens bekommt man so einmal das "echte" Gesicht Sonnys zu sehen, d.h. den Schauspieler, dessen Mimik für den Roboter digitalisiert wurde.

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