Krieg der Götter


Krieg der Götter (USA, 2011)
- Immortals -

Blu-ray, Constantin Film
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 110 Min.

Extras
- Deleted Scenes (7:40 Min.)
- Alternativer Anfang (11:39 Min.)
- Alternatives Ende 1 (4:09 Min.)
- Alternatives Ende 2 (8:42 Min.)
- Krieg der Götter - Special (20:26 Min.)
- Es ist kein Mythos (5:28 Min.)
- Interviews
- Blick hinter die Kulissen (2:47 Min.)
- Original Kinotrailer (D/E)
- Darstellerinformationen (Text)

Regie:
Tarsem Singh

Hauptdarsteller:
Henry Cavill (Theseus)
Freida Pinto (Phaedra)
Mickey Rourke (Hyperion)
Luke Evans / John Hurt (Zeus / Alter Mann)
Isabel Lucas (Athena)
Kellan Lutz (Poseidon)
Stephen Dorff (Stavros)




Inhalt

1228 vor Christi Geburt. Hyperion, König der Herakliden, führt einen grausamen Feldzug gegen Hellas. Er ist auf der Suche nach dem Epeiros-Bogen, einer mächtigen Waffe, mit der er die Titanen befreien könnte. Auf diese Weise will er sich an den olympischen Göttern rächen, denen er die Schuld am Tod seiner Familie gibt. Die Titanen sind vor Urzeiten von Zeus und den anderen Göttern im Berg Tartaros eingekerkert worden. Wären sie entfesselt, so würden sie die Götter vernichten und somit Hyperions Rache vollenden. Hyperion vernichtet einen Tempel nach dem anderen und entführt die Orakel-Priesterinnen, um zu erfahren, wo der Bogen versteckt ist. Nur die junge Phaedra kann die Zukunft vorhersehen, aber noch kennt Hyperion ihre Identität nicht. Die Götter beobachten Hyperions Vormarsch mit Sorge. Es ist ihnen bei Todesstrafe verboten, in die Geschicke der Menschen einzugreifen. Zeus erwählt deshalb den jungen Theseus, den er in Gestalt eines alten Mannes schon von Kindesbeinen an in der Kriegskunst ausgebildet hat, zum Anführer der Griechen. Theseus, der nicht an die Götter glaubt, muss sich aber aus eigenem Willen dazu entscheiden, Hyperion entgegenzutreten.

Kurz nach Phaedras Entführung plündert Hyperion mit der Hilfe eines Verräters die Stadt, in der Theseus aufgewachsen ist, und nimmt den jungen Mann gefangen. Hyperion tötet Theseus' Mutter vor dessen Augen. Phaedras Schwestern ermöglichen ihr, Theseus und einigen anderen Gefangenen die Flucht. Poseidon steht ihnen heimlich gegen Hyperions Soldaten bei. Von den Gefährten wird Theseus überredet, seine Mutter im Labyrinth zu bestatten. Dort findet er den Bogen und besiegt einen von Hyperions Hauptmännern, der einen Helm in Form eines Stierkopfes mit vergifteten Spitzen trägt. Theseus wird beim Kampf vergiftet. Phaedra pflegt ihn gesund. Die beiden werden ein Liebespaar. Dadurch verliert Phaedra ihre seherischen Fähigkeiten. Theseus und seine Freunde erreichen das Orakel-Heiligtum, doch sie kommen zu spät. Die anderen Priesterinnen wurden ermordet und Hyperions Hauptstreitmacht ist bereits zum Tartaros weitergezogen. Einige Kämpfer sind zurückgeblieben, so dass Theseus und seine Freunde in einen Hinterhalt geraten. Theseus verliert den Bogen. Einer der Zeussöhne und Athena greifen zu Gunsten der Griechen ein. Zeus erscheint und bestraft seinen Sohn für die Einmischung mit dem Tod. Athena wird verschont.

Theseus, der nun nicht mehr an der Existenz der Götter zweifeln kann, eilt mit seinen überlebenden Gefährten (Phaedra und Stavros, ein Dieb) zur Stadt der Hellenen beim Tartaros. Eine gewaltige Mauer schützt die Stadt vor der ebenfalls eingetroffenen riesigen Armee der Herakliden. Mit dem Bogen kann Hyperion das Tor sprengen. Theseus spricht den verängstigten Verteidigern neuen Mut zu und stellt sich an ihre Spitze. Er kann jedoch nicht verhindern, dass Hyperion die Titanen befreit. Stavros nimmt den Bogen an sich, doch selbst mit dieser Waffe hat er keine Chance gegen die Titanen und wird getötet. Jetzt ist es den Göttern erlaubt, vom Olymp herabzusteigen, um die Titanen aufzuhalten. Theseus besiegt Hyperion im Zweikampf, wird aber tödlich verwundet. Ein Gott nach dem anderen fällt der Übermacht der Titanen zum Opfer. Zeus bringt den Tartaros zum Einsturz, so dass alle noch lebenden Titanen begraben werden. Die Herakliden-Armee flieht. Zeus versetzt sich selbst, die im Sterben liegende Athena und Theseus in die olympischen Gefilde.

Die Taten des Theseus werden zur Legende. Sein Sohn Akamas und Phaedra leben in seiner alten Heimatstadt. Akamas begegnet demselben alten Mann, der Theseus ausgebildet hat. Dieser verkündet, dass Akamas, genau wie sein Vater, einst gegen das Böse kämpfen wird...

Kommentar

...das wird er in der Tat, zumindest in der griechischen Mythologie. Akamas ist nämlich einer der griechischen Helden, die im trojanischen Pferd versteckt waren und die Eroberung Trojas ermöglicht haben. Theseus ist in der Mythologie am besten bekannt wegen seines Kampfes gegen den Minotauros im Labyrinth, der im Film leicht abgewandelt vorkommt. Soweit es mir bekannt ist, hatte Theseus aber rein gar nichts mit Hyperion zu schaffen. In der griechischen Mythologie ist Hyperion selbst ein Titan. Er ist der Vater des olympischen Sonnengottes Helios, aber keineswegs der König der Herakliden. Diese wiederum sind in der Mythologie die Nachkommen des Herakles. Sie hatten tatsächlich einigen Ärger mit den Griechen und sollen irgendwann den Peloponnes erobert haben. Da all diese Geschichten sowieso ins Reich der Mythen und Legenden gehören, ist es müßig, dem Film mangelnde historische Korrektheit vorzuwerfen. Eher sollte man von einer Neuinterpretation der griechischen Mythenwelt sprechen. In Filmen von Tarsem Singh geht es ja sowieso weniger um die Story, und mehr um die Bilder - siehe The Cell und The Fall. Das ist diesmal nicht anders. Allerdings wurde in den beiden genannten älteren Filmen immer zwischen realer Welt und Traumwelt unterschieden. Beide Welten wurden so miteinander verflochten, dass die eine Ebene die andere widerspiegelte und/oder Hinweise zum Verständnis der Geschehnisse in der jeweils anderen Ebene gegeben wurden.

In "Krieg der Götter" gibt es diese Unterscheidung nicht. Hier wird einfach eine recht geradlinige Geschichte erzählt, und zwar in stilvollen, mit Symbolen aufgeladenen Bildern im für Tarsem Singhs Filme so typischen Look, der diesmal aber so wirkt, als habe man bei 300 abgekupfert. Leider ist die Story ziemlich einfallslos. Es wird lediglich die x-te Heldenreise rund um Rache und Vorherbestimmung geboten, und selbst wenn man von der griechischen Mythologie überhaupt keine Ahnung hat, kommt praktisch nichts in diesem Film überraschend. An und für sich wäre das nicht weiter problematisch. Dummerweise sind alle Protagonisten - sowohl Menschen als auch Götter - so farblos, flach und irgendwie entrückt, dass man sich nicht mit ihnen identifizieren kann. Mir jedenfalls ist ihr Schicksal herzlich gleichgültig geblieben. Man vergisst sie so schnell, wie sie niedergemetzelt werden, und wenn sie überleben, ist's irgendwie auch egal. Für den großen Gegenspieler gilt das zum Glück nicht. Mickey Rourke muss sich schon aufgrund seines Aussehens kaum anstrengen, um König Hyperion Ecken und Kanten zu verleihen. Seine Darstellung gelangweilter, beiläufiger Grausamkeit passt recht gut zu der Figur.

Was bleibt, wenn Story und schauspielerische Leistungen nicht wirklich überzeugen können? Genau: Prächtige Kostüme, kunstvolle Masken, satte Farben, ungewöhnliche Landschaften/Bauten und so weiter. Diesmal kommt noch ein entscheidender Aspekt hinzu: Die Lust an durchchoreografierter Brachial-Action mit expliziter Gewaltdarstellung. Hier wird geschnetzelt, dass das Kunst- und CGI-Blut nur so durch die Gegend spritzt. Theseus und seine Gefährten sowie die Armeen der Griechen und Herakliden metzeln fröhlich vor sich hin, teils in großen Massenszenen. Und wenn die Götter / Titanen hinlangen, dann geht's erst so richtig zur Sache. Da werden (meist in Zeitlupe) Köpfe zertrümmert, Rümpfe zerrissen und Gliedmaßen abgetrennt, dass man sich über die 16er-Freigabe nur wundern kann. Die Effekte in diesen Szenen sind grandios, egal was man von der "ästhetisierenden" Darstellung von Gewalt halten mag. Aber ich muss sagen, dass ich ansonsten mit der Qualität der Sets und Spezialeffekte nicht so recht zufrieden bin. Die Handlung spielt sich hauptsächlich in irgendwelchen kargen, felsigen Umgebungen ab, und denen sieht man zu oft an, dass im Studio gedreht wurde. Das passt zwar irgendwie wieder zum stilisierten Look, aber von Tarsem Singhs früheren Filmen bin ich besseres gewohnt. Der bizarr-schöne Bildersturm reicht für sich genommen nicht aus, um den Film zu retten. Zu langweilig ist die Story, zu holprig wirkt die Erzählweise, zu uninteressant sind die Hauptfiguren.

Blu-ray-Features

Die nichtssagenden Interviews, zehn Stück zwischen einer und knapp vier Minuten, kann man getrost ignorieren. In der Featurette "Krieg der Götter - Special" wird auf die Entstehung der CGI-Effekte, auf die Stunts und die Filmmusik eingegangen, aber es wird kaum mehr als die übliche hektisch zusammengeschnittene Werbe-Mixtur aus Interviews, Filmszenen und Hinter-den-Szenen-Material geboten. Weiteres (unkommentiertes) Hinter-den-Szenen-Material findet man in "Blick hinter die Kulissen". "Es ist kein Mythos" enthält kurze Statements von Historikern, Literaturwissenschaftlern sowie dem Filmteam zur griechischen Mythologie und zu Tarsem Singhs Interpretation des Sagenstoffs. All diese Bonusinhalte sind nicht besonders interessant.

Es kommen jedoch einige nicht verwendete Szenen hinzu, die durchaus einen Blick wert sind. So sieht man, wie der griechische Verräter die Köpfe der von ihm ermordeten Wachsoldaten an die Hunde der Herakliden verfüttert, wie die Griechen beim Tartaros ankommen und wie Poseidon gegen Zeus aufmuckt - immerhin ist Poseidon der Bruder des Zeus, und im Gegensatz zu dessen Söhnen lässt er sich nicht herumkommandieren. Für das Finale sind zwei alternative Versionen vorhanden. In der ersten verläuft der Endkampf zwischen Theseus und Hyperion ganz anders, vor allem wird deutlicher, dass Theseus keine Überlebenschance hatte. In beiden Versionen stirbt er in Phaedras Armen. Außerdem sieht man die im Tunnel der großen Mauer liegenden Leichenberge. Das alles ist für den Film nicht wichtig, aber es hätte vielleicht nicht geschadet, wenn der alternative Anfang verwendet worden wäre. In dieser recht langen Sequenz wird nämlich genauer auf Theseus, seine Mutter und ihre Probleme mit den anderen Stadtbewohnern eingegangen. Man sieht, wie der junge Theseus an einer von Zeus in Gestalt des alten Mannes gehaltenen Unterrichtsstunde teilnimmt. Nebenbei erfährt man durch die Erzählung des alten Mannes mehr über Hyperions Vergangenheit. Angeblich hat sich Hyperion am Fleisch der Titanen gelabt und wurde seinerseits von Krebsen angenagt - daher die Narben. Außerdem wird gezeigt, warum sich Zeus für Theseus interessiert und warum der Knabe den Wunsch hatte, vom alten Mann ausgebildet zu werden.


J. Kreis, 20.12.2012




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Hans (28.05.2016):

Über die Kombination von schönen Körpern und blutigem Tod ist schon viel geschrieben worden insbesondere in Bezug auf Hollywood-Horrormovies in denen knackige junge Leute für vorehelichen Sex mit dem Leben bezahlen müssen. In diesen Film hier kann man sehr viel hineininterpretieren. Die Ästhetisierung v.a. des männlichen Körpers (hübsche Frauen eindeutig in der Unterzahl) in Verbindung mit einer Gewaltorgie epischen Ausmaßes... Das möchte ich überhaupt gar nicht erst tiefer analysieren. Die blutigsten Stellen habe ich vorgespult ansonsten hätte ich den Film nicht ertragen. Ein überflüssiges Machwerk, welches auch noch auf der griechischen Mythologie herumtrampelt. Dafür gibts eine glatte 6 von mir.



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