Ijon Tichy


Ijon Tichy: Raumpilot - 2. Staffel (D, 2011)

DVD-Regionalcode 2, EuroVideo
FSK: 6
Laufzeit: ca. 24 Minuten pro Episode, insg. ca. 192 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Making of (53:56 Min.)
- Deleted Scenes (9:09 Min.)
- Outtakes (5:20 Min)
- Bildergalerien (11:19 Min., 11:43 Min., 5:58 Min.)
- Eastereggs
- Poster

Regie:
Dennis Jacobsen, Randa Chahoud, Oliver Jahn

Hauptdarsteller:
Oliver Jahn (Ijon Tichy)
Nora Tschirner (Analoge Halluzinelle)




Inhalt:

Die Box enthält die komplette zweite Staffel der Fernsehserie Ijon Tichy: Raumpilot. Zur Vorgeschichte vgl. erste Staffel.

Folge 1: Held von Kosmos

Ijon Tichy zofft sich wieder einmal mit der Analogen Halluzinelle. Das holografische Helferlein soll das Raumschiff gleichzeitig steuern und putzen, was natürlich nicht gut möglich ist. Ein anderes Problem wiegt jedoch schwerer: Der Kühlschrank ist leer! Nur noch ein einziges ziemlich vergammeltes Ei ist vorhanden, und der Planet Eggmann, auf dem sich Tichy Nachschub beschaffen will, ist nicht an Ort und Stelle. Notgedrungen will sich Tichy über das letzte Ei hermachen, doch das ist von einem kosmischen Blitz getroffen worden und entlässt ein materieverschlingendes Schwarzes Loch, als es von Tichy geköpft wird. Das kleine Schwarze Loch verleibt sich die Deckenlampe ein, frisst ein Leck in die Schiffshülle, durch das es entweicht, und wächst immer weiter. Schließlich ist es so groß, dass ihm ganze Sonnensysteme zum Opfer fallen. Der gesamte Kosmos droht verschlungen zu werden! Tichy fliegt zu Professor Tarantoga. Der einarmige Wissenschaftler und Mitverfasser der Kosmischen Enzyklopädie weiß Rat. Das Schwarze Loch ist praktisch das Gegenteil des Urknalls, wird aber ein neues Universum hervorbringen. Man muss es nur mit einer "Ursuppe" füttern, die alle Informationen über das alte Universum enthält, um quasi eine Kopie zu erhalten.

Die Ursuppe ist bereits fertig und muss nur noch ins Schwarze Loch gefeuert werden. Tichy soll dort eine Zielscheibe anbringen, bekommt jedoch Streit mit der Halluzinelle. Prompt wird die Ursuppendose ins Innere von Tichys Schiff gefeuert, so dass dort ein Mini-Universum entsteht. Als Tichy in selbiges hineinfällt, stellt er mit Entsetzen fest, dass es der Halluzinelle irgendwie gelungen ist, die Ursuppe gemäß ihren eigenen Vorstellungen zu "programmieren". Im neuen Universum ist sie der Mensch und Tichy das Hologramm, außerdem ist das Raumschiff hübsch mit rosa Plüsch dekoriert. Schließlich gelingt es Tichy, aus dem Mini-Universum zu entkommen. Die Sphäre dringt ins Schwarze Loch ein. Es kommt zum Urknall. Ein neues Universum entsteht, in dem sich tatsächlich noch ein paar von der Halluzinelle veränderte Details wiederfinden. Von Professor Tarantoga erfährt Tichy, dass sich der Planet Eggmann am anderen Ende des Kosmos befindet...



Ijon Tichy

(Ijon Tichy und sein letztes Ei)


Folge 2: Shopping

Unterwegs zum Planeten Eggmann stellt Tichy fest, dass sich Professor Tarantogas Assistent Mel an Bord geschlichen hat. Das kleine pelzige Wesen möchte unbedingt seine Heimatwelt finden. Mels Herkunft ist unbekannt, aber es gibt eine Spur, die zum Möbelhausplaneten führt. Tichy hilft seinem Blinden Passagier aus nicht ganz uneigennützigen Gründen, diese Welt zu erreichen: Die Garantiefrist für den Projektor der Halluzinelle läuft demnächst ab, und Tichy will die Gelegenheit nutzen, das Gerät auf dem Möbelhausplaneten umzutauschen. Auf dem Planeten scheint es jedoch kein intelligentes Wesen mehr zu geben. Außerdem stellt sich heraus, dass dies doch nicht Mels Heimatwelt ist. Tichy gerät in die Gewalt aufmüpfiger Möbelstücke, die eine Rebellion gegen ihre Benutzer planen. Tausende Couchtische, Bistrostühle, Stehlampen, Sofas und andere Objekte - alle als Bausätze verpackt und versandbereit - warten nur darauf, zugestellt zu werden und über ihre Benutzer herzufallen, sobald diese sie zusammensetzen. Mit Hilfe der Halluzinelle, der er im Austausch dafür mehr Gleichberechtigung versprechen muss, kann Tichy entkommen. Um die Invasionspläne der Möbelstücke zu vereiteln, verändern Tichy und die Halluzinelle alle Montageanleitungen so, dass ein völlig unverständliches Durcheinander entsteht.



Ijon Tichy

(Ein neuer "Mitbewohner": Mel)


Folge 3: Schön schaumig

Tichy wird vom Verlag der Kosmischen Enzyklopädie darüber benachrichtigt, dass ein Artikel über ihn in die neue Auflage des Nachschlagewerks aufgenommen wird. Tichy freut sich, ist aber nicht zufrieden mit dem Foto, das für den Artikel verwendet werden soll, denn darauf ist auch die Halluzinelle zu sehen. Zu allem Unglück erhält Tichy auch noch ungebetenen Besucht von seinem "Freund" Dr. Miroslav Spamy. Der findet Gefallen an Tichys Assistentin und verschwindet mit dem Halluzinellenprojektor, während Tichy per Teleporter zum Enzyklopädie-Verlag reist, um ein neues Foto anfertigen zu lassen. Tichy rasselt mit Prof. Tarantoga zusammen, der Mel zurückhaben will. Tatsächlich ist Mel bereits dort. Er hat ebenfalls den Teleporter benutzt, doch dem war die Zielangabe "nach Hause" zu unkonkret, so dass er Mel einfach in Tarantogas Labor versetzt hat. Derweil verzehrt sich die Halluzinelle vor Sehnsucht nach Tichy, denn sie hat die Entführung nur geduldet, um sich anschließend von Tichy "retten" lassen zu können. Tatsächlich holt Tichy sowohl Mel als auch den Halluzinellenprojektor zurück in sein Raumschiff, denn so ganz allein gefällt es ihm dort doch nicht. Zu guter Letzt wird auch noch Spamy abgewimmelt. Dummerweise wird sein Foto für den Tichy-Eintrag in der Enzyklopädie verwendet...



Ijon Tichy

(Dr. Spamy)


Folge 4: Biste fix Zeitblasen

Prof. Tarantoga schickt Mel ein Päckchen mit seiner neuesten Erfindung, den "Biste-Fix Zeitblasen". Mel soll die Erfindung beim nächsten Erfinderkongress (Thema: "Zeitreisen") präsentieren, da der Professor nicht selbst anreisen kann. Leichtsinnigerweise schüttelt Tichy den Blasenprojektor mehrmals, bevor er eine Zeitblase bläst, in die die Halluzinelle hineingerät. Erst später erfährt er, dass man mit den Zeitblasen in die Zukunft reisen kann. Genauer gesagt: Wer sich in einer Zeitblase befindet, für den ist die Zeit quasi "eingefroren", während sie außerhalb der Blase normal verläuft. Die Wirkung hält umso länger an, je öfter man den Projektor schüttelt. Obwohl Tichy seltsame Warnungen erhält und einen Doppelgänger von sich selbst im Raumschiff entdeckt, reist er zum Kongress, um Tarantogas Erfindung als seine eigene auszugeben. Tichy und sein Doppelgänger kommen zwar nicht besonders gut miteinander aus, arbeiten aber doch zusammen, um mit Mels Hilfe aus dem Zeitblasenprojektor und geklauten Einzelteilen der Erfindungen anderer Kongressteilnehmer eine Zeitmaschine zu konstruieren, die Reisen durch die Zeit in beiden Richtungen ermöglicht. Natürlich fliegt die Sache auf. Tichy flieht vor den erbosten Kongressteilnehmern in die Vergangenheit und gelangt ins Raumschiff zurück - er selbst ist also der Doppelgänger!

Tichy ist nun in einer Zeitschleife gefangen. Er ist gezwungen, alle Geschehnisse vom Aufbruch zum Kongressplaneten bis zur Flucht in die Vergangenheit wieder und wieder zu durchleben. 1214 Jahre später platzt die Zeitblase, in der die Halluzinelle immer noch gefangen ist. Tichys Assistentin wird befreit, durchbricht den Ablauf der Geschehnisse, verhindert Tichys Aufbruch zum Kongress und löst somit die Zeitschleife auf. Der Doppelgänger verschwindet, denn da Tichy nie zum Kongress gereist ist, kann es ihn nicht geben. Seltsam nur, dass Tichy trotzdem immer noch das Foto besitzt, das ihn als Gewinner des Erfinderwettbewerbs zeigt...



Ijon Tichy

(Tichy schnallt mal wieder nichts. Im Hintergrund: Die Halluzinelle in der Zeitblase)


Folge 5: Sepulken verboten

Tichy ist immer noch unterwegs zum Planeten Eggmann. Mittlerweile hat er einen Mordshunger, aber auf dem Planeten Aquarius gibt es den nächsten unfreiwilligen Zwischenstopp. Dort residiert ein riesiges Fischwesen namens Elron Petri in einer Art Leuchtturm, der kein normales Licht, sondern Hypnosestrahlen aussendet. Auf diese Weise lockt Elron immer wieder Raumschiffe an, deren Besatzungen er dazu bringt, all ihr Wasser auf Aquarius abzuliefern und neue Jünger zu rekrutieren. Mel wird hypnotisiert und lenkt Tichys Raumschiff in den planetenumspannenden Ozean von Aquarius. Tichy wird verhaftet, denn er macht sich des schwersten denkbaren Verbrechens schuldig: Er muss dringend Wasser lassen und wollte in den Ozean pinkeln. Sepulken ist aber streng verboten. Alle Jünger Elrons müssen es sich verkneifen, denn Elron braucht frisches Wasser zum Leben. Mit Hilfe der Halluzinelle gelingt es Tichy, den Leuchtturm zu stürzen und alle Jünger von der Hypnose zu befreien. Zunächst wissen sie nicht, was sie jetzt tun sollen, aber dann kommen sie aus naheliegenden Gründen auf die Idee, eine Fischstäbchenfabrik aufzubauen.



Ijon Tichy

(Die Zeugen Jehovas? Nein, zwei Jünger Elrons)


Folge 6: Das Erinnerungsstück

Wieder einmal will Tichy nicht auf die Halluzinelle hören und steuert das Raumschiff direkt in einen Weltraumnebel hinein. Plötzlich kann er sich nicht mehr an seinen eigenen Geburtstag erinnern. Außerdem fällt der Strom aus. Tichy übernachtet deshalb bei der Halluzinelle im Schrank. Das Möbelstück erweist sich als Fahrstuhl in Tichys Unterbewusstsein. In einer Ebene unter dem Abstellraum für alte Erinnerungen haust Tichys personifizierte Aggression. Seine empfindsame Seite hat Tichy natürlich in eine noch tiefer liegende Ebene verbannt. Erwartungsgemäß kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen den drei Tichy-Versionen. Schließlich werden Tichy sowie seine zwei Alter Egos, die Halluzinelle und Mel in die Ebene von Tichys Verstand hinaufkatapultiert. Die Halluzinelle ist nicht überrascht, ein Kind als dessen Personifizierung vorzufinden. Der Kleine feiert gerade seinen ersten Geburtstag, womit endlich die Frage nach Tichys Geburtsdatum beantwortet ist. Als das Raumschiff den Nebel verlässt, verschwinden alle Alter Egos. Tichy, die Halluzinelle und Mel finden sich in der Zentrale wieder.



Ijon Tichy

(Drei Inkarnationen Tichys und die Halluzinelle in der bunten Welt von Tichys Phantasie)


Folge 7 / 8: Schein und Sein I / II

Prof. Tarantoga teleportiert sich persönlich in Tichys Raumschiff, um Mel zurückzuholen. Tichy hat inzwischen jedoch den Planeten Eggmann gerammt, wodurch erneut das Nichts freigesetzt wird. Prompt droht das Universum wieder einmal verschlungen zu werden, und Tarantoga kann diesmal nicht helfen. Die Halluzinelle hat einen der beiden Bord-Teleporter in den zweiten hineingestellt, um zu verhindern, dass Tichy seine Schmutzwäsche einfach nur von einem Ort der Rakete zum anderen beamt. So ist jedoch eine Rückkopplung entstanden, durch die ein Wurmloch erzeugt wurde, und durch dieses Wurmloch ist Tarantoga verschwunden. Tichy und Mel folgen ihm. Alle drei werden, wie sie erst geraume Zeit später begreifen, auf Insektengröße verkleinert und in einen Pflanzenkübel hineinversetzt, den Mel seinerzeit mit an Bord von Tichys Rakete gebracht hat. Sie können nicht zurückkehren, weil die Halluzinelle dem Teleportergerät den Saft abgedreht hat. Die Halluzinelle und Dr. Spamy versuchen das Nichts mit neuer Ursuppe zu beschießen, aber die Kanone lässt sich nicht richtig ausrichten. Schließlich gelingt es Tichy durch einen Trick, die Aufmerksamkeit der Halluzinelle auf den Teleporter zu lenken. Sie stellt den Saft wieder an, so dass Tichy durch das Wurmloch zurückkehren kann, wodurch er seine normale Größe zurückerhält. Tarantoga und Mel betreten den Teleporter gemeinsam, aber heraus kommen Tarantoga (mit zwei Armen!) und ein Hund.

So klärt sich Mels Herkunft. Das Pelzwesen stammt keineswegs von einem fremden Planeten, sondern war ursprünglich Tarantogas Haustier. Der Professor wollte Mels Pfoten nach dem Gassigehen reinigen und ist dabei versehentlich in den Teleporter geraten. Das Gerät hat den Hund und Tarantogas Arm zusammen transportiert und beide Komponenten dabei zu einem intelligenten Mischwesen verschmolzen. Tichy und die Halluzinelle bringen Tarantoga dazu, seinen Arm erneut zu opfern, um Mel wieder zu dem zu machen, was er bisher war. Inzwischen ist Tichy zu der Ansicht gekommen, dass das Nichts irgendwie mit seinem eigenen leeren Magen zusammenhängen muss. Er seilt sich in das Schwarze Loch ab, wird aber verschlungen. Im Inneren hört er seine eigene Stimme, die ihm erklärt, dass es sich beim Nichts lediglich um ein Loch in der Handlung handelt. Tichy wird von seinen Freunden aus dem Nichts befreit. Zum Dank will er der Halluzinellen künftig mehr Respekt zollen, indem er sie nur noch siezt. Seinen Hunger stillt der heldenhafte Raumpilot mit alten Omelettes, die noch unter der Decke kleben...



Ijon Tichy

(Prof. Tarantoga)


Kommentar:

Wie schon die Episoden der ersten Staffel bedienen sich auch die neuen Folgen dieser Fernsehserie sehr frei bei Stanislaw Lems Sterntagebüchern. Genau genommen kann man die Serie jetzt gar nicht mehr als Verfilmung des literarischen Vorbilds bezeichnen; es werden nur noch einzelne Motive aus dem Werk Stanislaw Lems verwendet. In der ersten Staffel wurden ja noch einzelne Geschichten aus den Sterntagebüchern nacherzählt, wenn auch teils stark verfremdet. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Bei Stanislaw Lem kommt der Humor zwar nicht zu kurz, aber in den Geschichten kommt Tichy immer wieder ins Philosophieren, so dass manche Reiseberichte zu langen und sehr trockenen Essays über soziale Fragen, Theologie und dergleichen werden. Davon findet sich in der Fernsehserie rein gar nichts wieder, sie ist reiner Nonsens. Ich finde das OK, aber Lem würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen. Mel ist übrigens eine völlig eigene Erfindung des Filmteams. Dieses neue Besatzungsmitglied in Tichys Rakete ist eine Handpuppe, die genauso gesteuert wird wie z.B. Kermit der Frosch aus der Muppet Show (OK, er ist schon ein bisschen aufwändiger gestaltet). Eigentlich ist Mel ein ganz sympathischer Bursche, aber so richtig viel hat er nicht beizutragen. Stattdessen hat er leider ein nicht unerhebliches Nerv-Potential.

Aber abgesehen davon machen die haarsträubenden Abenteuer des kosmischen Münchhausen (Tichy) viel Spaß, und zwar nicht zuletzt durch den gewollt trashigen Look der in liebevoller Handarbeit gebastelten Kulissen, Requisiten, Modelle und Kostüme. Bekanntlich musste Oliver Jahns Altbauwohnung in der ersten Staffel als Inneres des Raumschiffes herhalten. Nun ist Jahn aber umgezogen, deshalb mussten Bühnenbilder aufgebaut werden, die der Wohnung bis ins Detail nachempfunden waren. Und so wird erneut die Spülmaschine zum Halluzinellen-Projektor, das Zimmerfenster ist der Bildschirm, die Duschkabine ist das Teleporter-Gerät. Zum Schutz vor Kälte und Vakuum des Alls trägt Tichy Motorradhaube und Fliegerbrille. Wie am Ende der letzten Folge festgestellt wird, handelt es sich um Science Fiction, und da ist alles möglich! Deshalb ist das Wurmloch buchstäblich ein von einem Wurm gegrabenes Loch, das Wasser auf dem Planeten Aquarius besteht - genau wie einst bei der Augsburger Puppenkiste - aus Plastikfolien, und für die Außerirdischen wurden die verschiedensten Gebrauchsgegenstände zweckentfremdet. Die Geschichten sind, wie ihr den obigen Zusammenfassungen entnehmen könnt, genauso aberwitzig. Natürlich gibt's wieder ein gerüttelt Maß an augenzwinkernden Anspielungen auf unzählige Science Fiction-Filme. Dieser unbeschwerte, spielerische und gleichzeitig experimentelle Umgang dem Genre ist es, der die Serie sehenswert macht.

Leider wurde Tichys merkwürdige Sprechweise beibehalten. Die stellt die Geduld des Zuschauers ab ersten Sekunde auf eine harte Probe; man hätte besser auf diese Peinlichkeit verzichtet. Erneut kann jedoch Nora Tschirner punkten. Die schnippische Halluzinelle stiehlt Tichy mit Leichtigkeit die Show. Das Humor-Niveau schwankt zwar stark, aber der eine oder andere Lacher ist doch dabei. Viele Ideen sind ebenso verblüffend wie naheliegend: Wenn Tichy in Ep. 2 auf die aggressiven Einrichtungsgegenstände schießt, dann lösen sie sich in einer aus Verpackungschips bestehenden Explosionswolke auf. Und wenn sich Claude Oliver Rudolph als Verkörperung von Tichys Aggressionen genervt an den Kopf packt, als sich der Original-Tichy und dessen sensible Seite heulend in die Arme fallen, dann bleibt kein Auge trocken.

DVD-Features:

Das Making of ist sehr informativ und lässt erkennen, mit welch einfachen Mitteln bei der Produktion gearbeitet wurde. Hier bekommt man endlich mal einen normal sprechenden Oliver Jahn zu sehen bzw. zu hören! Setdesign, Erstellung der Storyboards, Herstellung der Masken und Puppen, Requisitenbau, Proben: Alles wird schön ausführlich vorgestellt. Es gibt auch was zu lachen, denn bei den Dreharbeiten wurden mehr Gags gemacht als in der Serie zu sehen sind. Vor allem Mels Puppenspieler ist anscheinend ein echter Scherzkeks und sorgt immer wieder für Erheiterung.

Hinzu kommen 6 nicht verwendete Szenen, eine Zusammenstellung schiefgegangener Szenen, 3 selbstablaufende Bildergalerien und einige Easter-Eggs, die sich hinter kleinen Symbolen in den Menüs verbergen. Insgesamt eine feine Ausstattung für eine gelungene zweite Staffel dieser ungewöhnlichen Serie, die (wenn man den Machern glauben darf) demnächst sogar den Weg auf die große Leinwand finden soll...

J. Kreis, 05.01.2012


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