Independence Day: Wiederkehr


Independence Day: Wiederkehr (USA, 2016)
- Independence Day: Resurgence -

Blu-ray, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 120 Minuten

Extras:
- Audiokommentar von Roland Emmerich
- Ein anderer Tag: Die Entstehung von Independence Day: Wiederkehr (55:25 Min.)
- Entfallene Szenen mit optionalem Audiokommentar von Roland Emmerich (8:24 Min.)
- Der Krieg von 1996 (5:11 Min.)
- Frühstücksfernsehen: It's early ABQ (3:07 Min.)
- Spaß am Set (6:14 Min.)
- Designkonzepte (Bildergalerien)
- Trailer und TV-Spot

Regie:
Roland Emmerich

Hauptdarsteller:
Jeff Goldblum (David Levinson)
Bill Pullman (Thomas J. Whitmore)
Maika Monroe (Patricia Whitmore)
Liam Hemsworth (Jake Morrison)
Jessie Usher (Dylan Dubrow-Hiller)
Brent Spiner (Dr. Brakish Okun)




Story

Vor zwanzig Jahren haben Außerirdische die Erde angegriffen und die Menschheit an den Rand der Auslöschung gebracht. Drei Milliarden Menschen sind gestorben. Die Aliens konnten nur mit knapper Not besiegt werden. Danach haben die Menschen die alten Nationalstreitigkeiten überwunden und ihre Welt mit Hilfe der aus den abgestürzten Alien-Raumschiffen geborgenen Technik neu aufgebaut. Allen war klar, dass die Aliens irgendwann zurückkehren würden. Energiewaffen und -schutzschirme sowie Kampfjäger mit Antigravitationstriebwerken wurden entwickelt. Mächtige Geschützplattformen wurden im Erdorbit sowie auf dem Mond installiert und es existiert ein Frühwarnsystem in Form eines Außenpostens auf dem Saturnmond Rhea. Die vom Wissenschaftler David Levinson und General Joshua Adams geleitete Earth Space Defense (ESD) mit Hauptquartier in Area 51 steht für den Fall eines zweiten Invasionsversuchs bereit.

Nach zwei Jahrzehnten des Friedens geschehen mehrere Dinge gleichzeitig. Alle Personen, die telepathischen Kontakt mit den Aliens hatten (darunter der damalige US-Präsident Thomas J. Whitmore), leiden unter quälenden Visionen. Dr. Brakish Okun, der die Aliens damals erforscht hat und besonders intensiven Kontakt hatte, erwacht aus dem Koma. Alle in Gefangenschaft geratenen Aliens, die zwanzig Jahre in katatonischer Starre verbracht haben, beginnen zu toben. Levinson stellt fest, dass das einzige Raumschiff, das seinerzeit auf der Erde gelandet ist und nicht zerstört wurde, ein Notsignal ins All schickt. Als sich ein großes kugelförmiges Objekt dem Mond nähert, autorisiert Präsidentin Lanford entgegen Levinsons Warnungen den Einsatz eines mächtigen neuen Energiegeschützes. Das Objekt wird abgeschossen und stürzt in einem Mondkrater ab. Die Menschen jubeln und feiern am 4. Juli den zwanzigsten Jahrestag des Sieges gegen die Aliens. Levinson bleibt den Feierlichkeiten fern. Für ihn steht fest, dass das abgeschossene Objekt einer anderen Technologie entstammt und von einem noch unbekannten extraterrestrischen Volk entsandt worden sein muss. Er nutzt seine Kontakte zu dem jungen Piloten Jake Morrison, um das Wrack untersuchen zu können. Gerade als die Männer den weitgehend unbeschädigten Kern des Objekts bergen, erscheint ein Alien-Mutterschiff, das mit einem Durchmesser von 5000 Kilometern viele Male größer ist als jenes, das damals vernichtet werden konnte. Es fegt alle Verteidigungsanlagen der Menschen mit einem Schlag beiseite und nähert sich der Erde, wobei es unvorstellbare Zerstörungen auf der Nordhalbkugel anrichtet, die nach der Landung größtenteils unter dem Schiff verschwindet. Das Mutterschiff setzt sich wie eine Zecke auf den Planeten, aktiviert einen Plasmastrahl und bohrt einen gewaltigen Tunnel Richtung Erdkern.

Per Infrarotscan wird festgestellt, dass sich eine riesige Kreatur in einem abtrennbaren Segment im oberen Bereich des Mutterschiffes befindet. Man geht davon aus, dass es sich um eine Alien-Königin handelt. Die ESD startet eine Attacke mit neuartigen Hybridjägern und -bombern, doch die von Captain Dylan Hiller kommandierte Mission endet in einem Debakel. Alle Bomber und die meistern Jäger werden vernichtet. Einige Piloten dringen in das Mutterschiff ein, tappen aber in eine Falle. Ihre Flugzeuge werden durch eine Energieschockwelle deaktiviert. Die überlebenden Piloten, zu denen auch Jake und Dylan gehören, sitzen nun im Mutterschiff fest und müssen sich gegen Bodentruppen wehren. Nachdem die Aliens sämtliche Satelliten vernichtet haben, so dass die Kommandostruktur der Menschen zusammenbricht, vernichten sie den Bunker, in dem die Präsidentin und ihr Stab Zuflucht gesucht haben. Daraufhin wird Adams als neuer Präsident vereidigt. Levinson, Okun sowie andere Wissenschaftler erforschen in Area 51 das auf dem Mond geborgene Artefakt. Es stellt sich heraus, dass es eine mehrere Meter durchmessende Kugel enthält, bei der es sich praktisch um den letzten Überlebenden einer technisch extrem weit fortgeschrittenen Spezies handelt, die sich vor langer Zeit zu einer digitalen Existenzform weiterentwickelt hat. Die Kugel aktiviert sich selbst, lernt die Sprache der Menschen binnen Sekunden und erklärt, was es mit den Aliens auf sich hat. Diese Wesen haben sich über die gesamte Galaxis ausgebreitet und ernten Planetenkerne, die sie zum Betrieb ihrer Technik brauchen. Auf diese Weise haben sie auch die Heimatwelt der Kugel zerstört. Danach hat dieses Volk Krieg gegen die Aliens geführt, wurde aber fast ausgerottet. Seither bringt die Kugel Überlebende von "abgeernteten" Planeten zu einer geheimen Welt, um sie dort zu Widerstandskämpfern auszubilden. Es ist nun das Ziel der Kugel, so viele Menschen wie möglich zu dieser Fluchtwelt zu evakuieren.

Levinson hat eine bessere Idee. Die Aliens fürchten die Kugel so sehr, dass sie alles daransetzen werden, sie gefangen zu nehmen und das Versteck der Fluchtwelt in Erfahrung zu bringen. Es ist bekannt, dass die Kugel Emissionen abgibt, die von den Aliens geortet werden können. Diese Emissionen werden nun mittels eines Senders simuliert, während die Kugel in einen abgeschirmten Raum gebracht wird. Mit dem Sender soll das Diskusschiff der Königin (welches bereits abgedockt hat und auf dem Weg zu Area 51 ist) in einen Wüstenbereich gelockt und dort innerhalb eines starken Schutzschirms vernichtet werden. Nach dem Tod der Königin würden sich alle Alien-Drohnen deaktivieren und das Ernteschiff würde automatisch von anderen Königinnen zurückgerufen werden. Der Plan hat zwei Schwächen: Der Pilot des Flugzeuges, in dem sich der Sender befindet, hat keine Überlebenschance. Zur Erzeugung des Energieschirms müssen alle Projektoren von Area 51 demontiert werden. Whitmore übernimmt die Selbstmordmission. Seine Tochter Patricia, Jakes Verlobte, gibt ihm Geleitschutz. Levinsons Plan funktioniert und geht dennoch schief. Das Diskusschiff wird gesprengt, aber die Königin hat ihren eigenen Schutzschirm und überlebt. Ihre Eskorte nimmt Area 51 unter Beschuss, wodurch die gefangenen Aliens freigesetzt werden. Sie dringen ins Versteck der Kugel ein. So erfährt die Königin, dass sie getäuscht wurde. Sie geht zum Gegenangriff über. Zwar gelingt es Patricia, den Energieschirm der Königin zu knacken, doch ihr Jäger wird beschädigt und stürzt ab. Patricia wird von Jake und Dylan gerettet, die mit gekaperten Alien-Jägern aus dem Mutterschiff entkommen sind. Die Königin durchbricht die Verteidigung von Area 51 und bringt die Kugel in ihren Besitz, kann aber in letzter Minute von Jake und Dylan getötet werden. Die Bohrung stoppt kurz vor dem Erdkern. Alle Alien-Jäger fallen vom Himmel. Das Ernteschiff verlässt die Erde.

Wieder einmal stehen die Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz. Doch diesmal wollen sie sich nicht mit dem Wiederaufbau zufrieden geben. Die Kugel ist bereit, ihr Wissen mit den Menschen zu teilen und sie zu Anführern des Widerstands zu machen. Ausgestattet mit der überlegenen Antriebs- und Waffentechnik, deren Baupläne die Kugel gespeichert hat, wären die Menschen nicht mehr Opfer, sondern Jäger ...


Kringels Meinung

Man kann "Independence Day" (1996) wahrlich nicht als Meilenstein des Science-Fiction-Films bezeichnen, ich finde ihn aber durchaus sehenswert, denn er ist spannend und kann sowohl mit packender Action als auch mit sympathischen Hauptfiguren punkten. Der Film hat, wie man so schön sagt, ein "Herz", das heißt, man wird emotional involviert. Zumindest ist es mir so ergangen. Über den USA-Patriotismus, den der Film in so mancher Szene verströmt, sehe ich gnädig hinweg. Ganz offensichtlich wurde versucht, aus diesem Erfolgsrezept einen neuen Blockbuster mit besserer Tricktechnik und höherem Budget zu kochen, der viel mehr von allem enthält, was man aus dem ersten Teil kennt. Und so machen dieselben Schauspieler (abzüglich Will Smith) plus ein paar Neuzugänge im wesentlichen dasselbe, was sie in "Independence Day" auch gemacht haben, für die Aliens gilt das natürlich ebenfalls. Es gibt lediglich mehr von allem bzw. größere Versionen bekannter Versatzstücke: Mehr Alien-Jäger, mehr Kampfjets, viel mehr Zerstörungen, ein sehr viel größeres Mutterschiff und ein Riesen-Alien. Ein größeres Herz hat der Film aber leider nicht. Tatsächlich ist mir das Mitfiebern diesmal schwer gefallen. Es liegt wahrscheinlich daran, dass die Menschen in der Vernichtungsorgie globalen Ausmaßes (über die physikalischen Unmöglichkeiten, die hier zelebriert werden, breite ich lieber den Mantel des Schweigens) und den großmaßstäblichen Actionszenen trotz guter schauspielerischer Leistungen oft buchstäblich untergehen. Durch die Landung des Mutterschiffs muss unvorstellbares milliardenfaches Leid verursacht worden sein. Man bekommt jedoch nichts davon zu sehen. Na ja, fast nichts: Dylans Mutter stirbt in den Trümmern eines zusammenbrechenden Hochhauses. Jedenfalls bleiben Bilder wie die von Wolkenkratzern, die in die Luft gerissen werden und viele tausend Kilometer weiter auf die Tower Bridge in London stürzen, völlig wirkungslos.

Hinzu kommen zahlreiche Subplots, die derart überflüssig sind, dass ich sie in der ohnehin schon zu langen Handlungszusammenfassung gar nicht erst erwähnt habe. Zum Beispiel hasst Dylan Jake, seit dieser bei einem Übungsflug aus übertriebenem Ehrgeiz einen Unfall verursacht hat. Darauf wird lang und breit herumgeritten, handlungsrelevant ist es nicht. Es gibt einen kompletten Handlungsstrang rund um einen afrikanischen Warlord, der Erfahrungen im Nahkampf gegen die Aliens gesammelt hat und bei der Verteidigung von Area 51 hilft, sowie einen weiteren, in dem Charlotte Gainsbourg eine Wissenschaftlerin spielt, welche wenig überzeugend als Love-Interest von Levinson fungiert sich ansonsten mit Alien-Hieroglyphen beschäftigt, die der aus dem Koma erwachte Dr. Okun an die Wände seines Krankenzimmers gekritzelt hat. Beides völlig verzichtbar. Die Besatzung eines Bergungsschiffes beobachtet die Alien-Bohrung, erfüllt also nur den Zweck, für ein bisschen Zeitdruck zu sorgen, weil festgestellt wird, dass der Tunnel zum Erdkern schneller vorangetrieben wird als gedacht. Am sinnfreiesten dürfte eine Nebenhandlung sein, in der Levinsons Vater dem vom landenden Alien-Mutterschiff ausgelösten Ultra-Mega-Tsunami mit einem kleinen Kutter davonfährt und später ein paar Kinder unter seine Fittiche nimmt, die er mit einem Schulbus mitten in das Sperrgebiet kutschiert, in dem die Alien-Königin in eine Falle gelockt werden soll. Ohne diese teils sogar störenden Elemente wäre der Film nur halb so lang.

Viel interessanter hätte ich es gefunden, wenn die zum Auftakt des Films gedroschenen Phrasen von einer geeinten Welt besser mit Leben gefüllt worden wären. Das geschieht praktisch überhaupt nicht. Über das Volk, dem die Kugel entstammt, hätte ich gern mehr erfahren. Allzu schlecht will ich den Film aber auch nicht machen. Ich habe mich nicht gelangweilt, die Spezialeffekte, insbesondere die Aliens, haben mir gefallen. "Independence Day: Wiederkehr" ist ein geradezu typisches Beispiel für Filme, die ich mir nicht im Kino angeschaut habe, weil mir Zeit und Geld zu schade sind. In die Stadt fahren, Parkplatz suchen und bezahlen, mindestens 10 Silberlinge pro Person allein für die Eintrittskarte ausgeben, eine halbe Stunde Werbung ertragen ... da warte ich doch lieber, bis die Blu-ray verramscht wird!


Blu-ray-Features

Die knapp einstündige Featurette "Ein anderer Tag" kann mit etwas gutem Willen als "Making of" bezeichnet werden, obwohl die enthaltenen Interviews sehr oberflächlich ausfallen und sich zum Teil in Lobeshymnen auf Roland Emmerich erschöpfen. Neben Filmausschnitten und Hinter-den-Szenen-Material (Proben und Dreharbeiten) ist jedoch auch zu sehen, wie verschiedene Kulissen gebaut werden. So wurden ein Mondschlepper und mindestens ein Hybridjäger in Originalgröße gebaut (zum Teil funktionsfähig), auch die Mondbasis und Area 51 wurden mit großem Aufwand hergestellt. Das fand ich durchaus interessant.

"Der Krieg von 1996" und "Frühstücksfernsehen" sind fiktive Fernsehsendungen aus dem Universum des Films. In der ersten wird über die Auswirkungen des ersten Alien-Angriffes berichtet, hier kommen auch Levinson, Jake usw. zu Wort. Außerdem wird erklärt, dass Captain Steven Hiller, in "Independence Day" verkörpert von Will Smith, bei der Erprobung des ersten mit Alien-Tech hergestellten Hybridjägers ums Leben gekommen ist. Die zweite Sendung läuft ein wenig aus dem Ruder. Eigentlich wollte Julius Levinson nur sein Buch vermarkten, in dem er darüber berichtet, wie er vor 20 Jahren die Welt gerettet hat. Dann kommt jedoch sein Sohn David hinzu und schon wird's richtig witzig.

Von den acht entfallenen Szenen fand ich einige sehr interessant. So bekommt man die Überwachungsbasis auf dem Saturnmond Rhea zu sehen, von der im Film nur nebenbei die Rede ist, außerdem wird das Weiße Haus, das im Film ja verschont bleibt, doch auf ziemlich spektakuläre Weise vernichtet. Allerdings kommen hierbei teils unfertige CGI-Effekte zum Einsatz. Komplett produziert dagegen wurden zwei Szenen mit der Präsidentin. Im Film sieht man ja nur, wie Aliens in den Bunker eindringen. Man muss davon ausgehen, dass alle Menschen umkommen. Tatsächlich wurde die Präsidentin in die Kommandozentrale des Schiffes der Alien-Königin gebracht! Die Königin benutzt einen Mann aus dem Stab der Präsidentin als "Sprechpuppe". Da die Präsidentin der Königin nicht verraten kann, wohin der Kern des von den Menschen abgeschossenen Kugelschiffes gebracht wurde, wird sie kurzerhand zertreten. Herrlich gruselig!

"Spaß am Set" enthält nicht nur schiefgegangene Szenen, sondern von allem Faxen, die der unvergleichliche Jeff Goldblum während der Dreharbeiten bzw. in Drehpausen macht. Der Schauspieler schießt nicht nur im Film den Vogel ab!


J. Kreis, 23.08.2017




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