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herkules Herkules in New York (USA 1970)
- Hercules in New York -

DVD - Regionalcode 2, Euro Video
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 88 Minuten

Extras
Schwarzenegger-Dokumentation, Original Kinotrailer, Conan-Trailer, Arnies Soundbits, Filmographien + Biographien (Texttafeln)

Regie:
Arthur Allan Seidelman

Hauptdarsteller:
Arnold Schwarzenegger (Herkules)
Arnold Stang (Pretzie)
Deborah Loomis (Helen Camden)
James Karen (Prof. Camden)
Ernest Graves (Zeus)
Tanny McDonald (Juno)




Inhalt:

Auf dem Olymp, dem Sitz der griechischen Götter, herrscht Langeweile. Jedenfalls sieht Herkules das so, und deshalb möchte der junge Halbgott (Sohn des Zeus und einer sterblichen Frau) gerne einen kleinen Trip in die Welt der Menschen machen. Zeus ist strikt dagegen, denn der etwas einfältige Herkules verursacht nur Ärger, wo er auch hingeht. Als sein Sohn keine Ruhe gibt, wirft der genervte Zeus ihm einen seiner Blitze an den Kopf und schleudert ihn auf diese Weise zur Erde. Somit ist der Wunsch des abenteuerlustigen Halbgotts erfüllt. Er stürzt ins Meer und wird von der Besatzung eines Frachters aufgefischt, die den Muskelprotz gerne zur Arbeit verpflichten würde - wenn er denn dazu bereit wäre. Stattdessen vermöbelt er die Leute und geht in New York von Bord.

Obwohl es für einen Halbgott, der seit Jahrhunderten nicht mehr unter die Leute gekommen ist, im New York des 20. Jahrhunderts ziemliche Kommunikationsprobleme und vielerlei Gründe für Mißverständnisse gibt, findet Herkules rasch Freunde. Pretzie, ein Brezelverkäufer, nimmt den etwas tumben Riesen unter seine Fittiche. Eher zufällig machen die beiden die Bekanntschaft von Professor Camden, mit dessen Tochter Helen Herkules bald zarte Bande knüpft. Die Körperkräfte des unbesiegbaren Halbgotts legen eine Karriere als Wrestler nahe und so künden bald alle Zeitungen vom neuen König der Ringkämpfer: Herkules! Dadurch wird alsbald die Mafia auf den Plan gerufen, die Herkules selbst unter Vertrag nimmt. Pretzi war eigentlich dagegen, denn Herkules ist sein Freund und einen Vertrag zwischen den beiden gab es nie, aber den Drohungen der Gangster ist der unscheinbare Brezelverkäufer natürlich nicht gewachsen.

Auf dem Olymp schwelt weiter der Zorn des Göttervaters Zeus, weil Herkules sich standhaft weigert, die Erde wieder zu verlassen. Als auch Merkur, der eigens seine knappe Toga gegen einen Anzug tauscht, um Herkules in dessen Hotel zu besuchen, den Halbbruder nicht überreden kann, schickt Zeus die fiese Nemesis los. Sie soll Herkules für 100 Jahre ins Unterwelt-Reich des Pluto verbannen. Juno (die Herkules noch nie leiden konnte) hat aber andere Pläne: Sie bringt Nemesis dazu, Herkules ein Pülverchen zu verabreichen, welches ihm die Götterkräfte raubt. Ab sofort ist er nicht mehr unverwundbar und verliert auch seine übermenschliche Kraft. Deshalb unterliegt er in einem Gewichtheber-Wettstreit, bei dem die Mafia viel Geld verliert. Herkules und seine Freunde müssen vor den Gangstern fliehen. Als sie in Bedrängnis geraten, erhalten sie Hilfe von Atlas und Samson. Zu guter Letzt kehrt Herkules doch wieder auf den Olymp zurück. Sein Beispiel hat offenbar den alten Zeus auf den Geschmack gebracht - der Göttervater versetzt alsbald die Insassen eines Flugzeugs in Panik, als er selbst vom Himmel springt, um sich in der Welt der Sterblichen zu vergnügen...

Der Film:

Eigentlich gäbe es überhaupt keinen Grund, warum man sich dieses unglaublich schlechte Machwerk ansehen sollte - wenn es nicht Arnold Schwarzeneggers allererster Spielfilm wäre. In dem er übrigens noch unter dem für die englischsprechende Welt gefälliger klingenden Pseudonym "Arnold Strong" geführt wird. Der Film ist an und für sich weder spannend noch lustig, die "Spezialeffekte" sind einfach nur lächerlich (negativer Höhepunkt ist ein Mensch in einem Bärenkostüm, mit dem Arnold Schwarzenegger ringen muss), die Ausstattung ist billiger als billig und die Story kann man getrost gleich wieder vergessen. Immerhin: Offenbar waren sich alle Beteiligten, auch die Schauspieler, über die "Qualität" des Werkes im Klaren und haben sich und ihr Tun nicht so ganz ernst genommen.

Natürlich ist der Film trotz allem Kult und - wenn auch unfreiwillig - urkomisch. Und zwar ausschließlich wegen Schwarzeneggers Performance. Er stapft die meiste Zeit ziemlich steif und unbeholfen durchs Bild. Man hofft sogar für ihn, dass er nicht über irgend etwas drüberstolpert! Erst wenn er seine Muskeln zeigen oder sich sportlich betätigen darf, erkennt man, dass er dann in seinem eigentlichen Element ist. Seine wenigen Dialogzeilen bringt er in bester "österenglischer" Sprechweise, von Mimik ist dabei keine Rede. Es ist einfach herrlich, diese ersten Gehversuche des heutigen Gouverneurs von Kalifornien im Filmgeschäft mit anzusehen!

Die DVD:

Der Film hat leider ein Vollbildformat, bei dem links und rechts einiges "abgeschnitten" wird. Dafür kann man nicht nur zwischen deutscher und englischer Tonspur wählen, es ist auch der Originalton von den Sets dabei. Für die englische Version wurde der Film im Studio nachsynchronisiert, dabei hat man Arnold Schwarzenegger einen Synchronsprecher verpasst, der eine ganz andere Stimme hat und wie jemand aus einem Werbespot klingt. Der Originalton dagegen enthält Arnolds richtige Stimme, darüber hinaus hört man alles, was es bei den Dreharbeiten an Hintergrundgeräuschen gegeben hat. So erklingen bei Szenen, die auf dem Olymp spielen, beispielsweise des öfteren Autohupen oder es dröhnt ein Flieger vorbei. Köstlich! Auf keinen Fall sollte man sich allerdings die deutsche Synchronisation antun, denn die ist so unterirdisch, dass es schon wehtut. Die "besten" Beispiele für Arnies Originalton sind übrigens im Bonusmaterial unter dem Menüpunkt "Arnies Soundbits" zusammengefasst.

Die Schwarzenegger-Dokumentation ist ca. 45 Minuten lang und musste gar nicht erst großartig synchronisiert werden, denn für diesen Beitrag wurden hauptsächlich "alte Weggefährten" von Arnold Schwarzenegger aus dessen Bodybuilder-Zeiten in Österreich und Deutschland interviewt. So erfährt man einiges über seinen Werdegang als Sportler, aber auch seine ersten Schritte im Filmgeschäft werden kurz beleuchtet, es wird auf seine politische Karriere eingegangen und zwischendurch werden immer wieder kurze Clips von öffentlichen Auftritten eingeblendet. Die Dokumentation ist durchaus nicht uninteressant. Die interviewten Leute ergehen sich aber teilweise in solchen Lobeshymnen über ihren ehemaligen Freund, dass es schon peinlich ist und wie Selbstbeweihräucherung klingt. Dieser Beitrag hat schon einige Jährchen auf dem Buckel: Der aktuellste Schwarzenegger-Film, der darin erwähnt wird, ist True Lies.

J. Kreis, 19.10.2009 (überarbeitet)


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