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Hell Hell - Gefangene des Jenseits (Thailand, 2005)
- Narok -

DVD - Regionalcode 2, Universum Film
FSK: 16
Laufzeit: ca. 95 Minuten

Extras
Behind the Scenes, Interviews, Trailer und TV-Spots

Regie:
Tanit Jitnukul, Sathit Praditsarn, Teekayu Thamnitayakul

Hauptdarsteller:
Nathawan Woravit (Djaa)
Wuttinan Maikan (Art)
Punyapon Dhajsonk (Chod)





Inhalt:

Ein siebenköpfiges Filmteam, das eine Reportage über illegale Prostitution drehen will, ist mit dem Van unterwegs. Der Fahrer schläft ein, das Auto stößt mit einem Bus zusammen. Es scheint so, als seien die jungen Leute noch einmal davongekommen, doch als sie aussteigen, finden sie sich in der Hölle wieder. Zwar ist jeder von ihnen aus dem einen oder anderen Grund zu Recht dort, aber tatsächlich sind sie noch am Leben. Ihre Körper liegen in der Intensivstation eines Krankenhauses im Koma und ringen mit dem Tod. Trotzdem werden ihre Seelen dem Beherrscher der Hölle vorgeführt. Sie werden gemäß ihrer Sünden zu verschiedenartigen Qualen verurteilt.

Nachdem sie eine Zeitlang gelitten und ihre Sünden bereut haben, gelingt ihnen die Flucht. Ihr Ziel ist ein besonderer Raum, in dem die Seelen, die nicht zu ewiger Verdammnis verurteilt wurden, auf ihre Wiedergeburt warten. Auch das Filmteam will versuchen, dort reinkarniert zu werden. Nicht alle schaffen es bis zu diesem Ziel. Einige können sich den Versuchungen der Hölle nicht entziehen oder opfern sich, um ihren Freunden die Flucht zu ermöglichen. Außerdem sind ihre Körper inzwischen dem Tode nahe, und wer stirbt, der kann der Hölle nicht mehr entrinnen. Letztlich erreichen nur drei der jungen Leute den "Warteraum" - und das auch nur, weil der Höllenfürst entschieden hat, dass ihre Zeit noch nicht gekommen ist.

Der Film:

Tja, so kann's gehen, wenn man sich von Äußerlichkeiten verleiten lässt. Angelockt durch die schicke Verpackung (siehe unten), den etwas reißerischen Werbetext und die interessanten Bilder auf der DVD-Hülle habe ich mir das Teil mal zugelegt. Besser wäre es gewesen, wenn ich den Film nur in der Videothek ausgeliehen hätte. Denn er hält nicht einmal ansatzweise das, was der schöne Schein der Verpackung verspricht. Der Film beginnt noch relativ interessant mit einer kurzen Einführung der sieben Charaktere und der Sünden, die sie begangen haben. Ihr dürft aber nicht zuviel erwarten: Der eine trinkt zuviel und vernachlässigt seine Familie, die andere zofft sich ständig mit ihrer Mutter, der nächste betrügt seine Freundin, zwei Typen haben schlüpfrige Träume. Aber schon die Szene, in der man den Zusammenstoß von Van und Bus sieht, lässt Schlimmes befürchten. Dieser Crash ist nämlich computergeneriert - und er sieht derart auffällig unecht aus, dass man schon ahnt, was sonst noch an "Effekten" zu erwarten ist. Diese Erwartungen werden dann auch nicht enttäuscht...

Ich weiß nicht, wie die Thailänder sich die Hölle vorstellen, aber auf mich wirken diese immer gleichen rot getönten Schuttwüsten und die öden Wäldchen einfach nur langweilig, vor allem aber komplett "unhöllisch". Szene über Szene wird damit verschwendet, dass die Darsteller durch diese Gegenden schlurfen, die nur deshalb nicht ganz wie jede x-beliebige Kiesgrube oder irgend ein vernachlässigter Stadtpark aussehen, weil sie durch Farbfilter leicht verfremdet werden. Mehr war vermutlich aus Budgetgründen nicht drin - phantasievolle Höllen-Szenarien, wie man sie wegen der Bilder auf der DVD-Hülle erwartet, sucht man also vergebens. Nicht umsonst wurden für das DVD-Cover keine Szenenbilder verwendet. Immerhin wird in diesem doch eher unschönen Ambiente an jeder Ecke ordentlich gefoltert. Die Dämonen scheinen fast ein wenig damit überfordert zu sein, permanent auf die heulenden Sünder einzuprügeln, ihnen Lava in den Schlund zu gießen (das ist die für Säufer vorgesehene Bestrafung - gulp...), sie mit allerlei Hieb- und Stichwaffen zu piesacken, auszuweiden oder zu zersägen, ihnen die Hirnschalen mit Zangen zu knacken und so weiter. Auch nett anzuschauen: Stöhnende Zombies, die unseren Helden ans Leder wollen, nymphoman veranlagte Blutsaugerinnen und menschenfressende Monsterkinder.

Das für's Foltern zuständige Höllen-Personal sorgt immer wieder für unfreiwillige Komik. Die Jungs sehen nach dem aus, was sie sind (rot angemalte Statisten in Barbaren oder Ork-Kostümen), aber nicht nach Furcht erregenden Dämonen. Selbst ihren großen Reißzähnen sieht man die Herkunft aus dem Regal für Halloween-Scherzartikel überdeutlich an. Wenn diese Kerlchen grimmig grunzend und augenrollend durch die Gegend rennen oder (noch schlimmer) fliegen, dann bleibt kein Auge trocken. Auch der Höllenfürst sieht eher wie eine warzige Kröte aus und die Hauptdarsteller haben nicht mehr zu tun als zu kreischen, zu bluten und Grimassen zu schneiden. Den Gipfelpunkt der Peinlichkeit stellen aber die erbärmlichen Spezialeffekte dar. Lava, Feuer und diverse "Energiewirbel" werden mittels grottiger CGI erzeugt - das hat man selbst in alten Playstation - Spielen schon besser gesehen. Wenn wieder mal ein Dämon oder ein bedauernswertes Folteropfer durch die Gegend fliegt, dann meint man gar die Drähte zu sehen, an denen sie aufgehängt sind.

Ich kann nur sagen: Finger weg von diesem Machwerk. Abgesehen von den höllisch schlechten Effekten ist der Film einfach langweilig und uninteressant. Dass der einzige Unterhaltungswert, den er besitzt, in den für eine FSK-16-Freigabe recht derben Folterszenen besteht, sagt ja wohl schon genug.

Die DVD:

Wie oben erwähnt, ist die Aufmachung der einzige Pluspunkt dieser DVD. Es handelt sich um ein so genanntes "MetalPak" - das ist nichts anderes als das alt bekannte Steelbook, aber mit etwas kleinerem Format und mit stärker abgerundeten Ecken. Das sieht recht edel aus, zudem ist das Coverbild sehr schön gestaltet. Leider hat es überhaupt nichts mit dem Film zu tun. Innen ist das Ding mit einem samtigen Material ausgeschlagen, der Silberling steckt etwas zu fest auf einem Nupsi aus eben diesem Material.

Die Interviews (mit den Schauspielern und zwei Regisseuren) laufen insgesamt ca. 17 Minuten lang. Man erfährt, was die Schauspieler über ihre Rollen zu sagen haben, wie die Regisseure sich die Hölle vorstellen (und das ist mehr, als im Film zum Ausdruck kommt) und wie die Produktionsbedingungen waren. Zum Beispiel war die Darstellerin der Djaa ihre eigene Maskenbildnerin. Bei diesen Interviews sind Untertitel vorhanden. Das "Behind the Scenes"-Material besteht aus unkommentierten Mitschnitten von den Dreharbeiten. Das Ganze läuft ca. 7 Minuten lang. Man gewinnt ein paar deutlichere Blicke auf die Gefolterten in der "Hölle", und das war's dann auch schon.

J. Kreis, 06.11.2006
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