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Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (Kinoversion und Special Extended DVD-Edition USA 2003)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12 (Kinoversion) / 16 (Special Extended Edition)
Laufzeit: ca. 192 Minuten (Kinoversion) / ca. 240 Minuten (Special Extended Edition)

Extras (Kinoversion)
- "Die Mission ist erfüllt" - Visionen eines Regisseurs
- "Die Reise eines Filmemachers" - Making of Die Rückkehr des Königs
- National Geographic Special
- 6 Original-Dokumentationen aus dem Internet: "Aragorns Schicksal", "Minas Tirith, die Hauptstadt Gondors", "Die Schlacht auf den Pelennor-Feldern", "Samweis der Beherzte", "Eowyn, Weiße Herrin von Rohan", "Digitale Pferde-Doubles"
- Original-Kinotrailer und TV-Spots
- Der Herr Der Ringe - Trilogie-Supertrailer
- "Die Schlacht um Mittelerde geht weiter" - Electronic Arts Videospiele

Extras (Special Extended Edition)
- J.R.R. Tolkien: The Legacy of Middle-earth
- From Book to Script: Forging the final Chapter
- Verworfene Entwürfe: Aragorn kämpft gegen Sauron
- Gestaltung und Aufbau Mittelerdes (4 Filme)
- Home of the Horse Lords
- Die Dreharbeiten zu "Die Rückkehr des Königs" - Cameras in Middle-Earth
- Die visuellen Effekte (2 Filme)
- Post-Production: Die Reise endet (4 Filme)
- The Passing of an Age
- Cameron Duncan: Die Inspiration zu "Into the West"
- Kurzfilme "DFK6498" und "Strike Zone" von Cameron Duncan
- Interaktive Karte von Mittelerde
- Bildergalerien, z.T. mit Audiokommentaren
- Audiokommentare zum Film

Regie:
Peter Jackson

Hauptdarsteller:
Elijah Wood (Frodo Beutlin)
Ian McKellen (Gandalf der Weiße)
Viggo Mortensen (Aragorn - "Streicher")
Sean Astin (Samweis Gamdschie - "Sam")
John Rhys-Davies (Gimli / Stimme von Baumbart)
Orlando Bloom (Legolas)
Billy Boyd (Peregrin Tuk - "Pippin")
Dominic Monaghan (Meriadoc Brandybock - "Merry")
Andy Serkis (Gollum / Smeagol)
Karl Urban (Eomer)
Bernard Hill (Theoden)
John Noble (Denethor)
Miranda Otto (Eowyn)
David Wenham (Faramir)
Liv Tyler (Arwen Undomiel)
Cate Blanchett (Galadriel)
Hugo Weaving (Elrond)
Nur in der SEE: Christopher Lee (Saruman)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Die Zwei Türme.

Das Schwarze Tor ist unpassierbar. Smeagol behauptet, einen anderen Weg zu kennen. Frodo und Sam haben keine Wahl, als ihm zu folgen. Smeagol gibt sich freundlich und harmlos, doch Sam traut ihm nicht. Frodo, für den der Ring zur fast unerträglichen Bürde geworden ist, lässt sich jedoch von Smeagol beeinflussen. Es gelingt dem tückischen Wesen, die beiden Freunde zu entzweien. Smeagol, dessen Gollum-Seite wieder die Oberhand gewinnt, hat nach wie vor nur ein Ziel: Seinen Schatz, den Ring, zurückzugewinnen. Er lockt die Hobbits deshalb zum Pass von Cirith Ungol und führt Frodo in eine Höhle, in der die ewig hungrige Riesenspinne Kankra lauert. Er hofft, Kankra werde sich an den Hobbits gütlich tun und sie somit für ihn aus dem Weg räumen, ihre Kleidung und natürlich auch den Ring aber wegwerfen. Frodo wird durch Kankras Giftstich gelähmt. Sam lässt seinen Herrn jedoch nicht im Stich und folgt ihm. Er besiegt Kankra mit dem Schwert "Stich" und Galadriels Lichtphiole. Da er Frodo für tot hält, nimmt Sam ihm den Ring ab. Frodo lebt jedoch und wird von Orks in einen Wachturm verschleppt. Dort bricht bald Streit um Frodos Besitztümer aus. Die Orks erschlagen sich gegenseitig, bis nur noch ein paar übrig sind, mit denen Sam es aufnimmt. Nachdem er Frodo befreit und ihm (nach kurzem Zögern) den Ring zurückgegeben hat, machen sich die beiden auf den beschwerlichen Weg über die Hochebene von Gorgoroth. Doch Abertausende von Orks lagern zwischen ihnen und dem feuerspeienden Schicksalsberg. Es scheint kein Durchkommen zu geben - zumal Saurons Auge die gesamte Ebene in seinem wachsamen Blick behält.

Währenddessen kommt es zum Wiedersehen der anderen Gefährten im zerstörten Ring von Isengart. Das Tal soll von den Ents nach Sarumans Ende neu aufgeforstet werden. Unter den Trümmern findet Pippin einen geheimnisvollen Gegenstand, der ihn auf seltsame Weise fasziniert: Es ist ein Palantir, Sarumans "Sehender Stein". Nur wenige dieser aus der Altvorderenzeit stammenen Objekte sind in Mittelerde noch vorhanden. Gandalf nimmt den Palantir an sich, doch in der Nacht entwendet Pippin den Stein und blickt hinein. Sofort gerät er in Saurons Bann, denn der Dunkle Herrscher hat alle verbliebenen Steine unter seine Kontrolle gebracht. Pippin beweist einmal mehr die Standhaftigkeit der Auenländer und verrät Sauron nichts von Frodo und dem Ring. Stattdessen erfährt er von Saurons Plänen: Minas Tirith, die Hauptstadt Gondors, soll mit der geballten Macht Mordors vernichtet werden. Während Theoden eine Heerschau der Rohirrim ausruft, um Gondor zu gegebener Zeit beistehen zu können, reitet Gandalf mit Pippin nach Minas Tirith. Dort herrschen seit dem Tod des letzten Königs die Nachkommen der Truchsessen als Stellvertreter. Denethor, Vater von Boromir und Faramir, ist der letzte Truchsess. Er verweigert Gandalf jegliche Hilfe, denn er weiß, dass Aragorn Herrschaftsansprüche geltend machen kann. Und Denethor ist nicht bereit, seinen Platz für ihn zu räumen. Heimlich entzündet Pippin in Gandalfs Auftrag die Leuchtfeuer Gondors, um die Rohirrim zu Hilfe zu rufen, als der Angriff der Orks beginnt.

Theoden versammelt seine Truppen in Dunharg. Dort ist auch der Eingang zu den "Pfaden der Toten" im Dwimorberg, wo seit Isildurs Tagen eine wegen Eidbruchs zu untotem Dasein verdammte Armee von Geistern umgeht. Auf Anraten von Elrond, der das aus Narsils Bruchstücken neu geschmiedete Schwert Anduril mitgebracht hat, begibt sich Aragorn auf die Pfade der Toten. Dort fordert er die Untoten als Isildurs Erbe auf, für Gondor zu kämpfen. Als Gegenleistung verspricht er, ihren alten Eid als erfüllt zu betrachten. Ohne die Unterstützung der Geister-Armee hätten die allzu wenigen Rohirrim keine Chance gegen Mordors Horden, denn diese sollen vom Seeweg her noch durch die Flotte der Corsaren von Umbar verstärkt werden. In Minas Tirith opfert Denethor derweil seinen letzten Sohn Faramir, denn dieser hat es nicht geschafft, Osgiliath gegen die von Minas Morgul her anrückenden Orks zu halten. Denethor wünscht sich, Faramir wäre an Boromirs Stelle gestorben. Er fordert Faramir auf, die zerstörte Stadt zurückzuerobern. Somit schickt er ihn in den sicheren Tod. Als wenig später eine gewaltige Armee aus Orks und Wargreitern, Uruk-hai und Trollen, Ostlingen und auf Kampf-Mumakil reitenden Haradrim anrückt, die vom Hexenkönig der Nazgul angeführt wird, kehrt Faramir als einziger Überlebender seiner kleinen Truppe nach Minas Tirith zurück. Er wird mehr tot als lebendig von seinem Pferd zurückgeschleppt. Jetzt erst erkennt Denethor, dass er Faramir liebt. Der Anblick der vor dem Tor der Weißen Stadt aufmarschierten Armeen Mordors raubt dem Truchsessen endgültig den Verstand. Gandalf muss die Leitung der Verteidigung übernehmen. Die Belagerung beginnt. Schon bald dringen Orks und Trolle in den ersten Ring der Stadt ein.

Doch Hilfe naht: Die Rohirrim kommen! Dem geballten Ansturm ihrer Kavallerie haben die Orks nichts entgegenzusetzen. Erst das Eingreifen der Haradrim und ihrer gewaltigen Kampfelefanten bringt den Angriff von Theodens Reitern zum Stehen. Denethor versucht in seinem Wahnsinn, sich selbst und Faramir auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen. Gandalf und Pippin können Faramir im letzten Moment retten, doch Denethor findet sein Ende in den Flammen. Dann greift der Hexenkönig selbst in den Kampf ein. Das geflügelte Untier, auf dem er reitet, schleudert Theodens Pferd durch die Luft. Der König von Rohan wird darunter begraben und teilweise zermalmt. Das Untier schickt sich an, ihn zu verspeisen. Da tritt ihm ein junger Kämpfer entgegen: Es ist Eowyn, die heimlich mit in die Schlacht geritten ist. Als Merry, den Eowyn mitgenommen hat, dem Hexenkönig von hinten einen Stich versetzt, ist dieser lange genug abgelenkt, damit Eowyn ihm das Schwert in den Kopf rammen kann. Das ist das Ende des obersten Ringgeistes, womit sich eine Legende erfüllt, der zufolge er von keinem Mann getötet werden kann. Doch auch Theoden stirbt auf dem Schlachtfeld. Der Ausgang der Schlacht ist ungewiss, bis die Flotte der Corsaren erscheint. Denn aus den Schiffen steigen keine Verstärkungen für die Orks, sondern die von Aragorn angeführte Armee der Toten. Das Geisterheer vernichtet die gesamte Streitmacht Mordors in kürzester Zeit. Aragorn hebt den Fluch auf, so dass die Untoten endlich Frieden finden und im Nichts verschwinden.

Es ist klar, dass die Befreiung Minas Tiriths nicht gleichbedeutend mit dem Ende des Ringkriegs ist. In Mordor warten zehntausende Orks nur darauf, in den Kampf geworfen zu werden, und auch die Nazgul sind noch immer nicht besiegt. Ein Kampf gegen diese unerschöpfliche Streitmacht ist aussichtslos. Aragorn beschließt trotzdem, zum Schwarzen Tor zu reiten. Er will Sauron lediglich ablenken, um Zeit für Frodo zu gewinnen. Der Plan geht auf. Als Aragorn den Herrn des Schwarzen Landes herausfordert, richtet sich der Blick von Saurons Auge auf ihn. Alle Armeen werden zum Schwarzen Tor verlegt. Während Aragorn und seine Mannen sich der unglaublichen Übermacht stellen, schleppen sich Frodo und Sam mit letzter Kraft die Hänge des Vulkans hinauf, wo sie von Gollum angefallen werden. Frodo erreicht zwar die Schicksalsklüfte, doch dort verfällt er endgültig der Macht des Rings: Er schafft es nicht, den Ring in den Abgrund zu werfen, sondern beansprucht ihn für sich selbst. Doch er hat nicht mit Gollum gerechnet. Dieser beißt Frodo den Finger ab und schnappt sich den Ring, stürzt dann aber in die Schicksalsklüfte, wo er sein Ende findet. Der Meisterring vergeht im Feuer, und mit dem Ring enden auch Saurons Macht sowie die Existenz der Ringgeister. Barad Dur stürzt ein, ebenso das Schwarze Tor. Die Orks (sofern sie den allgemeinen Untergang überleben) zerstreuen sich in alle Himmelsrichtungen. Die Großen Adler retten Frodo und Sam von den Hängen des Schicksalsberges.

Nun sind die Gefährten wieder vereint. Aragorn wird zum König gekrönt und darf nun endlich Arwen, die ein sterbliches Leben an seiner Seite gewählt hat, zur Frau nehmen. Faramir und Eowyn, die sich in den Häusern der Heilung kennen und lieben gelernt haben, werden miteinander glücklich. Der Wiederaufbau Mittelerdes kann beginnen. Die Hobbits kehren ins Auenland zurück, wo Sam Rosie Hüttinger heiratet. Frodo erkennt nach wenigen Jahren, dass er nicht an sein früheres Leben anknüpfen kann. Er hat weder den Verlust des Rings noch die Verletzung, die ihm vom Herrn der Nazgul auf der Wetterspitze zugefügt worden ist, je ganz überwunden. So nimmt er Abschied von seinen Freunden und verlässt Mittelerde mit dem letzten Schiff der Elben, das außer ihm und seinem Onkel Bilbo noch Elrond, Galadriel, Celeborn und Gandalf nach Valinor bringt...


Der Film:

Im Kommentar zu Die Gefährten habe ich schon geschrieben, was ich von der "Herr der Ringe" - Verfilmung halte. Ich möchte es hier nicht wiederholen. Der im wahrsten Sinne des Wortes krönende Abschluss dieser Filmtrilogie beginnt sozusagen "klein", nämlich mit einem Rückblick auf den Ringfund und Smeagols anschließende Verwandlung. Danach entspinnt sich eine epische, spannende, teils bombastische, teils rührende Geschichte mit wuchtigen Schlachtszenen, die in einer sehr langen (für die Gesamtdauer der Trilogie aber durchaus angemessenen) Abschiedsszene gipfelt, bei der selbst hartgesottene Griesgrame eventuell die eine oder andere Träne verdrücken dürften. Obige Zusammenfassung orientiert sich an der Handlung des Films und weicht daher in manchen Details vom Roman ab, denn auch der letzte Teil der Trilogie hält sich nicht sklavisch an Tolkiens grandioses Werk. So findet sich hier beispielsweise nichts von den "Puckelmännern" und auch die Befreiung des Auenlandes findet nicht statt. Das kann man aber alles tolerieren, da es für die Geschichte nicht so wichtig ist oder den Film gar langweilig gemacht hätte. Es gibt aber einen echten Kritikpunkt: In der Kinoversion kommt Saruman nicht mehr vor, er wird quasi nur in einem Nebensatz erwähnt. Warum hat man diese Figur in den beiden ersten Filmen als Oberbösewicht aufgebaut, dem somit eine viel größere Bedeutung zukommt als Sauron, wenn man ihn jetzt sang- und klanglos verschwinden lässt bzw. einfach ignoriert? Sauron lauert ja immer nur als körperloser Geist irgendwo in Mordor, während Saruman "greifbar" ist. Er verschwindet aber einfach aus der Handlung. Das finde ich sehr enttäuschend und ich kann Christopher Lee gut verstehen, der deswegen so verärgert war, dass er allen Premierefeiern ferngeblieben ist.

Abgesehen davon habe ich kaum etwas an dem Film auszusetzen. Alle Qualitäten der ersten beiden Teile haben auch diesmal wieder Gültigkeit. Es gibt aber den einen oder anderen Spezialeffekt, den ich nicht so gelungen finde. Damit meine ich vor allem die allzu grün leuchtenden Untoten, die wie ein Fliegenschwarm übers Schlachtfeld schwirren. Auch sieht man sowohl den Rohirrim-Pferden als auch Legolas (wenn er den Mumak zu Fall bringt) die Herkunft aus dem Computer noch zu deutlich an. Gollum dagegen ist wiederum so perfekt animiert, dass man fast glauben könnte, er existiere wirklich. Ein gesondertes Lob verdient wieder einmal der Soundtrack. Besonders eindrucksvoll finde ich die Leitmotive für Gondor und die Grauen Anfurten sowie (in der Special Extended Edition) das von Liv Tyler gesungene Lied während der Szene mit den Häusern der Heilung. Auch sonst sorgen viele Szenen für eine Gänsehaut im positiven Sinne: Etwa wenn die Leuchtfeuer entzündet werden oder wenn Theoden seine Leute auf den Kampf einstimmt.

Sehr leicht hätten derartige Szenen ins Lächerliche abgleiten oder allzu pathetisch-schmalzig ausfallen können. Dass das (meistens) nicht passiert, ist den hervorragenden Leistungen der perfekt besetzten Schauspieler zu verdanken. Ein Beweis für die Qualität der Trilogie ist die Tatsache, dass sie auch Leuten gefallen kann, die mit Fantasy ansonsten gar nichts am Hut haben. Es ist schön, wieder einmal Zeitzeuge zu sein, wenn ein Mythos entsteht: Genau wie seinerzeit Star Wars hat die Trilogie jetzt schon Filmgeschichte geschrieben und neue Standards gesetzt. Wenn ich mir die Filme anschaue, stellt sich am Ende von Teil 3 jedes Mal genau das gleiche Gefühl ein, das ich habe, wenn ich Tolkiens Roman wieder einmal lese und schließlich die letzte Seite umblättere: Es ist so, als müsse man Abschied von einem guten Freund nehmen. Man wünscht sich, es könne endlos weitergehen!

Da kommt die längere "Special Extended Edition" (SEE) des Films natürlich gerade recht. Genau wie bei Teil 1 und 2 wurden mehr als die Hälfte aller Szenen entweder verlängert oder überarbeitet, und es sind wieder einige völlig neue, meiner Meinung nach sehr wichtige Elemente hinzugekommen. Diesmal haben die zusätzlichen Szenen übrigens wieder für eine FSK 16 - Einstufung der SEE geführt. Aber nicht nur die Kampfszenen wurden verlängert. Es wurde auch vieles eingefügt, was die Story besser verständlich macht und den Charakteren mehr Tiefe verleiht. So hat Faramir eine weitere eindrucksvolle Begegnung mit seinem Vater, später begegnet er Eowyn in den Häusern der Heilung. Aragorn offenbart sich Sauron im Palantir. Saurons Mund (herrlich eklig) tritt auf, man bekommt mehr von den Corsaren zu sehen und Gandalf muss sich dem Hexenkönig stellen. Am wichtigsten ist für mich aber, dass Saruman in der SEE endlich wieder eine große Rolle spielen darf. Sein Ende weicht allerdings stark von der Romanvorlage ab, denn dort taucht er ganz am Schluss nochmals auf. Er flieht aus dem Orthanc und lässt sich im Auenland nieder, dessen Vernichtung er sich zur letzten Aufgabe macht. Das wird aber von den zurückkehrenden Hobbits vereitelt. Er selbst wird schließlich von Schlangenzunge getötet. Tja, und da die Befreiung des Auenlandes auch in der SEE nicht vorkommt, musste man sich etwas anderes für ihn ausdenken.

Angesichts der jetzt wieder eingefügten Saruman-Szene frage ich mich, warum sie aus der Kinoversion herausgeschnitten worden ist. In mehreren späteren Szenen wird auf das Bezug genommen, was Saruman seinen Gegnern verbal an den Kopf wirft: Gandalf stellt seine Entscheidung, Frodo nach Mordor geschickt zu haben, in Frage. Theoden quält sich mit dem Gedanken, dass nicht er es war, der sein Volk zum Sieg geführt hat, sondern Aragorn. Aragorn wiederum zweifelt an sich selbst und seiner Rolle als wiederkehrender König. All diese Selbstzweifel und die darauf folgenden Entscheidungen wurden maßgeblich von Saruman beeinflusst und die entsprechenden Szenen erhalten erst mit der Saruman-Szene den richtigen Sinn. Und mal ganz abgesehen davon wird erst durch Sarumans Sturz klar, warum der Palantir im Wasser liegt. Warum also wurde das nicht in der Kinoversion verwendet? Das Argument, diese Episode hätte den Erzählfluss oder das Tempo des Films gestört, überzeugt mich nicht. Denn gerade in diesen ersten Minuten des Films geht es ja noch nicht "richtig" zur Sache, man muss erst wieder in die Geschichte hineinfinden. Meiner Meinung nach ist Sarumans Ende eine der zentralen Stellen des Films und es wird Zeit, dass die SEE auch mal den Weg auf die Kinoleinwand findet.

Die SEE hat aber immer noch Schwächen. Ich fand z.B. die Armee der Toten schon in der Kinoversion nicht wirklich überzeugend. In der SEE wirken die Szenen mit den Pfaden der Toten noch einen Tick trashiger - die Sache mit Gimli, der die Geister "wegpustet" und das Totenschädel-Bad (wie das Bällebad im Kinderland von Ikea...) hätten nicht sein müssen. Für diese Szenen hätte ich mir eine düsterere, bedrohlichere Atmosphäre gewünscht. Insgesamt machen die zusätzlichen Szenen den dritten Teil der Saga aber doch zu einem noch "runderen", noch gelungeneren Werk. Im Gegensatz zu so manchem "Directors Cut" wirken sie nicht wie lieblos hineingeklatschtes, überflüssiges Beiwerk, das nur den Verkauf einer weiteren DVD-Edition pushen soll. Im Gegenteil: Man kann sich den Film ohne die zusätzlichen Szenen gar nicht mehr richtig vorstellen.

Die DVD:

Die Bildqualität beider Versionen ist gut, könnte aber besser sein. Wie immer fällt besonders der Wechsel von dunklen zu hellen Abschnitten leicht störend auf. Vermutlich war auf der DVD wegen der Länge des Films einfach kein Platz mehr für eine bessere Kompression. Die Tonqualität ist aber auch diesmal wieder über jeden Zweifel erhaben und in der SEE gibt es mindestens ein geniales neues Musikstück ("Häuser der Heilung"), das man immer wieder hören kann.

Extras Kinoversion: Die Beigaben dieser Version möchte ich fast als misslungen bezeichnen! Es sind zwar erneut mehr als zwei Stunden Bonusmaterial vorhanden, aber das ist sozusagen eine "Brutto-Angabe", denn die ersten beiden so genannten Dokumentationen (genaugenommen sind sie kaum etwas anderes als Eigenwerbung) wiederholen sich zu mehr als fünfzig Prozent. Wenn man sie direkt nacheinander anschaut, hat man das Gefühl, als sei es ein und derselbe Beitrag - mit dem einzigen Unterschied, dass der erste deutsch synchronisiert ist, der zweite aber nur deutsche Untertitel hat. Die Clips aus dem Internet beleuchten sehr kurz je einen Aspekt der Story oder der Produktion. Eigentlich hört bzw. sieht man dabei auch nichts Neues...

Das fast einstündige "National Geographic Special" ist ein kurioser Versuch, Parallelen zwischen den Helden aus Der Herr der Ringe und historischen Personen zu ziehen. So wird Gandalf mit Benjamin Franklin und William Cecil verglichen, Sauron (natürlich) mit Hitler und Aragorn gleich mit William Wallace, Theodore Roosevelt, Heinrich V., Winston Churchill und - man höre und staune - Königin Elisabeth I. von England. Es mag ja sein, dass Tolkien sich an realen Personen orientiert hat oder dass die von ihm erdachten Helden einfach archetypische Wesenszüge besitzen, denen man auch bei historischen Persönlichkeiten begegnet. Aber manche Vergleiche in diesem Beitrag hinken doch sozusagen auf allen Beinen, sie wirken einfach unpassend. Immerhin: Sprecher ist Gimli-Darsteller John Rhys-Davies und man bekommt neben Ausschnitten aus den drei Herr-der-Ringe-Filmen auch Spiel- und Realfilmszenen über das Leben der Personen zu sehen, über die berichtet wird.

Leider wurden die Extras nicht speziell für die DVD produziert, d.h. sie waren alle schon mal irgendwo zu sehen, sei es im Fernsehen oder im Internet. Der Beitrag von National Geographic war schon seit einiger Zeit als Einzel-DVD erhältlich, zum Glück habe ich das Teil seinerzeit nicht gekauft! Übrigens: Es gibt zwar einige Trailer auf der DVD, aber keinen einzigen zur SEE. Ein paar wenige Szenen, die nur aus der SEE stammen können, findet man aber doch; versteckt in den ersten drei Specials.

Extras Special Extended Edition (SEE): Wer gut gemachte, umfangreiche Informationen sucht, war mit den Extended Editions immer gut beraten, so auch diesmal. Auch die Anhänge des dritten Teils wurden wieder eigens für die SEE produziert. Erneut wurde jede Phase des Entstehungsprozesses ausführlich dokumentiert, präsentiert wird das Ganze wieder in Kapiteln, die man auch nahtlos hintereinander abspielen kann. Das fängt wie immer mit einem Beitrag über Tolkien an, diesmal geht es um seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg. Danach folgt ein sehr aufschlussreicher Beitrag über die Arbeit der Drehbuchautoren, der klarer macht, warum man glaubte, auf manche Szenen verzichten zu müssen und warum viele Dialogzeilen im Film von anderen Leuten und in ganz anderen Situationen gesprochen werden als im Roman. Ausführlich wird auch die Arbeit von Weta Workshop dokumentiert. Ich kann immer wieder nur wiederholen, dass der Aufwand, der für die Ausstattung dieser Filme betrieben wurde, unglaublich ist. Erklärbar ist das nur dadurch, dass alle Beteiligten nicht nur einfach ihren Job gemacht, sondern ihr absolut Bestes gegeben haben und mit Liebe bei der Sache waren, weil ihnen das Projekt enorm wichtig war. Warum sonst sollte sich jemand die Mühe machen, die goldenen Zierleisten an den Haradrim-Köchern mit detaillierten Reliefs zu verschönern, die kein Kinogänger jemals wahrnehmen wird? Oder warum sollte jemand in mühevollster, stundenlanger Kleinarbeit die verschiedenen ohnehin schon prachtvollen Gewänder mit handgestickten Verzierungen versehen, wenn es ein simpler Aufdruck auch getan hätte, weil kein Kinogänger den Unterschied je bemerkt hätte? Natürlich sind auch wieder Aufnahmen von den Premieren und von der Oscarverleihung dabei. Geradezu ergreifend wird es, wenn die letzten Drehtage der einzelnen Schauspieler gezeigt werden. Bei den Abschiedsreden bleibt kein Auge trocken...

Die meisten Originaldokumentationen kann man wie gesagt durch Klick auf "Alle abspielen" in direkter Folge ablaufen lassen. Angesichts der mehrere Stunden andauernden Dokumentationen gerät man leicht in Versuchung, den ganzen Rest schon aus Zeitgründen zu ignorieren bzw. man übersieht ihn, weil nicht alles durch die "Alles abspielen" - Option aktiviert wird. Schaut euch unbedingt auch die "Index" - Gesamtübersicht an, denn dahinter verbergen sich die ganzen Bildergalerien, die interaktive Karte von Mittelerde und auch weitere kurze Filmdokumentationen, z.B. unter dem Punkt "Neuseeland als Mittelerde". Man findet im Index auch eine Storyboardsequenz mit einer zum Glück verworfenen Idee: Danach wäre es am Ende des Films zu einem Zweikampf zwischen Aragorn und Sauron gekommen, d.h. Sauron hätte entgegen jeglicher Logik doch wieder körperliche Gestalt angenommen.

Die Audiokommentare zahlreicher Beteiligter erstrecken sich über den ganzen Film, man muss aber die englische Sprache gut verstehen, um sie richtig würdigen zu können.

Easter-Eggs sind auf den Film-DVDs auch wieder versteckt. Man muss nur in der Kapitelauswahl mit dem Cursor immer weiter nach unten klicken, bis ein Ring erscheint. Dann ENTER drücken. Auf der ersten DVD ist das legendäre "Interview" versteckt, bei dem Dominic Monaghan sich als deutscher Reporter ausgibt und Elijah Wood (der ihn nicht sehen kann) die beklopptesten Fragen stellt. Das andere "Osterei" auf der zweiten Disc enthält ein Fake-Interview mit Ben Stiller, Vince Vaughn und PJ, das anläßlich der MTV Movie Awards gezeigt wurde. Da es nicht spontan improvisiert, sondern gestellt ist, finde ich es nicht sonderlich witzig - Stiller und Vaughn tun so, als würden sie fünf Minuten lang versuchen, PJ Informationen über eine möglicherweise geplante Forsetzung aus der Nase zu ziehen...

Gesondert zu erwähnen ist ein ungefähr halbstündiger Beitrag, der eigentlich mit der Film-Trilogie gar nichts zu tun hat. Darin geht es um einen jungen Mann aus Neuseeland namens Cameron Duncan, der 2001 im Alter von 15 Jahren an Krebs erkrankt und zwei Jahre später gestorben ist. Der von Fran Walsh geschriebene Text des Lieds "Into the West", das beim Abspann von "Die Rückkehr des Königs" läuft, ist Cameron Duncan gewidmet. Er war begeisterter Softballspieler und Filmemacher. Peter Jackson war ihm im Rahmen einer Kampagne für Organspenden begegnet und hatte sich mit ihm angefreundet. Duncan war zu Gast bei den Dreharbeiten zu "Der Herr der Ringe" und hat den Respekt vieler Leute dort gewonnen - nicht nur wegen seines Kampfs gegen den Krebs, sondern auch durch seine Arbeit als Regisseur. Seine Geschichte wird in diesem Beitrag erzählt und er kommt auch selbst zu Wort. Zwei seiner Kurzfilme sind auf dieser DVD verewigt und sie wären selbst dann sehenswert und beeindruckend, wenn man sich nicht klarmachen müsste, dass sie von einem Siebzehnjährigen geschrieben und gedreht worden sind, der zu diesem Zeitpunkt gerade eine Chemotherapie durchmachen musste!

J. Kreis (überarbeitet 27.04.2010)


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