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Der Herr der Ringe - Die zwei Türme (Kinoversion und Special Extended DVD-Edition, USA / Neuseeland 2002)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 172 Minuten (Kinoversion) / ca. 226 Minuten (Special Extended Edition)

Extras (Kinoversion)
- 2 Dokumentationen aus der Produktion (Am Set von "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme" und "Rückkehr nach Mittelerde")
- Sean Astins Kurzfilm The Long and Short of it incl. Making of
- 8 Original-Dokumentationen, die für die offizielle Homepage entwickelt wurden und die Einblicke in die Schauplätze und die Bewohner von Mittelerde bieten
- Vorschau hinter die Kulissen des 3. Teils
- Kinotrailer und TV-Spots
- Musikvideo von Emiliana Torrini ("Gollums Song")
- Vorschau auf das Videospiel zu "Die Rückkehr des Königs"
- Vorschau auf die Special Extended DVD-Edition von "Die zwei Türme"

Extras (Special Extended Edition)
- Dokumentationen: J.R.R. Tolkien: Origins of Middle-Earth, From Book to Script: Finding the Story, Gestaltung und Aufbau Mittelerdes (2 Filme), Gollum (3 Filme), Neuseeland als Mittelerde, Die Dreharbeiten (2 Filme), Die visuellen Effekte (3 Filme), Editorial: Refining the Story, Musik und Ton (3 Filme), The Battle for Helms Deep is over
- Interaktive Karte von Mittelerde
- Bildergalerien, z.T. mit Audiokommentaren
- Audiokommentare zum Film

Regie:
Peter Jackson

Hauptdarsteller:
Elijah Wood (Frodo Beutlin)
Ian McKellen (Gandalf der Weiße)
Viggo Mortensen (Aragorn - "Streicher")
Sean Astin (Samweis Gamdschie - "Sam")
John Rhys-Davies (Gimli / Stimme von Baumbart)
Orlando Bloom (Legolas)
Billy Boyd (Peregrin Tuk - "Pippin")
Dominic Monaghan (Meriadoc Brandybock - "Merry")
Andy Serkis (Gollum / Smeagol)
Karl Urban (Eomer)
Bernard Hill (Theoden)
Miranda Otto (Eowyn)
David Wenham (Faramir)
Christopher Lee (Saruman)
Brad Dourif (Grima Schlangenzunge)
Liv Tyler (Arwen Undomiel)
Cate Blanchett (Galadriel)
Hugo Weaving (Elrond)




Inhalt:

Zur Vorgeschichte: Siehe Die Gefährten.

Die Gemeinschaft des Rings ist zerfallen. Gandalf hat sich in den Minen von Moria, tief unter dem Nebelgebirge, allein einem Balrog entgegengestellt und wurde von ihm in den Abgrund gerissen. Seine Gefährten halten ihn für tot. Boromir hat sein Leben im Kampf gegen die Uruk-hai verloren, die die jungen Hobbits Merry und Pippin in Sarumans Auftrag verschleppt haben. Aragorn, Legolas und Gimli verfolgen die Uruks bis nach Rohan, ein Königreich unweit von Sarumans Festung Orthanc, das mit Gondor verbündet ist. Frodo und Sam irren währenddessen im unwegsamen Niemandsland vor dem Schwarzen Tor von Mordor umher und treffen dort auf Gollum, der von Frodo gezähmt wird und den beiden als Führer dient. Sam misstraut der erbärmlichen, aber hinterhältigen und gefährlichen Kreatur. Frodo sieht in Gollum jedoch einen Vorboten seines eigenen Schicksals, denn dieses Wesen war einst ein Hobbit und wurde durch das jahrhundertelange Tragen des Ringes zu dem gemacht, was es jetzt ist. Frodo spürt selbst, wie er immer mehr in den Bann des Einen Ringes gerät, der nach wie vor danach strebt, zu Sauron zurückzukehren. Frodo hofft, Smeagol (Gollums frühere Identität) wieder zurückholen zu können und hat damit zumindest teilweise Erfolg. Smeagol schwört beim Einen Ring, den Hobbits zu dienen. Er erinnert sich an sein altes Leben und akzeptiert Frodo als neuen Herrn. Er führt die Hobbits durch die Totensümpfe bis zum Schwarzen Tor.

Saruman bereitet die vollständige Vernichtung Rohans vor, um auf diese Weise seinen Gebieter Sauron zu unterstützen. Er träumt von einer Allianz der zwei Türme Orthanc und Barad-dur und glaubt, die Welt nach dem Sieg über die Menschen an Saurons Seite beherrschen zu können. Seine Uruk-hai und von ihm aufgestachelte wilde Menschen marschieren brandschatzend in Rohan ein. Theodred, Sohn des Königs Theoden von Rohan, wird im Kampf gegen die Angreifer schwer verwundet. Eomer, Theodens Neffe und Marschall der Riddermark, versucht dem König klarzumachen, dass Krieg droht. Doch Theoden ist nicht er selbst. Saruman vergiftet seit langer Zeit seinen Geist, so dass er kaum wahrnimmt, was um ihn herum vorgeht. Grima Schlangenzunge, Theodens Berater (in Wahrheit aber eine Kreatur Sarumans), ist derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht. Er begehrt Eomers schöne Schwester Eowyn, eine stolze junge Frau, die sich nach großen Heldentaten sehnt und das Eingesperrtsein am Hof verabscheut. Als Eomer ihn durchschaut, wird er von Schlangenzunge verbannt. Wenig später stirbt Theodred - möglicherweise durch Schlangenzunges Hand. Eomer reitet mit seinen Männern nach Norden, wobei er auf die Uruks stößt, die Merry und Pippin entführt haben. Die Rohirrim metzeln die Halb-Orks nieder und verbrennen die Leichen. Danach kommt es zur Begegnung mit Aragorn, Legolas und Gimli. Eomer berichtet vom nächtlichen Kampf gegen die Uruks. Aragorn fürchtet um das Leben der jungen Hobbits, denn Eomer sagt, seine Männer hätten niemanden am Leben gelassen.

Doch Merry und Pippin sind in Sicherheit. Sie haben sich im Schlachtengetümmel in den Fangornwald geflüchtet. Dort sind sie Baumbart begegnet, einem riesigen, uralten Wesen mit der Gestalt eines knorrigen Baumes. Baumbart ist ein Ent, ein "Baumhirte", und als es den Hobbits gelingt, ihn davon zu überzeugen, dass sie keine Orks sind, werden sie freundlich von ihm aufgenommen. Beim Uruk-Leichenhügel findet Aragorn Spuren der jungen Hobbits, die in den Fangornwald hineinführen. Als er und seine Gefährten sich dort hineinwagen, finden sie zwar nicht die Hobbits vor, haben aber eine andere Begegnung. Eine strahlend weiße Gestalt tritt ihnen entgegen, die sie zunächst für Saruman halten. Doch es ist Gandalf! Der alte Zauberer hat den Balrog besiegt, und dabei ist sein altes Ich gestorben. Er wurde jedoch ins Leben zurückgeschickt. Er ist jetzt Gandalf der Weiße und mächtiger als Saruman. Zu viert reiten die Gefährten nach Edoras und suchen Theoden in der Goldenen Halle auf. Gandalf befreit den König von Grimas Einflüsterungen und dem bösen Geist Sarumans. Theoden gewinnt seine alte Kraft zurück, ist aber nicht bereit, sich (wie von Gandalf gefordert) dem Heer Isengarts in offener Feldschlacht zu stellen. Stattdessen führt er sein Volk zu einer alten Festung in Helms Klamm, die als uneinnehmbar gilt. Eowyn fühlt sich zu Aragorn hingezogen, doch dessen Gedanken sind bei Arwen. Die Zeit der Elben in Mittelerde geht zu Ende; sie verlassen diesen Kontinent und segeln nach Valinor. Elrond will, dass auch Arwen diesen Weg geht, auf dem Aragorn ihr nicht folgen könnte.

Auf dem Weg nach Helms Klamm werden die Menschen von Wargreitern angegriffen. Die Männer können die Bestien zwar in die Flucht schlagen, doch Aragorn stürzt in einen Fluss. Mit letzter Kraft kann er sich auf den Rücken seines Pferdes Brego hieven und nach Helms Klamm reiten, wobei er die anmarschierende Armee Isengarts sieht: Zehntausend schwer gepanzerte und bewaffnete Uruks stehen den relativ schwachen, teils aus zu alten oder zu jungen Männern bestehenden Verteidigern der Hornburg gegenüber. Selbst eine unerwartete, aus elbischen Kämpfern bestehende Verstärkung kann nicht viel gegen die Angreifer ausrichten, denn diese sprengen den Klammwall mit einer von Sarumans Erfindungen. Als alles verloren scheint, treffen Gandalf und Eomers Reiter mit der Morgenröte in Helms Klamm ein. Gegen diese Macht haben die Uruks keine Chance, sie werden vollständig besiegt. Derweil beschließen die Ents, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Pippin zeigt Baumbart jedoch die von Saruman angerichteten Verwüstungen in den Wäldern rund um Isengart. So wird der Zorn der im Grunde gutmütigen und schwerfällig wirkenden Ents entfesselt. Sie marschieren gegen Isengart und setzen Sarumans Befestigungen unter Wasser. Nur gegen den Orthanc-Turm selbst können sie nichts ausrichten. Saruman zieht sich in diese letzte Zuflucht zurück. Gandalf erwartet einen harten Gegenschlag aus Mordor. All seine Hoffnungen ruhen jetzt auf dem Ringträger.

Frodo und Sam beobachten, wie große Heere aus allen Himmelsrichtungen nach Mordor marschieren: Sauron zieht alle Kräfte zusammen, um sich für den entscheidenden Schlag zur Eroberung Mittelerdes vorzubereiten. Smeagol warnt die Hobbits vor der Durchquerung des Schwarzen Tors und schlägt eine andere Route vor. Die Hobbits werden jedoch von Boromirs Bruder Faramir aufgegriffen, einem Hauptmann von Gondor, dessen Soldaten Guerillaangriffe gegen Mordors Truppen führen. Smeagol verschwindet. Faramir erkennt, welche Bürde Frodo mit sich herumträgt und gerät in Versuchung, sich den Ring der Macht anzueignen. Als Smeagol wieder auftaucht, verhindert Frodo zwar, dass Faramirs Männer ihn töten, muss aber zulassen, dass sie ihn gefangen nehmen. So verliert Smeagol das Vertrauen in seinen Herrn. Die "Gollum-Seite" wird wieder stärker. Faramirs Trupp marschiert nach Osgiliath. Diese Ruinenstadt an der Grenze zum von Sauron beherrschten Osten wird bereits belagert. Die Hobbits werden mitgenommen, denn Faramir will den Einen Ring nach Gondor bringen. Die Nazgul greifen Osgiliath an. Sie haben nach ihrer Niederlage an der Bruinenfurt neue Reittiere erhalten; riesige geflügelte Wesen, auf deren Rücken die Ringgeister große Strecken in kürzester Zeit zurücklegen können. Faramir erkennt, dass der Eine Ring vernichtet werden muss. Er lässt die Hobbits frei. Unter Smeagols Führung machen sich Frodo und Sam auf den Weg zu einem geheimen Zugang nach Mordor. Doch Smeagol verfolgt eigene Pläne...


Der Film:

Im Kommentar zu Die Gefährten habe ich schon geschrieben, was ich von der "Herr der Ringe" - Verfilmung halte. Ich möchte es hier nicht wiederholen. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für den zweiten Teil, aber leider nicht uneingeschränkt. "Die zwei Türme" ist ein herrlicher, bildgewaltiger, monumentaler Fantasyfilm mit wundervoller Musik, und wie der erste Teil ist er hervorragend ausgestattet, wurde in einer unglaublich schönen Landschaft gedreht und enthält fantastische Spezialeffekte, die ihn aber nicht zu einem bloßen Effektspektakel werden lassen. Mit Gandalfs Kampf gegen den Balrog und Gollums erstem richtigem Auftritt fängt der Film sehr stark an. Die Schauspieler leisten beste Arbeit, es gibt Spannung, Action (auch recht harte Gewaltszenen, was meiner Meinung nach für einen Film dieser Art einfach notwendig ist) und große Emotionen. Und trotzdem war ich enttäuscht, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Dass auch diesmal wieder vieles weggelassen werden musste, was man aus dem Buch kennt, sehe ich dabei noch nicht einmal als Kritikpunkt, denn es wäre unmöglich, alles in einen Film zu packen. Dass "Die zwei Türme" durch die vielen verschiedenen Schauplätze, an denen sich mehrere Handlungsebenen parallel entwickeln, ein wenig zerfahren wirkt und nicht die homogene, epische Qualität des ersten Teils erreicht, kann man auch noch akzeptieren.

Was mich wirklich gestört hat, war der diesmal doch sehr freie Umgang der Drehbuchschreiber mit dem Roman. Warum z. B. wurde Faramir so dargestellt, als ob er den Ring für sich bzw. seinen Vater in Besitz nehmen wollte? Nach dieser Einführung fällt es schwer, in ihm einen positiven Charakter zu sehen. Im Roman erkennt er sofort, welche Gefahr der Ring darstellt. Er hatte nie die Absicht, die Hobbits nach Gondor zu bringen. Frodo und Sam waren nie in Osgiliath! Sam sagt denn auch sinngemäß "wir sollten gar nicht hier sein", als er und Frodo im Film nach Osgiliath gebracht werden. Vielleicht ist den Drehbuchschreibern ja aufgefallen, dass sie sich für diese Freiheiten in irgend einer Weise bei den Kennern des Romans entschuldigen mussten... Die Filmversion von Faramir ist zu platt; es wird nicht deutlich, dass sein Charakter ganz anders gelagert ist als der seines Bruders, und es bleibt unverständlich, warum er die Hobbits am Ende doch laufen lässt. Diese Änderungen sind meiner Meinung nach völlig unnötig. Ich empfinde die Verfälschung von Faramirs Charakter sogar als echtes Ärgernis.

Es gibt aber noch viele andere unpassende Szenen. Etwa Theodens Befreiung vom Geist Sarumans mit anschließender "Verwandlung" vom senilen Tattergreis zum vergleichsweise jungen Mann. Oder Aragorns Sturz in den Fluss und seine Rückkehr nach Helms Klamm, eine weitere sinnlose Szene, die vermutlich nur eingebaut wurde, um ein paar emotionale Momente mit Arwen und Eowyn hinzufügen zu können. Darunter übrigens eine Szene, die eigentlich aus den Anhängen zum Buch kommt (Aragorns Tod). Und was haben Elben auf der Hornburg verloren? Warum ist Schattenfell weiß? Wer ist auf die Schnapsidee gekommen, Legolas auf einem Schild wie auf einem Snowboard die Treppen der Hornburg hinuntergleiten zu lassen? Warum muss Gimli immer wieder als Witzfigur herhalten? All das wirkt sich insgesamt auf unangenehme Weise störend aus, es verfälscht den Charakter der Geschichte zu sehr. Zumal ich nicht verstehe, was die Drehbuchautoren damit bezwecken wollten. Ich erkenne einfach keinen Sinn darin, was es noch schwerer macht, die Änderungen zu akzeptieren.

Optisch ist der Film natürlich ein Hochgenuss. Eines der absoluten Highlights dieses Films dürfte die (allerdings ein wenig zu niedlich geratene) CGI-Figur Gollum sein. Ich habe noch nie zuvor eine komplett am Computer entstandene Figur gesehen, die so realistisch gewirkt hat. In manchen Szenen kann man kaum glauben, dass Gollum nicht echt ist und dass die Schauspieler es nicht mit dieser gequälten, ausgemergelten Kreatur zu tun hatten, sondern mit einem ganz normalen Kollegen in einer Art Taucheranzug, der dann später digital durch die künstliche Figur ersetzt wurde. In anderen Filmen wirken CGI-Charaktere oft wie gewichtslose Fremdkörper. Gollum jedoch scheint wirklich "da" zu sein. Er ist eine genauso glaubwürdige Figur wie die von realen Schauspielern verkörperten Charaktere. Für die Ents trifft dies leider nicht zu. In Nahaufnahmen wirkt Baumbart sehr überzeugend, aber sobald sein ganzer Körper zu sehen ist - oder, noch schlimmer, wenn mehrere Ents aus großer Höhe gezeigt werden - geht die Glaubwürdigkeit verloren. Größe und Macht der Ents kommen einfach nicht rüber, sie sehen aus wie viel zu kleine Modelle. Vielleicht wäre es besser gewesen, sie nicht von oben, sondern immer nur aus der Frosch- bzw. Hobbitperspektive zu zeigen?

Trotz aller Kritik (die jemand, der das Buch noch nicht oder nicht x-mal gelesen hat, wahrscheinlich gar nicht nachvollziehen kann) ist "Die zwei Türme" meiner Meinung nach ein Meisterwerk - das aber nicht an den ersten Teil herankommt. Damit kommen wir zur verlängerten Special Extended-DVD-Edition. Der reine Film - also ohne den Abspann - ist jetzt knapp dreieinhalb Stunden lang. Fast jede Szene ist entweder ganz neu, war also im Kino überhaupt nicht zu sehen, oder aber verlängert. Obwohl die Kampfszenen in dieser längeren Version einiges an Härte zugelegt haben, blieb die FSK-12-Wertung erhalten, aber das nur am Rande. Viele der Kritikpunkte, die ich an der Kinoversion auszusetzen hatte, werden durch die längere Version ausgeräumt. Gerade was Faramir angeht, wird durch einige herrliche Rückblick-Szenen, in denen auch Boromir nochmal auftreten darf und in denen man auch schon einen Blick auf Denethor werfen kann, vieles sehr viel besser dargestellt. Faramirs Verhaltensweise wird verständlicher und der ganze Charakter gewinnt sehr viel mehr an Tiefe.

Auch Baumbart hat einige weitere Szenen und wirkt deshalb nicht mehr wie überflüssiges Beiwerk. Merry und Pippin kippen ihren Ent-Trunk und werden von einem Baum verschlungen, woraufhin Baumbart ein paar Zeilen spricht, die eigentlich von Tom Bombadil stammen - ein kleiner Trost für die Fans, die den alten Weidenmann und Bombadil im ersten Teil vermisst haben. Auch alle anderen neuen bzw. verlängerten Szenen tragen viel zur erheblich besseren Atmosphäre dieser Version des Films bei. Das ganze Werk ist epischer, dichter und einheitlicher geworden. Eigentlich hätte diese Version schon ins Kino gehört!

Die DVD:

Die DVD ist in drei Versionen erhältlich: Kinoversion, Special Extended DVD-Edition und Sammlerbox mit Gollum-Figur plus Zusatz-DVD mit weiteren Dokumentationen über Gollum.

Kinoversion: Insgesamt zwei Stunden Bonusmaterial auf einem zweiten Silberling - das lässt sich hören. Aber wie schon bei der entsprechenden DVD-Version des ersten Films ist das meiste Material eher als Eigenwerbung zu sehen. Die ersten beiden so genannten Dokumentationen bieten wieder die übliche Mischung aus Filmschnipseln, Szenen von den Dreharbeiten und den Arbeiten am Set, sowie Interviews und Szenen mit den Späßen der Crew während der Arbeit. Insgesamt sind sie ziemlich oberflächlich und nicht besonders sehenswert. In Sean Astins (wirklich kurzem) Kurzfilm geht es um Hilfsbereitschaft und witzigerweise ist das "Making of" zu diesem Film interessanter und amüsanter als der Film selbst. Er wurde während der Nachdrehs produziert und in einer Nebenrolle ist sogar Peter Jackson himself als Busfahrer zu sehen. Die acht für die Webseite lordoftherings.net produzierten Kurzbeiträge dokumentieren verschiedene Aspekte des Films, z.B. das Sounddesign (die Tontechniker haben viele Geräusche - darunter auch Schreie! - auf einem stillen Friedhof in Wellington aufgenommen...) und die Entstehung Gollums. Das Musikvideo hat mich eher kalt gelassen, weil ich den Song an sich nicht so gut finde.

Special Extended Edition (SEE): Hier befinden sich auf zwei zusätzlichen Silberlingen exquisite, hochinteressante Dokumentarfilme (ganz zu schweigen von den unzähligen Bildergalerien), die eigens für die SEE produziert worden sind, und die praktisch jede Phase der Produktion des Films eingehend vorstellen - ein Muss für jeden Fan. Wiederholungen gibt es nicht, d.h. die Specials der DVD-Kinoversion werden dem geneigten Zuschauer hier nicht noch einmal untergeschoben. Es ist unmöglich, das alles hier adäquat zu beschreiben, man muss es einfach gesehen haben. Dann erst wird der wahrhaft unglaubliche Aufwand deutlich, der für die adäquate Umsetzung des Romans betrieben wurde. Man merkt, wie viel diese jahrelange Arbeit allen Beteiligten - nicht nur den Schauspielern - bedeutet hat. Als ich den entsprechenden Beitrag der SEE gesehen habe, wurde mir auch erstmals richtig klar, wie viel von Andy Serkis wirklich in Gollum steckt und wie sehr er sich verausgabt hat, um den kleinen Stinker so überzeugend darzustellen. Allein mit diesen Dokumentationen ist man schon mehrere Tage beschäftigt... Für alle Specials gilt jedoch, dass man sie nur dann wirklich würdigen kann, wenn man die englische Sprache einigermaßen beherrscht, denn sie sind nicht synchronisiert (nur Untertitel). Lediglich bei den Audiokommentaren zu einzelnen Bildern in den Galerien wurde eine deutsche Sprachausgabe neben den Originalkommentar gelegt.

Der SEE-Hauptfilm musste wegen der Überlänge auf zwei Silberlinge gesplittet werden, d.h. man muss mitten im Film aufstehen und die Scheiben wechseln. Die Extended Edition enthält übrigens ein Easter Egg: Geht in der 1. Film-DVD in die Kapitelanwahl und drückt beim letzten Kapitel nochmals die UNTEN - Taste. Es erscheint ein Ring - ENTER drücken. Jetzt werdet ihr von Peter Jackson begrüßt und könnt den Auftritt von Andy Serkis und Gollum bei den MTV-Movie-Awards 2003 genießen. Köstlich!

J. Kreis (überarbeitet 22.04.2010)


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