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Der Herr der Ringe - Die Gefährten (Kinoversion und Special Extended DVD-Edition, USA / Neuseeland 2001)
DVD - Regionalcode 2, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12 (Kinoversion) / FSK 16 (Special Extended Edition)
Laufzeit: ca. 171 Minuten (Kinoversion) / 219 Minuten (Special Extended Edition)

Extras (Kinoversion):
- Dokumentationen über die Dreharbeiten ("Welcome to Middle-earth" - 17 Minuten, "Quest für the Ring" - 21 - Minuten, "A Passage to Middle-earth" - 42 Minuten)
- 15 weitere Specials, die für die offizielle Website entstanden sind - insg. 39 Minuten. Sie enthalten Informationen über Land und Kultur von Mittelerde sowie Interviews der Hauptdarsteller.
- Zehnminütige Vorschau hinter die Kulissen des zweiten Teils
- Original-Kinotrailer und TV-Spots
- Musikvideo "May it be" von Enya
- Informationen zum Videospiel und über die Extended Edition

Extras (Special Extended Edition):
- Dokumentationen ("Tolkien - Creator Of Middle-Earth" - 22 Minuten, "From Book To Script" - 20 Minuten, "Storyboards und Pre-Viz" - 40 Minuten, "Gestaltung und Aufbau Mittelerdes" - 96 Minuten, "Neuseeland als Mittelerde" - 10 Minuten, "Die Dreharbeiten" - 98 Minuten, "Die visuellen Effekte" - 57 Minuten, "Postproduktion" - 13 Minuten, "Digital Grading" - 12 Minuten, "Ton und Musik" - 26 Minuten, "The Road Goes Ever On" - 7 Minuten
- 4 Audiokommentare
- Bildergalerien
- Interaktive Karte von Mittelerde
- Easter Eggs

Regie:
Peter Jackson

Hauptdarsteller:
Elijah Wood (Frodo Beutlin)
Ian McKellen (Gandalf der Graue)
Viggo Mortensen (Aragorn - "Streicher")
Sean Astin (Samweis Gamdschie - "Sam")
John Rhys-Davies (Gimli)
Billy Boyd (Peregrin Tuk - "Pippin")
Dominic Monaghan (Meriadoc Brandybock - "Merry")
Orlando Bloom (Legolas)
Sean Bean (Boromir)
Ian Holm (Bilbo Beutlin)
Liv Tyler (Arwen Undomiel)
Cate Blanchett (Galadriel)
Christopher Lee (Saruman)
Hugo Weaving (Elrond)




Inhalt:

Vor Jahrtausenden wurden zahlreiche Ringe der Macht geschmiedet, mit deren Hilfe viel Schönes, aber auch Böses in Mittelerde erschaffen wurde. Drei Ringe gehörten den Elbenherrschern. Fünf wurden den Zwergen gegeben. Neun gingen an die Könige der Menschen. Doch Sauron, der dunkle Lord im Lande Mordor, schmiedete heimlich einen Meisterring, der es ihm ermöglichen sollte, die anderen zu beherrschen. Sauron ließ einen Großteil seiner Macht in den Ring einfließen und schickte sich an, alle Völker Mittelerdes zu unterdrücken. Doch in einem letzten Bündnis leisteten ihm Elben und Menschen Widerstand. Elendil, König des versunkenen Reiches von Numenor, wurde zwar erschlagen, sein Schwert Narsil zerbrach. Doch Isildur, Elendils Sohn, schnitt den Ring mit Narsils Bruchstücken von Saurons Hand und nahm ihn an sich. Sauron verlor seine körperliche Form, seine Herrschaft endete. In Mittelerde herrschte wieder Frieden. Isildur weigerte sich, den Ring zu vernichten, und bezahlte seinen Hochmut mit dem Leben. Der Ring ging verloren und verlängerte das Leben eines Wesens namens Gollum, das tief unter dem Nebelgebirge lebte, auf unnatürliche Weise. Erst viele Jahrhunderte später kam der Ring wieder ans Licht. Bilbo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, fand ihn und nahm ihn mit. Danach begann Saurons Macht wieder zu wachsen. Er sammelte alle bösen Wesen Mittelerdes in Mordor und bereitete sich darauf vor, die Welt erneut mit Krieg und Vernichtung zu überziehen. Sauron brauchte nur noch den Ring, um seine ganze Kraft zurückzuerlangen. Gollum fiel ihm in die Hände. So erfuhr der dunkle Herrscher von der Existenz des Auenlandes und der Familie Beutlin...

An seinem hundertelften Geburtstag feiert Bilbo Beutlin ein Fest, bei dem er gleichzeitig seinen Abschied verkündet. Er benutzt den unsichtbar machenden Ring ein letztes Mal, um vor den Augen der verdutzten Hobbits zu verschwinden. Er macht sich auf den Weg nach Bruchtal, um seinen Lebensabend bei den Elben zu verbringen. Gandalf der Graue, ein weiser alter Zauberer und Freund der Hobbits, muss Bilbo daran erinnern, den Ring aufzugeben. Das fällt Bilbo unerwartet schwer, denn das so unscheinbar wirkende Schmuckstück verlängert nicht nur das Leben seines Trägers, sondern weckt in diesem auch eine fast unüberwindliche Gier. Frodo, Bilbos Neffe, erbt alle Besitztümer, und damit auch den Ring. Gandalf verbringt die nächsten Monate mit der Suche nach Hinweisen über den Ring in den Archiven der alten Königsstadt Minas Tirith. Als er erkennt, dass es sich um den Einen Ring handeln muss, und dass Sauron bereits erfahren hat, wo er versteckt gehalten wird, gibt er Frodo den Auftrag, den Ring nach Bruchtal zu bringen. Er selbst kann ihn nicht an sich nehmen, denn er fürchtet, der Verlockung der Macht nicht widerstehen zu können. Begleitet von seinem Diener Sam sowie den jungen Hobbits Merry und Pippin macht sich Frodo auf den Weg nach Osten. Das Auenland und jeder, der den Namen Beutlin trägt, ist in größter Gefahr, denn Sauron hat die neun Ringgeister entsandt. Die Schwarzen Reiter - einst Träger der Ringe der Menschen - können durch normale Waffen nicht getötet werden und versuchen mit allen Mitteln, den Einen Ring an sich zu bringen.

Die Hobbits können den Ringgeistern entkommen. Sie erreichen die Stadt Bree, wo Gandalf im Gasthaus zum tänzelnden Pony auf sie warten wollte - doch der Zauberer ist dort nie erschienen. Er wollte Saruman, das Oberhaupt des Rates der Istari, um Rat bitten, ist aber betrogen worden. Durch einen Palantir, einen "sehenden Stein", hat Saruman erfahren, welch gewaltige Macht Sauron bereits zur Verfügung steht. Er glaubt, jeder Widerstand sei zwecklos, und ist zum Diener Saurons geworden. Allerdings glaubt er, mit Hilfe des Einen Ringes selbst die Macht übernehmen zu können. Aus Orks und wilden Menschen züchtet er die Uruk-hai, schreckliche Ungeheuer, denen die Sonne im Gegensatz zu den Orks nichts ausmacht. Diese Armee soll den Ring für ihn beschaffen. Während Gandalf von Saruman im Turm Orthanc gefangen gehalten wird, streift Frodo versehentlich den Ring über, wodurch die Ringgeister wieder auf seine Spur gelockt werden. Streicher, ein geheimnisvoller Waldläufer, bemerkt den Vorfall und nimmt die misstrauischen Hobbits unter seine Fittiche. Er führt sie durch die Wildnis, doch die Schwarzen Reiter sind zu schnell. Sie greifen den Lagerplatz der Gruppe auf der Wetterspitze an. Wieder setzt Frodo den Ring auf, doch der Anführer der Ringgeister sticht ihn mit einer vergifteten Morgul-Klinge nieder. Streicher kann die Ringgeister zwar vertreiben, doch Frodo beginnt zu "schwinden" und selbst zu einer Art Geist zu werden. Arwen, Elronds Tochter, begegnet der Gruppe und reitet mit Frodo nach Bruchtal. An der Bruinenfurt beschwört sie eine Flutwelle herauf, die die Ringgeister hinwegreißt.

Elrond, der Herrscher Bruchtals, heilt Frodos Wunde. Bilbo ist bereits in Bruchtal, und auch Gandalf, der von einem Adler befreit wurde, ist dort angekommen. Nun soll der Rat der Elben, Menschen und Zwerge über das weitere Schicksal des Ringes entscheiden. Boromir, ein Sohn des Truchsesses von Gondor, möchte den Ring als Waffe gegen Sauron einsetzen. Doch Elrond macht klar, dass der Ring vernichtet werden muss, da er auch in Bruchtal nicht sicher wäre. Nur so kann Sauron ein für alle mal besiegt werden. Nur in den feurigen Klüften des Schicksalsberges mitten im Lande Mordor, wo er einst erschaffen worden ist, kann der Ring zerstört werden. Frodo ist bereit, den Ring dorthin zu bringen. Neun Gefährten machen sich auf den Weg zu diesem eigentlich aussichtslosen Unterfangen: Frodo, der Ringträger und seine drei Hobbitfreunde, Gandalf der Zauberer, Legolas der Elb, Gimli der Zwerg, Boromir als Vertreter der Menschen - und Aragorn, der letzte Erbe der Könige von Numenor. Die Hobbits sind sehr erstaunt, als sie erfahren, dass damit niemand anderer als ihr so gar nicht königlich wirkender Gefährte Streicher gemeint ist. Aragorn liebt Arwen, die bereit wäre, ihre Unsterblichkeit für ihn aufzugeben. Vor dem Aufbruch erhält Frodo Bilbos Elbenschwert Stich und ein undurchdringliches, aber federleichtes Kettenhemd aus Mithril. Sarumans Ränke machen die Reise zu einem gefahrvollen Unternehmen. Die Gefährten sind gezwungen, die Minen von Moria zu durchqueren. Dieses einst prächtige Zwergenreich wurde zu Gimlis Entsetzen von Orks überrannt - kein Zwerg ist mehr am Leben.

Durch Pippins Verschulden werden die Orks auf die Gefährten aufmerksam und greifen an. Ein Bergtroll versetzt Frodo einen Hieb, den er nur wegen seines Mithril-Kettenhemds überlebt. Dann erscheint auch noch ein Balrog, ein gigantischer Dämon der alten Zeit. Gandalf stellt sich ihm allein entgegen und wird von ihm in den Abgrund gerissen. Die Gefährten fliehen nach Lothlorien, ins Waldland der Elben. Hier lebt Galadriel, die älteste aller Elben von Mittelerde. Sie gewährt den Gefährten vorübergehend Asyl und überreicht ihnen wertvolle Geschenke. Bevor sie wieder aufbrechen, blickt Frodo in Galadriels Spiegel und hat eine Vision von der Zerstörung des Auenlandes durch Saurons Heere. Galadriel warnt Frodo davor, dass seine Gefährten durch den Einfluss des Ringes korrumpiert werden. Frodo bietet ihr den Einen Ring an, doch sie lehnt ab, denn sie weiß, dass sie auf ihre Weise eine nicht minder schreckliche Herrscherin wäre als Sauron. Die Gemeinschaft des Rings zerbricht, als Boromir der Verlockung des Rings nicht länger widerstehen kann und ihn Frodo mit Gewalt abnehmen will. Frodo nutzt die unsichtbar machende Kraft des Rings, um zu entkommen. Ihm ist klar geworden, dass er allein weiterreisen muss. Boromir kommt zwar schnell wieder zur Besinnung, doch es ist zu spät: Sarumans Uruk-hai haben die Gefährten eingeholt und greifen an. Boromir kämpft tapfer, aber die Uruk-ai töten ihn mit Pfeilen. Sie entführen Merry und Pippin. Während sich Frodo mit Sam, der sich nicht abschütteln lässt, endgültig auf den Weg nach Mordor macht, verfolgen Aragorn, Legolas und Gimli die Uruk-hai, um ihre Freunde zu retten.

Fortsetzung folgt!


Der Film:

Obige Zusammenfassung ist eine extreme Verkürzung der epischen Handlung des Films. Der wiederum nur an der Oberfläche dessen kratzt, was den Leser in J.R.R. Tolkiens unübertroffenem Roman erwartet. Der Roman hat auch nach über 50 Jahren nichts von seiner Wirkung eingebüßt. Er ist einfach zeitlos und begeistert die Fantasy-Fans aller Generationen. Das liegt wohl vor allem daran, dass hier nicht einfach nur eine x-beliebige Heldengeschichte erzählt wird. Stattdessen hat man es mit einem ganz eigenständigen Weltenentwurf zu tun, einer neuen Mythenschöpfung komplett mit verschiedenen genau ausgearbeiteten Sprachen und einem sich über Jahrtausende erstreckenden, bis in kleine Details ausgearbeiteten geschichtlichen Hintergrund. Eine Sagenwelt, die trotz der vielen phantastischen Elemente fast real sein könnte. Das ist die Bühne, auf der ganz unterschiedliche Charaktere agieren; "echte" Personen mit Ecken und Kanten und keine eindimensionalen Klischeefiguren. Eine Verfilmung galt aufgrund dieser Komplexität jahrzehntelang als unmöglich. Und auch heute, im Zeitalter der computergenerierten Effekte, mit denen auch die unglaublichsten Ideen im Bild umgesetzt werden können, hätte das Filmprojekt zu einem katastrophalen Fehlschlag werden können. Es hätte ein hohles, überdrehtes Fantasyspektakel dabei herauskommen können, das sich nur auf Action und Spezialeffekte konzentriert, alle anderen Elemente des Romans jedoch ausklammert. Umgekehrt hätte eine Verfilmung, die dem Handlungsverlauf des Romans sklavisch folgt, zu einem drögen, langweiligen Kammerspiel werden können. Dass es dazu nicht gekommen ist, und dass die "Herr der Ringe"-Filme zu ebenso zeitlosen Meisterwerken geworden sind wie Tolkiens Roman, ist der Leidenschaft und dem rückhaltlosen Engagement aller Beteiligten zu verdanken.

"Der Herr der Ringe - Die Gefährten" ist meiner bescheidenen Meinung nach fast perfekt. Schon der Anfang mit dem Rückblick auf die Geschehnisse der Vergangenheit, Gandalfs Ankunft im Auenland und Bilbos Geburtstagsfest zeigt eindrucksvoll, wie man die Romanhandlung filmisch umsetzen muss. Da wird nicht (wie im Roman) lang und breit erklärt, was es mit dem Ring, den Hobbits, Gandalf und den anderen Hauptfiguren auf sich hat, es wird vielmehr in prägnanten Szenen gezeigt. Die Erklärungen beschränken sich aufs Nötigste, alles andere ergibt sich aus der Handlung. Vieles wird nur durch Kleinigkeiten angedeutet, und diese Andeutungen sind manchmal nur für Kenner des Romans verständlich. Ein Beispiel: Als Boromir während der Ratsversammlung in Bruchtal sagt, die Völker Mittelerdes könnten nur aufgrund der Anstrengungen der Menschen von Gondor noch in Ruhe leben, wird kurz auf Aragorn umgeblendet, der sich unbehaglich regt und eine säuerliche Miene macht, aber nichts sagt. Wer den Roman kennt, der weiß, was diese Reaktion zu bedeuten hat. Aragorns Waldläufer haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Land westlich des Nebelgebirges zu schützen, und führen deshalb ein entbehrungsreiches Leben in der Wildnis. Boromir scheint das nicht zu wissen, oder er ignoriert es - Aragorn ärgert sich zwar ein wenig darüber, hält sich aber zurück. Diese Szene sagt übrigens viel über Aragorns Charakter aus. Es sind diese kleinen Dinge, auf die man immer wieder stößt, die klar machen: Hier wurde nicht irgendein Drehbuch hingerotzt, sondern es wurde eine Interpretation des Romans erschaffen, die die Anforderungen des Mediums Film berücksichtigt. Dazu gehört auch, dass die Abfolge der Geschehnisse nicht hundertprozentig mit dem Roman übereinstimmt, und dass manche Dialgozeilen von ganz anderen Personen und in ganz anderen Situationen gesprochen werden.

Diese Änderungen sollte man auch als Hardcore-Tolkien-Fan akzeptieren können, wenn man sich bewusst macht, dass Geschichten im Film einfach nicht auf dieselbe Weise erzählt werden können wie in einem Roman. Natürlich musste außerdem viel weggelassen werden. Tom Bombadil und der Elb Glorfindel kommen ebenso wenig vor wie der Weidenmann und die Hügelgräberhöhen. Überhaupt verläuft die Reise nach Bruchtal im Film sehr viel schneller, deshalb ist auch Gerstenmann Butterblumes Rolle sehr viel kleiner als im Roman. Es wird kaum gesungen, es werden keine Gedichte erzählt... Man muss einsehen, dass es unmöglich wäre, alles aus dem Roman in den Film zu transportieren, und zwar so, dass Spannung und Tempo erhalten bleiben. Dennoch hätte ich mir an der einen oder andere Stelle doch gewünscht, dass genauer auf bestimmte Figuren oder Ereignisse eingegangen worden wäre. Auch andere Änderungen kann man kritisch betrachten. Zum Beispiel wird mehr Wert auf die Beziehung zwischen Aragorn und Arwen gelegt, als es im Roman jemals beabsichtigt war. Saruman wird ein wenig zu eindimensional als Bösewicht charakterisiert. Und Gimli wird nicht immer mit dem Respekt behandelt, der einem Zwerg gebührt.

Die Eröffnungsszenen sind einfach wunderschön und zeigen schon, welche Mühen man bei der Produktion auf sich genommen hat, um das Auenland, die Hobbits und überhaupt ganz Mittelerde glaubwürdig darstellen zu können. Der Aufwand, der hier betrieben wurde, ist gigantisch. Da wurden riesige Sets gebaut (Hobbingen existiert wirklich), unzählige Rüstungen, Kleidungsstücke, Waffen usw. wurden eigens mit unglaublich viel Liebe zum Detail hergestellt, für jedes Volk wurde ein eigener, unverwechselbarer Stil entwickelt... Alle Fantasyfilme, die nach "Der Herr der Ringe" kommen, müssen sich an diesem Meilenstein messen lassen. Man kann ihn fast schon als stilbildend bezeichnen. Es ist kein Wunder, dass man sich bei vielen anderen Fantasyfilmen und bei Computer-/Videospielen immer wieder teils überdeutlich an die "Herr der Ringe"-Filme erinnert fühlt. Besonders wichtig: Die "Herr der Ringe"-Filme richten sich an ein erwachsenes Publikum. In Peter Jacksons Mittelerde gibt es nicht nur so schöne, saftig-grüne und farbenfrohe Landschaften wie Hobbingen, sondern auch finstere, schmutzige Orte wie Bree. Und nicht zuletzt enthält der Film einige explizite Gewaltdarstellungen.

Für diese Filme wurde eine Welt erschaffen, die so echt und - um das Wort erneut zu gebrauchen - glaubwürdig wirkt, dass sie trotz aller märchenhaften Aspekte wirklich existiert haben könnte. Die Leistungen der Schauspieler tragen entscheidend hierzu bei. Ian McKellen ist als Gandalf einfach nicht mehr zu überbieten und auch Christopher Lee als Saruman, Viggo Mortensen als Aragorn und Sean Bean als Boromir (mein heimlicher Favorit in diesem Film - nach Gandalf natürlich) sind einfach... genial! Hinzu kommt, daß der Film nicht allzusehr mit Spezialeffekten überfrachtet wurde. Die Effekte werden nicht um ihrer Selbst willen eingesetzt oder um die Zuschauer zu blenden, sondern sie dienen immer nur der Szene und der Atmosphäre. Die Orks und Uruk-Hai sind genauso hässlich und bedrohlich, wie ich mir diese Völker immer vorgestellt habe, der Balrog ist ein echter Augenöffner und die phantastischen Naturpanoramen können einem schonmal den Atem rauben.

An diesem Film habe ich eigentlich nur auszusetzen, dass er zu kurz ist - und hier kommen wir zur Special Extended Edition. Diese Version ist (ohne den verlängerten Abspann) gut eine halbe Stunde länger als die Kinoversion und enthält viele z.T. recht lange Szenen, die einiges für Leute, die das Buch nicht kennen, verständlicher werden lassen und durch die die Charaktere der Hauptpersonen besser ausgeleuchtet werden. Über die Hälfte aller Szenen auf dieser DVD sind entweder verlängert oder ganz neu, d.h. letztere waren im Kino nicht zu sehen! Und schon bei dieser längeren Version merkt man: Es ist ein anderer Film, der Rhythmus ist ganz anders. Echte Fans kommen deshalb nicht darum herum, sich beide Versionen zuzulegen. Da in der verlängerten Version schon im Prolog, der den Krieg des Letzten Bündnisses gegen Sauron erzählt, ein paar mehr Gewaltszenen vorkommen, hat diese DVD eine Altersfreigabe erst ab 16 Jahren erhalten.

Man hätte den Roman zwar werksgetreuer, aber kaum besser verfilmen können. Dies ist eine der Stärken des Films: Jackson versucht nicht, die Wünsche aller Fans zu bedienen, sondern er hat sich seine eigenen Gedanken gemacht und realisiert diese Vorstellungen konsequent. Insgesamt ist "Der Herr der Ringe - Die Gefährten" für mich das beste, was es auf dem Gebiet der Fantasy seit langem gegeben hat - vielleicht der beste Fantasyfilm überhaupt.


Die DVD:

Die DVD ist in drei Versionen erhältlich: Es gibt die normale Kinoversion und die Special Extended Edition, außerdem wird die längere Version noch als Sonderausgabe in einer Box mit zwei Argonath-Buchstützen und einer gesonderten DVD von National Geographic mit Material über Neuseeland verkauft. Die Sonderausgabe dürfte aber im normalen Handel nicht mehr erhältlich sein. Ein Wermutstropfen bei der verlängerten Version des Films muss noch erwähnt werden: Die Datenmenge war offensichtlich so groß, dass der Film auf 2 DVDs gepresst werden muste. Man muss also mitten im Film aufstehen und die nächste Scheibe einlegen.

Die Extras der normalen Kinoversion habe ich oben schon aufgeführt. Sie sind zwar interessant, aber man konnte sie zum größten Teil schon im Fernsehen sehen. Sie sind daher nicht wirklich neu, eigentlich handelt es sich nur um bessere Werbung für den Film. Dass Enyas Video dabei ist, hat mich aber gefreut.

Den Overkill an Specials erlebt man dann bei der Extended Edition. Es wurde praktisch jede Produktionsphase des Films ausführlichst dokumentiert und auf die DVD gebannt. Man kann beobachten, wie die Schauspieler von den Maskenbildnern verwandelt werden, oder wie sie in den Pausen miteinander herumalbern - scheinbar hatten sie wirklich enormen Spaß dabei. Bis man sich durch die zwei Silberlinge voller Extras geackert hat, vergehen Stunden! Jede einzelne Abteilung von Weta Workshop darf ausgiebig berichten, wie die Requisiten, Sets, Kostüme, Computergrafiken, Matte-Paintings, Storyboards usw. usw. entstanden sind. So wird deutlich, welche Anstrengungen unternommen worden sind, um Tolkiens epochalen Roman adäquat umzusetzen. So müssen echte Filmdokumentationen aussehen - das ist keine Eigenwerbung und Selbstbeweihräucherung, sondern hochinteressante Information.

Sehr ordentlich ist auch eine Dokumentation über J.R.R. Tolkien geraten. All diese Extras wurden speziell für die DVD produziert und sind für jeden Fan ein wahres Fest. Dazu gehören auch zwei Easter Eggs, die man folgendermaßen aufruft: Erste Film-DVD einlegen, in die Szenenauswahl auf die Szene mit Elronds Rat gehen. Von dort aus nochmals nach unten gehen (obwohl da noch nichts zu sehen ist): Jetzt erscheint ein Ring, der ausgewählt werden kann. Man sieht eine witzige Verfremdung der Szene von Elronds Rat mit der Darstellerin von Buffy, Sarah Michelle Gellar! Auf der zweiten Film-DVD ist ein zweites Easteregg, man wählt in der Kapitelauswahl den Fanclubabspann und drückt nach unten. Jetzt erscheinen zwei Türme, die man auswählen kann. Dahinter verbirgt sich ein Preview des zweiten Kinofilms. Man wird übrigens vor jedem Easteregg von Peter Jackson persönlich begrüßt.

J. Kreis (überarbeitet 15.04.2010)


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