Hatari


Hatari! (USA, 1962)

DVD Regionalcode 2, Paramount
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 151 Minuten

Extras:
Trailer

Regie:
Howard Hawks

Hauptdarsteller:
John Wayne (Sean Mercer)
Elsa Martinelli (Anna Maria D'Allessandro)
Hardy Krüger (Kurt Müller)
Red Buttons (Pockets)
Gerard Blain (Charles Maurey)
Michele Girardon (Brandy de la Court)




Story

Sean Mercer ist das Oberhaupt von Großwildjägern, die in Ostafrika die verschiedensten Tiere vom Äffchen bis zum Nashorn auf Anforderung von zoologischen Gärten lebend fangen und in alle Welt verschiffen. Während der Jagdsaison wohnt die Gruppe auf einer Ranch in der Nähe der Stadt Arusha. Brandy de la Court, die Tochter eines vor einiger Zeit bei der Jagd umgekommenen Teammitglieds, hat die Anlage geerbt. Die Männer kennen Brandy von Kindesbeinen an, beginnen sie jetzt, da sie sich zu einer hübschen jungen Frau entwickelt hat, jedoch mit anderen Augen zu sehen. Insbesondere der Deutsche Kurt Müller und das Faktotum "Pockets" werfen ein Auge auf Brandy; Pockets hält das im Gegensatz zu Müller geheim. Als ein Teammitglied bei der Nashornjagd schwer verwundet wird und für einige Tage ausfällt, woraufhin der Franzose Charles Maurey ("Chips") als Ersatzmann angeheuert wird, kommt ein weiterer Rivale um Brandys Gunst hinzu. Müller gerät schon am ersten Tag mit Chips aneinander, weil er meint, der neue Mann sei nicht vertrauenswürdig. Doch Chips erweist sich als wertvolles Teammitglied. Spätestens als sich Brandy für Pockets entscheidet, werden die beiden verschmähten Romeos gute Freunde.



Hatari

(Müller, Sean und Pockets)


Auch für Mercer werden Herzensangelegenheiten allmählich ebenso wichtig wie die Großwildjagd. Für den raubeinigen Iren sind Frauen gleichbedeutend mit Ärger, seit er von der Frau, die er geliebt hat und die sich nicht mit seiner Lebensweise anfreunden konnte, sitzengelassen worden ist. Deshalb ist er nicht erfreut, als die junge Italienerin Anna Maria D'Allessandro ("Dallas") auftaucht und sich als vom Basler Zoo entsandte Fotografin vorstellt, die Bilder der zu fangenden Tiere machen soll. Fortschicken kann Sean die Dame nicht - seine Freunde schließen sie sowieso sofort ins Herz - aber er kann ihr das Leben schwer machen, indem er sie zu einem Jagdzug mitnimmt, ohne sie vor den Gefahren zu warnen. Dadurch lässt sich die quirlige Italienierin nicht abschrecken. In den nächsten Tagen stellt sie das Leben der Jäger auf den Kopf, unter anderem indem sie ein Elefantenbaby rettet, das nun versorgt werden muss und zu dem sich rasch zwei weitere gesellen.



Hatari

(Dallas und Brandy)


Dallas und Sean hatten einen schlechten Start, kommen sich aber schon bald näher. Dallas liebt das Leben in der Wildnis und würde gern bei Sean bleiben, doch der bleibt skeptisch, kann seine Gefühle nicht zeigen und lässt die Frau nicht an sich heran. Dallas ist enttäuscht und frustriert. Sie reist überhastet ab, als das Ende der Saison naht. Endlich erkennt Sean, dass er die Frau wirklich liebt. Er spürt sie mit Hilfe der Elefanten auf, für die Dallas zur Ersatzmutter geworden ist. Jetzt kann geheiratet werden! Die Hochzeitsnacht wird allerdings rüde von den kleinen Elefanten gestört ...



Kringels Meinung

Der Film ist zweieinhalb Stunden lang, dennoch hätte obige Zusammenfassung durchaus noch kürzer ausfallen können, denn eine Handlung ist eigentlich nicht vorhanden, wenn man vom Liebesgeplänkel absieht. Lange, dynamische Jagdszenen wechseln sich mit kaum zusammenhängenden Episoden auf der Ranch ab. Ich könnte nicht sagen, was davon breiteren Raum einnimmt. Eine übergreifende Geschichte wird nicht erzählt - das Geraune des verletzten Teammitglieds von einem Fluch, der über der Nashornjagd liegt, ist im Grunde ebenso bedeutungslos wie der Konflikt zwischen Müller und Chips. Mal ist zu sehen, wie Dallas von Ureinwohnern genötigt wird, an einem Ritual teilzunehmen (sie wird zur "Mama Tembo", Mutter der Elefanten, ernannt), mal geht es um Pockets Tüfteleien (er konstruiert eine Rakete, mit der sich ein Netz über einen Baum voller Affen schießen lässt). Das Drehbuch kann nicht sehr dick gewesen sein, denn abgesehen von den oben ausgeführten Beziehungsproblemen geschieht in "Hatari!" im Grunde überhaupt nichts, jedenfalls nichts, was ich irgendwie als Story bezeichnen könnte.

Erstaunlicherweise ist das Ganze trotzdem nicht langweilig. Gut, der eine oder andere Herzschmerz-Dialog hätte kürzer ausfallen dürfen. Die Episodenhaftigkeit schadet dem Film dagegen nicht. Exzellente Schauspieler, viel Humor und wunderbare Tier-/Landschaftsaufnahmen reißen es heraus. Und wenn die Jäger dann wieder mit ihren Geländefahrzeugen durch die Savanne brettern, um gefährliche Tiere mit primitivsten Mitteln einzufangen, dann steigt die Spannung! Ich finde es schon sehr beachtlich, dass die Stars, auch John Wayne, ganz offensichtlich in vielen Szenen auf Stuntdoubles verzichtet und sich wirklich zum Beispiel mit einem Büffel angelegt haben! Übrigens könnte man das heute sicherlich gar nicht mehr machen. Tierschutzorganisationen hätten zu Recht ein Wörtchen mitzureden, mal ganz davon abgesehen, dass es manche Tiere gar nicht mehr überall in freier Wildbahn gibt ...

"Hatari!" ist ein trotz eklatanter Handlungsarmut von der ersten bis zur letzten Minute unterhaltsamer Klassiker, den ich immer wieder gern sehe.


J. Kreis, 02.11.2017




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Hans (04.11.2017):

Ein Klassiker aus der zweiten Phase von Hollywood (die dritte begann 1967 als der Hays-Code abgeschafft wurde, explizitere zwischenmenschliche Darstellungen und düstere Plots etc. möglich wurden). Filme wie dieser liefen in den 80ern sonntagnachmittags im ZDF als harmlose Familienunterhaltung. Hab ich bestimmt zwei oder drei mal gesehen.

Die Jagdszenen in
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Vergessene_Welt:_Jurassic_Park
waren vermutlich von "Hatari!" inspiriert - als ich jenen das erste Mal sah, fiel mir sofort dieser alte John-Wayne-Film ein.
Filme wie "Hatari!" würde ich heutzutage wahrscheinlich nur noch nebenher laufen lassen während ich Kuchen backe oder Geschirr spüle, grins. Wäre mir sonst zu langweilig. Damals in den 80ern war das ein perfekter Film für langweilige Sonntage im Herbst und Winter. Wie die Zeiten sich doch ändern...



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