Halo 4: Forward Unto Dawn


Halo 4 - Forward Unto Dawn (USA, 2012)

Blu-ray, Polyband
Altersfreigabe: FSK 16
Laufzeit: ca. 90 Minuten

Extras:
- Pre-Release Vignettes (23:38 Min.)
- Corbulo Academy of Military Sciences Recruitment Video (1:56 Min.)
- Behind the Scenes (55:48 Min.)
- Red vs. Blue PSA: Sleeper (3:27 Min.)
- Teaser und Trailer

Regie:
Stewart Hendler

Hauptdarsteller:
Tom Green (Thomas Lasky)
Anna Popplewell (Chyler Silva)
Enisha Brewster (April Orenski)
Masam Holden (Michael Sullivan)
Daniel Cudmore (Master Chief)




Story

Die Menschen haben zahlreiche Planeten in der Milchstraße besiedelt. Die Kolonien stehen unter der Oberhoheit der Erde. Das United Nations Space Command (USNC) ist für die Sicherung dieser Machtverhältnisse und die Versorgung der Kolonien zuständig. Viele Kolonisten sind mit dem Status Quo nicht zufrieden. Aufständische haben einen Bürgerkrieg angezettelt, der sich in den Zwanzigerjahren des 26. Jahrhunderts bereits über mehrere Welten ausgebreitet hat. Die Aufständischen streben die Unabhängigkeit von der Erde an und nehmen den Tod von Millionen Unschuldigen in Kauf, um dieses Ziel zu erreichen.

In der Corbulo Academy of Military Sciences auf dem Planeten Cirnicus-IV werden Kadetten ausgebildet und speziell auf die Niederschlagung von Aufständen vorbereitet. Sie alle sind Kinder hochrangiger Politiker und Militärangehöriger, folgen einem uralten Ehrenkodex und werden auf strikten Gehorsam gedrillt. Thomas Lasky, Mitglied der von April Orenski geführten Hastati-Squad, tanzt hierbei immer wieder aus der Reihe. Lasky ist nicht davon überzeugt, dass das USNC einen gerechten Krieg führt, außerdem trauert er um seinen im Kampf gefallenen Bruder. Lasky sieht jedoch ein, dass die Teamkameraden unter seinen Eskapaden zu leiden haben. Deshalb reißt er sich zusammen, übernimmt bei der Abschlussprüfung das Kommando und führt die Hastati-Squad zum Sieg. Noch während des Einsatzes verliert er das Bewusstsein. Er leidet an einer seltenen Krankheit, deren ganzes Ausmaß jetzt erst festgestellt wird. Lasky hätte nun die Möglichkeit, sich für untauglich erklären zu lassen. Das würde aber auch bedeuten, dass er seine Kameradin Chyler Silva verlassen müsste, in die er sich verliebt hat.

Die Entscheidung wird ihm abgenommen, denn Cirnicus-IV wird von Außerirdischen angegriffen. Niemand wusste bisher von der Existenz dieser Wesen. Kadett Michael Sullivan hat allerdings Geheimdienstinformationen geknackt, aus denen hervorgeht, dass USNC-Soldaten Seite an Seite mit Aufständischen gegen einen unbekannten Feind gekämpft haben. Offenbar holt dieser waffentechnisch weit überlegene Gegner jetzt zum Generalangriff aus. Corbulo wird vernichtet, fast alle Ausbilder und Kadetten verlieren ihr Leben. Lasky, Silva, Orenski und Sullivan werden von einem riesigen Supersoldaten mit Hightech-Kampfrüstung gerettet, der sein Gesicht nie zeigt und sich als "Master Chief" anreden lässt. Gemeinsam fliehen die Kadetten und der Master Chief mit einem Warthog-Fahrzeug in den Dschungel. Sie werden verfolgt und geraten unter Beschuss. Dabei wird Silva tödlich verwundet. Nach ihrem Tod bietet sich Lasky den Aliens als Köder an, so dass der Master Chief sie besiegen kann. Anschließend werden Lasky, Orenski und Sullivan vom Master Chief und dessen Kameraden als letzte Überlebende Corbulos evakuiert.

Jahrzehnte später ist Lasky Kommandant des Raumschiffes USS INFINITY. Ein Notruf des Raumschiffes FORWARD UNTO DAWN wird aufgefangen, das seit vier Jahren manövrierunfähig durchs All treibt. An Bord sind nur noch die KI Cortana und der Master Chief...

Kringels Meinung

Dies ist kein Kinofilm, sondern eine ursprünglich fünfteilige Internet-Miniserie. Die Episoden wurden zu einem abendfüllenden Spielfilm zusammengestellt. Der Hauptteil der Story spielt lange vor den Ereignissen des X-Box-Spiels Halo und zeigt die ersten Angriffe der Außerirdischen, die unter der Sammelbezeichnung "Covenant" bekannt sind. Die Völker des Covenant bilden eine fanatische Theokratie, deren Ziel in der Ausrottung der Ungläubigen (also der Menschheit) besteht. Oder so ähnlich. Genau weiß ich das nicht mehr, denn es sind mehr als zehn Jahre vergangen, seit ich Halo gezockt habe. Der Film endet mit der Entdeckung des Wracks, in dem sich der Master Chief befindet. Er schlägt somit eine Brücke zwischen den Spielen Halo 3 und Halo 4. Beide kenne ich nicht, deshalb habe ich ein ähnliches Problem, wie es jeder Nicht-Gamer haben wird: Manches bleibt unverständlich. Wer sind die Aliens, woher kommen sie und warum greifen sie an? Wer sind der Master Chief und die beiden irgendwie nicht ganz menschlich aussehenden Soldaten, die an der Evakuierung Laskys und seiner Kameraden beteiligt sind? Wer oder was ist Cortana und wie wurde ihr Schiff zerstört? Das alles wird im Film nicht weiter thematisiert.

Der Film nimmt sich viel Zeit für die Etablierung der Ausgangssituation, trotzdem bleiben die Hauptfiguren außer Lasky erstaunlich blass. Den meist jugendlichen Schauspielern kann man allerdings keinen Vorwurf machen. Sie agieren durch die Bank absolut professionell. Lasky steht halt eindeutig im Mittelpunkt. Tatsächlich wird für meinen Geschmack etwas zu sehr auf seinen persönlichen Problemen herumgeritten. Man kapiert schnell, dass er ein Zweifler ist und diverse persönliche Probleme hat, aber dann kommen immer noch mehr Szenen, mit denen genau das verdeutlicht werden soll. Nach dieser langen, gemächlichen Eröffnungsphase kommt der Angriff der Aliens nicht nur für die Kadetten überraschend, sondern auch für den Zuschauer. Es ist ja schön, dass ordentlich Fahrt aufgenommen wird, aber man fühlt sich etwas überrumpelt, und plötzlich spielt Laskys innerer Konflikt keine Rolle mehr. Jetzt geht es nur noch um den Kampf - klar, denn Krieg wird ja jetzt nicht mehr gegen Menschen geführt, sondern gegen böse, hässliche außerirdische Invasoren, deren Motive niemanden interessieren. Die erste und die zweite Hälfte des Films wollen nicht so richtig zusammenpassen, und das Ende ist unbefriedigend - zumindest für Nicht-Gamer. Wer die Spiele nicht kennt, wird vermutlich nie erfahren, wie das alles zusammenhängt. Und genau genommen wirkt die ganze Story wie ein Abklatsch von Starship Troopers.

Da ich zumindest das allererste Halo-Spiel mit großem Vergnügen gezockt habe, ist der Auftritt des coolen Master-Chief für mich natürlich ein Highlight. Er hat einige recht gute Szenen und wirkt stets überzeugend, auch wenn er nur Mittel zum Zweck ist und für die Story eigentlich gar nicht gebraucht wird. Auch sonst muss ich sagen: Hut ab! In Sachen Tricktechnik und Ausstattung (Warthog!) muss sich diese Produktion nicht vor aktuellen Kinofilmen verstecken. Natürlich kann der Film nicht mit multimillionenschweren Blockbustern mithalten, aber sowohl das Ausbildungscamp als auch die verschiedenen Außerirdischen sowie Waffen und Rüstungen sehen richtig gut aus. Die im Wrack der FORWARD UNTO DAWN spielende Eröffnungsszene hat sogar Gänsehautpotential. Fans dürfen sich freuen, denn man hat sich in Sachen Design sehr eng an die Spiele gehalten. Überhaupt würde ich den Film mal als Geschenk an die Fans bezeichnen - die werden bestens bedient, während bei Außenstehenden wahrscheinlich die Fragezeichen überwiegen werden. Als eigenständiger Film funktioniert "Forward unto Dawn" nämlich leider nicht hundertprozentig.

Blu-ray-Features

Die 13 "Pre-Release Vignettes" sind so gestaltet, als seien Thomas Lasky und seine Kameraden gefragt worden, warum sie sich zum Militärdienst gemeldet haben, was sie von der Ausbildung halten und so weiter. Das heißt: Nicht die Schauspieler werden interviewt und berichten über die Story des Films, sondern die von ihnen verkörperten Figuren sprechen. Das ist mal ein interessanter neuer Ansatz! Außerdem wird das Warthog-Fahrzeug im Einsatz präsentiert. Der Fahrer unternimmt eine Spritztour, der Beifahrer filmt. Auch hier sind die Leute wieder ganz in ihrer Rolle. Hinzu kommt noch eine Ansprache des Kommandeurs von Corbulo, der die Bürger auffordert, ihre Kinder in die Akademie zu schicken, damit er Soldaten aus ihnen machen kann.

In einer längeren und neun kurzen Featurettes ("Behind the Scenes") wird recht ausführlich auf die Drehorte, die Kostüme, das Bühnenbild, die Ausstattung, die Stunts und so weiter eingegangen. So kann man zum Beispiel den Master Chief und das voll funktionsfähigke Warthog-Fahrzeug noch besser bestaunen als im Film. Außerdem sieht man mal den Mann hinter dem verspiegelten Master Chief-Visier. Zusätzlich werden viele Szenen aus den Spielen und der Animationsserie "Halo Legends" gezeigt. Besonders interessant fand ich, dass die Corbulo-Akademie wirklich existiert: Drehort war die Simon Fraser University in Vancouver. Witzig: Die jugendlichen Schauspieler wurden ordentlich gedrillt, damit sie wussten, wie man marschiert und sich im Feld bewegt. Jawoll! Ein bisschen Grundausbildung hat noch keinem geschadet.

Hinzu kommt noch ein amüsanter Kurzfilm ("Red vs. Blue PSA: Sleeper"), der wohl zu einer ganzen Serie ähnlicher Produktionen gehört, wie man in der englischsprachigen Wikipdia nachlesen kann. Zwei Soldaten in Kampfpanzerung und ein Techniker sind genervt, weil ein weiterer Soldat nicht aus der Kryoschlafkapsel rauskommen will. Der Typ wurde geweckt, aber er hat eine Snooze-Taste in die Kapsel eingebaut!


J. Kreis, 12.08.2014




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