Guardians of the Galaxy Vol. 2


Guardians of the Galaxy Vol. 2 (USA, 2017)

Blu-ray, Marvel Studios
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 136 Minuten

Extras:
- Audiokommentar
- Film-Intro von James Gunn (1:39 Min.)
- Bonus Round: The Making of Guardians of the Galaxy Vol. 2 (37:39 Min.)
- "Guardians Inferno" Music Video (3:35 Min.)
- Gag Reel (3:41 Min.)
- Deleted Scenes (5:04 Min.)

Regie:
James Gunn

Hauptdarsteller:
Chris Pratt (Peter Jason Quill - "Star Lord")
Zoe Saldana (Gamora)
Dave Bautista (Drax)
Kurt Russell (Ego)
Michael Rooker (Yondu Udonta)
Karen Gillan (Nebula)
Pom Klementieff (Mantis)
Elizabeth Debicki (Ayesha)
Chris Sullivan (Taserface)




Inhalt

Zur Vorgeschichte siehe Guardians of the Galaxy.

Unter Einsatz ihres Lebens machen die Guardians ein gigantisches interdimensionales Ungeheuer unschädlich, das es auf die heiligen Energiezellen der Sovereigns abgesehen hat. Die Sovereigns - ein Volk genoptimierter goldhäutiger Humanoider - zahlen den versprochenen Lohn in Form von Gamoras Ziehschwester Nebula, die die Batterien stehlen wollte und den Sovereigns in die Hände gefallen ist. Allerdings bedient sich Rocket heimlich und nimmt drei der extrem wertvollen Batterien mit. Dieses Sakrileg können die Sovereign nicht dulden. Hohepriesterin Ayesha schickt den Guardians, die den Planeten bereits mit ihrem Raumschiff verlassen haben, eine Flotte ferngesteuerter Drohnen hinterher. Die Guardians versuchen die Drohnen abzuschütteln, indem sie durch ein Asteroidenfeld fliegen. Da sich Quill und Rocket nicht einigen können, wer der bessere Pilot ist und das Schiff steuern soll, wird selbiges schwer beschädigt. Den Drohnen entkommen die Guardians letztlich nur, weil ein Unbekannter eingreift, der Dutzende Drohnen im Handumdrehen vernichtet. Die Guardians fliehen durch ein Sprungportal. Ihr Schiff stürzt auf einem bewohnbaren Planeten ab und hat danach nur noch Schrottwert. Wenig später landet der Unbekannte. Sein Name lautet Ego. Er wird von der etwas naiven Empathin Mantis begleitet. Ego behauptet Quills Vater zu sein.

Während Rocket mit Baby Groot und Nebula auf dem Planeten zurückbleibt, um das Schiff zu reparieren, fliegen Quill, Gamora und Drax mit Ego zu dessen Heimatwelt. Tatsächlich ist Ego diese Welt. Der menschliche Körper, der Quills Mutter geschwängert hat, ist nur der Avatar eines uralten kosmischen Wesens. Dieses Wesen - ein Celestial - kann Materie manipulieren, hält sich selbst für einen Gott und hat Millionen von Jahren mit der Suche nach anderen Lebensformen verbracht. In menschlicher Gestalt hat es sich in Meredith Quill verliebt. Ego musste sie verlassen, um einer höheren Bestimmung zu folgen. Yondu sollte Merediths Sohn zu Ego bringen, hat diese Aufgabe aber nicht erfüllt. Seitdem hat Ego nach Quill gesucht, denn nur mit Hilfe seines Sohnes, in dem dieselbe Kraft schlummert, kann der Celestial das Universum nach seinen Vorstellungen umgestalten. Schon vor langer Zeit hat Ego auf unzähligen Welten winzige Ableger gepflanzt. Allein ist Ego nicht stark genug, diese Ableger zum Wachstum anzuregen, aber zusammen mit Quill kann es gelingen. Auf diese Weise will Ego alles Leben durch sich selbst ersetzen. Quill zögert, und als er erfährt, dass Ego für den Hirntumor seiner Mutter verantwortlich ist, wendet er sich gegen seinen Vater. Doch noch kann er seine Kraft nicht ausreichend kontrollieren und stellt keine Bedrohung für Ego dar. Dem Celestial ist es egal, ob sein Sohn freiwillig mitwirkt oder nicht; er kann Quill nach Belieben anzapfen. Prompt beginnen die Ableger überall in der Galaxie massiv zu wachsen und alles in ihrem Umfeld zu verschlingen.

Währenddessen folgt Yondu dem Signal eines im Schiff der Guardians versteckten Peilsenders. Yondu wurde von den Ravagers verstoßen, weil er Kinderhandel betrieben und somit den Ravager-Kodex gebrochen hat. Ayesha hat ihm ein Kopfgeld für die Guardians angeboten. Rocket und Groot werden gefangen genommen. Yondus Mannschaft ist der Meinung, ihr Chef verhalte sich Quill und dessen Leuten gegenüber zu nachsichtig. Es kommt zur Meuterei, angeführt von einem gewissen Taserface, wobei Nebula kräftig mitwirkt. Man stellt ihr ein Beiboot für die Jagd nach ihrer Schwester zur Verfügung. Yondu und Rocket landen in derselben Gefängniszelle. Baby Groot wird zum Schiffsmaskottchen gemacht. Wer Yondu treu bleibt, wird liquidiert. Nur Kraglin, der eher zufällig auf Seiten der Meuterer steht, kommt davon. Er befreit Yondu und Rocket. Alle Meuterer werden getötet. In letzter Minute gelingt es Taserface, einen Funkspruch an die Sovereign abzusetzen. Nebula erreicht Egos Planeten und greift Gamora an, bringt es aber nicht über sich, ihre Schwester zu töten. Die beiden entdecken eine Kaverne voller Knochen. Dies sind die Überreste früherer Abkömmlinge Egos, die sich als nutzlos erwiesen haben, weil sie nicht Quills Fähigkeiten besitzen. Von Mantis erfahren die Schwestern und Drax, welche Ziele Ego wirklich verfolgt. Wenig später treffen Yondu und Rocket ein. Gemeinsam zerstören sie den Ego-Avatar und befreien Quill. Der eigentliche Celestial ist natürlich nicht besiegt; sein Kern ist tief im Inneren des Planeten verborgen. Während sich die Guardians und ihre neuen Freunde dorthin vorkämpfen, erfährt Quill, dass Yondu ihn seinerzeit nicht wirklich versklaven wollte. Yondu hat Quill bei sich behalten, weil ihm klar war, dass Ego seinen Sohn umbringen würde.

Eine Drohnenflotte der Sovereign erscheint. Es kommt zu schweren Kämpfen im Planetenkern. Die Drohnen werden besiegt. Groot platziert eine Zeitbombe direkt über Egos Innerstem. Mantis betäubt Ego, solange es ihre Kräfte zulassen. Nach Egos Erwachen entsteht ein neuer Avatar. Quill setzt seine Celestial-Fähigkeiten ein, um den Avatar in Schach zu halten und seinen Freunden zur Flucht zu verhelfen. Die Bombe explodiert. Der Avatar zerfällt und der ganze Planet beginnt sich aufzulösen. Mit Egos Ende schwinden auch Quills Kräfte. Yondu opfert sich, um Quill zu retten. Der Ravager stirbt im Vakuum des Alls. Er wird von seinesgleichen rehabilitiert und mit allen Ehren bestattet. Nebula verabschiedet sich von Gamora, mit der sie sich versöhnt hat. Ihr neues Ziel besteht darin, Thanos zu töten.


Kringels Meinung

Szenen während und nach des Abspanns gehören zum festen Repertoire der Marvel-Filme. Diesmal gib's gleich fünf: Stan Lee hat einen weiteren Cameo-Auftritt. Quills Geduld wird durch Groot (inzwischen ein Teenager) auf die Probe gestellt. Kraglin versucht Yondus ferngesteuerten Pfeil unter Kontrolle zu bringen und verletzt Drax. Ayesha züchtet ein Wesen namens Adam, das die Guardians vernichten soll. Und Sylvester Stallone, der auch im Film als Ravager-Chef Stakar Ogord zu sehen ist, stellt ein Team zusammen.

In "Guardians of the Galaxy Vol. 2" wird bei so ziemlich allem, was der erste Film zu bieten hatte, noch eine ordentliche Schippe draufgelegt. Der Film ist derart vollgestopft mit verrückten Ideen, exotischen Kreaturen, herrlichen Schauplätzen, bunten Raumschlachten und so weiter und so fort, dass man immer wieder neue Details entdeckt, egal wie oft man sich den Film anschaut. Gags und trockene Oneliner werden am Fließband rausgehauen, Selbstironie, Anspielungen, Querverweise, Seitenhiebe inklusive. Trotzdem, oder gerade deswegen, hat mich der Film längst nicht so begeistert wie der erste. Ich will ihn gar nicht schlechtreden; jede Kritik ist Jammern auf wirklich hohem Niveau! Doch ich kann mir nicht helfen - der Humor ist mir zu bemüht vorgekommen, ich finde, dass die Gruppendynamik diesmal nicht so recht funktioniert, und das ständige rührselige Gefasel von "Familie" ist mir auf die Nerven gegangen. Im Grunde wollen sich alle nur liebhaben, verbringen aber die meiste Zeit damit, sich anzugiften oder aufeinander einzuprügeln. Und das nicht nur einmal, sondern mehrfach: Quill vs. Ego, Gamora vs. Nebula, Quill vs. Rocket vs. Drax vs. Gamora, Yondu vs. Ravagers, Quill vs. Yondu ... habe ich was vergessen? Diese Story, sofern man überhaupt von einer Geschichte sprechen kann, interessiert mich schlicht und ergreifend nicht.

Es liegt also an mir! Objektiv betrachtet macht "Guardians of the Galaxy Vol. 2" natürlich sehr viel Spaß. Allein schon der Auftakt! Die Guardians kämpfen gegen ein fieses Tentakelmonster, aber nur im Hintergrund, denn die Kamera folgt stets dem niedlichen Baby-Groot, der zu "Mr. Blue Sky" von ELO tanzt. Das ist meiner Meinung nach eine der köstlichsten Eröffnungsszenen aller Zeiten. Nur erreicht der Film für mich persönlich nicht den Kultcharakter des Vorgängers. "Guardians of the Galaxy Vol. 2" ist eine prall gefüllte Wundertüte, wobei der wundervolle Soundtrack nicht unerwähnt bleiben darf. Aber wie es nun einmal so ist mit Wundertüten: Sobald man alles herausgeholt hat, stellt sich manchmal eine gewisse Enttäuschung ein. Erst recht, wenn man das Gefühl nicht loswird, etwas ganz ähnliches schon einmal ausgepackt zu haben ...


Extras

Bis auf eine herausragende Ausnahme ist das Bonusmaterial nicht besonders interessant. Das "Making of" besteht hauptsächlich aus Filmausschnitten, mehr oder weniger nichtssagenden Interviewschnipseln und kurzen Blicken hinter die Kulissen. Letztere lassen zusammen mit dem "Gag Reel" (verpatzte Szenen) keinen Zweifel daran, dass Chris Pratt den Schalk im Nacken hat. Die vier nicht verwendeten Szenen wurden zu Recht nicht verwendet, denn es handelt sich lediglich um Erweiterungen von Szenen, die im Film vorkommen und durch diese Erweiterungen verhunzt worden wären.

Jetzt zur Ausnahme! Ich meine das Musikvideo "Guardians Inferno". Es ist auch auf Youtube verfügbar, deshalb kann ich mir eine Beschreibung im Grunde sparen, zumal das Video jeder Beschreibung spottet. Versucht euch mental in die Siebziger- oder Achtzigerjahre zurückzuversetzen. Vergegenwärtigt euch den damaligen visuellen Stil. Stellt euch eine von Musik, Bildqualität, Ausstattung und ... naja ... "Choreografie" her absichtlich auf dieses Niveau zugeschnittene Produktion vor, die so wirkt, als hätten die guten alten Popgruppen Boney M und Dschinghis Khan ordentlich Dope eingeworfen, in zwei Minuten einen Song auf Klopapier geschrieben und das Ganze mit billigstem Equipment heruntergekurbelt. Das Ergebnis ist unglaublich witzig. Alle Schauspieler sind mit dabei, außerdem David Hasselhoff und Stan Lee! Dave Bautista brustfrei im Glitzer-Glamrock-Outfit!! James Gunn mit angeklebten Riesenkoteletten performt verrückte Moves!!! Ich bin aus dem Lachen gar nicht mehr herausgekommen.


J. Kreis, 10.04.2019




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