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groundhog_day Und täglich grüßt das Murmeltier - Special Edition (USA 1993)
DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 97 Minuten

Extras
Dokumentation: Das Gewicht der Zeit. Audiokommentar des Regisseurs. Filmografien (Texttafeln). Trailershow.

Regie:
Harold Ramis

Hauptdarsteller:
Bill Murray (Phil Connors)
Andie McDowell (Rita)
Chris Elliott (Larry)
Scooter (Phil - Das Murmeltier)




Inhalt:

Phil Connors ist nicht nur ein TV-Wetterfrosch, sondern auch ein arroganter Berufszyniker, ein Egozentriker, ein einzelgängerischer Misanthrop, alles in allem ein ziemlich unausstehlicher Typ. Er kann sich vermutlich selbst nicht leiden. Alljährlich muß er in das verschlafene Kaff Punxsutawney fahren, um vor Ort von einem besonderen Ereignis zu berichten: Dem "Tag des Murmeltiers". An diesem Tag am Ende des Winters wird Phil, das Murmeltier, aus einer Kiste geholt. Sieht es seinen Schatten, bedeutet das, daß der Winter noch 6 weitere Wochen andauern wird, sieht es keinen Schatten, steht der Frühling bevor. Das Ganze findet im Rahmen eines fröhlichen Festivals statt. Phil (der Mensch) hasst diesen Tag und will den Job daher auch so schnell wie möglich hinter sich bringen. Eine Nacht muß er aber in Punxsutawney verbringen, denn alle Straßen wurden durch einen Schneesturm blockiert. Am nächsten Morgen wird im Radiowecker genau das gleiche Lied gespielt, mit dem Phil schon einmal geweckt wurde. Die gleichen Leute begegnen Phil im Hotel und sie sagen genau dasselbe wie am vorigen Tag. Damit nicht genug: Der Tag verläuft exakt so wie der Tag, den er gerade hinter sich gebracht zu haben glaubt - und auch der nächste... und der übernächste... und der über-übernächste!

Wie es scheint, ist Phil dazu verdammt, diesen einen Tag wieder und wieder bis in alle Ewigkeit zu erleben. Egal was er auch treibt und anstellt, genau um 06:00 Uhr morgens wird alles wieder "auf Null" gestellt, niemand erinnert sich an irgend etwas und der Murmeltier-Tag fängt wieder von vorn an. Phil kann machen was er will - es hat keine Folgen für den "nächsten" Tag. Wegen des Schneesturms kann er das Städtchen aber auch nie verlassen. Nachdem Phil den Murmeltier-Tag genügend oft durchlebt hat, weiß er ganz genau, was in jedem beliebigen Moment geschehen wird, sofern er die Geschehnisse nicht beeinflußt. Dieses Wissen nutzt er hemmungslos aus, schließlich hat es keine Konsequenzen. So kann er unbemerkt einen Geldtransport ausräumen, um sich alles mögliche zu kaufen, er kann sich mit Frauen vergnügen, die er mit seinem Wissen und verschiedenen außergewöhnlichen Fähigkeiten beeindruckt. Er hat ja genug Zeit, alles zu erfahren, was er über die Frauen wissen muß, und alles zu lernen, womit er sie beeindrucken kann. Als er aber den gleichen Trick bei seiner Produzentin Rita ausprobiert, beißt er seltsamerweise immer wieder auf Granit. Er versucht, den perfekten Tag für sie zu kreieren und zu ihrem Traummann zu werden, anfangs aber nur, um sie "herumzukriegen". Was ihm auch beinahe gelingt. Im letzten Moment stößt er aber doch immer wieder auf eine innere Barriere, die er nicht durchbrechen kann. Selbst dann nicht, als er wirklich etwas für sie zu empfinden beginnt.

Vollends deprimiert und restlos genervt vom immer gleichen Tag begeht Phil Selbstmord. Und zwar mehrmals. Er wacht aber immer wieder um 06:00 Uhr morgens quicklebendig auf. Also kann er der Zeitschleife nicht einmal auf diese endgültige Art entkommen! Er hat wohl eine Form von Unsterblichkeit erreicht, aber die gefällt ihm keineswegs. Da vertraut er sein Geheimnis Rita an, die ihm sogar glaubt, nachdem er einige Beweise seines für sie unfassbaren Wissens geliefert hat. Dann trifft er eines Abends einen alten Obdachlosen, dessen Tod er auch nach dem x-ten Versuch nicht verhindern kann. Plötzlich beginnt er zu begreifen, daß er es ist, der sich ändern muß und daß es nicht reicht, Rita etwas vorzuspielen. Er sieht ein, daß er sein Wissen nicht mißbrauchen sollte, um seine eigenen Wünsche zu erfüllen, sondern daß er den immer gleichen Tag auch nutzen kann, um anderen zu helfen. So wendet er all sein Wissen auf, um allen Einwohnern Punxsutawneys, die irgendwie in Gefahr sind oder nur in Schwierigkeiten geraten, zu Hilfe zu eilen. Auf diese Weise wird er fast zu einem Helden - jeder in der Stadt kennt und mag ihn, er selbt ist wieder zufrieden mit seinem Dasein. Und zu guter Letzt gewinnt er doch noch Ritas Herz, die beiden verbringen die Nacht miteinander.

Um 06:00 Uhr beginnt wieder das morgendliche Ritual mit dem ewig gleichen Lied im Radiowecker. Aber nicht Phil schaltet den Wecker aus, sondern Rita. Sie ist immer noch da! Die Zeitschleife ist durchbrochen, jetzt beginnt wirklich ein neuer Tag...

Der Film:

Und wieder so ein Film, den man immer aufs neue genießen kann, weil er einfach "unerschöpflich" ist. Egal wie oft ich ihn sehe: Ich entdecke doch immer wieder einen neuen Aspekt der Story oder ein neues Detail. Die Grundidee der Zeitschleife kann man inzwischen nicht mehr als originell bezeichnen, aber nur deshalb, weil sie von zahlreichen Filmen wieder aufgegriffen oder schlicht plagiiert worden ist. In keinem Film wurde sie aber besser umgesetzt oder in eine positivere, warmherzigere Story verpackt als hier. Der Film hat sogar eine Botschaft. Frage: Was fange ich mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten an? Antwort: Setze sie zum Nutzen deiner Mitmenschen ein. Und täglich grüßt das Murmeltier ist also nicht "nur" witzig - dennoch funktioniert er selbstverständlich hervorragend als Komödie, denn er ist vollgestopft mit einigen unübertrefflich witzigen Situationen und die "Botschaft" wird dem Zuschauer nicht mit dem Holzhammer oder mit erhobenem moralischem Zeigefinger eingetrichtert, sondern zwischen den Zeilen vermittelt.

Daß Bill Murray und Andie McDowell einfach nur grandiose Leistungen bringen, muß ich wohl nicht extra erwähnen. Bill Murray ist ja ein Typ, den man selbst dann noch sympathisch finden kann, wenn er eigentlich einen Unsympathen spielt wie hier. Die Entwicklung, die der von ihm gespielte Mann durchmacht, ist hundertprozentig überzeugend. Aber auch die anderen Figuren wachsen einem ans Herz und wenn am Ende die große Party steigt, bei der alle möglichen Leute sich wegen verschiedener Dinge bedanken, die Phil für sie getan hat, dann versteht man, warum Phil in Punxsutawney bleiben möchte.

Wie oft Phil den "Groundhog-Day" wohl schon erlebt haben mag? Er kennt schließlich jedes Detail dieses Tages. Überlegt mal: Was würdet ihr in einer solchen Situation tun? Hmmmmm.... Im Film wird übrigens keine "Erklärung" für das Zeitschleifen-Phänomen geliefert, und das ist auch besser so.

Übrigens: Den Ort Punxsutawney und den Groundhog Day gibt es wirklich!

Die DVD:

Den Film gibt es auf DVD in der "Normalversion" und in einer "Special Edition". Einziger Unterschied bei der Special Edition sind die Extras (der Film ist identisch). Erwähnenswert ist dabei neben dem Audiokommentar des Regisseurs nur eine ca. 25-minütige Featurette mit Interviews, die Jahre nach der Entstehung des Films gemacht worden sind und mit Filmszenen gemischt wurden. Es wird zwar auch der eine oder andere Blick hinter die Kulissen geworfen, ein richtiges "Making of" ist dieser Beitrag aber nicht. Da beide Versionen des Films in der Regel bei den Sonderangeboten zu finden sein dürften, kann man sich die Special Edition ruhig zulegen.

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