Der Grinch


Der Grinch (USA, 2000)
- Dr. Seuss' How the Grinch Stole Christmas -

Blu-ray, Universal
Altersfreigabe: FSK 6
Laufzeit: ca. 105 Minuten

Extras:
- Am Drehort (7:18 Min.)
- Die Schule der Whos (5:43 Min.)
- Make-up und Design (6:57 Min.)
- Die Welt des Dr. Seuss (5:15 Min.)
- Visuelle Effekte (10:50 Min.)
- Unveröffentlichte Szenen (9:28 Min.)
- Verpatzte Szenen (3:17 Min.)
- Musikvideo Faith Hill "Where are you Christmas?" (4:13 Min.)

Regie:
Ron Howard

Hauptdarsteller:
Jim Carrey (Grinch)
Taylor Momsen (Cindy Lou Who)
Jeffrey Tambor (Augustus May Who)
Christine Baranski (Martha May Whovier)
Bill Irwin (Lou Lou Who)




Story

In einer Welt inmitten einer Schneeflocke liegt die kleine Stadt Whoville. Für ihre Bewohner, die Whos, ist Weihnachten das schönste und wichtigste Fest. Alle freuen sich schon Wochen vorher auf die als "Whoobilation" bezeichneten Feierlichkeiten anlässlich dieses großen Ereignisses und verfallen beim Besorgen der Weihnachtsgeschenke in einen regelrechten Kaufrausch. Nachbarn versuchen sich bei der festlichen Dekoration der Häuser zu übertrumpfen und auf dem Dorfplatz wird ein riesiger Weihnachtsbaum errichtet. Dort soll an Heiligabend ein gemeinsamer Festschmaus stattfinden. Nur zwei Personen beteiligen sich nicht an diesem Trubel. Da wäre zum einen Cindy Lou Who, ein kleines Mädchen, das sich fragt, ob an Weihnachten nicht mehr dran sein müsste als Geschenke und gutes Essen. Zum anderen gibt es da noch den Grinch, eine sehr haarige, sehr grüne und äußerst miesepetrige Kreatur, die allein in einer Höhle im Mount Crumpit unweit der Stadt haust und sich an den Abfällen der Whos delektiert, die über ein dickes Rohr auf den Berg geleitet werden, welches der Grinch außerdem für heimliche Ausflüge in die Stadt benutzt.

Der Grinch ist in Whoville aufgewachsen, wurde von Gleichaltrigen (insbesondere dem jetzigen Bürgermeister Augustus May Who) gemobbt und hatte an einem Weihnachtstag ein besonders traumatisches Erlebnis. Der junge Grinch hatte sich in seine Mitschülerin Martha May Whovier verliebt. Seine Gefühle wurden erwidert. Er hatte Martha ein besonders schönes Geschenk gebastelt und sich zur Feier des Tages ausnahmsweise rasiert. Beim Anblick seines von zahlreichen Schnitten verunzierten Gesichts hatten sich alle Schüler (außer Martha) und die Lehrerin köstlich amüsiert. Zornbebend war der Grinch aus der Stadt und in die Höhle geflohen. Seitdem ist der Hund Max sein einzigen Gefährte. Der Grinch hasst Weihnachten und alle Whos. Er spielt ihnen ständig gemeine Streiche und wird allgemein gefürchtet. Er selbst bemüht sich, so bösartig zu sein, dass sein Herz immer weiter schrumpft. Auf diese Weise hofft er der quälenden Erinnerung an die Kindheit zu entfliehen.

Als der Grinch kurz vor Weihnachten wieder einmal in Whoville sein Unwesen treibt, begegnet er zufällig Cindy. Vor Schreck fällt das Kind in eine Paketsortiermaschine. Der Grinch rettet die Kleine. Cindy glaubt deshalb, dass der Grinch nicht so böse sein kann, wie alle denken. Sie findet heraus, was ihm angetan wurde, und beschließt ihm zu helfen. Es gelingt ihr, die Whos davon zu überzeugen, dass auch der Grinch das Recht zur Teilnahme an der Whoobilation hat. Sie nominiert ihn sogar als Cheermeister und überbringt dem Ehrengast die Einladung persönlich. Der Grinch überwindet seinen Abscheu, als Cindy einen Preis erwähnt, der dem Cheermeister zusteht. Er wirft sich in Schale, eilt in die Stadt und lässt sich feiern. Die gute Stimmung kippt, als der Bürgermeister dem Grinch einen Rasierapparat als Preis andreht und Martha einen Heiratsantrag macht, indem er ihr einen prächtigen Ring sowie ein neues Auto überreicht. Der Grinch dreht durch, fackelt den Weihnachtsbaum ab und verursacht Chaos in der Stadt. Zurück auf dem Berg muss er feststellen, dass die Whos einfach weiterfeiern; sie haben sogar einen Ersatz-Weihnachtsbaum.

Der Grinch überlegt, wie er den Whos den Spaß endgültig verderben kann. Da es ihnen hautpsächlich um Geschenke zu gehen scheint, kommt er auf die Idee, diese zu stehlen. In der Nacht vor Weihnachten durchstreift er unbemerkt die Stadt und räumt alle Häuser aus. Das Diebesgut wird in einen riesigen Sack gepackt, den der Grinch vom Gipfel des Mount Crumpit werfen will. Doch der teuflische Plan geht schief. Natürlich sind die Whos am nächsten Morgen zunächst todtraurig, doch dann redet Cindys Vater Lou Lou Who ihnen ins Gewissen und macht ihnen klar, dass man zum Glücklichsein nur Freunde und Familie braucht. Fassungslos sieht der Grinch aus der Ferne mit an, wie der wahre Geist der Weihnacht in Whoville Einzug hält. Und das geschieht nicht nur dort, sondern auch im verkümmerten Herzen des Grinch, welches plötzlich wieder wächst. Der Grinch bemerkt, dass die Geschenke in die Tiefe zu stürzen drohen. Obendrauf sitzt Cindy, die den Berg erklommen hat, weil sie nicht wollte, dass der Grinch ganz allein ist. Das gibt den Ausschlag. Der Grinch rettet Cindy und rast mit ihr in die Stadt, um die Geschenke zurückzugeben und sich zu entschuldigen. Man vergibt ihm.

Das Happy End ist komplett, als Martha den Ring zurückweist und sich für den Grinch entscheidet. Endlich können alle zusammen Weihnachten feiern und sich den gemopsten Festschmaus in der Höhle des Grinch schmecken lassen.


Kringels Meinung

"Der Grinch" basiert auf einem in den USA äußerst populären Kinderbuch aus dem Jahre 1957 von Theodor Seuss Geisel, besser bekannt unter dem Pseudonym "Dr. Seuss". Die erste Verfilmung des Buches - ein Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1966 - ist in den USA nicht minder beliebt. Ich kenne weder das Buch noch den Zeichentrickfilm, kann also nicht beurteilen, ob jene Kritiker Recht haben, die behaupten, Ron Howards Realfilm bemühe sich vergeblich, den Geist des Originals einzufangen. Was ich bestätigen kann: "Der Grinch" ist nicht für zart besaitete kleine Kinder geeignet, denn Jim Carrey, dessen Mimik nicht einmal von tonnenweise Make-up und Silikon gezähmt werden kann, verleiht der Titelfigur bei aller Naivität recht düstere, teils gar bedrohliche Charakterzüge. Auch der zwischen versteckten Anspielungen, fiesem Sarkasmus, platten Kalauern und purem Slapstick (eine Spezialität Carreys) oszillierende Humor ist nicht unbedingt kindgerecht.

Der Film wird mehr oder weniger von Carrey dominiert und es macht am meisten Spaß, dem Grinch bei seinen geradezu manischen Possen, Grimassen und Verrenkungen zuzusehen; wahrscheinlich hätte niemand anderer als Carrey diese Rolle so genial spielen können. Erstaunlicherweise fand ich die finale Wandlung des Grinch vom Misanthropen zum warmherzigen Gesellen nicht unglaubwürdig. "Der Grinch" ist aber keine One-Man-Show. Zumindest findet die übellaunige Titelfigur in der niedlichen Cindy Lou Who einen angemessenen Widerpart, durch den die erwähnte Wandlung überhaupt erst möglich wird. Die Story mag einfach gestrickt sein und bei der Erkenntnis, dass Miteinander und Nächstenliebe wichtiger sind als Berge von Geschenken, mag es sich um eine Binsenweisheit handeln, aber gerade in der von Konsumwahn geprägten Weihnachtszeit schadet es nicht, daran erinnert zu werden.

Auch noch erwähnenswert: Die Welt der Whos hat ein interessantes, im Zuckerbäckerstil verfremdetes 50er-Jahre-Design und die Whos sehen nicht ganz menschlich aus, bewegen sich auch nicht wie Menschen, sondern irgendwie übertrieben, fast clownesk. Und selbstverständlich ist das schneebedeckte Städtchen Whoville weihnachtlich herausgeputzt. Insgesamt entsteht auf diese Weise eine ganz eigentümliche Atmosphäre, die mir gut gefällt.


Extras

In fünf relativ kurzen Featurettes wird gezeigt, wie das Kinderbuch quasi zum Leben erweckt wurde. Konzeptzeichnungen und Probeaufnahmen von Komparsen in teils sehr bizarren frühen Entwürfen von Who-Masken sind zu sehen, es wird näher auf die Ideen hinter dem Kulissen- und Requisitendesign eingegangen und es wird gezeigt, wie Jim Carrey in den Grinch verwandelt wurde. Der legendäre Maskenbildner Rick Baker ist sogar selbst ins Grinch-Kostüm geschlüpft. Besonders interessant finde ich, dass unter anderem Artisten des Cirque du Soleil als Komparsen verpflichtet wurden - so wird die spezielle Körpersprache der Whos erklärlich. Nett: Der Hund Kelley (= Max) wurde kurz vor Beginn der Dreharbeiten aus einem Tierasyl gerettet.

In den nicht verwendeten bzw. verlängerten Szenen stiftet der Grinch noch etwas mehr Chaos beim ersten Besuch in Whoville. Außerdem erscheint Cindys Vater in der Schule. Die Kleine musste nachsitzen, weil sie einen Aufsatz über den Grinch geschrieben hat. Hinzu kommen einige weitere kurze Szenen, die sind aber nicht wirklich erwähnenswert.


J. Kreis, 02.01.2018




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