Green Lantern


Green Lantern - Extended Cut (USA, 2011)

Blu-ray, Warner Home Video
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 114 Min. (Kinoversion) bzw. 123 Min. (Extended Cut)

Extras
- Maximum Movie Mode: Green Lantern's Light
- Focus Points (46:55 Min.)
- The Universe according to Green Lantern (20:12 Min.)
- Ryan Reynolds becomes the Green Lantern (8:48 Min.)
- Deleted Scenes (7:16 Min.)
- Justice League #1 Digital Comic (9:13 Min.)
- Preview of "Green Lantern: The Animated Series" (6:23 Min.)
- BD Live

Regie:
Martin Campbell

Hauptdarsteller:
Ryan Reynolds (Hal Jordan)
Blake Lively (Carol Ferris)
Peter Sarsgaard (Hector Hammond)
Mark Strong (Sinestro)
Tim Robbins (Senator Hammond)
Temuera Morrison (Abin Sur)
Taika Waititi (Thomas Kalmaku)




Inhalt

Millionen von Jahren vor der Entstehung der Erde gelingt es einer Gruppe unsterblicher Lebewesen, den Wächtern, die grüne Energie der Willenskraft aller Lebewesen des Universums nutzbar zu machen und zu bündeln. Sie teilen das Universum in 3600 Sektoren ein und gründen zu deren Schutz das Green Lantern Corps mit Hauptsitz auf dem von ihnen selbst erschaffenen Planeten Oa. Jedes Mitglied der aus Individuen der unterschiedlichsten Völker bestehenden intergalaktischen Schutztruppe erhält einen Ring, der alle nötigen Kenntnisse über die universellen Zusammenhänge vermittelt und den Zugriff auf die Energie der Willenskraft ermöglicht. Die Green Lanterns können die Energie als Schutzschirm und Transportmedium nutzen sowie zur Erschaffung aller denkbaren Objekte einsetzen. Die einzige Grenze hierfür ist ihre eigene Willens- oder Vorstellungskraft. Jeder Ring wählt seinen Träger selbst aus. Dieser muss vor allem frei von Angst sein, um gegen das Böse kämpfen zu können, denn der größte Feind der Wächter und des Korps ist eine Entität namens Parallax, die durch die Furcht ihrer Opfer immer stärker wird. Parallax war einst selbst ein Wächter. Er hat versucht, die gelbe Kraft der Furcht ebenso wie die Kraft des Willens zum Kampf für das Gute einzusetzen, ist dabei aber gescheitert und wurde in eine Verkörperung der Angst verwandelt. Abin Sur, Green Lantern des Sektors 2814, besiegt Parallax und kerkert ihn in einem abgelegenen Bereich des Universums ein. Eines Tages entkommt Parallax jedoch. Er vernichtet mehrere Planeten, um die Furcht der Bewohner zu absorbieren, tötet mehrere Green Lanterns und macht sich auf den Weg nach Oa, um die Wächter und das Korps zu vernichten. Abin Sur wird von Parallax angegriffen, kann jedoch entkommen und das Korps warnen. Doch auch eine Schwadron der stärksten Green Lanterns kann Parallax nicht aufhalten; ihr Oberhaupt Sinestro kehrt geschlagen nach Oa zurück.

Schwer verwundet landet Abin Sur auf dem Planeten Erde, dessen Bewohner keine Ahnung von der Existenz außerirdischer Völker haben. Da er weiß, dass er bald sterben wird, befiehlt Abin Sur seinem Ring, einen neuen Träger zu suchen. Der Ring erwählt ausgerechnet Hal Jordan, einen jungen Testpiloten, dessen Waghalsigkeit nur noch von seiner Verantwortungslosigkeit übertroffen wird. Hal arbeitet für den Flugzeughersteller Ferris Aircraft. Er ist zwar ein exzellenter, draufgängerischer Pilot, aber keineswegs so furchtlos, wie er sich gibt. Die Erinnerung an seinen vor vielen Jahren bei einem Testflug gestorbenen Vater quält ihn, und er fürchtet sich davor, Bindungen einzugehen - vor allem mit seiner Jugendliebe Carol, Firmenchefin von Ferris Aircraft. Hal wird von der Energie des Rings zu Abin Sur transportiert. Dieser übergibt Hal den Ring, spricht von Ehre und Verantwortung, kann den verwirrten Mann aber nicht über alle Zusammenhänge aufklären, bevor er stirbt. Hal nimmt den Ring und ein laternenförmiges Objekt, mit dem der Ring aufgeladen werden kann, mit nach Hause. Unter dem Einfluss des Ringes leistet Hal den Eid der Green Lanterns und kann die Energie ab sofort im vollen Umfang nutzen. Allerdings hat er zunächst keine Ahnung, was es mit dem Ring überhaupt auf sich hat. Als Hal die Energie zum ersten Mal eher unbewusst einsetzt, um sich gegen ein paar Schläger zur Wehr zu setzen, wird er automatisch zum Planeten Oa transportiert. Dort erhält er eine "Uniform" (ebenfalls aus Energie bestehend) und erste Unterrichtsstunden im Gebrauch seiner neuen Kräfte. Sinestro erkennt, dass Hal Angst hat, und hält ihn deshalb für unfähig. Hal kehrt enttäuscht zur Erde zurück, ohne seine Ausbildung abgeschlossen zu haben. Wieder einmal läuft er also vor der Verantwortung davon.

Es gibt noch jemanden, der sich zurückgesetzt fühlt, weil er glaubt, den Erwartungen nicht gerecht zu werden: Der Exobiologe Hector Hammond, Sohn des Senators Robert Hammond und chancenloser Verehrer Carols, wird (wie er erst später erfährt) nur aufgrund seiner guten Beziehungen mit der Autopsie eines Außerirdischen beauftragt - Abin Surs Leiche wurde gefunden. Als er Abin Surs Wunde untersucht, infiziert sich Hector mit der darin zurückgebliebenen DNS von Parallax. Sein Körper beginnt sich sofort zu verändern, zunächst aber nur innerlich. Hector gewinnt telekinetische Kräfte und kann Gedanken lesen. Er missbraucht seine Fähigkeiten, um unbemerkt einen Mordanschlag auf seinen eigenen Vater zu verüben: Er bringt dessen Helikopter während einer Ferris Aircraft-Galaparty zum Absturz. In letzter Minute erscheint Hal als Green Lantern, verhindert die Katastrophe und rettet Carol das Leben. Carol erkennt wenig später, wer Green Lantern wirklich ist. Hals Freund Thomas Kalmaku wurde schon vorher eingeweiht. Carol versucht Hal begreiflich zu machen, welch unfassbare Chance die Berufung ins Korps bietet. Zunächst muss sich Hal mit Hector auseinandersetzen. Dessen Kräfte wachsen immer weiter und sein Gehirn beginnt zu wuchern, so dass sein Kopf bald grotesk deformiert ist. Auch seine geistige Gesundheit leidet unter der Veränderung. Als Senator Hammond ihn zum Gegenstand wissenschaftlicher Experimente machen will, schlägt Hector erbarmungslos zurück und tötet seinen Vater. Hal stellt sich ihm entgegen, kann Hector aber nicht überwinden und den Mord nicht verhindern. Beide erkennen, dass Parallax auf dem Weg zur Erde ist. Dort will er sich an Abin Surs Nachfolger rächen, bevor er nach Oa weiterzieht. Hector verschwindet. Parallax befiehlt ihm, Hal Jordan zu töten.

Derweil hat Sinestro die Wächter überredet, einen Ring zu schmieden, der dieselbe Kraft wie Parallax nutzt. Sinestro ist davon überzeugt, dass man Angst nur mit Angst bekämpfen kann. Er ist bereit, die Erde zu opfern, um auf diese Weise Zeit für die Rettung Oas zu gewinnen. Hal, der sich seiner Verantwortung endlich stellt, fliegt nach Oa und rät von der Nutzung des gelben Ringes ab. Er macht den Wächtern klar, dass Furchtlosigkeit eine Illusion ist, Furcht jedoch durch Mut überwunden werden kann. Hals Bitte um Hilfe bei der Rettung der Erde wird zwar abgelehnt, aber er darf in seine Heimat zurückkehren, um diese selbst zu verteidigen. Hector hat inzwischen Carol entführt. Er will ihr Parallax-DNS injizieren, um bei ihr dieselbe Mutation wie bei sich selbst hervorzurufen. Er glaubt, sie auf diese Weise gewinnen zu können. Hal trickst ihn aus, indem er ihm seinen Ring anbietet. Hector akzeptiert, doch der Ring verweigert ihm den Dienst. Parallax erscheint und tötet Hector. Hal bringt Carol in Sicherheit und bekämpft Parallax, der bereits dabei ist, die Stadt Coast City zu vernichten. Hal weiß, dass er Parallax nicht selbst besiegen kann. Er kann seinen Gegner jedoch von der Erde weg und bis in die Nähe der Sonne locken. Deren Anziehungskraft ist selbst für Parallax zu groß - das riesige Wesen stürzt in die Sonne und verglüht. Dasselbe Schicksal droht auch Hal, doch Sinestro und zwei weitere Green Lanterns sind zur Stelle, um ihn zu retten. Für seinen Sieg über Parallax wird Hal bei einer Versammlung aller Green Lanterns geehrt und zum vollwertigen Mitglied des Korps erklärt. Als neuer Wächter des Sektors 2814 kehrt er zur Erde zurück.

Sinestro kann der Verlockung des Gelben Rings nicht widerstehen. Er streift ihn über und wird somit zur Yellow Lantern...

Kommentar

Green Lantern - oder vielmehr "Grüne Laterne" bzw. "Grüne Leuchte", wie er zu meiner Zeit in Deutschland hieß - war damals einer meiner Lieblings-Superhelden. Die Betonung liegt auf "damals": Da war ich vielleicht zwölf, höchstens fünfzehn. Habe die Comicreihe dann aber ganz aus den Augen verloren, erst vor ein paar Wochen habe ich wieder mal hineingeschnuppert und den "Blackest Night"-Sammelband gelesen. Das Problem mit der "Grünen Laterne" war (abgesehen vom eher uncoolen deutschen Namen) schon immer die Farbe, und so ist es kein Wunder, dass die Farbe Grün auch im Film dominiert. Diese Buntheit wirkt ein bisschen lächerlich, aber abgesehen davon bin ich mit der Verfilmung eigentlich ganz zufrieden.

"Green Lantern" ist sicher nicht mit Perlen unter den Comic-Verfilmungen wie Iron Man oder The Dark Knight vergleichbar. Ryan Reynolds gibt sich viel Mühe, seinen Hal Jordan zu einem selbstironisch-verschmitzten Draufgänger zu machen, hat aber nicht annähernd die Klasse eines Robert Downey jr. alias Tony Stark. Peter Sarsgaard spielt den unverstandenen, ungeliebten Bösewicht recht überzeugend, jedenfalls solange, bis sein Gesicht unter Tonnen von Gummi verschwindet, aber der diabolischen Präsenz eines Heath Ledger in der Rolle des Joker kann er nicht das Wasser reichen. Blake Lively (Carol Ferris) ist wenigstens ein bisschen mehr als nur was fürs Auge. Sie erkennt Hal sofort, als er in Green-Lantern-Maske bei ihr erscheint - und sie findet die Maske affig. Recht hat sie! Mark Strong ist meiner bescheidenen Meinung nach die perfekte Verkörperung Sinestros. In einer Fortsetzung - sofern es die angesichts des bescheidenen Erfolgs dieses Films je geben wird - könnte er zu einem wunderbaren Antagonisten werden, der aus im Grunde guten Motiven das Falsche tut. Mein heimlicher Held ist Taika Waititi als Thomas Kalmaku. "Wollte er dich heiraten?" fragt er, als Hal erzählt, Abin Sur habe ihm einen Ring geschenkt. Köstlich. Abin Sur selbst (Temuera Morrison, kaum erkennbar unter der Maske) und leider auch Tim Robbins in der Rolle von Hammonds Vater sind aber glatt verschenkt.

Hal Jordans "Origin Story", also die Entstehungsgeschichte von Green Lantern, wird etwas lieblos abgespult und ist nicht unbedingt geeignet, Sympathien für die Figur zu wecken: Natürlich findet Hal seine neuen Kräfte cool, aber kaum wird er von etwas Gegenwind in Gestalt Sinestros angeweht, dem er als Nachfolger Abin Surs gar nicht gut genug sein kann, da kehrt er flennend nach Hause zurück. Um es etwas überspitzt zu formulieren. Anschließend muss ihm die Freundin nur ein wenig ins Gewissen reden, schon bringt er im Alleingang fertig, was den besten und erfahrensten Green Lanterns nicht einmal im Team gelungen ist, und schon ist der als Ober-Bösewicht irgendwie zu wenig "greifbare" Parallax Geschichte. Leider hat mich die Entwicklung Hals, der in die Superhelden-Rolle gedrängt wird und mit den an ihn gestellten Anforderungen sowie der Erfüllung einer Pflicht, nach der er nie verlangt hat, erst einmal fertig werden muss, nicht so richtig überzeugt. Das ganze Green Lantern-Universum wird holterdiepolter eingeführt, abgesehen von Sinestro haben nur Tomar-Re und Kilowog akzeptable Auftritte. Viele andere bekannte Mitglieder des Korps sind nur mal für Sekundenbruchteile zu sehen. Fans werden das zu würdigen wissen, aber man hätte das Korps, Oa und die Wächter ruhig mehr in den Mittelpunkt stellen können. Andererseits wäre der Film dadurch natürlich noch "grüner" geworden...

Trotzdem. Ich mag den Film, zumindest fühlte ich mich gut unterhalten. Mir gefällt das neue Design des Anzugs. Oa, die Lanterns und die Wächter sehen toll aus, Parallax ist zumindest optisch ganz passabel. Es gibt flotte Action, recht viel Humor und Selbstironie, sowie viele Beispiele für die Anwendungsmöglichkeiten des Ringes. Gut, bei der Rettung von Senator Hammond hätte Hal sich was anderes ausdenken können als eine Carrerabahn, aber immerhin: Durch dieses ganze Grünzeug erhält der Film (der ansonsten in der Masse der Superhelden-Verfilmungen doch eher austauschbar bleibt) einen ganz eigenen Charakter. Dass die mit Hilfe des Rings erschaffenen Konstrukte sehr künstlich und nach CGI aussehen, schadet ausnahmsweise nicht: Es handelt sich ja nicht um reale Objekte, sondern um Energie, die vom Vorstellungsvermögen des Ringträgers geformt wird. Hätte man den Hauptfiguren und dem Korps mehr Aufmerksamkeit gewidmet, dann hätte aus "Green Lantern" ein wirklich guter Film werden können. Ich kenne übrigens nur den Extended Cut. Der ist knapp 10 Minuten länger als die Kinoversion und beginnt mit einem Rückblick auf Hals, Hectors und Carols Kindheit, der in der Kinoversion fehlt. Dadurch wird die in der Kinoversion zu kurz geratene Figurenexposition etwas vertieft.

Blu-ray-Features

Wenn man das Feature "Maximum Movie Mode" aktiviert, wird während der gesamten Laufzeit des Films Dokumentationsmaterial in einem kleineren Fenster eingeblendet. Da bleiben keine Fragen mehr offen! Gesondert abrufbar sind die "Focus-Points": Eine Zusammenstellung von acht Einzel-Featurettes, die sich mit bestimmten Themen beschäftigen. Dazu gehören die Konzeptzeichnungen, die Entstehung der computergenerierten Effekte sowie der Masken, die Neuerfindung des Green-Lantern-Kostüms, die Stunts und so weiter. In der zusäztlichen Featurette "Ryan Reynolds becomes the Green Lantern" wird genauer auf diese Comicfigur und auf die Rolleninterpretation des Schauspielers eingegangen. So lang die Laufzeit dieser Beiträge insgesamt auch sein mag: Sie bleiben doch eher oberflächlich und enthalten viel Selbstbeweihräucherung.

Interessanter ist da schon der Beitrag "The Universe according to Green Lantern", denn darin geht es um die GL-Comics. Man erfährt, dass es neben dem Green Lantern Corps noch andere Gruppierungen gibt, die andere Emotionen nutzen und denen andere Farben zugeordnet sind. Das wusste ich nach der Lektüre von "Blackest Night" bereits. Was ich nicht wusste: In den Comics war Parallax ursprünglich mit Hal Jordan identisch! Erst später wurde das dahingehend umgedichtet, dass Hal Jordan von einer Wesenheit namens Parallax besessen gewesen sein soll. Thematisch passt hierzu eine selbstablaufende "Diashow" aller Panels der Graphic Novel "Justice League" (Heft 1) aus dem Jahre 2011 - das ist ein Neustart, in dem das erstmalige Zusammentreffen der JL-Mitglieder thematisiert wird.

Die nicht verwendeten Szenen sind nicht weiter erwähnenswert: Hector erprobt seine neuen Kräfte an einem Hamster im Laufrad, Hal Jordan muss sich von Sinestro sagen lassen, dass die Erde entbehrlich ist, Hal verabschiedet sich vor dem Kampf gegen Parallax länger von Carol und rettet seinen Neffen vor Parallax. Diese Szenen enthalten teils unfertige CGI, teils fehlen die Effekte ganz.

Zu guter Letzt gibt's noch einige Szenen aus der Fernsehserie "Green Lantern: The Animated Series" zu sehen. Die wirken auf mich aber nur abschreckend; die Darstelllungsweise ist mir zu einfach/stilisiert und zu unrealistisch.


J. Kreis, 15.12.2011




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