Grand Budapest Hotel


Grand Budapest Hotel (USA/GB/D, 2014)
- The Grand Budapest Hotel -

DVD Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 96 Minuten

Extras:
- Backrezept (3:15 Min.)
- Hinter den Kulissen (Die Darsteller - 3:21 Min., Wes Anderson - 3:42 Min.)
- Bildergalerie
- Original Kinotrailer

Regie:
Wes Anderson

Hauptdarsteller:
Ralph Fiennes (Gustave H.)
Tony Revolori / F. Murray Abraham (Zero Moustafa)
Jude Law / Tom Wilkinson (Schriftsteller)
Saoirse Ronan (Agatha)
Adrien Brody (Dmitri Desgoffe und Taxis)
Willem Dafoe (J. G. Jopling)
Mathieu Amalric (Serge X.)
Jeff Goldblum (Vilmos Kovacs)




Story

Ein Schriftsteller, der nach seinem Tod zum verehrten Nationalhelden wird, erzählt in seinem gefeierten Buch "Grand Budapest Hotel", wie er vor vielen Jahren in eben jenem Hotel dem märchenhaft reichen Betreiber Zero Moustafa begegnet ist und dessen Geschichte erfahren hat. Das Grand Budapest Hotel, gelegen in idyllischer Gebirgslandschaft nahe des Dorfes Nebelsbad in der Republik Zubrowka, war bis zum zweiten Weltkrieg eine der exquisitesten Absteigen des Landes. Im Jahre 1968 ist vom Glanz früherer Tage wenig geblieben. Wie jegliches Privateigentum der Bevölkerung Zubrowkas ist auch das Hotel in den Staatsbesitz übergegangen. Seitdem ist es mit ihm stetig bergab gegangen. Die Einrichtung wurde der modernen Zeit angepasst und wirkt etwas heruntergekommen. Nur wenige Gäste wie der junge Schriftsteller, der hier seine Schreibblockade zu überwinden hofft, logieren noch in dem weitläufigen Haus. Auch Moustafa wohnt in dieser Zeit im Hotel. Er kennt und bewundert den Schriftsteller. Die beiden kommen ins Gespräch. Während eines ausgedehnten Abendessens erzählt Moustafa seine Lebensgeschichte.


Grand Budapest Hotel

Zero und der Autor im Speisesaal des Grand Budapest Hotel


Im Jahre 1932 kommt Zero Moustafa als jugendlicher Kriegsflüchtling aus dem Ausland nach Zubrowka und tritt eine Stelle als Hotelpage im Grand Budapest an. Noch zählt das Hotel zu den ersten Adressen Europas. Die Gäste sind zahlreich und genießen den erstklassigen Service des Grandhotels. Dieser wird von Monsieur Gustave H. sichergestellt, dem trotz seiner perfektionistischen Strenge vom gesamten Personal verehrten Concierge. Mit seiner zuvorkommenden, charmanten Art sichert sich Gustave die Gunst aller Besucher. Besondere Aufmerksamkeit widmet er älteren Damen, die sich nach seinen Liebesdiensten sehnen. Zu diesen Stammkunden gehört auch die 84-jährige Celine Villeneuve Desgoffe und Taxis ("Madame D."), eine superreiche Witwe aus altem Adelsgeschlecht. Gustave nimmt Zero unter seine Fittiche und bringt ihm alles bei, was ein Bediensteter des Grandhotels wissen muss. Zero verliebt sich in Agatha, eine junge Zuckerbäckerin, die bei einem der Hauptlieferanten des Hotels arbeitet. Die beiden wollen bald heiraten.


Grand Budapest Hotel

Monsieur Gustave


Eines Tages - inzwischen steht das Land am Abgrund des Krieges - stirbt Madame D. unter ungeklärten Umständen. Gustave eilt zum Begräbnis und nimmt Zero mit. Im Schloss der Toten hat sich schon die vielköpfige Verwandtschaft versammelt. Die Aasgeier harren der Testamentseröffnung durch den Anwalt Vilmos Kovacs. Als dieser verkündet, Madame D. habe Gustave das unbezahlbare Gemälde "Jüngling mit Apfel" vermacht, tobt ihr Sohn Dmitri Desgoffe und Taxis vor Zorn. Mit Hilfe des Butlers Serge X. stehlen Gustave und Zero das Bild. Unbemerkt deponiert Serge eine versiegelte Botschaft in dem Paket. Auf der Rückreise schließt Gustave einen Pakt mit Zero. Die beiden wollen sich gegenseitig beim Verkauf des Bildes helfen. Zur Belohnung wird Zero zu Gustaves Alleinerben eingesetzt. Das Bild wird im Safe des Grand Budapest Hotel versteckt. Wenig später wird Gustave verhaftet. Dmitri hat ihn des Giftmordes an Madame D. beschuldigt. Der Kronzeuge, Serge X., ist zwar spurlos verschwunden, dennoch landet Gustave im Gefängnis. Ihm droht die Hinrichtung. Er gewinnt das Vertrauen einiger Mithäftlinge, die den Ausbruch planen. Zero und Agatha schmuggeln Werkzeug ins Gefängnis, so dass sich die Männer befreien können. Dmitri setzt nun alles daran, seine Unschuld zu beweisen. Zero bleibt an seiner Seite.


Grand Budapest Hotel

Der junge Zero Moustafa


In Wahrheit stecken Dmitri und dessen grausamer Scherge J. G. Jopling hinter dem Mord. Als sich Kovacs wegen unklarer Aktenlage weigert, Dmitri das Erbe zuzusprechen, wird er von Jopling umgebracht. Der Killer erfährt von Serges Schwester, die er anschließend tötet, dass sich der Butler in einem Kloster versteckt. Diese Information erhält auch Gustave, und zwar von der Gesellschaft der gekreuzten Schlüssel, einer eingeschworenen Gemeinschaft von Hotel-Concierges. Im Kloster treffen sich Gustave und Zero mit Serge, der von einem zweiten Testament spricht, das Madame D. kurz vor ihrem Tod verfasst hat. Jopling kommt hinzu, erdrosselt den Butler und setzt sich ab, verfolgt von Gustave und Zero. Die wilde Jagd endet an einer tiefen Schlucht. Jopling versucht Gustave zu ermorden, wird aber von Zero in den Abgrund gestoßen. Nun müssen die beiden Gefährten noch vor der Polizei fliehen. Sie treffen sich mit Agatha, die das Gemälde aus dem Hotelsafe holen soll. Inzwischen wurde das Grand Budapest Hotel in ein von Faschisten besetztes Armeelager umfunktioniert. Dmitri trifft dort ein, als sich Agatha anschickt, das Haus mit dem Paket unter dem Arm zu verlassen. Dmitri schaltet schnell und verfolgt die junge Frau. Gustave und Zero heften sich an seine Fersen. Der Schurke hat ausgespielt, als die im Paket deponierte Nachricht gefunden wird. Es handelt sich um das zweite Testament. Darin wird Gustave zu Madame D.s Haupterben erklärt. Zu ihrem gewaltigen Nachlass gehört auch das Grand Budapest Hotel.


Grand Budapest Hotel

Jopling (links) und Dmitri


Dmitri verschwindet spurlos. Gustave ist jetzt ein reicher Mann. Zero und Agatha heiraten mit seinem Segen. Während einer Bahnreise wird Zero (dessen Dokumente nicht mehr gültig sind) von Soldaten bedroht. Gustave schreitet ein und wird erschossen, so dass sein Vermögen sowie das Hotel an Zero fallen. Agatha und das gemeinsame Kind sterben zwei Jahre später an Preußischer Grippe.


Grand Budapest Hotel

Agatha bei der Arbeit


So endet die Geschichte. Der Schriftsteller möchte nun noch wissen, warum Zero Moustafa das längst nicht mehr rentable Hotel nicht einfach schließt. Der alte Mann antwortet, das Hotel sei die letzte Verbindung zu seiner geliebten Frau, mit der er hier die besten Jahre seines Lebens verbracht hat.


Kringels Meinung

Es fällt mir schwer zu beschreiben, warum "Grand Budapest Hotel" einer der originellsten und köstlichsten Filme ist, die ich je gesehen habe. Es liegt neben dem mal ironisch-subtilen, mal derben und meist tiefschwarzen Humor und der unglaublichen Vielzahl hochkarätiger, brillanter und bestens aufgelegter Schauspieler - allen voran Ralph Fiennes, den ich nur als perfekte Besetzung für den extravaganten Monsieur Gustave bezeichnen kann - wohl vor allem am originellen Inszenierungsstil. Bis nach ungefähr einer Dreiviertelstunde ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten ist (der den Filmgenuss aber nicht im mindesten geschmälert hat), war ich vor Verblüffung und Faszination hin und weg. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen, worauf ich mein Augenmerk besonders richten sollte bei all den in teils ungewöhnlichen Kameraeinstellungen präsentierten opulenten Bildern, den bis ins kleinste Detail hinein liebevoll arrangierten Situationen und den unzähligen skurrilen Ideen in jeder einzelnen Szene! Mal kann man über die prachtvollen Kostüme, die geniale Ausstattung und die aufgrund der Übersteigerung entstehende hyperreale Atmosphäre nur staunen, nur um im nächsten Moment eine einfache Animation nach Machart eines Legetrickfilms oder ein (mit voller Absicht) als solches erkennbares Modell zu sehen zu bekommen, vermutlich weil das relativ kleine Budget des Films nicht für spektakuläre Spezialeffekte gereicht hat. Auch das hat seinen ganz besonderen Charme!

"Grand Budapest Hotel" ist aber nicht nur ein in einer skurrilen Alternativwelt spielender Kostümfilm, sondern auch ein spannender Krimi, in dem es kaum Atempausen gibt. Jedenfalls konnte ich wunderbar um Gustave, Zero und Agatha bangen, die vom fiesen Jopling (herrlich: Willem Dafoe als sadistischer Killer) verfolgt werden. Da die Story in Rückblicken erzählt wird, können falsche Spuren bezüglich Agathas Schicksal ausgelegt werden, ein Happy End gibt es gleichwohl leider nicht. Dazu dann noch die geschliffenen Dialoge ... Ich erspare euch weitere Lobeshymnen. Schaut euch den Film an! Sofern ihr nicht einen völlig anderen Filmgeschmack habt als ich, werdet ihr ihn lieben.


DVD-Features

"Mendl's Courtesan au Chocolat", eine exklusiv fürs Grand Budapest Hotel hergestellte Leckerei (siehe den letzten Screenshot in der Handlungszusammenfassung), spielt eine wichtige Rolle im Film. Wer diese Köstlichkeit selbst probieren möchte, kann dies tun, denn das Backrezept findet sich beim Bonusmaterial. Mehr als das: Die Herstellung wird wie in einem Youtube-Tutorial gezeigt, Zutatenlisten inklusive.

Die beiden "Hinter den Kulissen"-Featurettes sind leider viel zu kurz, um als echte Dokus durchzugehen. Mehr als die übliche wenig aussagekräftige Mischung aus Filmausschnitten, Interviewschnipselchen und ein klein wenig Hinter-den-Szenen-Material ist nicht zu sehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, haben alle Schauspieler wirklich in einem Hotel gewohnt, welches als Drehort verwendet worden ist. Es wurde gemeinsam gegessen. Das scheint ein ziemlich einschüchterndes Erlebnis für die jüngeren Schauspieler gewesen zu sein ...


J. Kreis, 31.08.2016




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Dr. Nick (01.09.2016):

Hey Joe,
die prächtige Hotel-Halle befindet sich im Kaufhaus Görlitz, wo auch weite Teile des Films gedreht wurden.Musst du mal googeln, gibt schöne Fotos im Netz von dem wohl momentan leerstehenden Gebäude. Ich war vor ca. 20 Jahren mal dort, damals noch Karstadt, und dachte mir, hier muss man doch unbedingt mal einen Film drehen. Und der Herr Anderson hat das wohl auch so gesehen. Zum Film: Ich fand den Film auch amüsant, aber eben zu künstlich. Man hatte nie das Gefühl, hier wird eine ernsthafte Geschichte erzählt. Alles irgendwie grotesk. Amüsant, interessant, aber eben nicht spannend oder lustig im Sinne einer Komödie.



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