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godzilla Godzilla (USA, 1998)
DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Video
FSK: 12
Laufzeit: ca. 133 Minuten

Extras
Filmdokumentation, Audiokommentar, Trailer, Fotogalerie, "Godzilla erobert New York", Besetzungs-Filmografien, Biografien Roland Emmerich und Dean Devlin, Musikvideo: Wallflowers - "Heroes"

Regie:
Roland Emmerich

Hauptdarsteller:
Matthew Broderick (Dr. Nico Tatopoulos)
Jean Reno (Philippe Roache)
Maria Pitillo (Audrey Timmonds)
Hank Azaria (Victor "Animal" Palotti)




Inhalt:

Durch französische Atombombenversuche auf einem Atoll im Pazifik ist der erste Vertreter einer neuen Spezies entstanden: Ein aufrechtgehendes Echsenwesen, größer als jeder Dinosaurier, der je existiert hat. Dieses Monster ist bereits "schwanger" geboren worden und macht sich, einem Wanderinstinkt folgend, auf den Weg nach New York, um dort Eier zu legen. Unterwegs versenkt es einen japanischen Frachter. Der einzige Überlebende wird in ein französisches Krankenhaus in Papeete eingeliefert. Er ist in einem Schockzustand und wiederholt immer das gleiche Wort: "Gojira". Das Wort wird sogleich "amerikanisiert" und so hat das Monster bald den Namen "Godzilla" weg.

Ungefähr zur gleichen Zeit wird Dr. Nico ("Nick") Tatopoulos vom US-Militär angeheuert. Er ist Biologe und war bisher damit beschäftigt, die Auswirkungen radioaktiver Verseuchung auf die DNA von Regenwürmern in Tschernobyl zu erforschen. Jetzt soll er eine gigantische Fußspur untersuchen, die man an der Küste von Panama entdeckt hat. Dann wird das Wrack des japanischen Schiffs an der Küste von Jamaika entdeckt: Riesige Risse wie von überdimensionierten Krallen überziehen den Rumpf. Das Wrack wird bereits von Philippe Roache untersucht, einem Mitglied des französischen Geheimdienstes, der sich als Versicherungsagent ausgibt, in Wirklichkeit aber zusammen mit einer kleinen Gruppe von Kollegen für Schadensbegrenzung sorgen soll, denn schließlich sind die Franzosen für Godzillas Entstehung verantwortlich.

Godzilla ist währenddessen auf dem Weg nach New York. Unterwegs zieht er noch ein paar Fischkutter unter Wasser, dann geht er in Manhattan an Land und verursacht ein ziemliches Chaos, während er durch die Stadt walzt und dann spurlos verschwindet - er versteckt sich in U-Bahn-Tunnels. Reporter heften sich an seine Fersen, darunter Nicks Ex-Freundin Audrey, die sich mit einem gestohlenen Presseausweis wieder in die Stadt schleicht, nachdem Manhattan (sehr zum Ärger des Bürgermeisters, der gerade mitten im Wahlkampf steht) evakuiert worden ist. Dort trifft sie Nick, der in einem Kommandoposten der Army untergebracht ist. Nick ist zunächst einmal damit beschäftigt, Godzilla mit einigen Lkw-Ladungen Fisch anzulocken. Das Monster erscheint tatsächlich. Als das Militär das Feuer eröffnet, hat das nur den Effekt, daß es zu noch mehr Zerstörungen in der Stadt kommt. Das größte Problem besteht darin, daß hitzesuchende Waffen bei Godzilla versagen: Er ist kälter als seine Umgebung. Einige Treffer konnten aber doch erzielt werden: Godzilla hat Blut verloren. Nick untersucht es und stellt fest, daß das Monster schwanger ist. Seiner Meinung nach wäre es daher wichtiger, das Nest des Monsters zu finden. Leider fällt er beim Militär in Ungnade und wird rausgeworfen, denn Audrey hat geheimes Filmmaterial aus seinem Zelt mitgenommen, das natürlich umgehend über alle Fernsehkanäle gesendet wird.

Roache und seine Leute schnappen sich Nick, um das Godzilla-Nest zu suchen. Auch Audrey und ein Kameramann machen sich auf die Suche. Währenddessen wird Godzilla ins Meer gehetzt und dort scheinbar von U-Booten mit Torpedos getötet. Das Nest befindet sich ausgerechnet im Madison Square Garden. Tausende von Eiern wurden dort bereits abgelegt - und die jungen Godzillas sind bereits dabei auszuschlüpfen! Nick, die Franzosen, Audrey und der Kameramann müssen sich gegen eine Horde von frisch geschlüpften, aber schon 2 Meter großen und brandgefährlichen Babyzillas wehren. Sie schaffen es gerade noch rechtzeitig, eine Sendung über den TV-Raum des Madison Square Garden auszustrahlen. Das Militär reagiert und zerbombt das gesamte Gebäude aus der Luft - die überlebenden Gefährten sind gerade noch rechtzeitig ins Freie gekommen. Da erhebt sich Godzilla senior aus den Trümmern des Nests. Die Gefährten fliehen in einem Taxi und locken das Ungeheuer auf die Brooklyn Bridge, wo es sich in den Stahlseilen verheddert und endlich ins Jenseits geschossen werden kann. Zu guter Letzt "kriegen" Nick und Audrey sich dann doch wieder. Aber in einem kleinen, unzerstörten Raum des Madison Square Garden steht noch ein unbeschädigtes Godzilla-Ei...

Der Film:

Okay, dieses Godzilla-Remake ist wirklich etwas hohl und die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller bewegen sich größtenteils auf einem ziemlich unterirdischen Level, aber so schlecht ist er nun auch wieder nicht. Außerdem sollte man nicht vergessen, daß die alten japanischen Godzilla-Filme sich auch nicht gerade durch besonders viel Logik oder eine intelligente Handlung ausgezeichnet haben. Am besten schaltet man schon gleich zu Beginn des Films das Hirn ab, dann kann man sich zwei vergnügliche Stunden mit ordentlich Action, viel Pyrotechnik und einem wesentlich agileren, bedrohlicheren Godzilla bereiten, als man ihn aus den alten Monsterfilmen kennt. Und es geht ordentlich was zu Bruch, wenngleich manche Szenen seit dem 11. September 2001 einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Natürlich sieht man recht deutlich, daß es sich teils um Modelle und teils um Computergrafiken handelt, aber die funktionieren doch erheblich besser als ein Mensch in einem Gummikostüm, der durch Pappkulissen stapft. Man hat zwar alles in anderen Filmen schonmal irgendwann gesehen, aber die Szenen, in denen Godzilla durch die Straßenschluchten stapft, sind doch noch Hingucker. Die menschlichen Protagonisten, ihre Sorgen und Nöte sowie ihr drohendes Dahinscheiden unter Godzillas Füßen sind neben all dieser Tricktechnik absolut zweitrangig, wenn auch Jean Reno gar keine so schlechte Figur macht - er ist aber so ziemlich die einzige Ausnahme. Da "Godzilla" inzwischen überall auf den Ramschtischen für wenige Euros verhökert wird, kann man trotz aller Kritik ruhig mal einen Blick riskieren.

Die DVD:

Auf dem Cover steht zwar nichts, es sind aber durchaus ein paar Extras auf der DVD. Sehr umfangreich sind sie allerdings nicht ausgefallen. Die sogenannte Filmdokumentation ist nur eine kurze Featurette, die immerhin ganz lustig gemacht ist. So tritt darin der fiktive Reporter Charles Caiman auf und berichtet aus Japan, Godzillas eigentlichem Heimatland, über diesen Hauptdarsteller des Films. Geradezu makaber wird das Ganze (unfreiwillig natürlich), als ein gigantischer Trailer hinter dem WTC erscheint. Das sollte ein Gag sein: Emmerich tut in einem Interview so, als sei Godzilla ein Schauspieler und man habe nicht gewußt, wo man seinen Trailer hinstellen soll...

In "Godzilla erobert New York" wurden einfach ein paar Bilder der Stadt vor und nach Godzillas "Besuch" zusammengestellt. Interessanter ist da schon das Musikvideo der Wallflowers, wenn ihre Coverversion von David Bowies "Heroes" auch nicht ganz so gelungen ist, obwohl man bei dem Song ja kaum was falsch machen kann.

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