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ginger Ginger Snaps - Das Biest in dir (USA/Kanada 2000)
- Ginger Snaps -

DVD - Regionalcode 2, Concorde Home Entertainment
Altersfreigabe: FSK 18
Laufzeit: 103 Minuten

Extras
- Original-Kinotrailer und vier weitere Trailer zu anderen Filmen
- DVD-ROM-Teil mit Links zu verschiedenen Webseiten

Regie:
John Fawcett

Hauptdarsteller:
Katharine Isabelle (Ginger Fitzgerald)
Emily Perkins (Brigitte Fitzgerald)
Mimy Rogers (Mutter Pamela Fitzgerald)




Inhalt:

Die unzertrennlichen Schwestern Ginger und Brigitte Fitzgerald sind anders als die anderen Teenies ihrer Schulklasse, sie werden insbesondere von den Mädchen ihren Alters gehänselt und schikaniert, kapseln sich ab, leben in einer eigenen Welt und haben eine ganz besondere Einstellung zum Thema Tod. So haben die beiden sich schon vor Jahren geschworen, daß sie gemeinsam Selbstmord begehen wollen, wenn eine von ihnen in die Pubertät eintritt. Außerdem arbeiten sie im Rahmen eines Schulprojekts an einer makabren Fotoserie: Sie stellen die bizarrsten Todesarten mit sich selbst als Darstellern nach und erzielen dabei so realistische Ergebnisse, daß ihre Lehrerin ihnen eine Sitzung bei der Schulpsychiaterin verordnet.

Zur gleichen Zeit versetzen unerklärliche Geschehnisse die idyllische Kleinstadt, in der Familie Fitzgerald lebt, in Angst und Schrecken: Immer wieder werden Hunde im Freien angegriffen und buchstäblich zerfetzt. Niemand weiß, wer oder was für diese blutigen Attacken verantwortlich ist. Ginger und Brigitte wollen sich das zunutze machen, um einer besonders zickigen Mitschülerin eins auszuwischen. Sie wollen sich des Nachts in deren Garten schleichen und sich ihren Hund vorknöpfen. Leider ist ihnen der unbekannte Haustierkiller schon zuvorgekommen - und er ist noch in der Nähe. Ginger wird von dem Wesen, das einem deformierten Wolf ähnelt, schwer verletzt. Als das Untier Brigitte verfolgt, wird es von einem Kleinlaster überfahren und verendet.

Unfaßbarerweise überlebt Ginger ihre schrecklichen Verletzungen, die zudem unglaublich schnell verheilen. Dabei bleibt es allerdings nicht. Ginger bemerkt seltsame Veränderungen an sich: Sie entwickelt eine ungehemmte Aggressivität, die Narben, die sie dem Angriff des geheimnisvollen Wesens zu verdanken hat, überziehen sich mit Fell und schließlich wächst ihr auch noch ein Schwanz... Ihre Umwelt ist Ginger keine große Hilfe bei der Bewältigung ihrer Probleme, denn ihre Mutter glaubt, daß bei ihr einfach nur die Pubertät eingesetzt hat und ihre Mitschüler haben sie ja schon immer für verrückt gehalten. Ihr einziger Halt ist ihre verschworene Schwester Brigitte, die schon bald ahnt, was wirklich los ist: Ginger verwandelt sich ganz allmählich in einen Werwolf!

Es kommt, wie es kommen muß: Ginger findet Gefallen an den Veränderungen, die mit ihr vorgehen. Sie ist plötzlich etwas besonderes, verfügt über enorme Körperkräfte und wirkt unwiderstehlich anziehend auf Jungs. So ist sie gar nicht begeistert von Brigittes Idee, mit Hilfe eines Freundes, der sich mit Kräutern auskennt (er züchtet u.a. Marihuana in einem Gewächshaus...), ein Gegenmittel zu finden. Sehr bald überstürzen sich die Ereignisse, als Gingers Hunger auf Blut und frisches Fleisch sowie ihre Lust auf das andere Geschlecht dazu führt, daß sie auch noch andere Menschen mit dem Werwolf-Virus infiziert. Zum Showdown kommt es in der Halloween-Nacht: Brigitte, inzwischen ebenfalls infiziert, muß sich ihrer vollends zum Werwolf mutierten Schwester stellen - sie muß entscheiden, ob sie Gingers Schicksal teilen und künftig mit ihr zusammen auf Raubzüge gehen oder sie bekämpfen soll.

Der Film:

Ginger Snaps ist ein Fest für Horror-Freunde, denn dieser Film hebt sich deutlich von den üblichen Teenie-Slasherfilmen ab und er verleiht dem Genre des Werwolffilms einige ganz neue Facetten. Die abgedrehten Schwestern mit ihren verqueren Vorstellungen sind für sich allein schon sehenswert - Respekt vor den jungen Schauspielerinnen! Leider bekommt man ihre extrem blutigen Gorefotos, die sie für das Schulprojekt schießen, nur ganz kurz im Vorspann zu sehen. Mimy Rogers als überforderte Mutter, die keine Ahnung vom eigentlichen Leben ihrer Töchter hat und die am Ende ihr trautes Heim opfern würde, nur um sie zu retten, ist ein weiteres Highlight. Überhaupt sprüht der Film nur so vor amüsanten Szenen (Ginger, die sich mit einem schon völlig mit Haaren verstopften Rasierer die Beine rasiert, der abgetrennte Finger von Gingers erstem Opfer, der in eine Tupperdose wandert, der infizierte Schulkamerad, der Blut uriniert usw.) und bizarren Einfällen.

Man hat es hier nicht mit einem klassischen Werwolf- oder Monsterfilm und erst recht nicht mit einem Teeniefilm zu tun. Es geht vielmehr um die Veränderungen, die Ginger durchmacht (Verwandlung in einen Werwolf, symbolisch für die Pubertät) und die Reaktionen ihrer Umwelt darauf. Ginger Snaps ist natürlich dennoch sehr blutig, die FSK-18-Wertung ist durchaus gerechtfertigt. Die Darstellung des Werwolfs selbst ist der einzige Aspekt, den ich als nicht besonders gelungen bezeichnen möchte, denn man sieht dem Monster die Herkunft aus dem Puppenstudio doch allzusehr an, zum Glück ist er am Anfang nur kurz und dann erst wieder ganz am Schluß zu sehen. Ansonsten kann ich nur sagen: Wer schwarzen Humor in einem Horrorfilm verkraften kann, sollte unbedingt zugreifen.




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