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galaxy_quest Galaxy Quest (USA, 1999)
DVD - Regionalcode 2, Dreamworks Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras
"Am Drehort im All", Outtakes, Trailer

Regie:
Dean Parisot

Hauptdarsteller:
Tim Allen (Jason Nesmith / Commander Peter Quincy Taggart)
Alan Rickman (Alexander Dane / Dr. Lazarus)
Enrico Colantoni (Mathesar)
Sigourney Weaver (Gwen DeMarco / Lt. Tawny Madison)





Inhalt:

Es war einmal eine sehr erfolgreiche Science Fiction - Fernsehserie, die nach vier Jahren eingestellt wurde und sich seitdem bei Fans aller Altersstufen einer enormen Beliebtheit erfreut. Die Stars dieser Kultserie (deren Karriere schon gar nicht mehr auf dem absteigenden Ast, sondern ziemlich am Ende angelangt ist) tingeln von einer Fan-Convention zur anderen, geben Autogramme, beantworten die ewig gleichen Fragen, ertränken ihre privaten Sorgen in Alkohol und versuchen krampfhaft, sich nicht anmerken zu lassen, daß sie sich gegenseitig nicht ausstehen können und am liebsten nie wieder etwas von der besagten Fernsehserie hören würden. Der Name dieser Serie ist "Galaxy Quest", das Raumschiff heißt NSEA PROTECTOR.

Jason Nesmith, der bei seinen Kollegen alles andere als beliebte Darsteller des Commanders der PROTECTOR, gibt seine x-te Autogrammstunde auf einer Convention. Er raunzt nebenbei ein paar besonders ernsthafte Fans an, die ihn wegen irgendwelcher Details aus dem Bauplan "seines" Schiffes nerven, und wird vom Anführer einer Gruppe seltsamer Leute angesprochen. Natürlich glaubt Nesmith kein Wort, als die Fremden sich als Thermianer aus dem Klaatu-Nebel vorstellen - auch dann nicht, als er am nächsten Morgen nach einer weiteren allein durchzechten Nacht zu Hause von ihnen aufgesucht und um Hilfe angefleht wird. Die Thermianer müssen sich gegen den grausamen General Sarris verteidigen und brauchen die Hilfe des Commanders für Verhandlungen. Des Commanders? Tja, die Thermianer haben die alten "Galaxy Quest" - Episoden aufgefangen und halten sie für historische Dokumente! Mehr noch: Sie haben ihre gesamte Kultur, Lebensweise, Ideologie und Technologie nach dem ausgerichtet, was in der Fernsehserie zu sehen war. Und sie holen Nesmith auf ihr Raumschiff, die PROTECTOR II... Es dauert zwar eine Weile, bis er begreift, daß alles echt ist, doch als er dann zur Erde zurückgebeamt wird, will er seine "Crew" überzeugen. Pech für ihn, daß einer der Fans, die er auf dem Con beleidigt hat, den Communicator an sich genommen hat.

Schließlich schafft Nesmith es doch, die Crew zum Mitkommen zu bewegen (seine Kollegen glauben, er wolle ihnen bei einem Auftritt zuvorkommen) und so findet sich die gesamte "Besatzung" auf der PROTECTOR II wieder, wo sie sich zuerst einmal zwischen all den Thermianern (deren menschliches Erscheinungsbild übrigens nur Tarnung ist) und all den nach der Fernsehserie designten High-Tech-Gerätschaften zurechtfinden müssen. Dann muß Nesmith sich mit Sarris auseinandersetzen. Der Gewaltherrscher verlangt die Herausgabe der "Omega 13" - Maschine. Selbst die Thermianer wissen nichts über die Funktionsweise dieses Geräts (es gibt kein Fanbuch darüber), aber möglicherweise ist es eine Waffe, mit der sämtliche Materie im Universum vernichtet werden könnte. Da Nesmith es einfach nicht über sich bringt, den Thermianern die Wahrheit zu sagen, kommt es wie es kommen muß: Die PROTECTOR II wird von Sarris fast zu Klump geschossen und kann sich nur retten, indem sie mitten in ein Minenfeld fliegt. Dort wird sie schwer beschädigt und ist danach kaum noch manövrierfähig. Vor allem wird eine neue Berylliumsphäre für den Antrieb benötigt. Auf einem nicht weit entfernten Planeten gibt es zwar Berylliumvorkommen, aber leider auch kleine menschenfressende Aliens mit messerscharfen Zähnen, schweineähnliche Monster und riesige Ungeheuer, die aus lebenden Felsen bestehen...

Trotz aller Schwierigkeiten kann eine neue Berylliumsphäre geborgen werden. Leider wurde die PROTECTOR II inzwischen von Sarris und seinen Schergen geentert. Als Sarris von Nesmith zu wissen verlangt, was der Zweck des "Omega 13" ist, hat der Schauspieler keine Wahl mehr; er muß Sarris und Mathesar nun doch die Wahrheit sagen. Für Mathesar bricht eine Welt zusammen und Sarris, nun von der Harmlosigkeit seiner Gegner und der Nutzlosigkeit des "Omega 13" überzeugt, will die PROTECTOR II einfach sprengen, da er sie nicht mehr braucht. Nesmith und seine Leute können sich zwar befreien - aber wie sollen sie die Selbstzerstörung aufhalten, wo sie doch keine Ahnung vom Bauplan des Schiffes haben? Nun: Da gibt es ja noch einen Fan auf der Erde, der sich bestens mit den Rißzeichnungen auskennt und der darüber hinaus einen funktionierenden Communicator hat! Ein Traum geht für den Fan in Erfüllung, als Nesmith ihn aus dem All "anruft" und um Hilfe bittet. Er muß zwar noch einige andere Fans via Internet hinzuziehen, doch gemeinsam können sie die Selbstzerstörung in buchstäblich letzter Sekunde verhindern. Jetzt muß die PROTECTOR II es "nur noch" mit dem Kampfschiff FALCON des Generals aufnehmen. Nesmith gewinnt durch einen Trick: Er schleppt einfach einige der Minen hinter sich her und rast direkt auf die FALCON zu. Sarris durchschaut die List zu spät und wird zusammen mit seinem Schiff in tausend Fetzen gesprengt. Das glauben jedenfalls die Leute auf der PROTECTOR II.

In Wirklichkeit hat Sarris sich noch rechtzeitig von der FALCON hinübergebeamt und beginnt auf der Brücke der PROTECTOR II alle zu erschießen. Da aktiviert Nesmith das "Omega 13" - Gerät, wodurch die Zeit um 13 Sekunden zurückgedreht wird. So kann Nesmith Sarris außer Gefecht setzen, bevor der General Schaden anrichten kann. Die PROTECTOR II stürzt nach einem Flug durch ein Schwarzes Loch mehr ab, als daß sie auf der Erde landet - und zwar mitten in einem weiteren Con. Mathesar, der immer noch glaubt, daß Nesmith nur deshalb behauptet hat, ein Schauspieler zu sein, um Sarris zu übertölpeln, wird zum neuen Commander der Thermianer. Und dann kehrt die Serie "Galaxy Quest" nach 18 Jahren mit neuen Episoden zurück auf den Fernsehbildschirm...

Der Film:

Zu behaupten, "Galaxy Quest" wäre eine Parodie auf Science Fiction - Filme im allgemeinen und auf Star Trek im besonderen, wäre falsch. Der Film ist eher eine ironische (aber liebevolle) Hommage an "Star Trek" und die Fans dieser und anderer Kultserien. Genaugenommen ist "Galaxy Quest" speziell für Fans von "Star Trek" gemacht, denn es gibt keine einzige Szene ohne Anspielungen auf alles mögliche, was in irgend einer Form mit "Star Trek" zu tun hat - und nur echte Fans, die sich mit der Materie auskennen, können alle diese Seitenhiebe verstehen. Da werden nicht nur die Eigenarten der alten Fernsehserie verulkt: Auch die privaten Mätzchen der Schauspieler werden äußerst treffsicher aufs Korn genommen und natürlich kriegt auch das Fandom sein Fett weg. All diese Details sind so stimmig, daß derjenige, der diese Szenen geschrieben bzw. gedreht hat, entweder ein sehr guter Beobachter oder aber selbst ein Fan sein muß. Der wahre Humor dieses Films kann sich somit eigentlich nur uns Fans erschließen - wer keine Ahnung von "Star Trek" hat und noch nie auf einem Con war, dem entgehen 90% der Gags ganz einfach. Natürlich muß man als Fan auch über sich selbst lachen können, aber das wird uns bei "Galaxy Quest" sehr leicht gemacht, denn der Film verliert trotz allem Humor und aller Ironie niemals den Respekt vor uns und vor den Objekten unserer "Verehrung". Anders als z.B. bei "Spaceballs" gibt es hier keinen hämischen Spott und keine billigen Scherzchen, über die vor allem Leute lachen, die SF-Filme nicht mögen. Nein, hier herrscht ein ganz anderer Ton. Wenn man überhaupt von einer Parodie sprechen kann, dann von einer Parodie für Insider! Vor allem hat der Regisseur genau verstanden, wovon wir Fans träumen: Daß nämlich all die SF-Serien gar keine Fiktion sind, sondern Dokumentarfilme (was ja auch die Thermianer glauben), d.h. daß all diese phantastischen Geschichten wirklich wahr sein könnten...

Aber auch ganz normale Menschen, die "Star Trek" vielleicht überhaupt nicht kennen, werden durch diesen Film bestens unterhalten, wenn auch auf einer anderen Ebene. Denn es wird eine phantasievolle, spannende Geschichte erzählt und sämtliche Spezialeffekte sind allererste Sahne. Man merkt, daß dies nicht eine schnell produzierte, billige Filmverarschung ist, sondern ein eigenständiges, mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitetes Werk. Die Schauspieler, denen man die Spielfreude in jeder Szene ansieht, liefern eine herrliche Vorstellung - gerade Sigourney Weaver darf mal in einer Rolle auftreten, die für die harte Alien-Bekämpferin etwas... nun... ungewöhnlich ist. Überhaupt haben die Figuren hier mehr Tiefe als in manch "ernsthaftem" SF-Film! Man kann "Galaxy Quest" also durchaus als eigenständigen Film genießen, er wirkt trotz der locker-humorigen Grundstimmung nie lächerlich.

Die DVD:

Vergessen wir die ca. zehnminütige Featurette "Am Drehort im All", die kein Making-of, sondern einfach nur Werbung ist, und widmen uns den Outtakes. Das sind im Film nicht verwendete bzw. erweiterte Handlungsszenen, die auf der DVD nur im englischen Original vorliegen. Es sind folgende Szenen: Der erstmalige Besuch der "Crew" im Maschinenraum der PROTECTOR II. Die Besichtigung des Quartiers von "Dr. Lazarus" (das zum Leidwesen von Alexander Dane nach den fiktiven Bedürfnissen eines fiktiven Wesens gestaltet wurde). Ein Streit auf dem Minenplaneten. Der telepatischen Kontakt von "Dr. Lazarus" zum Steinmonster. Gwen lenkt zwei Gegner mit ihren... hm... besonderen Vorzügen ab. Absturz der PROTECTOR II.

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