From Beyond


From Beyond - Collectors Edition (USA, 1986)

Blu-ray / DVD, OFDB Filmworks
Altersfreigabe: Ungeprüft
Laufzeit: ca. 86 Minuten (Blu-ray) / 82 Minuten (DVD)

Extras:
- 3 Audiokommentare
- Stuart Gordon on "From Beyond" (20:34 Min.)
- The Director's Perspective: Interview mit dem Regisseur (8:53 Min.)
- Gothic Adaption: Interview mit Drehbuchautor Dennis Paoli (16:02 Min.)
- A Tortured Soul: Interview mit Darsteller Jeffrey Combs (17:46 Min.)
- Paging Dr. McMichaels: Interview mit Darstellerin Barbara Crampton (13:44 Min.)
- The Doctor is in: Interview mit Darstellerin Barbara Crampton (14:28 Min.)
- An Empire Production: Interview mit Produzent Charles Band (5:02 Min.)
- Interview mit Komponist Richard Band (4:34 Min.)
- Multiple Dimensions (23:41 Min.)
- Monsters & Slime (20:43 Min.)
- The Editing Room: Lost and Found (4:47 Min.)
- Storyboard-/Film-Vergleiche
- Englischer Trailer

Regie:
Stuart Gordon

Hauptdarsteller:
Jeffrey Combs (Dr. Crawford Tillinghast)
Barbara Crampton (Dr. Katherine McMichaels)
Ken Foree (Buford Brownlee, genannt "Bubba")
Ted Sorel (Dr. Edward Pretorius)
Carolyn Purdy-Gordon (Dr. Bloch)




Story

Dr. Edward Pretorius ist von der Idee besessen, die Grenzen der menschlichen Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit zu überschreiten. Die fünf Sinne sind ihm nicht mehr genug. Er glaubt, man könne die Zirbeldrüse - seiner Meinung nach ein ehemaliges, jetzt verkümmertes Sinnesorgan - mittels Schallwellen stimulieren, so dass damit ein Einblick in unbekannte Dimensionen möglich ist. Zusammen mit dem jungen Physiker Dr. Crawford Tillinghast entwickelt er einen Resonator, dessen riesige Stimmgabeln mit elektromagnetischen Feldern in Schwingungen versetzt werden. Schon der erste Test, den die beiden Wissenschaftler im Pretorius-Anwesen durchführen, ist erfolgreich. Wer sich innerhalb der Reichweite des aktivierten Resonators befindet, der kann kleine Kreaturen wahrnehmen, die immer anwesend, aber normalerweise unsichtbar sind. Für diese Kreaturen gilt dasselbe. Sie erweisen sich als äußerst angriffslustig, so dass Crawford den Resonator abschalten will. Pretorius ist dagegen. Er will mehr sehen, außerdem wird durch die Stimulation der Zirbeldrüse auch der Sexualtrieb angeregt, was ihm besonders gut gefällt. Doch dann erscheint eine neue Kreatur, die Pretorius köpft. Crawford deaktiviert den Resonator, indem er eine Stimmgabel mit einer Axt abschlägt, und flieht panisch nach draußen. Die aufgrund des Lärms von einer Nachbarin herbeigerufene Polizei hält Crawford für Pretorius' Mörder. Er wird verhaftet und landet in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung, denn natürlich glaubt niemand seiner Schilderung der Ereignisse.

Einige Zeit später soll die ehrgeizige junge Psychiaterin Dr. Katherine McMichaels feststellen, ob Crawford jetzt vor Gericht gestellt werden kann. Sie ist mit Pretorius' Theorien vertraut und stellt durch einen Hirnscan fest, dass sich Crawfords Zirbeldrüse stark vergrößert hat. Um beweisen zu können, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Befund und den womöglich gar nicht so irrealen Visionen von Wahnsinnigen gibt, will sie das Resonator-Experiment wiederholen. Das setzt sie gegen den Widerstand der behandelnden Ärztin Dr. Bloch durch. Der Polizist Buford Brownlee, genannt "Bubba", wird ihr sicherheitshalber zur Seite gestellt. Alle drei quartieren sich im Pretorius-Anwesen ein. Crawford setzt den Resonator instand. Sobald das Gerät eingeschaltet wird, erscheinen nicht nur die kleinen Kreaturen, sondern auch ein quicklebendiger Pretorius. Er ist mit einer Jenseits-Kreatur verschmolzen und will dasselbe jetzt mit Katherine (sowie womöglich mit allen anderen Menschen) tun. Sein Körper mutiert zu einem bizarren, monströsen Wesen, dem Bubbas Pistolenschüsse nichts ausmachen. Crawford schaltet den Resonator aus, daraufhin verschwindet Pretorius sofort. Im Gegensatz zu Crawford und Bubba hat Katherine noch nicht genug. Sie schaltet den Resonator heimlich wieder ein und wird prompt erneut von Pretorius angegriffen. Da Pretorius den Resonator beschützt, müssen Crawford und Bubba im Keller die Stromversorgung kappen. Bubba hat Erfolg, doch zuvor wird Crawford von einer riesigen Kreatur schwer verletzt - der Wirkungsradius des Resonators hat sich vergrößert.

Katherine ist zwar immer noch nicht ganz wieder sie selbst, doch Bubba kann sie zur Besinnung bringen. Da aktiviert sich der Resonator selbsttätig. Bubba wird von unzähligen winzigen Flugwesen zerfressen und stirbt. Crawford verändert sich nun ebenfalls. Wie ein drittes, auf einem Tentakel sitzendes Auge entwächst die Zirbeldrüse seiner Stirn. Katherine verursacht mit einem Feuerlöscher einen Kurzschluss, so dass der Resonator ausgeht. Sie bringt Crawford zu Dr. Bloch und landet aufgrund der wirren Geschichte, die sie erzählt, selbst als Patientin in der Psychiatrie. Sie soll mit Elektroschocks behandelt werden. Dazu kommt es jedoch nicht, denn Crawford, der großen Appetit auf menschliches Hirn entwickelt, tötet Dr. Bloch sowie zwei Pfleger und flieht. Im entstehenden Durcheinander kann Katherine entkommen. Sie fährt zum Pretorius-Anwesen, um den Resonator mit einer Bombe endgültig zu vernichten. Kaum hat sie den Zeitzünder eingestellt, da wird Katherine von Crawford gefesselt, der ihr gefolgt ist. Als er sich anschickt, Katherines Hirn zu verspeisen, beißt sie sein drittes Auge ab, woraufhin er wieder zu sich kommt. Der Resonator aktiviert sich ein letztes Mal selbst. Das Pretorius-Ding beißt Crawford den Kopf ab. Doch Crawford lebt im Jenseits weiter, verschmolzen mit dem Pretorius-Ding, das er nun von innen heraus bekämpfen kann. Katherine springt im letzten Moment aus dem Fenster, als der Resonator explodiert und alles vernichtet.

Kringels Meinung

Dieser auch als als "Aliens des Grauens" bekannte und auf einer Story von H.P. Lovecraft basierende Film ist in Deutschland immer noch indiziert. Früher dachte ich, das sei wegen der Gewaltdarstellung in Ordnung. Nach vielen Jahren habe ich den Film jetzt nochmal angeschaut, und zwar erstmals im "Director's Cut", also in der ungeschnittenen Fassung. Bekanntlich waren einige Szenen verloren gegangen und wurden nachträglich wieder eingefügt. Selbst in dieser Version finde ich nichts, was die Indizierung heute noch rechtfertigen würde, insbesondere im Vergleich mit anderen Horror-Klassikern aus den Achtzigern, die jüngst nach Listenstreichung und Neuprüfung sogar ab 16 Jahren freigegeben wurden. "From Beyond" enthält tatsächlich nur wenige "schlimme" Szenen. Größtenteils werden lediglich deformierte, schleimige Kreaturen präsentiert, nur selten kommt wirklich Gewalt ins Spiel. Natürlich ist es nicht nett von Crawford, seinen Opfern ein Auge herauszubeißen, um das leckere frische Hirn durch die Augenhöhle herauszusaugen. Aber diese Gewaltspitzen wirken eigentlich nicht derart schockierend, dass man den Film deswegen auf den Index setzen müsste. Die Besonderheit besteht wahrscheinlich in der Verbindung von Gewalt und Sex. Pretorius ist ja auf seiner Suche nach neuen Sinneseindrücken auf den S/M-Trip geraten, und auch Katherine zeigt sich diesbezüglich äußerst interessiert, so dass sie vom zugeknöpften Wunderkind zur lustvollen Domina mutiert...

Insgesamt muss ich sagen: "From Beyond" hat zwar eine schön morbide Atmosphäre, aber ich habe den Film irgendwie härter, furchteinflößender und spannender in Erinnerung. Dass er diesen Effekt heute nicht mehr hat, liegt wohl daran, dass die Illusion oft nicht funktioniert. Das ist größtenteils den (wiederum aus heutiger Sicht) nicht immer perfekten Kreaturen-Effekten geschuldet. Man sieht doch oft überdeutlich, dass es sich um Puppen und dergleichen handelt. Die Bewegungen sind sehr limitiert und unbeholfen, man glaubt manchmal die Drähte zu sehen, mit denen die Dinger bewegt werden. Sie wirken einfach nicht bedrohlich! Es gibt aber durchaus geniale Momente, zum Beispiel Bubbas Tod, die schon erwähnte Sache mit dem Hirn-Snack, oder ein sich kreischend aus dem Inneren des Pretorius-Dings hervorarbeitender Crawford. Sein aus der Stirn hervorwachsendes drittes Auge ist ein gutes Beispiel für die unfreiwillige Komik mancher Effekte. Jeffrey Combs bezeichnet das Ding in einem Interview, das im Bonusmaterial enthalten ist, treffenderweise als "Hundepenis"... Und eine Frage habe ich mir auch früher, beim ersten Anschauen, schon gestellt: Woher hat Katherine, die ja gerade erst aus der Psychiatrie entkommen ist und dabei nur ein Krankenhaushemdchen getragen hat, plötzlich acht Stangen Dynamit incl. Zeitzünder? Trotz aller Schwächen macht der Film immer noch Spaß. Er gehört zu den gelungeneren Lovecraft-Verfilmungen - der bessere Horrorfilm ist aber der ebenfalls von Stuart Gordon stammende Re-Animator.

Die Grundidee, der zufolge parallel zur von uns erlebten Wirklichkeit noch eine nur mit besonderen Sinnesorganen wahrnehmbare andere Welt existiert, wurde der Story "Vom Jenseits" von H.P. Lovecraft entnommen. Nur die ersten Minuten des Films entsprechen mehr oder weniger der Handlung der sehr kurzen Story, der Rest wurde hinzugedichtet. Bei Lovecraft kommen weder Pretorius, noch Katherine und Bubba vor. In der Story wird ein namentlich nicht genannter Erzähler von Dr. Tillinghast, der hier die Rolle des Bösewichts hat, in dessen Haus eingeladen. Der Erzähler hatte sich vor einiger Zeit abfällig über Tillinghasts Theorien geäußert, und der gute Doktor will jetzt beweisen, dass er Recht hatte. Somit wurde im Grunde nur der Teil des Films, der vor dem Vorspann kommt, aus Lovecrafts Story übernommen. Der ganze Rest hat damit nur sehr wenig zu tun.

Blu-ray/DVD-Features

Diese schön gestaltete Box ist das erste Produkt des neuen Labels OFDb Filmworks. Die OFDb (Online-Filmdatenbank) ist eine sehr nützliche Internetadresse, die ich jedem Filmfan nur ans Herz legen kann. Die Box ist auf 3000 Exemplare limitiert (ein Zertifikat liegt in der Box), sie enthält denselben Film sowie dasselbe Bonusmaterial einmal auf Blu-ray und einmal auf DVD. Mit dabei ist ein Booklet mit einem ausführlichen Text über Lovecrafts Leben und Werk.

Man hätte das aus elf Featurettes bestehende Bonusmaterial ruhig zu einer einzigen langen Dokumentation zusammenfassen können, denn der Aufbau ist grundsätzlich immer derselbe: Interviews mit dem Regisseur, den Schauspielern und dem Produktionsteam, alle entstanden in den Jahren 2007, 2012 und 2013, dazu viele Filmausschnitte (auch aus "Re-Animator"). Bis auf einzelne Standbilder ist leider kein hinter-den-Szenen-Material vorhanden, auch keine anderen Beiträge aus den Achtzigern außer dem englischen Trailer.

Wie dem auch sei: Die Featurettes enthalten viele interessante Informationen und lustige Anekdoten. Hättet ihr zum Beispiel gewusst, dass es ein "Re-Animator"-Musical gibt? Man erfährt viel über Stuart Gordons Werdegang und seine anderen Filme, natürlich sind auch Lovecraft und sein Werk ein Thema. Drehbuchautor Dennis Paoli berichtet, dass es laut dem ursprünglichen Entwurf viel mehr von der jenseitigen Welt hätte zu sehen geben sollen. D.h. man sieht diese Welt im Film gar nicht, nur die aus ihr stammenden Kreaturen, denn die Konstruktion des Jenseits wäre zu kostenaufwändig gewesen. Barbara Crampton erzählt, dass sie selbst Horror-Fan ist, und dass ihr irres Lachen am Ende des Films improvisiert war. Stuart Gordon zufolge ist die Kreatur, die sich Pretorius einverleibt hat, ein Shoggothe. Diese Wesen stammen aus Lovecrafts Cthulhu-Mythos. Sie sind Gestaltwandler aus Protoplasma - das passt also! Der Regisseur geht außerdem näher auf die Rekonstruktion des "Director's Cut" ein. Auch Gordons Frau, die in "From Beyond" in der Rolle von Dr. Bloch zu sehen ist, kommt zu Wort. Sie stiehlt ihrem Ehemann bei einem Auftritt in einem Kino die Show, indem sie unter anderem sagt, für sie sei der Film wie ein LSD-Trip, und "From Beyond" sei ein Film für Leute, die nach dem Schneuzen gern ins Taschentuch schauen...


Screenshots (DVD-Version)


From Beyond

Der Resonator (nicht in Betrieb) und die dazu gehörenden Steuerkonsolen.


From Beyond

Dr. Pretorius hat den Resonator auf volle Kraft gestellt.


From Beyond

Dr. McMichaels - große Brillen waren schon einmal in Mode, und sie sahen damals nicht besser aus als heute...


From Beyond

Dr. Tillinghast: "Es hat ihm den Kopf abgebissen - wie einem Lebkuchenmann!"


From Beyond

Noch lacht er, der Bubba! Das wird sich bald ändern.


From Beyond

Eine der weniger gefährlichen Kreaturen aus dem Jenseits fällt Bubba an.


From Beyond

Diesen Zustand findet Dr. Pretorius toll?!?


From Beyond

Dr. McMichaels gibt sich jetzt viel offenherziger als zu Anfang...


From Beyond

Dr. Tillinghasts Zirbeldrüse sagt "Hallo" zu Dr. Bloch.


From Beyond

"Delicious!"


J. Kreis, 23.10.2013




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