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frankenstein_junior Frankenstein Junior (USA, 1974)
DVD - Regionalcode 2, Fox Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 101 Minuten

Extras
Audiokommentar von Mel Brooks mit deutschen Untertiteln, "Making Franken Sense of Young Frankenstein", Unveröffentlichte Szenen, Outtakes, Mexikanisches Interview mit Marty Feldman, Trailer/TV-Spots

Regie:
Mel Brooks

Hauptdarsteller:
Gene Wilder (Dr. Frederick Frankenstein)
Marty Feldman (Igor)
Teri Garr (Inga)
Peter Boyle (Monster)
Madeline Kahn (Elizabeth)
Kenneth Mars (Inspektor Hans Wilhelm Friedrich Kemp)
Cloris Leachman (Frau Blücher)




Inhalt:

Dr. Frederick Frankenstein (der darauf besteht, daß sein Name wie "Fronkensteen" ausgesprochen wird), Enkel von Victor Frankenstein, lebt in Amerika und ist ein berühmter Gehirchirurg. Mit der Vergangenheit seiner Familie will er eigentlich nichts zu tun haben. Er reist dennoch nach Transsylvanien, um dort sein Erbe anzutreten. Das Schloß der Familie gehört jetzt ihm, und zwar mit allem Drum und Dran, als da wären: Der bucklige Diener Igor, die bildschöne Assistentin Inga, die unheimliche Haushälterin Frau Blücher und ein komplett eingerichtetes, voll funktionsfähiges Labor zur Wiedererweckung von Toten. Letzteres entdeckt Frederick hinter einer Geheimtür in der ersten Nacht, die er im Schloß verbringt. Im Labor findet er auch die Aufzeichnungen von Victor Frankenstein, in denen dieser seine Forschungsergebnisse niedergelegt hat. Als Frederick das geheime Buch liest, keimt in ihm die Besessenheit, ebenfalls Leben zu erschaffen. So beschafft er sich die Leiche eines Erhängten (es muß ein besonders großer Mensch sein, damit das Experiment funktioniert), für die Beschaffung eines passenden Gehirns ist Igor zuständig. Leider läßt Igor das gewünschte Gehirn eines genialen Wissenschaftlers fallen, und so findet der Brägen eines Abnormalen den Weg in den zwei Meter großen Körper des Monsters, das Frederick noch in derselben Nacht zum Leben erweckt.

In der Zwischenzeit haben die mißtrauischen Stadtbewohner, die sich noch allzu gut an die Experimente des Victor Frankenstein erinnern, über den neuen Schloßbesitzer beratschlagt. Inspektor Kemp mahnt die aufgebrachten Leute zur Ruhe - er will sich zuerst selbst ein Bild vom jüngsten Sproß der Frankenstein-Familie machen. Er kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt ins Schloß, denn das gerade erst erwachte Monster mußte wegen seiner Angst vor Feuer mit einem Sedativum beruhigt werden. Frederick kann den Inspektor überzeugen, daß alles in Ordnung ist. Dem ist in Wirklichkeit natürlich nicht so, denn Frau Blücher, die ein mehr als nur enges Verhältnis mit Victor Frankenstein hatte, befreit das Monster. Das häßliche Wesen entkommt in die Nacht, wo es einem Kind und einem Blinden begegnet, aber keinen größeren Schaden anrichtet. Zum Glück kann man das Monster mit einem alten transsylvanischen Schlaflied anlocken, auf diese Weise kann Frederick es wieder einfangen. In den folgenden Wochen bringt Frederick dem Monster bei, wie man sich als zivilisierter Mensch benimmt und tritt schließlich zusammen mit ihm vor Publikum auf. Wegen eines kleinen Mißgeschicks mit dem Rampenlicht gerät die Vorstellung außer Kontrolle. Das Publikum bewirft das Monster solange mit faulem Obst und Gemüse, bis es ausrastet und sich in die Menge stürzt. Es wird verhaftet, eingekerkert und angekettet, doch seine Körperkräfte sind so gewaltig, daß es wieder einmal entkommen kann. Prompt heftet sich der von Inspektor Kemp angestachelte Mob auf seine Fersen.

Währenddessen kommt Fredericks Verlobte Elizabeth beim Schloß an - schon wieder so ein ungünstiger Zeitpunkt, diesmal vergnügt Frederick sich nämlich gerade mit Inga. In der Nacht entführt das Monster Elizabeth, die nach anfänglichem Entsetzen schnell Gefallen an dem Riesenkerl und seiner nicht minder gigantischen Ausstattung findet. Doch wieder einmal gelingt es Frederick, das Monster musikalisch anzulocken. Er riskiert sein Leben, um seine Schöpfung vor dem Mob zu retten, indem er einen Teil seines Bewußtseins ins Gehirn des Monsters überträgt. Das Experiment gelingt, und so ist Inspektor Kemp ziemlich überrascht, in Frankensteins Schloß kein brüllendes Ungeheuer vorzufinden, sondern einen (zugegebenermaßen ziemlich häßlichen) Mann, der sich kultiviert ausdrücken kann. Kemp heißt das Monster offiziell in der städtischen Gemeinschaft willkommen - so ist denn alles in Butter, Elizabeth wird mit dem Monster glücklich und Frederick heiratet Inga, die in der Hochzeitsnacht herausfindet, daß bei der Transfer-Operation ein ganz spezielles körperliches Attribut des Monsters auf Frederick kopiert worden ist...

Der Film:

Ich sollte vorausschicken, daß ich den Humor von Mel Brooks nicht immer witzig finde. Von diesem Film bin ich sozusagen hin- und hergerissen. Einerseits ist er ein Kultklassiker, was man schon daran feststellen kann, daß man bei wiederholtem Ansehen öfter lachen muß als beim ersten Mal. Ich muß auch zugeben, daß der Streifen als Parodie auf Frankenstein-Filme teilweise sehr gut funktioniert, insbesondere wegen der unzähligen kleinen und großen Anspielungen auf die alten Filme mit Boris Karloff. Nicht umsonst wurde "Frankenstein Junior" in schwarz-weiß gedreht! Überhaupt wurde der ganze Look auf "alt" getrimmt und mit einem passenden Soundtrack unterlegt, der (ebenso wie die permanent zuckenden Blitze, die ähnlich eingesetzt werden wie der Tusch bei einer Büttenrede) direkt einem solchen Film entnommen sein könnte. Man sollte deshalb von scheinbar billigen Kulissen und Effekten nicht irritiert sein - das ist Absicht. Vielleicht könnte man sagen, daß "Frankenstein Junior" eine ironische Hommage an alte Horrorfilme ist. Auf der anderen Seite ist der hier zum Einsatz kommende Humor nicht unbedingt mein Fall. Viele Gags sind mir einfach zu platt, andere Szenen werden zu sehr in die Länge gezogen - Blödeleien dieser Art treffen meistens einfach nicht "den Punkt". Es gibt aber durchaus viele amüsante Situationen und die skurrilen Typen (allen voran Marty Feldman als Igor und der irre Inspektor Kemp) sorgen für den einen oder anderen Lacher. Achtet mal auf die Episode mit dem Blinden. Hättet ihr gedacht, daß das Gene Hackman ist? Ausgerechnet das ist eine der wirklich lustigen Szenen des Films. Auch Gene Wilder liefert eine herrliche Vorstellung ab und Teri Garr ist einfach entzückend.

Man sollte sich diesen Film übrigens keinesfalls in der deutschen Synchronisation antun. Die "Übersetzung" ins Deutsche zerstört jeglichen Wortwitz - es ist ja auch nicht einfach, deutsche Entsprechungen für englische Wortspiele zu finden, erst recht dann, wenn die Komik eines englischsprachigen Dialogs dadurch entsteht, daß die Schauspieler mit fürchterlichem pseudo-deutschem Dialekt sprechen oder deutschen Text vortragen müssen, den sie überhaupt nicht richtig aussprechen können... A propos: Seit wann wird in Transsylvanien eigentlich deutsch gesprochen??? Darüber hinaus wurden die deutschen Dialoge aber auch mit diesen unsäglich bescheuerten Spontisprüchen verhunzt, die in den Siebzigerjahren offenbar in Deutschland sehr beliebt waren - wenn man von den schaurigen Synchronisationen dieser Zeit auf den allgemeinen Geschmack schließen kann. Es wurden auch immer wieder dumme Dialogzeilen in Stellen gequetscht, wo im Original überhaupt nicht gesprochen wird.

Die DVD:

Wie schon gesagt: Über die scheinbar schlechte Bildqualität des Films darf man sich nicht wundern. Das soll so sein, es wird als Stilmittel zur Parodie der alten Frankenstein-Filme eingesetzt. Ähnliches gilt beim Ton: Die Musik soll scheppernd und schrill klingen, das ist kein Fehler der DVD.

Die DVD wurde mit einigen wirklich interessanten Extras ausgestattet. Da wäre einmal der Audiokommentar von Mel Brooks - der gute Mann quasselt wie ein Maschinengewehr, man versteht gar nicht alles (und nicht alles findet sich in den zuschaltbaren Untertiteln wieder)! Das 40-minütige "Making of" kann sich durchaus sehen lassen, es ist eine etwas interviewlastige Dokumentation guten alten Stils ohne hektische Werbefilm-Schnitte. Man erfährt vieles über die Entstehung des Films und bekommt einige schiefgegangene Szenen zu sehen. Weitere Outtakes (die nicht schon im "Making of" vorkommen) lassen vermuten, daß die Filmcrew eine Menge Spaß bei den Dreharbeiten hatte. Eher kurios zu nennen sind zwei kurze Interviews, die seinerzeit ein mexikanischer Reporter (?) mit Marty Feldman, Gene Wilder und Cloris Leachman gemacht hat. Besonders lustig sind die Reaktionen der Schauspieler auf das stakkatoartige mexikanische Geplapper des Interviewers.

Die unveröffentlichten Szenen sind eine Sache für sich, allein sie machen den Erwerb der DVD für Fans dieses Film schon zur Pflicht! Es handelt sich nämlich um insgesamt ca. 16 Minuten Handlungsszenen, die zwar nur in englischer Sprache, dafür aber in gleicher Qualität wie der Hauptfilm vorliegen. Es handelt sich um teils gar nicht so unwichtige Szenen aus der ersten Drehbuchfassung. Beispiel: Die Testamentseröffnung. Darin wird erklärt, warum Frederick Frankenstein überhaupt nach Transsylvanien eingeladen wird. Außerdem ist das große Finale in den entfallenen Szenen enthalten, in dem alle Schauspieler die große Freitreppe im Schloß runterparadieren - mit Mel Brooks am Schluß.

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