Flash Gordon Blu-ray

Flash Gordon DVD


Flash Gordon (GB, 1980)

Blu-ray / DVD - Regionalcode 2, Kinowelt
Altersfreigabe: FSK 12
Laufzeit: ca. 107 Minuten

Extras Blu-ray
- Audiokommentar von Mike Hodges
- Interview mit Mike Hodges (31:41 Min.)
- Einführung des Regisseurs (1:57 Min.)

Extras DVD
- Trailer
- Fotogalerie
- Filmposter

Regie:
Mike Hodges

Hauptdarsteller:
Sam J. Jones (Flash Gordon)
Melody Anderson (Dale Arden)
Max von Sydow (Imperator Ming)
Topol (Dr. Hans Zarkov)
Timothy Dalton (Prinz Barin)
Ornella Muti (Prinzessin Aura)
Brian Blessed (Prinz Vultan)
Peter Wyngarde (Klytus)
Mariangela Melato (Generalin Kala)




Story

Imperator Ming der Gnadenlose, Herrscher des Universums, langweilt sich. Klytus, sein Vertrauter und Chef der Geheimpolizei, findet umgehend ein neues Spielzeug für den gewissenlosen Gewaltherrscher: Den Planeten Erde. Hoch erfreut lässt Ming ein ganzes Arsenal ferngesteuerter Katastrophen auf die Erde los und amüsiert sich köstlich. Es gibt allerdings einen ernsthaften Grund für den Angriff. Alle tausend Jahre untersucht Ming sämtliche Welten seines Reiches. Wenn die Planetenbewohner die von ihm ausgelösten Phänomene für Naturkatastrophen halten, dann sind sie harmlos und werden verschont. Wird ihnen jedoch klar, dass es sich um einen Angriff handelt, dann betrachtet Ming sie als potentielle Bedrohung und vernichtet sie vollständig. Zu diesem Zweck verändert er nun die Umlaufbahn des Mondes, so dass dieser in wenigen Tagen auf die Erde stürzen wird.

Flash Gordon, Quarterback der Footballmannschaft New York Jets, und die Reiseleiterin Dale Arden geraten mit einem kleinen Flugzeug in einen von Ming entfesselten Sturm und müssen in der Nähe eines Privatlabors notlanden. Dort forscht Dr. Hans Zarkov, ein ehemaliger NASA-Wissenschaftler, nach der Ursache für die Katastrophen. Zarkov hat schon immer eine Bedrohung außerirdischer Mächte für möglich gehalten. Wegen seiner Theorien musste er die NASA verlassen und hat insgeheim ein Raumschiff konstruiert, um gegebenenfalls einen Gegenangriff starten zu können. Als Flash und Dale dem exzentrischen Doktor begegnen, zwingt dieser die beiden, ihm bei der Steuerung des Raumschiffs zu helfen. Er hat jedoch keine Ahnung, worauf er sich einlässt. Kaum sind die unfreiwilligen Gefährten mehr schlecht als recht in der Nähe von Mings Palast gelandet, da werden sie auch schon verhaftet und dem Imperator vorgefürt, der gerade dabei ist, den Tribut der ihm untergebenen Völker einzufordern. Ming findet besonderen Gefallen an der schönen Dale Arden. Das gefällt wiederum Flash überhaupt nicht, denn er und Dale haben sich ineinander verliebt. Flash tritt gegen die Palastwachen an und setzt einige von ihnen wie in einem Footballspiel außer Gefecht, wird dann aber von einen Fehlwurf Zarkovs getroffen und verliert das Bewusstsein.

Die verzweifelte Dale wird in Mings Harem gesperrt, Zarkov wird von Generalin Kala einer Gehirnwäsche unterzogen und zu einem Agenten der Geheimpolizei umkonditioniert. Zuvor erfährt er noch, dass er aufgrund seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse selbst verantwortlich für das Schicksal der Erde ist. Flash soll hingerichtet werden, weil er es gewagt hat, sich Ming zu widersetzen. Da mischt sich Mings Tochter Aura ein. Der blonde Erdling gefällt der Prinzessin, und so sorgt sie dafür, dass das Gift, mit dem Flash getötet werden soll, nur zu einem Koma führt. Dann reanimiert sie den vermeintlich Toten mit Hilfe eines ihr hörigen Arztes und nimmt Flash mit nach Arboria. Auf diesem Mond lebt Prinz Barin mit seinem Volk von Waldmenschen. Barin liebt Aura über alles, obwohl er immer wieder von ihr betrogen wird. Er soll Flash vorübergehend Zuflucht gewähren. Unterwegs nach Arboria nimmt Flash telepathischen Kontakt mit Dale auf, um sie wissen zu lassen, dass er noch lebt. Barin sieht in Flash einen Rivalen um Auras Gunst und will ihn beseitigen, ohne sich selbst die Hände schmutzig zu machen. Flash überlebt die von Barin inszenierte Begegnung mit einem giftigen Waldmoloch und flieht in den Sumpf. Barin stellt ihn und rettet ihn vor einem fleischfressenden Riesenmonster. Als sich Barin anschickt, Flash zu erschießen, erscheinen einige Falkenmänner. Barin und Flash werden gefangen genommen und zur schwebenden Stadt Prinz Vultans gebracht.

Zarkov hat die Gedächtnislöschung durch einen Gedankentrick unbeschadet überstanden und konnte Dale befreien. Auf der Flucht sind beide von den Falkenmenschen aufgegriffen worden. So kommt es zum Wiedersehen mit Flash in Vultans Reich. Flash versucht Vultan zum Aufstand gegen Ming zu bewegen. Tatsächlich planen die Falkenmänner schon lange eine Rebellion, haben sich bisher aber zurückgehalten, weil ihre Waffen veraltet sind. Außerdem sorgt Ming dafür, dass alle ihm untergebenen Völker in permanenten Rivalität oder gar Feindschaft miteinander leben, um sie zu schwächen. Deshalb weigern sich Vultan und Barin standhaft, sich einem Vorschlag Flashs folgend gegen Ming zu verbünden. Vultan will Barin und die Erdlinge an Ming ausliefern, um Zeit zu gewinnen. Barin beruft sich auf Mings Gesetz, dem zufolge ihm zuvor das Recht auf einen Zweikampf eingeräumt werden muss. Als Gegner für den Kampf auf Leben und Tod wählt er Flash. Flash obsiegt, verschont aber Barins Leben und rettet ihn sogar vor dem Sturz in den Abgrund. Durch diesen Akt der Menschlichkeit werden die Feinde zu Freunden.

Währenddessen deckt Klytus die Machenschaften der wieder in Mings Palast zurückgekehrten Prinzessin Aura auf und foltert sie mit Mings Einwilligung so lange, bis sie alles ausplaudert. Als Klytus in der Stadt der Falkenmenschen eintrifft, um die Erdlinge und Barin festzunehmen, wird er von Barin und Flash getötet. Da Mings Kriegsschiff ebenfalls schon unterwegs ist, evakuiert Vultan sein Reich. Ming lässt Dale, Zarkov und Barin zurück in seinen Palast bringen. Dann spricht er unter vier Augen mit Flash, dessen Heldenmut ihm imponiert, und bietet ihm ein eigenes Königreich an: Die Erde. Flash lehnt ab und soll nun den Tod bei der Vernichtung der Falkenmänner-Stadt finden. Ihm gelingt aber die Flucht mit einem Raketoped. Vultan bereut seine Unentschlossenheit und zieht mit Flash in den Kampf. Während Dale für die Hochzeit vorbereitet wird, befreit die durch die Folter geläuterte Aura Barin und Zarkov, die ihrerseits den Energieschild des Palastes sabotieren, wobei Kala getötet wird. Gleichzeitig erobern Flash und die Falkenmänner das zu Flashs Verfolgung entsandte imperiale Kriegsschiff AJAX. Ganz allein lenkt Flash die AJAX direkt in den Palast hinein und unterbricht die Hochzeitszeremonie. Ming wird von der Spitze des Kampfschiffes aufgespießt. Bevor er stirbt, transferiert er sich selbst in seinen Ring.

Damit ist die Erde gerettet. Barin wird zum Thronerben erklärt. Er bestimmt Vultan zum Oberbefehlshaber der Armee. Alle Völker können nun in Frieden zusammenleben, was sie Flash zu verdanken haben. Noch während die Erdlinge überlegen, ob und wie sie in ihre Heimat zurückkehren sollen, findet jemand Mings Ring...

Kommentar

...gleich darauf erklingt das bekannte sardonische Gelächter des Imperators, und hinter dem Wort "Ende" erscheint ein Fragezeichen. Wahrscheinlich wurde Mings Bewusstsesin also irgendwie in einen neuen Träger hineingebeamt. Eine Fortsetzung war angedacht, aber dazu ist es leider nie gekommen.

Es gibt Dinge, an die kann man sich so kristallklar erinnern, als wären sie erst gestern gewesen - auch wenn in Wirklichkeit schon Jahrzehnte vergangen sind. So geht es mir mit diesem Film. Ich weiß noch ganz genau, wie damals die Titelmelodie von Queen in den Charts war und wie ich, vielleicht 14 Jahre alt, "Flash Gordon" im Kino gesehen habe. Seitdem habe ich mir dieses knallige Machwerk alle paar Jahre mal wieder angesehen - und ich kann immer noch nicht begreifen, warum der Film in allen Kritiken, die ich kenne, als fürchterlich schlecht bezeichnet wird. Wenn er denn wirklich schlecht ist, dann auf einem Niveau, das schon wieder als genial bezeichnet werden kann. Denn hier wird nichts vorgetäuscht, man weiß sofort: Nichts ist ernst gemeint, alles ist absolut irreal. Pathetische Momente, Gewaltdarstellung und ähnliche Hürden werden immer wieder durch Selbstironie gebrochen. Nur ein paar Beispiele von unzähligen: Als die Klytus-Krieger von Flash aufgemischt werden, fragt Ming, ob die Kämpfer denn die richtigen Pillen kriegen... Prinz Barin bittet den neben ihm im Kerker angeketteten Dr. Zarkov, ihm mehr über jemanden namens Houdini zu erzählen... Ming gelobt bei der Proforma-Trauung großzügig, Dale nicht sofort ins All zu schießen, sondern erst, wenn sie ihn langweilt... Dale und Aura liefern sich einen veritablen Catfight komplett mit Kissenschlacht.. Da sollte jedem klar sein, dass man es nicht mit tiefschürfender Filmkunst zu tun hat. Hier soll gar keine Botschaft oder ein tieferer Sinn vermittelt werden. Der Film soll unterhalten, Spaß machen - sonst nichts. Und das gelingt ihm ganz hervorragend.

Ich jedenfalls mag diesen Film mit seinen kräftigen Farben (es wird sehr viel Rot und Gold verwendet), den phantasievollen Kostümen und liebevollen Details, den bizarr übertriebenen Figuren, herrlich bescheuerten Dialogen, seltsamen Schauplätzen und dem comic-artigen Stil voller nie ganz ernst gemeinter Theatralik auch heute noch. Und ich liebe den Queen-Soundtrack! "Flash! Ahaaaa! Saviour of the Universe!" Herrlich. Ich habe immer gedacht, ich sei mit meiner Meinung allein. Dem ist aber nicht so, siehe Ted. Natürlich hat "Flash Gordon" ganz gravierende, im wahrsten Sinne des Wortes unübersehbare Schwächen. Einige Spezialeffekte und Kulissen wirken zum Beispiel einfach lächerlich, und zwar nicht nur aus heutiger Sicht; selbst im Jahre 1980 war man schon weit besseres gewohnt. Mings Reich scheint in einem merkwürdigen Kontinuum zu schweben, das offensichtlich aus Farbe besteht, die sich in Wasser auflöst, wobei sich Wolken bilden. Einige der verschiedenen Planetenoberflächen sehen so aus, als wären sie im Hobbykeller gebaut worden. Die Falkenmenschen wirken keineswegs flugfähig, und so bewegen sie sich auch. Dem stehen andere, phantasievolle Kulissen wie Mings Palast, der Sumpf von Arboria usw. gegenüber, die durchaus überzeugend wirken. Im Audiokommentar sagt der Regisseur, dass man mit CGI heute ganz andere Ergebnisse erzielen könnte, dass die aber nicht den Charme dieses Films hätten. Recht hat er. Außerdem stören mich die Mängel nicht, man könnte sie sogar als Hommage an die Pappkulissen früherer Produktionen verstehen.

Die Comicfigur Flash Gordon ist nämlich schon in den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts auf der Kinoleinwand zum Leben erweckt worden. In kurzen Episoden musste Flash jeweils vor dem Hauptfilm die Welt/seine Freundin/sich selbst retten, und zwar ganz ohne übernatürliche Superhelden-Kräfte, denn er ist ja nur ein normaler Mensch. Jede Episode endete mit einem Cliffhanger. Der Kinofilm aus dem Jahre 1980 greift das auf, er ist vollgestopft mit Reminiszenzen sowohl an die ursprünglichen Comics als auch an die Schwarzweiß-Serials. Diese Version von "Flash Gordon" ist genauso naiv wie die alte, hier wie dort gibt es kein Fünkchen Logik in der Handlung, Humor bis hin zum Slapstick spielt eine große Rolle. Der Oberbösewicht könnte direkt aus den alten Serials kopiert sein: Max von Sydow ist als Ming schlicht unschlagbar. Ich glaube, dass es ihm einen Riesenspaß gemacht hat, den grausamen, überheblichen und lüsternen Imperator zu spielen. Er schafft es ganz ohne große Gesten, ebenso viel Bedrohlichkeit wie Distinguiertheit auszustrahlen. Sam Jones agiert dagegen womöglich noch hölzerner als Arnold Schwarzenegger in Herkules in New York. Das passt aber ganz gut zu seiner Rolle des geistig etwas unterbelichteten Helden. Melody Anderson ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk, sie darf aber immerhin ganz allein ein paar Schurken vermöbeln. Es ist schon lustig, wie die Stuntmen solange stillhalten, bis die gute Melody endlich ausgeholt hat! Brian Blessed chargiert mit maximaler Lautstärke, ist aber ein echter Sympathieträger. Sein "Gordon's alive?!?" ist in die Geschichte eingegangen. Timothy Dalton liefert trotz Oberlippenbart eine solide Leistung ab. Ornella Muti ist ein wahrer Augenschmaus in ihren knappen Kostümen, die mehr enthüllen als verbergen. Überhaupt gibt es in diesem Film eine ganze Menge an ziemlich eindeutig-zweideutigen Szenen...

Hirn abschalten und genießen, so lautet meine Gebrauchsanweisung für diesen Film. Er gehört zur Top Ten meiner SF-Kultklassiker aus den Achtzigern.

Blu-ray / DVD-Features

Bei einem farbenprächtigen Abenteuer dieser Art ist die Bildqualität natürlich von entscheidender Bedeutung für den Filmgenuss. Und so ist es besonders schön zu sehen, wie klar, störungsfrei und detailreich das Bild der DVD ist. Nur der Schwarzwert ist nicht hundertprozentig zufriedenstellend, aber das kann auf die Vorlage zurückzuführen sein. Dasselbe gilt leider auch für die Blu-ray; die Bildqualität ist hier nicht entscheidend besser als bei der DVD. Der Ton kann qualitätsmäßig nicht mithalten, er ist etwas dumpf und liegt auf der DVD "nur" in Stereo vor. Das ist wegen des Soundtracks besonders schade. Seltsamerweise wurde zwar der englische Ton in der Blu-ray-Version in DTS-HD MA 5.1 auf den Silberling gebannt, die deutsche Tonspur aber nur in Mono! Warum?!?

Die Extras der DVD kann man getrost vergessen. Das Booklet enthält Fotos der Hauptfiguren mit Dialogzitaten. Es kann auseinandergefaltet werden, so erhält man ein kleines Filmposter. Die Blu-ray wartet mit einem sehr informativen Audiokommentar des Regisseurs auf. Bevor Film und Kommentar beginnen, startet eine kurze Einführung des Regisseurs. Das Interview mit Mike Hodges ist im Jahre 2002 entstanden. Hodges spricht nicht nur über "Flash Gordon" und die mit der Produktion verbundenen Probleme (insbesondere mit Production Designer Danilo Donati), sondern auch über seine Jugend sowie seine anderen Filme.


Screenshots (DVD-Version)


Flash Gordon

Die Erde im Fokus der Vernichtung


Flash Gordon

Dr. Hans Zarkov


Flash Gordon

Dale und Flash kommen einander in Zarkovs Raumkapsel näher


Flash Gordon

Zarkovs Raumkapsel ist gelandet. Im Hintergrund Mings Palast


Flash Gordon

Klytus


Flash Gordon

Prinzessin Aura geht Papa Ming um den Bart; sie wünscht sich Flash als Geschenk


Flash Gordon

Generalin Kala


Flash Gordon

Zarkovs Gehirnwäsche


Flash Gordon

"Glauben Sie bloß nicht, dass uns das Spaß macht!"


Flash Gordon

Im Anflug auf die Stadt der Falkenmänner


Flash Gordon

Flash und Barin im Kampf auf Leben und Tod


Flash Gordon

Klytus findet sein verdientes Ende


Flash Gordon

Ming macht Flash ein unmoralisches Angebot


Flash Gordon

Vultan führt seine Falkenmänner in den Kampf


Flash Gordon

Mings Ende - oder doch nicht?


J. Kreis, 03.10.2013







Gastkommentare


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Dirk W. (07.10.2013):

Ich kenne den Film noch aus dem Kino - damals in meiner Jugendzeit.
Ich habe ihn als grandios in Erinnerung... Sogar den Soundtrack - obwohl ich anders als meine Zeitgenossen Queen nicht so sehr mag. Aber andererseits hatte ich auch Bud Spencer einmal als grandios in Erinnerung. Oder Clever und Smart - bis ich den Fehler gemacht habe, die ollen Dinger noch mal anzusehen.
Ich werde das mit dem Flash Gordon Film nicht machen. Ich möchte ihn genauso in Erinnerung behalten, wie Du ihn beschrieben hast :-)



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