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final_fantasy Final Fantasy - Die Mächte in dir (Japan 2001)
- Final Fantasy: The Spirits within -

DVD - Regionalcode 2, Columbia Tristar Home Entertainment
FSK: 12
Laufzeit: ca. 102 Minuten

Extras
Audiokommentare. Storyboard/Rohfassung. Verschiedene Trailer. Bildergalerien. Vorstellung der Charaktere und Fahrzeugmodelle. The Making of Final Fantasy. Final Fantasy Shuffler. Entfallene Szenen. Musikvideo "Kellys Thriller". Kurzfilm: Akis Traum. Alternativer Anfang. Das Gray-Projekt. Drehbuch und Storyboards. DVD-ROM-Teil (Bildschirmschoner, Virtuelle Tour durch Square Pictures, Web-Links).

Regie:
Hironobu Sakaguchi, Moto Sakakibara

Stimmen der Hauptdarsteller:
(In der englischen Version)
Ming-Na (Dr. Aki Ross)
Alec Baldwin (Gray Edwards)
Ving Rhames (Ryan Whitaker)
Steve Buscemi (Neil Fleming)
Peri Gilpin (Jane Proudfoot)
Donald Sutherland (Dr. Sid)
James Woods (General Hein)




Inhalt:

Im Jahre 2065 sind weite Teile der Erde verwüstet und unbewohnbar. Über 30 Jahre zuvor ist nämlich das Bruchstück eines bewohnten Planeten als Meteor auf der Erde aufgeschlagen und seitdem durchstreifen verschiedenartige, seltsam körperlos wirkende Wesen, Phantome genannt, alle Kontinente. Wen diese teils riesigen, teils winzig kleinen Phantome auch nur berühren, stirbt augenblicklich, denn die Phantome saugen die Seelen aus ihren Opfern heraus. Sie können zwar durch massiven Beschuß vernichtet werden, sind aber auch durch noch so dicke Mauern nicht aufzuhalten. Außerdem entströmt dem Krater, in dem der Asteroid nach wie vor steckt, ein nicht enden wollender Nachschub an neuen Phantomen. Milliarden von Menschen sind den Phantomen in diesen 30 Jahren zum Opfer gefallen, die Zivilisation wurde an den Rand der Auslöschung gebracht. Inzwischen konnten zwar einige Großstädte durch besondere Schutzschirme vor den Phantomen abgeschottet werden, der größte Teil der Erdoberfläche ist jedoch zu einem menschenleeren Ödland geworden. Die wenigsten Menschen sind daran interessiert herauszufinden, um was es sich bei den Phantomen wirklich handelt und welche Ziele sie verfolgen, wenn sie überhaupt welche haben. Man ist vielmehr bestrebt, sie endgültig auszulöschen. Das Militär hat unter der Führung von General Hein eine neue Waffe entwickelt, mit der man den Asteroiden vernichten will. Die sogenannte "Zeus-Kanone" schwebt im Orbit um die Erde und kann auf jedes beliebige Ziel ausgerichtet werden.

Es gibt jedoch auch eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die gegen diese radikale Lösung sind, weil sie befürchten, daß auf diese Weise nicht nur der Asteroid, sondern die ganze Erde zerstört werden könnte. Aki Ross und ihr Mentor, Dr. Sid, haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die "spirituelle Energie" der Phantome isoliert werden kann. Auf diese Weise konnte auch schon ein kleines Phantom, das in Akis Körper eingedrungen war, unschädlich gemacht werden. Es befindet sich zwar immer noch in ihrem Inneren, seine Energie wurde aber neutralisiert und kann Aki nicht mehr schaden. Aki hat in jeder Nacht denselben Traum, immer wieder sieht sie bizarre Außerirdische, die sich bis zur völligen Vernichtung ihrer Welt bekriegen. Möglicherweise handelt es sich bei diesem Traum um einen Erinnerungs-Nachhall des in ihr sitzenden Phantoms. Das Verfahren ist noch unvollkommen. Aki und Dr. Sid benötigen die "Spirits" von acht irdischen Lebensformen. Durch die von diesen Spirits ausgestrahlten "Wellen" müßten die spirituellen Ausstrahlungen der Phantome neutralisiert werden können. Sieben Spirits konnten schon geortet und gesammelt werden. Auf der Suche nach dem achten Spirit in den Ruinen zerstörter Städte und im Ödland wird Aki von ihrem ehemaligen Lebensgefährten Gray Edwards und seiner Kampftruppe begleitet. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn General Hein ist nicht bereit, noch viel länger auf den Einsatz seiner Zeus-Kanone zu warten. Er wird vom wahnsinnigen Haß auf die Phantome getrieben, denn seine gesamte Familie ist ihnen zum Opfer gefallen. Deshalb hat er auch keine Skrupel, die Regierung durch radikale Maßnahmen zum schnelleren Handeln zu zwingen. Zunächst läßt er Aki und ihre Begleiter, die den letzten Spirit tatsächlich gefunden haben, inhaftieren. Dann läßt er eine Lücke in den Schutzschirm von New York schalten, durch die zahlreiche Phantome eindringen können. Eigentlich hatte er vor, dies auf einen kleinen Bereich zu begrenzen, aber die Phantome können sich unerwarteterweise über die ganze Stadt ausbreiten.

Hein flieht zu seiner Mega-Kanone ins All, auch Aki und Gray können sich retten, während ihre Kameraden auf der Flucht von den Phantomen getötet werden. Zusammen mit Dr. Sid begeben sie sich zum Asteroidenkrater, kommen aber zu spät: Hein hat die Kanone bereits abgefeuert. Der Erfolg ist aber ganz anders als erwartet. Einerseits wird die Kanone vernichtet, so daß Hein sein verdientes Ende findet, andererseits wird der Asteroid durch den Beschuß erst so richtig aktiv. Man muß wissen, daß alle Lebenwesen auf spiritueller Ebene mit der Welt, auf der sie leben, verbunden sind. Stirbt ein Lebewesen, so kehrt seine Seele zur planetaren Urmutter zurück. Zusammen mit dem Asteroiden ist ein Fragment des "Seelenpools" des zerstörten Planeten zur Erde gelangt und die Phantome sind nichts anderes als die ruhelosen Geister der ehemaligen Bewohner der fremden Welt. Jetzt, nach dem Beschuß durch die Zeus-Kanone, beginnt dieser Seelenpool zu wuchern und die Seele der Erde - Gaia genannt - zu bedrohen. Die einzige Möglichkeit, die beiden "Planetenseelen" miteinander zu versöhnen bzw. verschmelzen zu lassen, besteht darin, daß Aki das in ihr sitzende, bereits neutralisierte Phantom irgendwie in den Seelenpool der fremden Welt bringt. Weil das ihren Tod bedeuten würde, opfert Gray sich für sie: Er läßt sich von dem fremden Seelenpool aussaugen und berührt dabei kurz Akis Hand, auf diese Weise zieht er praktisch des neutralisierte Phantom aus ihr heraus und überführt es so postmortal in die Seele der fremden Welt. Damit ist dann alles wieder in Butter.


Der Film:

Die etwas wirre Story mit dem vielleicht etwas zu "japanischen" Schluß (Das esoterische "Gaia"-Konzept, Opfertod eines Helden zum Wohle einer größeren Gemeinschaft) sind in diesem Film eigentlich eher Nebensache. Was ihn sehenswert macht, ist die Tatsache, daß hier erstmals versucht wurde, eine "ernsthafte" Produktion gänzlich ohne Schauspieler zu drehen. Tatsächlich ist nichts in diesem Film real. Alles, aber auch wirklich alles ist am Computer entstanden, der Film enthält nichts außer CGI. Filme dieser Art hat es schon früher gegeben und danach ebenfalls, aber das waren bzw. sind eher cartoon-artige Werke mit eindeutig als solche erkennbaren Phantasiefiguren. Bei Final Fantasy wurden jedoch die menschlichen Darsteller durch Computergrafiken ersetzt. Das Problem bei solchen Versuchen ist immer das gleiche: Die Technik entwickelt sich weiter und nach ein paar Jahren wirkt das, was man einmal für eine perfekte Imitation menschlicher Gesichtszüge usw. gehalten hat, angesichts neuerer und besserer Grafikmöglichkeiten fast schon lächerlich. So wird es sicher auch diesem Film ergehen. Man muß ganz klar sagen, daß Aki, Grey & Co. noch kein Ersatz für echte Schauspieler sind, denn wenn ihre Gesichter und vor allem ihre Augen Emotionen ausdrücken sollen, dann sieht man ihnen doch sehr deutlich ihre künstliche Herkunft an. Am Beispiel von Gollum in Der Herr der Ringe - Die zwei Türme kann man schon erkennen, daß man das inzwischen viel besser hinkriegen kann.

Zu dem Zeitpunkt, als der Film in die Kinos kam, waren die computergenerierten "virtuellen Schauspieler" aber sehr schön anzuschauen. Besonders realistisch wirkt der alte Dr. Sid, dessen Hauttexturen mit all ihren Falten, Unreinheiten, Bartstoppeln und Altersflecken zeitweise vergessen lassen, daß man es nicht mit einem menschlichen Wesen zu tun hat. Andere (Neben-)Figuren wirken dagegen weniger gelungen, da sie ein bißchen an Plastik-Actionfiguren erinnern. Aki Ross ist übrigens die einzige Figur im gesamten Film, die lange Haare hat: Es wäre ein allzu großer Aufwand gewesen, weiteren Figuren eine solche Frisur zu verpassen, denn die Bewegungen jedes einzelne Haares mußten gesondert berechnet werden. Die "Spirits" sehen ätherisch und schön aus, da konnten die Entwickler ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Fast alle Szenen des Films spielen entweder in einer hochtechnisierten künstlich-kalten Umgebung oder in Ruinen und Ödland. Solche "virtuellen Drehorte" sind relativ einfach zu machen, einfacher jedenfalls als organische, weiche Formen. Deshalb sehen sie einfach hervorragend aus. Man merkt es schon: Dieser Film ist was für die Augen, nicht fürs Gehirn. Man sollte die Story ignorieren und einfach die wunderschönen Bilder genießen.

Man sollte vielleicht noch erwähnen, daß es sich hier nicht um eine "Verfilmung" der gleichnamigen Videospielserie handelt, d.h. man sollte nicht erwarten, aus diesen Spielen bekannte Personen, Schauplätze im Film wiederzufinden. Gemeinsamkeiten mit den Spielen bestehen natürlich doch. Hier wie dort gibt es riesige, verschlungene Maschinen mit einem ganz bestimmten Look und natürlich ein ganzes Sammelsurium an Monstern.

Die DVD:

Man kann sich den Film in einer alternativen Version ansehen, bei der ständig zwischen fertigem Film, Entwurfskizzen und Animatronics gewechselt wird. Bei den Extras ist "Kellys Thriller" besonders erwähnenswert: Verschiedene Filmfiguren tanzen zu Michael Jacksons Lied "Thriller" - genial! Der Final Fantasy-Shuffler ermöglicht es, den Schnitt einer Szene des Films anders zu gestalten. Bei den Bildergalerien ist z.B. ein "Foto" von Aki im Bikini dabei. Lecker! Ach so, halt, die Dame ist ja nicht real...

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